Gemeinsam stark – Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

*Trigger – Warnung*

Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass der folgende Text sich auf körperliche Gewalt und Mord bezieht.

 

Das Leben verändert sich derzeit drastisch und ein Thema beherrscht die Welt. Doch während ein Virus uns allen in den Köpfen geistert, gibt es leider Themen, die in den Hintergrund geraten, aktueller sind als uns manchmal bewusst und bereits länger existieren als uns lieb ist.

Der 25.11. ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Diese Woche geschah ein versuchter Femizid in Bremerhaven und vor wenigen Wochen starb eine 24-jährige Frau in Bremen, erstochen durch ihren Ehemann. Was für die meisten Personen erst einmal schockierend und realitätsfern klingt, ist tatsächlich viel näher als wir denken. „Jede dritte Frau in Deutschland ist Opfer körperlicher Gewalt“. So steht es auf einem Plakat des Frauen*streik Bündnisses Bremen. Ich brauche nicht lange nachdenken, um mir bewusst zu werden, wie viele übergriffige Situationen mir aus eigener Erfahrung oder in meinem engeren Umfeld direkt einfallen. Und ich wette, euch geht es leider ähnlich. Wenn nicht, gut! Dennoch existieren sie.

Am 17.12.1999 ernannte die UN den 25.11. zum Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen, da die Menschenrechte und Grundfreiheiten bei Anwendung von Gewalt gegen Frauen nicht ausreichend geschützt und gefördert wurden. Durch Menschenrechtsorganisationen wurde dieser Tag bereits seit 1981 dazu genutzt, um auf die vielseitige Gewalt explizit gegen Frauen aufmerksam zu machen. Grund hierzu war der Tod der drei Schwestern Mirabal. Sie wurden am 25.11.1960 in der Dominikanischen Republik, nach langer Folter und Vergewaltigung durch das Militär, getötet. Sie hatten sich gegen die Diktatur in ihrem Land gewehrt und für demokratische Werte gekämpft.

Bis heute ist die Gewalt an Frauen einer der am meisten vorkommenden Menschenrechtsverletzungen weltweit. Begünstigt werden diese Missstände durch patriarchale Strukturen, in welchen sie unterdrückt und unsichtbar gemacht werden. Auch in Deutschland werden Femizide medial oft als „Beziehungstat“ relativiert und juristisch nicht als Mord, sondern als Totschlag verurteilt, wodurch die meist männlichen Täter ein geringeres Strafmaß erwartet. Deswegen ruft das Feministische Frauen*streik Bündnis Bremen am Mittwoch den 25.11.2020 zur Demonstration gegen Gewalt an Frauen und Queers auf (18 Uhr, Goetheplatz Bremen). Wer die letzten Tage die Augen auf gehalten hat, dem sind ihre Plakate nicht entgangen, welche die Digitalagentur „m01n“ gestaltet hat.

Neben Zahlen und Fakten sind auch Liedtexte von bekannten Künstlern zu lesen, in denen Gewalt an Frauen relativiert wird. Frauen und Queers werden dem Bündnis zufolge in Film und Musik sexualisiert und stigmatisiert. Mit den Plakaten und der Demonstration wollen sie nicht nur Aufmerksamkeit für das Thema schaffen, sondern rufen dazu auf, die gesellschaftlichen Missstände zu bekämpfen und vor allem härter zu ahnden. Es ist an der Zeit gemeinsam füreinander einzustehen, denn eins hat uns die aktuelle Pandemie gezeigt: Wir sind aufeinander angewiesen. Wir müssen solidarisch handeln, auch wenn wir nicht direkt betroffen sind.

Genau deswegen möchte ich euch auch hier darauf hinweisen bei der Demonstration an geltende Corona-Maßnahmen zu achten, damit im Fokus der Veranstaltung dieses wichtige Thema steht und wir gemeinsam für eine Veränderung auf die Straße gehen können. Malt Banner, gestaltet Plakate oder nutzt die dortigen Redebeiträge zur Weiterbildung. Und wenn das Thema euch aus den verschiedensten Gründen nahe geht und ihr nicht kommen könnt, dann setzt euch nicht unter Druck.

Falls ihr betroffene Personen kennt oder selbst Hilfe sucht, gibt es in Bremen den „Frauen helfen Frauen e.V.“ (Tel.: 0421-349573), das Frauenhaus der AWO (Tel.: 0421-239611) und die Bundesweite telefonische Erstberatung (Tel.: 08000-116016) als mögliche Anlaufstellen.

Auch wenn dieser Beitrag ernster ist als gewohnt, hoffe ich, dass es euch gut geht und ihr füreinander da seid. Wir sehen uns am Mittwoch auf dem Goetheplatz, mit vielen Bannern und Plakaten. Gemeinsam laut für eine gewaltfreie Zukunft!

 

 

 

Anmerkung:

Dieser Beitrag ist keine Werbung. Er enthält eigene Meinung und wurde nicht von der Universität Bremen verfasst.

Quellen:

www.instagram.com/frauen_streik_bremen

www.facebook.com/FStreik

www.frauenbeauftragte.org/aktionen-kampagnen-aktionstage/25-november-internationaler-tag-gegen-gewalt-frauen

www.fstreikbremen.noblogs.org/post/2020/10/04/lasmariposas/

www.aktion-deutschland-hilft.de/de/fachthemen/hilfe-fuer-frauen/int-tag-zur-beseitigung-von-gewalt-gegen-frauen/

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