5 (Hör-)Stationen – 1 Ziel: Krankheiten im Film kuratieren und darüber hinaus auf psychische Erkrankungen aufmerksam machen, sensibilisieren, sowie Hilfestellungen und Denkanstöße bieten.

Was auf den ersten Blick etwas abstrakt klingen mag, wird mit dem Beginn des audiovisuellen Spazierganges schnell deutlich. Durch die App „Actionbound“ (kostenfrei) erhalten Spazierende Zugang zu den erforderlichen Podcasts des „Cinewalk Bremen“, die den Weg begleiten. Von der Weserburg bis zur BUND Kinderwildnis am Café Sand befinden sich fünf Stationen, erkennbar durch türkise Stühle und Installationen. Hierbei sind die Stationen voneinander unabhängig, sodass du deinen interaktiven Spaziergang selbst in der Abfolge bestimmen kannst. Dort angekommen, erwarten dich Hörbeiträge mit spannenden Informationen und Aufgaben zu den Feldern Filmmusik, Künstliche Intelligenz, Daumenkino, Sky Space und Urban Gardening. Und auch zwischen den Stationen erhältst du Filmtipps und Anregungen um einmal kurz (oder auch länger) über psychische Erkrankungen nachzudenken und dich selbst zu reflektieren. Möchtest/Kannst du die App nicht verwenden, gibt es vor Ort die Papieralternative, sowie Gästebücher.

Der „Cinewalk Bremen“ war jedoch als solches vorher nicht geplant. Das Projektseminar „Krankheit im Film“ des Studienganges Kunst-Medien-Ästhetische Bildung, geleitet durch den Lektor Tobias Dietrich, plante ursprünglich eine Filmreihe zum Thema „Film und psychische Erkrankungen“. Diese sollte in Kooperation mit dem „City 46“ für die Aktionswoche der seelischen Gesundheit im Oktober 2020 stattfinden. Aufgrund der aktuellen Lage und Bestimmungen war mit Beginn des Projektes der Verlauf der Pandemie nicht abzusehen. Glück im Unglück, wie ich finde. Denn so entstand ein neues Konzept durch die Studierenden – Corona gerecht, für alle zugänglich und interaktiv!
Plus: Gerade die Isolation bzw. der reduzierte Menschenkontakt, welche die Bestimmungen mit sich bringen, kann einen schnell das Gefühl der Einsamkeit verspüren lassen. Die dunklen, kurzen und oft grauen Tage sind hierbei ebenso wenig förderlich für die Stimmung und den Wunsch das Haus zu verlassen, dabei ist Bewegung bekanntlich das beste Mittel gegen schlechte Laune.

Für mich war dieser Spaziergang eine willkommene Abwechslung zu dem aktuell doch eher geringem Unternehmungs-/Ablenkungsprogramm in Bremen. Außerdem war es nicht nur ein Grund für mich das Haus zu verlassen. Ich spazierte in einer Gegend Bremens, in der ich zu selten bin. Von hier ergibt sich  ein anderer Blick auf die Weser, die Schlachte und damit auf Bremen.

Durch Corona haben sich nicht nur allgemeine Lebensumstände, Arbeitswelt, Privatleben und Wirtschaft verändert, sondern vor allem die psychische Belastung. Wie stark, das lässt sich aktuell noch nicht einschätzen. Doch wenn du jetzt einmal kurz in dich gehst und dich selbst fragst, wie es dir vor einem Jahr ging, wie lautet deine Antwort? Schlimmer ist dies jedoch für Personen, die bereits vor der Ausnahmesituation unter starken Belastungen oder auch Erkrankungen litten. Die Kontaktreduzierung und Isolation kann, wie erwähnt, die Einsamkeit fördern, aber auch depressive Gefühle bis hin zur Depression. Der interaktive Spaziergang wurde daher nicht nur in seinem Ausstellungsformat an die Pandemie angepasst, sondern auch in der Thematik und hat u.a. den Fokus auf Depressionen.

Wer also in nächster Zeit wie ich einen Grund sucht an die Luft zu kommen und dabei etwas neues entdecken möchte, dem/der sei dieser Spaziergang ans Herz gelegt. Doch wie so oft, sind leider bereits ein paar Gegenstände gestohlen worden. Mit dem begleiteten Podcast ist es aber weiterhin ein Ausflug wert.

Also Kopfhörer rein – Welt aus!

Links:

m.facebook.com/Cinewalk-103120268187457

www.instagram.com/cinewalk.bremen

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