1. Nach nationalen und internationalen Studien haben Lehrer*innen 20-25 Prozent Einfluss auf den Bildungserfolg von Lernenden. Sie können duch ihre Kompetenzen, ihr Wissen, ihre Haltung und ihre Vorurteile sowohl positiven als auch negativen Einfluss haben. Einfluss  hat aber nicht nur die einzelne Lehrperson, sondern alle die am Unterrichtsprozess beteiligt sind. Auch die Schule an sich ist ein wichtiger Faktor. Mit den Ressourcen wie Zeit, personelle, räumliche und materielle Ausstattung wirkt auch sie auf den Bildungserfolg der Schüler*innen ein.

2. Ich habe mein Orientierungspraktikum in einer ersten Klasse gemacht. Dort wurde mit dem Lehrwerk Einsteins Schwester gearbeitet. Die Kinder haben jeden Tag ein paar Seiten in den jeweiligen Fächern gemacht. Die Lehrer*innen haben meist am Ende der Woche die Hefte eingesammelt und kontrolliert. Dabei wurden Seiten mit vielen oder groben Fehlern mit einem gelben Post-it markiert, damit die Kinder die Seiten noch einmal überarbeiten. Wenn auf dem Post-it ein Stern war, sollten sie zur Lehrkraft gehen, um sich die Aufgabe noch einmal erklären zu lassen. Wenn alles richtig war oder es keine groben Fehler auf einer Seite gab, hat der/die Lehrer*in die Seite unterschrieben. Somit wussten die Kinder, dass dort alles gut bearbeitet wurde. Wenn im Unterricht Arbeitsblätter bearbeitet wurden, sollten die Kinder mit dem fertigen Zettel immer zur Lehrkraft kommen, um ein individeulles Feedback zu bekommen.                                                                                                                                                           Außer bei einer Schülerin, welche schon lesen und schreiben konnte, wurden keine Aufgaben differenziert. Alle Kinder haben die gleichen Aufgaben bekommen.

3. „Kinder und Jugendliche aus den unteren Statusgruppen scheitern in den Schulen an der Starrheit institutioneller Gegebenheiten und Zwänge, der Borniertheit vieler Curricula sowie an gedankenloser Routine und der Arroganz eines Personals gegenüber nichtbürgerlichen, bildungsfernen Milieus, dessen Attitüden Pierre Bourdieu als „Rassismus der Intelligenz“ (1993) bezeichnet hat“ (Hiller 2019, S. 148).

Ich finde Hillers Aussage ziemlich drastisch formuliert. Ich konnte während meiner Schullaufbahn keine Lehrer*innen beobachten, die „Arroganz (…) gegenüber nichtbürgerlichen, bildungsfernen Milieus“ gezeigt haben. Es gibt bestimmt Lehrkräfte, die so sind, aber bei weitem nicht alle. Er hat es zu pauschalisierend formuliert.

Meine Forschungsfrage wäre: Inwiefern hat der soziale Hintergrund Einfluss auf die Leistungswahrnehmung und -beurteilung von Lehrkräften?


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