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08 – Der Anfang ist nah! Die große Reflektion… #ETEACHRKW28

Liebe Studierende,

ich bin ganz stolz auf Sie – unser erster Jahrgang in EW-L GO 3 parallel zum Praxissemester – und viele von Ihnen haben gebloggt, was das Zeug hält 🙂 . Wir haben einiges gelernt, Sie hoffentlich auch! Am 15. Juli machen wir um 18 Uhr eine Feedbackrunde in Raum A2210 im GW2. Sie sind herzlich eingeladen vorbeizuschauen, dort werden wir mit den Anwesenden eine Überarbeitung des diesjährigen Seminardesign besprechen. Falls Sie nicht können, sind sie herzlich eingeladen, konstruktive Verbesserungsvorschläge in ihrem Blog zu diskutieren.

Für alle folgende Aufgaben haben sie bis KW31 Zeit.

Reflektionsaufgabe 1 | Was haben Sie bezüglich Methoden und Medieneinsatz gelernt: (a) in der Schulpraxis in diesem Semester und (b) durch die Beschäftigung mit den Aufgaben in diesem Seminar?

…und gleich daran anschließend

Reflektionsaufgabe 2 | Was hätten Sie gerne noch in diesem Seminar bezüglich Methoden und Medieneinsatz gelernt? Also: was hat Ihnen gefehlt? Was sollten wir nächstes mal mehr thematisieren? Vertiefen? Vielleicht auch weglassen?

Genug der Seminarreflektion. Ich möchte gedanklich mit Ihnen nochmal in die von Ihnen erlebte Schulpraxis zurückgehen. Die Ferien stehen kurz vor der Tür, alle sind etwas entspannter, eine gute Zeit, um die letzten drei Monate Revue passieren zu lassen.

Uns interessieren unsere Erfahrungen in der Schule – im Unterricht und drum herum:

Reflektionsaufgabe 3 | Medienwirklichkeit der Schülerinnen und Schüler: Wie haben sie die Mediennutzung der SuS im Vergleich zu Ihrer eigenen Schulzeit erlebt? Kompetent(er)? Den Lehrenden voraus? Unreflektiert? Am Smartphone klebend? Gar nicht – weil niemand (eigene) Medien nutzen durfte?

Reflektionsaufgabe 4 | Keine Angst, das ist jetzt die letzte Aufgabe.  Bitte zurücklehnen und genießen 🙂   Was wird?   

Wie, was wird? Ich glaube, die Reflektionsaufgabe 4 muss ich etwas erläutern. Es gibt in der Zunft (also, in meiner Zunft) eine Menge Menschen, welche im aktuellen Medienwandel und der zunehmenden Digitalisierung sowie der allgemeinen Veränderung der Gesellschaft einen so großen Impuls (shift) sehen, dass selbst Schule und Unterricht sich – auch in Deutschland mit seinen 800.000 Lehrerinnen und Lehrern – dieser Veränderungsnotwendigkeit nicht mehr entziehen werden kann (ganz populär und etwas platt siehe Shift happens:

httpv://www.youtube.com/watch?v=embed/dMsNct4X_GU

).

Auf teachthought werden dazu in einem aktuellen Beitrag 30 Beispiele für solche „disruptiven“ Neuerungen benannt. Die in Deutschland wohl noch nicht aktuellen habe ich durchgestrichen:

  1. The ubiquity of Google search and its impact on curriculum knowledge demands
  2. Common Core standards (this one’s not sexy, but few factors impact public education in the United States in 2015 more than this index of academic content) Hier in D eher Bildungsstandards und deutschlandweites Zentralabi
  3. Planned obsolescence of mobile technology (Was ist das?)
  4. 1:1 as a standard rather than a luxury
  5. Rising cost of universities
  6. Change in cultural perception of identity–gender, technology, science, faith, sexuality, etc.
  7. Change in credibility of a high school diploma or college degree (Ist meiner Meinung nach in D noch nicht soweit. Abi ist immer noch gut, Berufsausbildung auch)
  8. Increasingly formal use of social media by education institutions
  9. Maker Movement (= 3D-Druck, Thingiverse, MakeZine, FabLabs, Super Awesome Sylvia)
  10. General insecurity or misunderstanding about how to meaningfully integrate technology in the classroom
  11. Relative “normalizing” of computer coding (Pflichtfach Programmieren Diskussion in D; noch weit von USA und UK entfernt)
  12. Falling cost of mobile devices, which impacts what’s affordable, who shows up to school with what on their own, school budgets, etc. (> 80% der 12-19 Jährigen haben ein Smartphone unabhängig von sozioökonomischen Background)
  13. The increasing potential to “start a business” that is entirely social and digital (which impacts the idea of a “job,” for example) In D bisher noch Wunschrethorik
  14. Adaptive learning platforms and learning algorithms
  15. Rapid change in the demands for media forms (e.g., text to infographics to eCards to podcasts)
  16. Ease of publishing (e.g., blogs, social media, podcasting) to promote conversation and thinking around what’s possible in education
  17. The general success of Google as a platform model (Classroom, Music, YouTube, Search, Chromebooks, Chrome OS, etc.)
  18. Narrowed (overly-narrow?) metrics of “school success” which causes parents to question how learning effectiveness is measured (see also #20). In D noch nicht da, scheitert bisher am Datenschutz
  19. The relative shrinking marketshare of iPads, as well as some very visible failure of iPad rollouts
  20. Education documentaries on Netflix (such as “Waiting for Superman”), which brings the “Ed reform” conversation to a broader audience
  21. 3D Printing (this one should be higher–likely will be in five years–but we’re just not there yet)
  22. New demands for digital citizenship
  23. District-level BYOD programs (BYOD = Bring Your Own Device – SuS bringen ihre eigenen Smartphones, Tablets, Laptops mit in die Schule und nutzen diese)
  24. The adoption of blended learning approaches through learning management systems (Einführung it’s learning in Bremen)
  25. Highly variable quality of “learning apps,” which causes some app developers to “backwards plan” from the what a teacher or school will find credible; it also which causes some teachers to change their definition of what “effective” means, while others respond by calling for standards on measuring that effectiveness.
  26. Robotics in the classroom
  27. Social credibility of alternative school models (Walden, Montessori, Homeschooling, etc.)
  28. MOOCs, nanodegrees, etc. (ist noch nicht so sehr angekommen: edX, Udacity, Iversity, Chursera – siehe MOOCfinder)
  29. Relative crudeness of most school and district IT performance (Wi-Fi, bandwidth, district filters, repairs, regulations, workflow, etc.) which can reduce the demand for innovative technology by teachers already hesitant to adopt meaningful education technology
  30. The difference between the success of a school and the success of its most needful students

Und Ihnen fallen sicherlich auch noch andere Veränderungen wie z.B. die Inklusion in den Bremischen Schulen. Wenn sie sich das mal so durch den Kopf gehen lassen, hier nochmal die Reflektionsaufgabe 4, nur etwas konkreter formuliert:

Reflektionsaufgabe 4 | Wie wird sich Schule bzgl. Methodeneinsatz und Medieneinsatz in ihrer zukünftigen Karriere als Lehrerinnen und Lehrer (also die nächsten 35 bis 40 Jahre) verändern? Und wie beabsichtigen sie, sich da auf dem Laufenden zu halten?

Das war’s mit unserem Seminar bzgl. Aufträge an Sie. Wir werden versuchen, über die Semesterferien all ihre Reflektionen, Berichte, Ideen und Beiträge ein wenig zu verdichten und zusammenzufassen, so dass wir eine schöne Doku der Gesamtveranstaltung haben. Vielleicht haben Sie Lust, nächste Woche Mittwoch bei der Manöverkritikkonstruktik vorbeizuschauen, wir würden uns freuen!

Ansonsten bedanken wir uns schon mal bei Ihnen. Es hat Spaß gemacht, mit Ihnen zu arbeiten!

05 – Auf dem Laufenden bleiben | eTeachrKW22

In den letzten Wochen haben wir uns zunächst mit (unterrichts-)methodischen Fragen beschäftigt und auch bereits versucht, das fachdidaktisch einzubinden. Dabei haben wir einiges an interessanten Ressourcen gefunden. Das werden wir hier vom eTeachr-Team mal etwas sammeln, strukturieren und dokumentieren (@thbernhardt und @swolska)

 

altavista

Altavista ca. 1997: die erste große Suchmaschine vor Google

Jetzt bewegen wir uns mehr in Richtung der Nutzung digitaler Werkzeuge und Medien für den Unterricht. Das ist – im Gegensatz zu den Unterrichtsmethoden – deutlich dynamischer und schnelllebiger. Es gab eine Zeit vor Google (*1998) – da hieß die größte Suchmaschine AltaVista (*1995). Noch weiter davor gab es Veronica, eine Suchmaschine für das Popher-Protokoll, einem hypertextartigen Vorläufer des World Wide Web (WWW). Das WWW hatte Bilder und damit einen großen Vorteil. Google und YouTube (*2005) sind weiterhin Evergreens und auch Facebook (*2004) ist – wenn es auch bei der jüngeren Generation Federn hat lassen müssen gegenüber WhatsApp, Instagram oder Snapchat (letzteres eher in den USA), weiterhin eine recht konstante Erscheinung. Plattformen wie mySpace (my_____ ) oder SchülerVZ dagegen gibt es nicht mehr oder sind bedeutungslos geworden.

BothP

WWW schlägt Gopher Mitte 1994
Quelle: http://ils.unc.edu/callee/gopherpaper.htm

Daneben gibt es aber immer wieder neue Tools und Werkzeuge, die spannend und gut einsetzbar sind, man muss sich allerdings darauf einlassen, dass manche Werkzeuge nach einiger Zeit auch wieder verschwinden, verkauft oder stark verändert werden. Auch stellt sich dabei immer die Frage, was man für einen Dienst bezahlen will – denn bezahlen tut man auch bei sogenannten „freien“ oder „kostenlosen“ Diensten – man bezahlt mit seinen Daten, mit seiner Anwesenheit und Inhalten, mit dem Schauen von Werbung etc. Wie heißt es so schön „There ain’t no such thing as a free lunch (TANSTAAFL)“  – und so ist es auch im Netz. Und gerade die Frage der Datensicherheit ist ein wichtiges Thema im Kontext von Schule, allerdings – und das gilt dann in der Praxis, wenn Lehrer(innen) mit ihren SuS per WhatsApp-Gruppe kommunizieren – ist auch Praxistauglichkeit, Bequemlichkeit („Convenience“) und Verfügbarkeit von großer Bedeutung. Warum nutzen LuL Dropbox-Ordner, um mit den Eltern Informationen auszutauschen? Weil es unkompliziert und einfach funktioniert! Ist das ein Datenschutzproblem? Auf alle Fälle! Wird es trotzdem gemacht? Sehr häufig! Und außerhalb von Deutschland ist das Problembewusstsein für Datenschutz vollkommen reduziert. Da erwarten dann die Eltern z.B. in Großbritannien, dass die LuL per Twitter über die Klassenaktivitäten berichten.

Heute steigen wir sozusagen in den Werkzeug-Zoo ein. Jetzt muss man sich natürlich erstmal fragen: warum bietet mir die Schulträger oder das LIS in Bremen nicht diese ganzen tollen Dienste an, die wir uns anschauen werden? Nun, tatsächlich wird gerade ein zentrales digitales Lehr-Lern-Werkzeug (itslearning) eingeführt – da gibt es viele Werkzeuge, mit denen man das machen kann, was wir hier experimentell mit anderen Werkzeugen umsetzen werden. Insofern werden wir sicherlich nochmal darüber reflektieren, welche Dinge wir auch wie mit itslearning machen können. Keine Werkzeugkiste ist aber vollständig, und wir wollen ja didaktisch geleitet überlegen, was wir so schönes machen können und uns dann Werkzeuge aussuchen bzw. beim Rumspielen mit verschiedensten Werkzeugen wieder didaktische Ideen entwickeln.

Insofern ist für Unterrichtende an den Schulen in Bremen zukünftig itslearning die Grundausstattung, die gerne mal mit anderen Werkzeugen ergänzt werden kann. Denn (a) bilden wir ja nicht nur Lehrende für Bremen aus, (b) gibt es sehr viel zu entdecken, was darüber hinausgeht und (c) schauen wir uns ja nicht nur digitale Werkzeuge an, sondern auch digitale Inhalte.

Um das zu systematisieren, möchte ich erstmal eine Struktur in das ganze Thema Unterrichten mit Medien hineinbringen:

  1. Vorbereitung von Unterricht
    1. Unterrichtsplanung
    2. Materialien finden
    3. Materialien erstellen und teilen
  2. Durchführung von Unterricht – Fokus Lehren
    1. Erklären und veranschaulichen
    2. Originell unterrichten
  3. SuS beim Lernen unterstützen
    1. Lernstrategien unterstützen
    2. Leistungsdifferenzierung
    3. Individuelle Förderung
  4. Testen und Evaluieren
    1. Lernerfolg überprüfen
    2. Evaluieren der eigenen Lerntätigkeit

Diese Woche werden wir uns damit auseinandersetzen, wie man sich zu diesen Themenbereichen methodisch und medientechnisch auf dem Laufenden hält (KW22). Nächste Woche richten wir uns unseren persönlichen Werkzeug- und Materialienradar ein (KW23).

Aufgabe 1 | Oh, wo stand das denn?

Haben Sie letzte Woche das hier gelesen?
Bildung für alle: Die Siemens Stiftung macht Unterrichtsmaterialien unter offener Lizenz zugänglich [Direkter Zugang zum Medienportal hier; Kurzvideo und Videotutorials hier].

Und? Haben sie das letzte Woche mitgekriegt?

a. Ja. Habe ich mitgekriegt. -> dann schreiben sie doch bitte kurz auf, wo sie das mitbekommen haben: Print oder Online? Eher zufällig oder gezielt?

b. Nein. Habe ich nicht mitgekriegt. -> OK, natürlich kann man nicht alles mitkriegen. Wir wollen hier aber digitale Werkzeuge kennenlernen, die mit wenig Zeitaufwand ein Maximum an Informiertheit über die Sie interessierenden Themengebiete liefern. Sozusagen ihre persönliche Zeitung.

Aufgabe 2 |  Werkzeuge erkunden: Ihre persönliche (digitale) Zeitung

Diese Woche lautet ihre Aufgabe, sich erstmal einen Überblick über Werkzeuge zur regelmäßigen Informationssichtung zu verschaffen. Dabei werde ich die Werkzeuge diese Woche wirklich nur ganz kurz anteasern, Ihre Aufgabe wird es sein, sich die Tools kurz anzuschauen, in ihrem Blog zu jedem Tool einen Kommentarsatz zu schreiben und sich dann ein Werkzeug auszusuchen und das mal intensiver zu testen und ihre ersten Erfahrungen zu beschreiben. Das wird nämlich in der Zukunft immer wieder auf sie zukommen: man hört etwas über ein Werkzeug und will sich kurz darüber informieren und ausprobieren.

Heute geht es ja um digitale Werkzeuge, um sich eine Art persönliche Zeitung zusammenzustellen. Also nicht die Redaktion z.B. der Süddeutschen bestimmt alleine, was sie lesen, sondern sie stellen sich selbst interessante Nachrichtenquellen zusammen.

So etwas nennt man gattungstechnisch RSS-Reader, da sie ja aber wahrscheinlich bei einem Pfauenauge auch nicht entzückt rufen „Schaut mal, ein Lepidoptera“, beschreibe ich kurz, was es ist und gebe ein paar Beispiele, damit sie loslegen können.

Ein RSS-Reader (oder Feedreader) überwacht für mich Webseiten im Netz auf neue Artikel. Ich brauche nicht immer jede Webseite zu öffnen, um zu schauen, welche neue Artikel es gibt. Das spart Zeit. Außerdem bieten RSS-Reader zumeist eine platzsparende Darstellung, so dass ich schnell die Überschriften überfliegen kann, und nur die interessanten Infos lesen kann.

Jetzt schauen wir uns das mal in der Praxis an. Hier ein paar Feedreader – wenn es eine App gibt, habe ich das dahinter vermerkt. Sie schauen sich (s.o.) die Tools kurz an, wählen eines aus und begründen ihre Entscheidung. Bitte möglichst auch auf dem Smartphone installieren und nutzen!

Damit stellen sie sich eine persönliche Zeitung zu sie interessierenden Themen zusammen. Also auch gerne Sport oder Unterhaltung.

Für die Profis unter ihnen, die schon RSS-Feed-Experten sind: die sollen sich ein schönes Feed-Paket zum eTeachr-Thema schnüren: also z.B. „Schule und Medien“ oder „digitale Medien im Unterricht“.

Wir arbeiten nächste Woche damit weiter, diese Woche erstmal rumspielen und schauen (und auf dem Blog reflektieren/berichten):

  1. Wie funktioniert das? Was funktioniert nicht oder klappt nicht oder ist unklar?
  2. Woher kriege ich neue Nachrichtenquellen (RSS Feeds)?
  3. Effizient oder grandioser Zeitfresser?
  4. Für die Profis: Falls Sie spannende Nachrichtenquellen für das eTeachr-Thema gefunden haben, können sie die gerne in ihrem Blog vorstellen.

Hier die Liste der Feedreader. Los geht’s. [Sie brauchen sich nicht bei jedem Dienst anmelden, schauen sie einfach auf die Webseiten und wählen einen Dienst, der Sie am meisten anspricht.

Feedly (Web, iOS, Android)

Flipboard (Web, iOS, Android)

Pulse (Web, iOS, Android)

Feedreader (Web, iOS, Android)

Bloglovin (Web)

digg | reader (Web, iOS, Android)

the old reader (Web)

Für die Profis: nutzen Sie andere Feedreader? Wenn ja: welche und was gefällt ihnen an denen?

Für die Bearbeitung der Aufgabe 1 haben sie bis kommenden Dienstag (2.6.) Zeit. Sie können sie zusammen mit der Aufgabe 2 bearbeiten. Bitte verwenden sie das Schlagwort: eTeachrKW22.

Im #eStudi-Kurs finden sie weitere Hintergrundinfos zu RSS-Readern, falls sie mehr technischen Hintergründe benötigen/wünschen.

 

02 – Methoden- und Medieneinsatz im Unterricht beobachten | eTeachrKW17

Reflektion der KW 16

Bevor wir in die neue KW eintauchen, nochmal ein Blick auf den Start. Vielen Dank erst einmal für ihre interessanten Reflektieren. Das hat ja schon alles sehr gut geklappt. Zu den Fragen

  1. Welche Fächerkombination studieren sie?
    Wie zu erwarten, haben wir eine wunderbare Bandbreite von Fächern und Fächerkombinationen.
  2. Wenn sie an ihre eigene Schulzeit und ihre Lieblingslehrerin / ihren Lieblingslehrer zurückdenken: was fanden sie toll an der/dem und an deren / dessen Unterricht?
    Dabei sind mir einige Dinge aufgefallen:
    – besonders wichtig war vielen, dass die LuL viel Spaß an ihrem Fach hatten und auch menschlich interessant und fair rüberkamen.
    – viele schrieben, dass Lieblingsfach und Lieblingslehrer_in zumeist zusammenfielen…
    – manchen war besonders wichtig, gut erklärt zu bekommen; vielen anderen sich selbst einbringen zu können.
  3. Nochmal eigene Schulzeit: wenn sie mal an den Medieneinsatz denken in ihrer Schulzeit – Tafel, Overheadprojektor, Beamer, Whiteboard, Videorekorder, Schulbuch… Was war ihrer Meinung nach die beste Mediennutzung (bezogen auf ihren Lernerfolg oder ihre Motivation, etwas zu tun), die sie erlebt haben?
    Tja, da war zumeist medial nicht so viel am Start. Falls es schon digitale Medien wie z.B. Interactive Whiteboard gab, wurden die nicht methodisch gekonnt genutzt.
  4. Wie würden sie ihre private Mediennutzung beschreiben? Wie hat sich diese in den letzten fünf Jahren verändert?
    Die meisten sind doch recht kritisch in ihrer Mediennutzung. Mit dem Studium hat der PC viel mehr Bedeutung, Fernsehen wird kaum noch geschaut, eher Serien im Stream oder auf DVD, das Smartphone ist auch nicht mehr wegzudenken, auch wenn einiges an Apps auch viel ablenkt.
  5. Ergänzen sie bitte die folgenden Sätze:
    1. Das Internet macht das Leben als Lehrerin/Lehrer …, weil …
      eher einfach, weil man schnell recherchieren kann.
    2. Digitale Medien wie z.B. Interactive Whiteboards, Tablets oder das Internet werden für die Schule der Zukunft…
      schon zu gewissen Änderungen führen… da werden wir in diesem Seminar schauen, wie das genau aussehen könnte.
    3. Smartphones in der Schule…
      wurden als prinzipiell ok gesehen, wenn es klare Nutzungsregeln gibt.

JETZT GEHT’S ABER LOS IN DIE AKTUELLE AUFGABE!

Dies ist ein 14-tägiges Mini-Projekt (KW 17 und KW 18)

Bevor wir an das eigene Tun gehen, schauen wir uns erstmal die Profis an – nämlich die Lehrerinnen und Lehrer (LuL) an Ihren Praktikumsschulen. Was wollen wir uns anschauen? Wie Lehrerinnen und Lehrer im alltäglichen Unterricht Unterrichtsmethoden und Medien einsetzen.

Da hilft am Anfang immer erstmal ein wenig Begriffsdefinition:

„Intentionales und institutionalisiertes Lehren und Lernen wie Unterricht oder Unterweisung ist geprägt von einer „Vieldimensionalität und Faktorenkomplexion“ (WINNEFELD 1957). Diese Eigenschaft des Forschungsgegenstandes erschwert bzw. verhindert die Bildung einer einheitlichen oder umfassenden Theorie des Unterrichts bzw. der Unterweisung (PETERSEN & REINERT 1991). Dies spiegelt sich auch in den Bezeichnungen für die theoretischen und praktischen Bemühungen der einzelnen Autoren wider: Neben Theorie und Modell finden sich als Bezeichnung Regel, Rezept, Prinzip oder Konzeption.

Für die Planung und Gestaltung konkreter Lehr-Lern-Arrangements dienen didaktische Handlungstheorien (ADL-AMINI 1986). Diese werden als Typusmodelle (SALZMANN 1976), Unterrichtskonzeptionen (OBLINGER/KOTZIAN/ WALDMANN 1985) oder Lehr-Lern-Konzeptionen bezeichnet. Im Gegensatz zu didaktischen Theorien (z.B. Hamburger Didaktik) beziehen sie sich auf den konkreten Unterrichtsprozess bzw. die Unterrichtspraxis und charakterisieren diese(n) anhand bestimmter Einzelmerkmale des Lehr-Lern-Prozesses.

Unterrichtskonzeptionen sind im Hinblick auf ihren Umfang und Geltungsanspruch abzugrenzen von Schulkonzepten, Erziehungsmodellen und reinen Methodenkonzeptionen:

  • Schulkonzeptionen formulieren Gesamtkonzepte für die Organisation und Institutionalisierung des gesamten schulischen Lernens und basieren auf einer oder mehrerer Unterrichtskonzeption(en) und einem spezifischen Erziehungsmodell.

  • Erziehungsmodelle formulieren auf der Basis einer anthropologisch-pädagogischen Grundposition erzieherische Konsequenzen und Normen, die Unterricht und Schule in fundamentaler Weise beeinflussen.

  • Unterrichtskonzeptionen (Lehr-Lern-Konzeptionen bzw. -Arrangements) stellen Entwürfe für zusammenhängende Lehr-Lern-Prozesse mittels einer spezifischen Kombination von Methodenkonzeptionen dar. Weiterhin treffen Unterrichtskonzeptionen Aussagen über die Gestaltung und Auswahl von Zielen, Inhalten, Lernfortschrittskontrollen und einzusetzende Medien.

  • Methodenkonzeptionen sind Entwürfe von speziellen Verfahren, die als Elemente eines Lehr-Lern-Prozesses eingesetzt werden. Sie geben Hinweise, wie der Unterricht durchzuführen ist (Sozialform, Gesprächsform, Aktionsform und Artikulation des Unterrichts).“ (Wolf 2003: 15-16)

Zum Thema Unterrichtsanalyse und -evaluation finden sich viele Beobachtungssystems und -bögen im Netz. Namen, die man da häufig findet, sind Andreas Helmke, Hilbert Meyer oder seit einiger Zeit auch John Hattie.

Am elaboriertesten ist sicherlich das EMU-Konzept von Andreas Helmke. Das wäre für unsere Zwecke für den Einstieg viel zu umfangreich. Wir wollen uns dagegen mehr mit den oben genannten Methoden und Medien beschäftigen, so wie das Seifried et al  in ihrem Artikel „Unterrichtsmethoden in der kaufmännischen Unterrichtspraxis“ gemacht haben.

Teilaufgabe 01: Bevor sie den Artikel lesen: Welche Ergebnisse erwarten sie? Schreiben sie diese schriftlich auf (z.B. im Entwurfsmodus in ihrem Blog).

Teilaufgabe 02: Lesen sie den Artikel von Seifried et al. Beantworten sie die folgende Frage: „Was hat sie überrascht bzw. war anders, als sie es erwartet haben?“ sowie „Warum ist das aber so?“

Nachdem wir nun einen Einstieg in die Thematik bekommen haben, wollen wir das mal selber durchführen. Hier finden Sie einen Beobachtungsbogen. Hier zunächst einmal ein ausgefülltes Exemplar:

Ausgefüllter Beobachtungsbogen - Beispiel

Was sieht man hier?

Ganz links oben trägt man die Uhrzeit ein: Stunde und Minuten. Dann werden automatisch unten die Beobachtungszeitpunkte aktualisiert.

Ganz rechts oben trägt man Fach und Klassenstufe ein. Dann kann es schon losgehen. Entweder man druckt sich den Bogen aus und füllt ihn per Hand aus oder man macht das  gleich live am Laptop im Klassenzimmer.

In der linken Hälfte geht es um die didaktischen Formate (Methodenkonzeptionen und Sozialformen):

LV Lehrer_innenVORTRAG
FEG Fragend-entwickelndes Lehrer-Schüler-Gespräch
SP Schüler_innenPRÄSENTATION/VORTRAG
EA Einzelarbeit
PA Partnerarbeit
GA Gruppenarbeit
Prj Projektarbeit

Falls in der jeweiligen Beobachtungsminute z.B. Einzelarbeit der SuS durchgeführt wird, gibt es dort ein Kreuz (x).

In der rechten Hälfte trägt man die in der jeweiligen Minute genutzten Medien ein:

Tafel Kreidetafel/(analoges) Whiteboard/Flipchart
IWB Interactive Whiteboard / Smartboard
OHP Overheadprojektor
Beamer Beamer
A-Blatt Arbeitsblatt mit   Aufgaben
S-Buch Schulbuch
Buch Buch, z.B. Roman
Kopie kopiertes Blatt z.B. Text aber kein Arbeitsblatt
PC stationärer PC
Labtop mobiler Rechner wie Labtop, Macbook, Netbook
Tablet Tablet wie z.B.iPad
Smartphone Smartphone wie z.B. iPhone oder Samsung
Audio Tonträger CD
Kassette
Digital
Video Film oder Video S8 Super8
DVD DVD
BlueR Blue-Ray
Digital Digitaler Film aus Datei oder Stream

Da sollten sie statt einfachem Kreuz wie folgt angeben, ob das nur die LuL machen (L), nur die SuS (S), oder beide (LS).

Hier nun der Bogen in verschiedenen Formaten:

– als PDF zum Ausdrucken: hm, das macht keinen Sinn. Sie müssen sich zunächst eines der unten bereitgestellten Dokumente runterladen und die Uhrzeit aktualisieren. Dann können sie ausdrucken.

Beobachtungsbogen als Excel-Dokument  zum direkten Ausfüllen auf ihrem Rechner (hmm, OpenOffice und Numbers Dokumente lassen sich auf den Blog nicht hochladen – sie können allerdings das Excel-Dokument auch in OpenOffice oder Numbers öffnen).

– als Dokument-Vorlage in der Cloud zum Erstellen einer Kopie in Google Docs (Datei > Kopie erstellen) oder zum Herunterladen als xls- oder ods-Datei (Datei > Herunterladen als).

Optionale Challenge 01: wenn sie eine besondere Herausforderung suchen, können sie gerne den Beobachtungsbogen als Google Docs Formular aufsetzen und mit uns teilen!

Teilaufgabe 03: Jetzt sollten sie in ihren Fächern je eine (Doppel-) stunde  mit dem Beobachtungsbogen beobachten – dabei ist zu beachten, dass sie bitte die LuL, bei denen sie hospitieren, informieren und um Erlaubnis bitten. Wichtig ist, dass sie auf ihrem Blog die Stunden anonym beschreiben und AUF GAR KEINEN FALL schreiben „Hier die Beobachtung bei Herrn/Frau XYZ war ich am DATUM in der Klasse X an der Schule Y“ SONDERN „Unterrichtsbeobachtung Fach X. Klasse Schulform“, also z.B. „Unterrichtsbeobachtung Fach Deutsch, 7. Klasse, Gy“ oder „Unterrichtsbeobachtung Fach Mathematik, 9. Klasse, OS“

Teilaufgabe 04: Bitte werten sie ihre Beobachtungen aus und beschreiben dazu den Unterrichtsverlauf (worum ging es, was passierte, wie wurden die Medien mit welchen Aufgaben eingesetzt, wie gingen die Schüler damit um)

Teilaufgabe 05: Sie ahnen es schon – das Ganze soll natürlich von ihnen in ihrem Blog vorgestellt und diskutiert werden. Die Leitfragen dazu lauten

  • Wie typisch fanden sie die untersuchten Unterrichtsstunden?
  • Welche Details gab es, wie z.B. verwendete Software?
  • Gab es Probleme beim Medieneinsatz?
  • Wäre ihnen etwas sinnvolles eingefallen, mehr digitale Medien einzusetzen?

Bitte nicht vergessen: eTeachrKW17 als Schlagwort hinzufügen!

Außerdem haben sie die Möglichkeit Zwischenreflexionen zu posten, um uns an ihren Gedanken teilhaben zu lassen. Verwenden sie in dem Fall das Schlagwort eTeachrKW17prozess!

Wie gesagt, dies ist das erste Miniprojekt, sie haben  zwei Wochen Zeit. Ich bin gespannt.