Treue Leserinnen und Leser der Campus-Eule sind es gewohnt, zur Prüfungszeit mit nützlichen Artikeln zur Prüfungszeit versorgt zu werden. Und ja – Es ist mal wieder so weit! Im letzten Semester haben wir Euch die verschiedenen Lerntypen vorgestellt. Nun wollen wir einen Blick auf die Forschung werfen, wie unser Denken und Lernen prinzipiell funktioniert. Manches wird Euch vielleicht überraschen, manches ist schlicht einleuchtend.

Wahrnehmung

Unsere Wahrnehmung ist, das ist kein Geheimnis, nicht perfekt. Manchmal sind wir so auf etwas fokussiert, dass wir alles andere nicht mehr wahrnehmen. Deshalb ist es sinnvoll, eine Sache mehrmals zu betrachten, etwa mit Pausen zwischen den Annäherungsversuchen. Dies lohnt sich etwa beim Entwickeln einer Forschungsfrage. Aber auch in Klausuren kann unsere Wahrnehmung uns Streiche spielen. Wir füllen Lücken gerne mit bekanntem Wissen auf. Wenn man beispielsweise eine Klausurfrage nicht aufmerksam liest, dann macht uns unsere Wahrnehmung ein x für u vor. Also nächster Tipp: Ein gesundes Misstrauen gegen Deine Sinne ist durchaus angebracht. Lies Dir alles genau durch.

Vorprägung unserer Gedanken

Eventuell kennt Ihr es, wenn Ihr in Gedanken noch bei einem vorherigen Gedanken seid und alles weitere durch diese Brille seht. Wenn Ihr erst einen Horrorfilm schaut und dann in einen Raum mit roter Wandfarbe eintretet, dann reagiert Euer Kopf sicher anders, als wenn Ihr einen Liebesfilm gesehen habt. Dies kann auch ganz unbewusst geschehen, sodass Ihr das gar nicht merkt. Worauf Eure Aufmerksamkeit fällt, ist somit auch davon abhängig, welche Teile Eures Gedächtnisses gerade aktiviert sind. Vor der nächsten mündlichen Prüfung könnte es also ganz vorteilhaft sein, keinen Horrorfilm auf dem Smartphone zu schauen, sondern die Notizen noch einmal zu überfliegen oder an eine positive Erfahrung zu denken.

Wie war das nochmal?

Leider sind Prüfungen allzu oft mit dem stumpfen Einprägen von Fakten verbunden. Es stellt sich die Fragen, wie man sich Dinge am besten einprägt. Leider ist unser Gedächtnis nicht dazu gemacht, sich endlose Folgen von Fakten zu merken. Es lohnt sich, einfach mal auszutesten, wie viele einzelne, nicht verbundene Wörter man sich merken kann. Das sind leider nicht viele. Deshalb sollte man die Informationen verknüpfen. Beispielsweise kann man sich einen Raum vorstellen, in dem die Dinge, die man sich einprägen soll, einen festen Platz haben. Oder man denkt sich eine Geschichte aus, in der die Dinge eine Rolle spielen. Man kann sich auch Ähnlichkeiten von Informationen zunutze machen und Informationen sinnvoll gruppieren. So kann man die Informationen quasi komprimieren und leichter wieder abrufen. Übrigens sollte man das Einüben vorzugsweise vor dem Schlafengehen wiederholen, denn der Schlaf soll eine wichtige Rolle beim Erinnern spielen. Zentral ist aber auch hier: Üben, Üben, Üben, denn Wiederholung sorgt dafür, dass sich Informationen einprägen.

Wenn Ihr Euch für das Funktionieren unseres Denkens interessiert, kann ich das Buch „Kognitive Psychologie“ von Dirk Wentura und Christian Frings empfehlen. Ihr findet es auch in der SuUB, übrigens auch online einsehbar.

0 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.