Den Geschlechtern werden häufig bestimmte Eigenschaften und Charakterzüge zugeschrieben. So werden schon in der Grundschule Jungen damit konfrontiert, dass sie sozial inkompetent, laut und wild seien. Mädchen hingegen wird unterstellt, sie seien zurückhaltend, ruhiger, brav und diziplinierter. Zwischen diesen Zuschreibungen und der Selbstinszenierung herrscht ein Spannungsfeld, welches es den Kindern schwierig macht, sich frei zu entfalten. Sie werden von klein auf den Gedanken ausgesetz, dass sie genau diesen Eigenschaften und Charakterzügen entsprechen müssen und ein Mädchen zum Beispiel nicht laut sein darf und ein Junge nicht schüchtern.

In meiner Schulzeit haben die Lehrer*innen wenn wir zum Beispiel einen Film gucken wollten, immer explizit die Jungen gefragt, ob sie den Fernseher aufbauen können. Auch wenn es um das Tragen von Tischen ging, wurde immer nach ein paar starken Jungen gefragt. Den Jungen wurde in diesen Bereichen eine höhere Kompetenz als den Mädchen zugewissen. Während meines freiwilligen Jahres in einem Kindergarten, war das Thema Mädchen und Jungen immer sehr präsent. Ein Junge hatte einmal ein pinkes T-Shirt an und ein Mädchen fragte diesen, warum er denn eine Mädchenfarbe tragen würde. Der Erzieher ging sofort dagegen an und sagte, dass es keine Mädchen- und Jungenfarben gäbe. Ein anderer Junge trug Nagellack, kuschelte gerne mit den Erzieher*innen und ließ sich oft etwas vorlesen. Dieser wurde von den anderen Kindern, bei der Frage wie viele Jungen und viele Mädchen es im Kindergarten gibt, zu den Mädchen dazu gezählt. Während meines Praktikums in einer Grundschule hatte eine Lehrerin Geburtstag. Die Kinder wollten gerne Blumen für diese in der Betreuungsstunde pflücken. Die Betreuerin fragte, welche Mädchen denn dazu Lust hätten. Den Jungen wurde ein Interesse daran abgesprochen, obwohl ein paar dies machen wollten. Diese meldeten sich dann dafür nicht, da ja nur nach Mädchen gefragt wurde.

Als Beobachtungsaufgabe zum Thema „gendersensible Pädagogik“ würde mich interessieren, inwiefern Lehrkräfte beim Vorbereiten des Unterrichtes das Geschlecht und den soziokulturellen Hintergrund berücksichtigen.

 


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1 Comment so far

  1.    Alyssa on Mai 25, 2020 17:26

    Ich stimme dem Blogbeitrag zu und teile die selbe Meinung. Jungs und Mädchen werden von Anfang an in zwei verschiedene Schubladen gesteckt. Den Jungs wie auch den Mädchen, wird durch ihr Geschlecht verschiedene Charaktereigenschaften zugeschrieben.

    Ich selbst habe auch Erfahrungen im Praktikum damit gemacht, dass zum Beispiel wie grad schon erwähnt die Jungs immer was schleppen dürfen, weil sie „stark“ sind. Ebenso hab ich auch sehr oft mitbekommen, dass es in der Pause typische Spiele für Jungs und Mädchen gab. Mädchen durften nie beim Fussball mitspielen und wurden direkt ausgegrenzt. Auch Jungs haben die Mädchen beim Kreide malen nur gestört und waren nicht erwünscht.

    Das Thema ist ein sehr wichtiges Thema, welches sich auch an die anderen Seminarinhalte anknüpfen lässt. Es ist wie z.B. mit dem Thema Gender im Sachunterricht, als die Mädchen sich nicht getraut haben die typischen Jungs Aufgaben zu bearbeiten oder anders rum. Es herrscht immer das Spannungsfeld zwischen Junge und Mädchen.

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