Sebastian ist 31 Jahre alt, studiert an der Universität Bremen Biologie und Chemie und hat vor einem Jahr das Projekt „Ein Garten für Studi´s“ ins Leben gerufen. Mit seinem Nachhaltigkeitskonzept möchte er insbesondere Studierende dazu motivieren, ihr eigenes Obst und Gemüse anzupflanzen. Wie er mit seinem Garten zudem einen tier- und umweltfreundlichen Raum geschaffen hat und mit seinem Projekt mittlerweile mehr als sieben weitere Studi´s begeistern konnte, erfährst Du in dem folgenden Artikel.

Anfang 2019 startete das Projekt „Ein Garten für Studi´s“, nachdem Sebastian bereits zwei Jahre zuvor seinen eigenen Kleingarten betrieben hat. „Als ich mir den Kleingarten damals gepachtet habe, wollte ich anfangs einfach mal wieder etwas mit meinen Händen erschaffen“, erzählt er und pflanzt währenddessen kleine Setzlinge in das aufgelockerte Beet ein. „Das Studium ist super theoretisch und ich wollte einfach einen Ausgleich zu der ständigen Arbeit am Schreibtisch haben. Zudem finde ich es toll draußen in der Natur zu sein.“ Zu der Arbeit im Garten und somit dem Eigenanbau von Obst und Gemüse sei er nur durch Zufall gekommen. „Eine Freundin von mir hatte früher einen Balkon auf dem sie kleine Tomaten-, Paprika und Erdbeerpflanzen gehalten hat. Ich sollte während ihres Urlaubs auf die Pflanzen aufpassen und dadurch habe ich erstmalig gemerkt, dass ich es super spannend finde, eigenes Obst und Gemüse anzupflanzen.“ Daraufhin bepflanzte er die Fensterbänke in seiner WG, die allerdings nach kurzer Zeit nicht mehr genügend Platz boten.

Daher entschied er sich 2017 einen Kleingarten nahe der Universität zu pachten, um sich dort komplett ausleben zu können. „Mir war von vornherein wichtig, dass ich nicht nur einen neuen Raum für mich selbst in der Natur schaffe, sondern dass dieser auch umwelt- und tierfreundlich gestaltet wird.“, sagt er und setzt den letzten Setzling in den Boden und begießt ihn mit etwas Wasser. „Hier im Garten darf Unkraut wachsen und auch alle Tiere, die hier sind dürfen bleiben. Von Nacktschnecke, Biene, Maus bis hin zum Kaninchen habe ich alles gerne hier. Viele meiner Kleingartennachbarn können das nicht nachvollziehen, da natürlich oft die Obst- und Gemüseernte aufgrund der tierischen Besucher leidet, aber ich persönlich finde einen Naturgarten, von dem jeder etwas hat, viel gemütlicher und nachhaltiger.“ Auf insgesamt 6 Beeten sind über 15 verschiedene Gemüsesorten zu finden. Von Roter Bete, Salat, Möhren, Zwiebeln, Kartoffeln, Kürbis und Zucchini, bis hin zum Gewächshaus, in dem sich alte Tomaten- und Gurkensorten befinden, ist für jeden Geschmack etwas dabei. „Die 5 alten Obstbäume am Zaun des Gartens standen schon zu Beginn hier. Ich habe dann noch 3 weitere Obstbäume gepflanzt und ein paar Beerenbüsche dazwischengesetzt.“

Das Projekt „Ein Garten für Studi´s“ habe sich nur aus Zufall ergeben, da ein Kommilitone von Sebastian ihn fragte, ob er mit in die Gartenarbeit einsteigen könne. „Ein Kumpel von der Uni war hier im Garten zu Besuch und fand mein Konzept eines Naturgartens mit eigenem Obst- und Gemüseanbau so gut, dass er mich direkt fragte ob er mitmachen kann. Das Ganze hat sich dann ziemlich schnell rumgesprochen und immer mehr Leute kamen dazu. Mittlerweile sind wir insgesamt acht Studi´s die hier gärtnern.“ Mit dem Ertrag von ihrer Obst- und Gemüseernte kommen die Acht gut aus. „Meistens bleibt sogar immer noch etwas übrig. Dieses Jahr z.B. hatten wir so viele Zucchini, dass wir gar nicht mehr wussten wohin damit.“ In diesem Fall nehmen Sie das übrige Obst und Gemüse mit in die Uni und verschenken es dort an Kommilitonen. Besonders toll findet Sebastian, dass er mit seinem Garten andere Leute motivieren konnte, sich für die eigene Nachhaltigkeit einzusetzen. „Man kann gar nicht nachhaltiger leben und essen, wenn man die Lebensmittel aus dem eigenen Garten bezieht. Man isst dadurch nicht nur saisonal, sondern bekommt eine ganz andere Wertschätzung für das Essen, wenn man es selbst anpflanzt.“, sagt er und zeigt mir seine heutige Gemüseausbeute, die er in einen geflochtenen Korb gesammelt hat. Das Thema Nachhaltigkeit ist dem Studenten sehr wichtig „Ich finde Nachhaltigkeit, fängt schon bei ganz kleinen Dingen an und jeder kann einen Teil dazu beitragen. Bienenfreundliche Pflanzen z.B. kann jeder auf seinem Balkon pflanzen oder eben saisonal beim Bauern einkaufen.“ Das sind diese kleinen Dinge, die am Ende eine große Veränderung machen.“ Er hofft, dass er mit seinem Projekt in Zukunft noch mehr Studi´s davon überzeugen kann, sich mehr für die Natur, Nachhaltigkeit und das eigene, gesunde Essen einzusetzen. Denn wie er selbst sagte „Die Veränderung fängt im Kleinen an und beginnt bei uns selbst.“

 

 

 

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