Interview zum Transferprojekt mit der Oberschule im Park

Folgend eine Kurzversion der Gesprächsrunde

Im September 2019 wurde das Projekt „Gemeinsam lernen durch Erklären mit digitalen Medien“ der Universität und der Oberschule im Park mit dem Innovationspreis der Sieben Faulen ausgezeichnet (mehr dazu erfahren Sie in diesem Video: https://vimeo.com/kdwolf/review/31803…). Im Rahmen des Generationencafés auf dem Open Campus kamen Rektor und Kuratoriumsvorsitzender der Uni-Stiftung, Prof. Dr.-Ing. Bernd Scholz-Reiter, Projektleiter Prof. Karsten D. Wolf der Universität Bremen und die Mathematiklehrerin Sandra Leu von der Oberschule im Park ins Gespräch. Auf Initiative des Mathematikprofessors Heinz-Otto Peitgen war dieses erfolgreiche und innovative Digitalisierungsprojekt zwischen Uni und Schule entstanden. Es wurde mit 25.000 Euro durch die Karin und Heinz-Otto Peitgen- sowie die Iris und Hartmut Jürgens-Stiftung gefördert – zwei Treuhandstiftungen der Universität Bremen. In dem Projekt erarbeiten Mädchen und Jungen der 5. bis 7. Klasse unter anderem Erklärvideos mit Tablets, die sie im Rahmen des Uni-Projekts gestellt bekommen. Unterstützt werden sie dabei von Studierenden der Universität Bremen und ihren Lehrerinnen und Lehrern. Die Erklärvideos seien eine gute didaktische Methode, um Wissen zu vermitteln, so der Medienpädagoge Karsten D. Wolf. Denn „wenn man etwas erklären will, muss man es verstanden haben.“

Mathe verstehen: Innovationspreis für Universität Bremen und Oberschule im Park

In dem Projekt erarbeiten Schülerinnen und Schüler unter anderem Erklärvideos mit Tablets, die sie im Rahmen des Uni-Projekts gestellt bekommen.
Copyright: Patrick Jung / Universität Bremen

Man kann nur etwas erklären, das man zuvor verstanden hat. Diesen Leitsatz verfolgt ein Projekt der Universität Bremen, das in der Oberschule im Park in Bremen-Oslebshausen inklusiven Unterricht mit digitalen Medien unterstützt. Jetzt wurde es mit dem Innovationspreis der Sieben Faulen ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wurde vom gleichnamigen Verein in der Kategorie Bildung vergeben. Das Projekt „Gemeinsam lernen durch Erklären mit digitalen Medien“ wird durch die Karin und Heinz-Otto Peitgen- sowie die Iris und Hartmut Jürgens-Stiftung gefördert – zwei Treuhandstiftungen der Universität Bremen.

Ob Arithmetik, Stochastik oder Geometrie – die Themen, mit denen sich Schülerinnen und Schüler im Mathematikunterricht beschäftigen, sind vielfältig. Wie gelingt es, in einer heterogenen Klasse den Lernstoff so zu vermitteln, dass die Schülerinnen und Schüler ihn auch wirklich verinnerlichen? In dem Projekt erarbeiten Mädchen und Jungen der 5. bis 7. Klasse unter anderem Erklärvideos mit Tablets, die sie im Rahmen des Uni-Projekts gestellt bekommen. Unterstützt werden sie dabei von Studierenden der Universität Bremen und ihren Lehrerinnen und Lehrern. „Wenn man etwas erklären will, muss man es verstanden haben“, sagt Projektleiter Professor Karsten D. Wolf der Universität Bremen. Die Erklärvideos seien eine gute didaktische Methode, um Wissen zu vermitteln, so der Medienpädagoge.

„Sich selbst als kompetent erleben“

Wichtig ist dem Wissenschaftler dabei, dass die Kinder nicht nur mit digitalen Übungsangeboten individuell gefördert werden, sondern auch gemeinsam in Gruppen Erklärvideos selbst gestalten. „Wir wollen, dass die Schülerinnen und Schüler einen für sie persönlich relevanten Zugang zu den Unterrichtsthemen entwickeln. Ideal ist, wenn sie sich selbst als kompetent erleben“, betont Wolf. In den digitalen Medien sieht er ein hohes Potential, um den binnendifferenzierten Unterricht zu fördern, der heutzutage auch durch die Inklusion nötig ist. Ziel des Projektes sei es, zusammen mit den Studierenden sowie den Lehrenden an den Schulen innovative didaktische Methoden für das digital unterstützte Lehren und Lernen in Schulen zu entwickeln und in der Praxis zu erproben. „Im Kern geht es darum, die Kinder individuell zu fördern und mögliche Lerndefizite nachhaltig zu beheben. Das Projekt unterstützt außerdem ihre sozialen Kompetenzen, denn um so ein Video zu erstellen, müssen sie miteinander kooperieren“, sagt Wolf. „Ich freue mich sehr, dass unsere Arbeit jetzt durch diese Auszeichnung weiter unterstützt wird.“

Schulübergreifende kollegiale Weiterbildung geplant

Die Erkenntnisse und Ergebnisse des Projektes sollen für alle Schulen in Bremen nicht nur über die landesweite Lernplattform „itslearning“ zugänglich gemacht werden. Die Oberschule im Park will zusammen mit der Universität nächstes Jahr innovative Weiterbildungsformate erproben, um digitale Konzepte auch für andere Schulfächer weiter zu entwickeln und sich mit anderen Schulen auszutauschen. „Die Auszeichnung bestätigt uns darin, digitale Bildung nicht als Selbstzweck zu sehen, sondern auf den konkreten Mehrwert im Unterricht zu achten“, sagt die Schulleiterin Monika Steinhauer. „Digitale Endgeräte und eine sorgfältig ausgewählte Software sind das Eine“, so die Pädagogin. Es bedürfe aber immer auch des passenden didaktischen Konzepts. Mit dem Preisgeld könne man dies jetzt weiter entwickeln.

Die Universität übernimmt gesellschaftliche Verantwortung

„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und beglückwünschen Karsten D. Wolf und sein Team sowie die Oberschule im Park“, sagt der Rektor der Universität Bremen, Professor Bernd Scholz-Reiter. Gemeinsam mit dem Mathematiker Heinz-Otto Peitgen habe die Uni-Leitung Ende 2017 überlegt, wie man im Rahmen eines Corporate-Social-Responsibility Projektes den Bildungsbereich in Bremen durch eine Kooperation von Universität und Zivilgesellschaft stärken könne. Das Vorhaben von Professor Karsten D. Wolf und seinem Team sei ein gutes Beispiel für gelebten Transfer in die Gesellschaft. „Der Preis zeigt uns, dass dies auch in Bremen so gesehen wird“, so der Rektor.

Über den Innovationspreis der Sieben Faulen

Der Innovationspreis der Sieben Faulen wird vom Verein „Die sieben Faulen“ alle zwei Jahre in sieben Kategorien vergeben. Angeregt wurde er durch die Legende von Friedrich Wagenfeldt über die sieben faulen Brüder an der Weser. Diese haben immer neue Ideen kreiert, die ihr Leben einfacher, schöner und angenehmer machten.

Weitere Informationen:

Sehen Sie ein kurzes Video über das Projekt: http://bit.ly/7Faulen

www.die-sieben-faulen.de/

www.uni-bremen.de/juergens-stiftung

www.uni-bremen.de/peitgen-stiftung

www.uni-bremen.de

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Karsten D. Wolf

Forschungs-Lab „Medienbildung| Bildungsmedien“ (LAB)

Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI)

Universität Bremen

Telefon: +49-421-218-69140

Mobil: 0157-85076065

E-Mail: wolf@uni-bremen

Colloqium „Innovation in Higher Education: E-Learning & digital tools as commodity and/or change agent?“

Colloquium on June, 5th (Friday) from 10:00-13:00 with Prof. Gerhard Fischer (University of Boulder, USA) at University Bremen:
„Innovation in Higher Education: E-Learning & digital tools as commodity and/or change agent?“

https://unsplash.com/modestasu

Digital tools have deeply entangled the practices of learning and teaching in higher education. Institutions, teachers and students develop their own approaches to enhance teaching and learning by using digital and mobile ways of communication and collaboration. In this colloquium we will discuss the question, if digital tools in teaching and learning (aka E-Learning) have reached a commodity status (a necessary, but passive infrastructure such as plumbing) or transform the possibilities of teaching and learning in an academic setting?

The format of the colloquium will be split in three parts.

Trajectories | We will present three or four short inputs on this question (60 minutes total)

Gerhard Fischer (University of Boulder, USA) | Rich Learning Landscapes – Rethinking and Reinventing Learning, Teaching, and Educational Institutions in the 21st Century

Karsten D. Wolf (University of Bremen) | Hybrid CoLearnSpaces – What does the digital future hold for innovating research based learning?

tba | tba

Santa Claus is coming | Group work (60 minutes total)

In small groups of 4-5 people we will develop future dream teaching scenarios based on digital tools and services – unrestricted by budget considerations. Each group prepares a highly visual map of their scenario(s) which will be presented and video-taped. We will collect common ideas from the groups’ scenarios.

The armchair strategist | Group interview (60 minutes total)

We will present major points of top research universities’ e-learning strategies and discuss and rate them with the participants according to their impact of improvement and innovation in teaching. The outcome will be a list of three strategic goals the group thinks are the most important ones for the next five years. (see this issue of ZfHE)

The colloquium will be held

at
ZMML (Zentrum für Multimedia in der Lehre)
Universität Bremen
Klagenfurter Straße 2 (FZB building)
28359 Bremen

on
June, 5th (Friday)
10:00 (s.t.!) – 13:00

This colloquium is free of charge but seating is limited. We kindly ask you to drop us an email (wolf@uni-bremen.de) if you plan to attend.

Karsten D. Wolf (University of Bremen)
Gerhard Fischer (University of Boulder, USA)
Heidi Schelhowe (University of Bremen)

EW-L GO3d: I know what we will do this summer (term)

Dieses Sommersemester starten wir ja mit einer neuen Veranstaltung, die als Online-Veranstaltung parallel zum Praxissemester der Master-Lehramts-Studierenden (Gymnasium & Oberschule) angeboten wird. Gänzlich online? Ja, die Basics finden sich im  FAQ/WTF zum Seminar. Allerdings werden wir so ca. 14 täglich eine gänzlich optional-freiwillige Live-Veranstaltung ohne Anwesenheitspflicht im GW2 der Uni Bremen machen, welche wir auch streamen werden (und auch online wird es keine Einlog-Pflicht geben).

Heute wird es in diesem öffentlichen Prozess der Konkretisierung wieder mal mehr Infos zur genauen Durchführung geben.

Präambel: Was wir aus bisherigen eTeachr-Veranstaltungen gelernt haben

Diese Veranstaltung baut auf der Erfahrungen vieler Jahre Online-Veranstaltungen auf. Ich will jetzt nicht bis in die Zeiten der virtuellen hochschule Bayern zurückgehen (an der Urversion von diesem Kurs war ich Anfang der 2000er Jahre nicht unerheblich beteiligt) oder die ersten Kurse im Internet Mitte der 1990er Jahre, sondern beziehe mich vor allem auf unsere Erfahrungen aus eStudi und eTeachr.

  • Wir wollen ihre Aufgaben möglichst abwechslungsreich gestalten.
  • Sie sollen bei den verschiedenen Aufgaben entweder
    • einen möglichst unmittelbaren Nutzen aus dem Ganzen ziehen können;
    • Spaß dabei haben;
    • einen Sinn erkennen;
    • etwas Neues kennenlernen;
    • mal etwas anders machen als sonst;
    • in sich einen Widerspruch aufkeimen spüren;
    • etwas aus einer anderen Perspektive betrachten.
  • Wir möchten, dass sie zu etwas beitragen, was viele andere angehende und examinierte Lehrende nutzen können.
  • Wir möchten zu einem entspannten und produktiven Umgang mit neuen Technologien im Unterricht beitragen.
  • Schließlich möchten wir sie auf ein lebensbegleitendes Lernen zu neuen Technologien im Unterricht vorbereiten. Internet & Smartphone werden nicht die letzte technologische Innovationen gewesen sein, welche sie in ihrer Schulkarriere produktiv nutzen können.

Unser Grundkonzepte für diese Veranstaltung lauten deshalb:

  1. Wir erklären immer ganz genau, was ihre aktuelle Aufgabe im Seminar ist und bis wann sie was zu erledigen haben.
  2. Wir betreuen sie direkt und individuell online über ihren Blog hier auf UBLogs.
  3. Uns ist es wichtig, dass sie etwas ausprobieren und daraus lernen. D.h., dass wir offene Aufgaben und echte Fragen stellen. Eine echte Frage zeichnet sich dadurch aus, dass auch wir nicht schon die Antwort kennen (unsere Expertise zeichnet sich dadurch aus, dass wir interessante und beantwortbare echte Fragen stellen, sie bei der Beantwortung betreuen  und Antworten auf diese Fragen einschätzen und qualifiziert beurteilen können).
  4. Wir freuen uns besonders, wenn sie eigene Lösungen, Fragen, Kommentare, Argumente und Ideen entwickeln und diese untereinander teilen.
  5. Besonders wichtig ist uns, dass wir in diesem Seminar miteinander wertschätzend und konstruktiv kommunizieren. Es ist immer sehr leicht, zu etwas Nein zu sagen oder das Negative hervorzuheben. Andererseits ist es auch leicht, einfach zu allem ein paar weichgespülte nette Worte zu finden. Daraus lernt man aber nichts. Die Kunst liegt m.E. darin, ehrliches Lob zu geben, wenn man etwas wirklich toll findet, anspornendes Feedback, wenn man meint, dass da noch mehr geht, um es besser zu machen, und dialogisches Fragen, wenn man anderer Meinung ist.

Wie teilen sich die drei Teile über das Semester auf?

Wir sind aktuell in der heißen Feinplanungsphase. Hier also schon mal Infos zur groben Aufteilung auf die 14 Wochen, die vor uns liegen:

Teil A | Reflexion von Unterrichtsmethoden und Mediennutzung: wir beobachten, welche Unterrichtsmethoden eingesetzt werden; wir unterhalten uns mit Lehrenden, wie sie ihren Unterricht vorbereiten, welche Methoden sie einsetzen, wie sie ihren eigenen Unterricht reflektieren. Wir analysieren, welche Rolle dabei Medien spielen: Klassiker wie die Tafel, Lehrbücher, Overheadprojektor und Kopien, aber auch neue/digitale/multimediale Medien wie Laptop, Beamer, Interactive Whiteboard, Tablets, Smartphones, PCs, DVD-Player etc.

Teil A werden wir wohl in den ersten 4 Wochen durcharbeiten. In der ersten Woche führen wir ein, in der zweiten Woche beobachten sie, in der dritten Woche dokumentieren sie und in der vierten diskutieren wir.

Teil B | Medien als Lehrerin und Lehrer gewinnbringend einsetzen (Mediendidaktik):wir setzen uns systematisch mit Möglichkeiten auseinander, wie uns Medien beim Unterrichten helfen können und – vielleicht noch wichtiger – wie wir diesen Prozess selbst weiterführen können.

Teil B stellt den Hauptteil der Veranstaltung dar. Hier werden wir uns wohl sechs Wochen mit beschäftigen. Dieser Teil ist aufgeteilt in drei Unterabschnitte (Vorbereitung/Planung von Unterricht, Durchführen von Unterricht sowie Testen und Evaluieren von Unterricht).

Teil C | Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler (SuS) fördern (Medienbildung): zum Schluss überlegen wir, wie wir in unserem Fachkontext das Querschnittschema Medienkompetenzförderung einbinden können.

In Teil C setzen wir innerhalb der letzten vier Wochen ein kleines Projekt zur Medienkompetenzförderung der SuS um. Ideal wäre es hier, wenn sie hier die Lehrenden im Praktikum unterstützen können und sie selbst eine kleine Einheit umsetzen.

Sneak: die Seminarseite geht so langsam online.

Weitere Gedanken zu EW-L GO3d: Unterrichtsmethoden / Nutzung von Multimedia (eTeachr)

So, heute will ich schon mal ein paar erste Gedanken über die Inhalte des Seminars diskutieren. In der FAQ zum Seminar heißt es:

(4) WAS sind die Inhalte des Seminars?

Prinzipiell geht es in diesem Seminar um Unterrichtsmethoden unter besonderer Berücksichtigung des Medieneinsatzes. Das kann von traditionellen Medien wie Tafel, Schulbuch und Kopierer über Beamer und Interactive Whiteboard bis hin zu Internet, Tablets und Smartphones reichen. Wir schauen uns gemeinsam an, wie Medien zur Vorbereitung, Durchführung und Evaluation von Unterricht in der Praxis eingesetzt werden und wie digitale Medien uns bei der Unterrichtsplanung und -durchführung sowie beim Testen und individuellen Fördern helfen können. Basis dafür ist der Bildungsplan Medienbildung (den sie hier anschauen können), so dass wir auch ein paar medienpädagogische Themen streifen werden. Wir werden auch das neue Bremische Lernportal itslearning kennenlernen, welches dieses Jahr flächendeckend eingeführt wird.

Dazu machen wir heute eine Mini-Exegese des Bildungsplanes Medienbildung für Bremen in der Entwurfsfassung von 2012 (BPM2012). Dort wird Medienbildung in Schule (mit Schwerpunkt digitale Medien) definiert als „kontinuierlicher, pädagogisch strukturierter und begleiteter Prozess, der Schülerinnen und Schüler befähigen soll, sich konstruktiv und kritisch mit der Medienwelt auseinanderzusetzen und Medien selbstbestimmt und kompetent zu nutzen“ (BPM2012:5). Es werden – dem Beschluss der KMK zur Medienbildung in der Schule folgend –  fünf Dimensionen der Medienbildung genannt (BPM2012:5):

  • Lernen mit und durch Medien – medienbasiertes Lernen
  • gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe und Mitgestaltung,
  • Identitäts- und Persönlichkeitsbildung,
  • Haltungen, Wertorientierungen und ästhetisches Urteilsvermögen,
  • Schutz vor negativen Wirkungen der Medien und des Mediengebrauchs.

Wie lässt sich das in die landläufigen Medienkompetenz-Modelle einordnen. Bei Martin Hofmann von der PH St. Gallen (Folien) findet sich folgende kompakte (und damit verkürzende) Übersicht (Achtung: die Dimensionen der Modelle sind nicht einander zugeordnet):

 

Hier wird schon mal deutlich, dass der Bildungsplan und die KMK die Kompetenz zum medienbasierten Lernen hervorheben. Im weiteren Verlauf des Bildungsplanes werden die Inhalte der fünf Dimensionen kurz zusammengefasst (BPM2012:5; eigene Hervorhebungen):

Medienkompetenz bedeutet, sich in der stark von Medien durchdrungenen Lebens- und Arbeitswelt kompetent orientieren und verantwortungsbewusst handeln zu können. Das betrifft sowohl die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten digitaler Medien als auch insgesamt den Umgang mit Informationen, Kommunikationsmöglichkeiten und die eigene Gestaltung medialer Produkte. Die kritische Distanz zu medialen Welten ist eine Grundvoraussetzung zur Teilhabe und Mitgestaltung der gegenwärtigen und zukünftigen Welt. Durch die Möglichkeiten zur Teilhabe an und Selbstdarstellung in virtuellen Welten gewinnen der Schutz der Persönlichkeit und rechtliche Fragen an Bedeutung.

Die selbstbestimmte Nutzung der Medienangebote und -möglichkeiten erfordert neben sicherer Bedienung von Hard- und Software eine reflektierte Wahrnehmung der Medien sowie Kenntnisse der „Mediensprache“, um Wirkungsabsichten zu erkennen. Diesen Lernprozess anzustoßen und die Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, ist Auf- trag der schulischen Medienbildung.

Wie soll das nun umgesetzt werden? Der Bildungsplan (ebenda) schlägt vor:

In mediengerechten Lernsituationen werden die Medienerfahrungen der Schülerinnen und Schüler altersgerecht aufgenommen. Sie ermöglichen sowohl individualisierte Arbeitsaufträge als auch gemeinsames und entdeckendes Lernen. Teamarbeit sowie projektorientierte und fächerverbindende Unterrichtsarbeit können durch Produktionsprozesse angeregt werden.

Gut, genau diese mediengerechten Lernsituationen wollen wir in diesem Seminar entwickeln und reflektieren.

Dann wird es ganz konkret, worum es im Bildungsplan geht (BPM2012:6)

Schulische Medienbildung bezieht sich auf die folgenden fünf medienpädagogischen Kompetenzbereiche:

  • Kommunikation
  • Information
  • Visualisierung und Gestaltung
  • Präsentation
  • Analyse / Reflexion

Das ist nun doch recht eng gefasst auf Aspekte der Mediengestaltung, wird aber in den anderen Bundesländern genauso gemacht. Im Bildungsplan finden sich dann Beispiele für die einzelnen Klassenstufen, schöner ist das aber im Medienpass.NRW gemacht. 

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Gut, das stellt einen Teil der Arbeit in unserem Seminar dar. Wir wollen uns schlau machen, wie wir die Medienkompetenz der SuS fördern können. Davor kommt aber erstmal der Schritt, unsere eigene Medienkompetenz zu fördern, damit wir (a) unseren Unterricht besser planen, vorbereiten, durchführen und evaluieren können und (b) uns sicherer im Umgang mit Medien fühlen. Schließlich wollen wir die Unterrichtsmethoden und Mediennutzung in der Schulpraxis reflektieren.

Und das macht natürlich mehr Sinn in umgekehrter Reihenfolge. Inhalte des Seminars sind also:

Teil A | Reflexion von Unterrichtsmethoden und Mediennutzung: wir beobachten, welche Unterrichtsmethoden eingesetzt werden; wir unterhalten uns mit Lehrenden, wie sie ihren Unterricht vorbereiten, welche Methoden sie einsetzen, wie sie ihren eigenen Unterricht reflektieren. Wir analysieren, welche Rolle dabei Medien spielen: Klassiker wie die Tafel, Lehrbücher, Overheadprojektor und Kopien, aber auch neue/digitale/multimediale Medien wie Laptop, Beamer, Interactive Whiteboard, Tablets, Smartphones, PCs, DVD-Player etc.

Teil B | Medien als Lehrerin und Lehrer gewinnbringend einsetzen (eTeachr): wir setzen uns systematisch mit Möglichkeiten auseinander, wie uns Medien beim Unterrichten helfen können und – vielleicht noch wichtiger – wie wir diesen Prozess selbst weiterführen können.

Teil C | Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler (SuS) fördern: zum Schluss überlegen wir, wie wir in unserem Fachkontext das Querschnittschema Medienkompetenzförderung einbinden können.

Im nächsten Beitrag werde ich die drei Teile weiter ausführen und auch etwas zu den Aufgabenformaten schreiben.

 

EW-L GO3d: Unterrichtsmethoden / Nutzung von Multimedia (eTeachr)

Liebe Studierende,

der Beginn des Vertiefungsseminares EW-L GO3d rückt näher. Nachdem wir nun mehr Klarheit über das Schulpraktikum haben, können wir Ihnen nun auch Einzelheiten zum Seminar Pflichtseminar EW-L GO3d Unterrichtsmethoden/Nutzung von Multimedia (eTeachr) geben. Aktuell finden sie im Vorlesungsverzeichnis fünf Veranstaltungen 12-23-GO3-119 bis GO3-123. Na, so viele Veranstaltungen hätte es nun nicht gebraucht, da ist was bei der Anmeldung gedoppelt worden.

Melden sie sich bitte auf stud.ip in 12-23-GO3-119 MINT-Fächer oder 12-23-GO3-120 Nicht-MINT-Fächer an – MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Alle Studierenden, die zumindest ein MINT-Fach haben, bitte in 12-23-GO3-119 anmelden, alle anderen Studierenden in 12-23-GO3-120. ALLE Studierenden kriegen einen Platz!

Hier zunächst eine kurze FAQ bzw. neudeutsch WTF zur Veranstaltung:

(1) WO findet die Veranstaltung statt?

Die Veranstaltung ist eine reine Online-Veranstaltung. Sie können alles in ihrem Browser machen (weitere Infos unten). Es wird allerdings alle 14 Tage ein freiwilliges Treffen Dienstag abends von 18 bis 20 Uhr an der Uni geben (TeachHack).

(2) WANN findet die Veranstaltung statt?

Die Veranstaltung hat keine feste Veranstaltungszeit, sondern es gibt Aufgaben, die sie in einem festen Zeitfenster (meisten 1 bis 2 Wochen) bearbeiten müssen. D.h., dass sie sich ihre Zeit frei einteilen können.

(3) WIE erfahre ich, WAS ich zu machen habe?

Wir setzen auf dieser Webseite (http://blogs.uni-bremen.de) eine eigene Seite auf, auf der sie immer die aktuelle Aufgabe finden. Die Adresse schicken wir Ihnen im März zu. Dort wird schriftlich und zumeist auch als kurzes Video-Tutorial erläutert, was zu tun ist.

(4) WAS sind die Inhalte des Seminars?

Prinzipiell geht es in diesem Seminar um Unterrichtsmethoden unter besonderer Berücksichtigung des Medieneinsatzes. Das kann von traditionellen Medien wie Tafel, Schulbuch und Kopierer über Beamer und Interactive Whiteboard bis hin zu Internet, Tablets und Smartphones reichen. Wir schauen uns gemeinsam an, wie Medien zur Vorbereitung, Durchführung und Evaluation von Unterricht in der Praxis eingesetzt werden und wie digitale Medien uns bei der Unterrichtsplanung und -durchführung sowie beim Testen und individuellen Fördern helfen können. Basis dafür ist der Bildungsplan Medienbildung (den sie hier anschauen können), so dass wir auch ein paar medienpädagogische Themen streifen werden. Wir werden auch das neue Bremische Lernportal itslearning kennenlernen, welches dieses Jahr flächendeckend eingeführt wird.

(5) WAS muss man im Rahmen des Seminars machen?

Im Rahmen des Seminars machen sie Beobachtungen, schreiben Reflektionen und probieren Dinge aus. Sie unterhalten sich mit SuS und Lehrenden, probieren Werkzeuge aus, machen sich unter unserer Anleitung medienkompetent(er) für den Schulalltag. Das wird alles spielerisch und mit Spaß stattfinden. Es wird Wahlaufgaben geben, so dass sie auch eigenen Interessen folgen können.

(6) WO dokumentiere ich meine Arbeit?

Das machen sie hier auf der Blogfarm der Universität Bremen, ähnlich wie sie das schon in anderen Veranstaltungen der EW gemacht haben. Dazu wird es ein Video-Tutorial geben, in dem wir zeigen, was wie zu machen ist.

(7) Was hat es mit dem TeachHack auf sich?

Wir finden, dass eine Online-Veranstaltung eine gute Möglichkeit ist, die Veranstaltung parallel zum Praxissemester durchzuführen. Dennoch mögen wir auch Präsenz und direkten Kontakt. Deshalb machen wir alle zwei Wochen eine „Live-Veranstaltung“ in der Cafete des GW2. Dort können sie – freiwillig, wenn sie möchten – vorbeikommen oder sie können sich auch online beteiligen. Dort werden wir aktuelle Themen aufgreifen, Werkzeuge vorstellen, mit Ihnen eventuelle Probleme durchdiskutieren und auch besonders gelungene Beiträge von Ihnen vorstellen. Der TeachHack ist ein optionales Angebot.

(8) Was muss ich als Nächstes machen? Wann geht es los?

Auf unsere nächste Infomail warten, in der wir Ihnen weitere Informationen geben. Die Mail kommt sicherlich nicht vor Mitte März. Das Seminar startet am 12. April.