Um einen gendersensiblen Literaturunterricht zu gestalten, ist die Lektüreauswahl entscheidend. Dabei sollten verschiedene Aspekte beachtet werden. Ein Aspekt, ist der/die Vermittler*in. Es sollten sowohl männliche als auch weibliche Vermittler auftreten. Ein nur weiblich geprägter Literaturunterricht kann dazu führen, dass Lesen zur „Mädchensache“ wird und Jungen weniger Interesse entwickeln. Dies kann entgegengewirkt werden, indem z.B Väter in der Schule vorlesen oder männliche Autoren in die Klasse eingeladen werden. Ein weiterer Aspekt sind die Rezipient*innen. Sie sollten in der Lektüreauswahl miteinbezogen werden, um an ihre Interessen anknüpfen zu können, aber auch gleichzeitig ihren Erfahrungshorizont zu erweitern. Darüber hinaus ist es auch wichtig, die Kompetenzziele zu berücksichtigen. Die Lesekompetenz und die literarische Kompetenz sollten miteinander verbunden werden, um Synergieeffekte herbeizuführen. Dies ist z. B. möglich, indem ein Teil des Buches gelesen und der andere Teil in Form eines Hörspieles gehört wird.

In meiner Grundschulzeit hatte ich eine Grundschullehrerin, welche uns immer in den Frühstückspausen „Das Sams“ vorgelesen hat. Es gab einen sogenannten Leseclub, indem die Eltern die Möglichkeit hatten an die Schule zukommen und vorzulesen. Meist waren nur Mütter zu gegen und Väter nur sehr vereinzelt. Ich hatte also eher weibliche Vermittlerinen. In der vierten Klasse haben wir das Buch „Ben liebt Anna“ gelesen. Die Mädchen waren dabei durchaus engagierter als die Jungs. Bei meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in einem Kindegarten gab es einen männlichen Erzieher, welcher auch viel den Kindern vorgelesen hat.

Als Forschungsfrage würde mich bezogen auf das Buch „Alles rosa“ interessieren, ob sich Kinder mit den Protagonisten identifizieren können und ob es da ein Unterschied bei Jungen und Mädchen gibt.


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