Während der Ringvorlesung „Umgang mit Heterogenität in der Schule“ konnte ich einen großen Einblick in das Thema  Heterogenität erlangen, da viele verschiedenen Aspekte in den Vorlesungen behandelt wurden. Es wurde deutlich, welchen großen Einfluss Heterogenität auf die Schule und somit auch auf den Unterricht hat.

Besonders in Erinnerung ist mir dabei die Vorlesung von Frau Dr. Elisabeth Hollerweger zu „Erlesene Geschlechter – Genderkompetenzen im Literaturunterricht“ geblieben. Deutsch ist eines der Fächer, die ich studiere, daher fand ich es sehr interessant, dass Jungen durch weibliche Vorleserinnen wenig Interesse an Büchern entwickeln könnten (vgl. Schmitt-Rößer 2011). Dies war mir zuvor nicht bewusst. Lesevorbilder spielen eine wichtige Rolle bei der Lesesozialisation der Kinder. Männliche Lesevorbilder sind wichtig, da sie den Kindern zeigen, dass lesen nicht nur Mädchensache ist und die Jungen so auch vermehrt zum Lesen bewegt werden können. Zudem ist es wichtig, die Lektüreauswahl der Lebenswelt der Schüler*innen anzupassen und so ihr Interesse daran zu wecken. Die Lektüreauswahl sollte aber nicht nach den Geschlechtern differenziert werden.

Eine weitere zentrale Erkenntnis habe ich aus der Vorlesung „Schule für wirklich alle?“ von Frau Prof. Dr. Korff gezogen. Da ich selber kein IP studiere, war dies besonders interessant, da es für zukünftige Lehrkräfte sehr wichtig ist, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzten. Es geht darum „ein Maximum an sozialer Teilhabe und ein Minimum an Diskriminierung innerhalb pädagogischer Praxis zu verwirklichen“ (Heinrich et al. 2013, 74, zit. n. Ainscow et al. 2006, S. 15f.). Die Wirklichkeit zeigt, dass dies leider noch nicht so ist und als zukünftige Lehrkraft ist es mit meine Aufgabe, dass dieses Ziel verwirklicht werden kann und Vorurteile gegenüber anderen Menschen abgebaut werden bzw. erst gar nicht entstehen.

Ebenfalls in Erinnerung geblieben ist mir die Vorlesung von Herrn Prof. Dr. Schmidt-Borcherding zum Thema „Psychologische Grundlagen der Leistungsheterogenität oder: Die kognitiven Dimensionen von Lernerfolg“. Als zentrale Erkenntnis habe ich daraus mitgenommen, dass Intelligenz nicht bestimmend für die Leistung der Schüler*innen ist. Viel ausschlaggebender ist das Vorwissen und die Umwelt. Das Vorwissen der Schüler*innen zu ermitteln, ist demnach eine wichtige Aufgabe der Lehrkräfte, um so den Unterricht den Vorerfahrungen der Schüler*innen anpassen zu können.

 

Rückblickend auf meine eigene Schulzeit, prägte das Lehrer*innenhandeln den Schulalltag besonders stark. Aussagen wie „ich brauche eben noch ein paar starke Jungen, um den Tisch zu tragen“ oder „welcher Junge kann mal eben den Fernseher anmachen“ verstärken Genderklischees und führen dazu, dass sowohl Mädchen und Jungen sich nicht frei entwickeln können. Dies ist mir auch während meines Praktikums negativ aufgefallen. Einige Kinder hatten die Idee, für den Geburtstag einer Lehrerin Blumen zu sammeln. Die Betreuerin fragte, welche Mädchen das den gerne machen würden. Ein Junge, dessen Idee das war, wollte eigentlich gerne mit Blumen pflücken, hatte sich aber nach der Frage nicht mehr getraut zu melden. Durch die Frage nach ein paar Mädchen, wurde dem Jungen unterbewusst gezeigt, dass sowas nur was für Mädchen sei und er sich dafür nicht interessieren dürfe. Dies zeigt, dass Lehrkräfte einen großen Einfluss mit ihrem Handeln und ihren Worten haben. Während meiner Schulzeit habe ich solche Aussagen nie groß hinterfragt, aber durch die Vorlesung und mein Praktikum wurde mir bewusst, was solche Aussagen erreichen können und wie wichtig es ist, nicht in solchen Schubladen zu denken, um die Kinder nicht in ihren Interessen einzuschränken.

 

Mich hat vor allem die Vorlesung zum gendersensiblen Literaturunterricht zum Nachdenken angeregt, sodass ich gerne darüber noch mehr erfahren würde. Primär würde es mich interessieren, wie genau man die Jungen mehr zum Lesen animieren kann und diese somit fördern. Sind männliche Lesevorbilder in der Schule und passende Lektüreauswahl zu deren Lebenswelt ausreichend?

Ich würde gerne noch mehr vertiefend über den Umgang mit Leistungsheterogenität erfahren. Dabei würde mich primär interessieren, wie man Schüler*innen individuell fördern kann, sodass sowohl die leistungsstärkeren als auch die leistungsschwächeren Kinder auf ihrem Leistungsniveau gefordert werden ohne über- oder unterfordert zu werden. Dazu würde mich noch interessieren wie trotz eines differenzierten Angebotes die Kluft zwischen Leistungsstark und –schwach nicht zu groß wird.

Gefehlt hat mir ein Einblick in Fächer wie Religion und Musik, da ich diese Fächer nicht studiere, aber denke, dass es hier ebenfalls, wie in allen anderen Fächern auch, wichtig ist die Heterogenität zu berücksichtigen. Gerade in Religion ist eine große Heterogenität auf Grund von verschiedenen Religionen gegeben.

 

 


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