06 – Ihr persönlicher Wissensradar in Aktion | ETEACHRKW23

Letzte Woche haben wir uns im Aufgalopp mit dem Thema RSS-Reader beschäftigt – das sind flexible Werkzeuge, mit denen man sich ganz vortrefflich eine persönliche Online-Zeitung zusammenstellen kann. Die Idee ist, dass man sich zeitsparend  einen Überblick über seine eigenen Interessengebiete informieren kann.

Ich hatte dann das Beispiel der 4.800 Bildungsressourcen der Siemens Stiftung gebracht. Das hatte fast niemand so mitbekommen. Muss man das? Nun, sicher nicht jede einzelne Nachricht, aber wichtige Entwicklungen sollte man schon mitbekommen. Also nicht jede neue Nachricht 24 Stunden, nachdem sie bekannt geworden sind. Aber die wichtigen Sachen nicht erst zwei Jahre später. Wie macht man das nun?

Ich werde häufig zu Themen angefragt, die ich bereits mehrere Jahre im Blick habe und schon längst mit meinen Studierenden in Seminaren ausprobiert habe, die aber für den Mainstream wie z.B. Bildungspolitiker ganz neu erscheinen. Das gelingt mir natürlich nur, weil ich einen Fokus auf bestimmte Dinge habe. Ich beschäftige mich schwerpunktmäßig mit der Gestaltung und dem Einsatz von Bildungsmedien in schulischen und außerschulischen Bildungskontexten, insbesondere digitalen Medien. Klar, dass ich da besser Bescheid weiß als über aktuelle Themen z.B. der Physik- oder DaF-Didaktik. Auch sie müssen einen Fokus setzen. In diesem Seminar setzen wir den Fokus auf den Einsatz digitaler Medien in ihren Fächern. 

Gut, jetzt haben wir einen Fokus. Suchen wir jetzt einfach das Netz durch? Bis zum Ende (hier: das Ende vom Internet)? Und dann ausdrucken? Eher nicht. Das Internet ist heute nicht mehr nur als Netz zu verstehen: es ist zu groß, um von einer Person (sie z.B.) verstanden zu werden; es kommen darüber hinaus viel zu viele Informationen pro Tag hinzu (z.B. die Siemens Stiftung Nachricht aus KW22). Das Internet ist ein großer Informationsfluss, an dessen Ufer wir uns ab und zu setzen und unsere Informationsangel auswerfen. Nun können wir aber nicht 24h angeln. Vieles wird an uns vorbeiströmen. Gehen sie z.B. mal auf Twinitor: hier werden ihnen Tweets z.B. zum Thema „eLearning“ der letzten Minute, 5 Minuten, Stunde etc. angezeigt. Das ist zu viel, um das immer mitzulesen. Vieles im Strom strömt also an uns vorbei und nachholen kann man das nicht mehr. Das ist – so die These – aber nicht schlimm, da die wichtigen Dinge wieder aufgegriffen werden und wieder im Infostrom an uns vorbeifließen. Die wichtigen Infos werden von Meinungsführer_innen bzw. „Tastemakern“ wieder in den Strom geworfen. Diese sollten wir also in unseren eigenen Radar einbauen und schauen, was dabei interessantes für uns geliefert wird.

Wie finden wir nun unsere „Info-Trüffelschweinchen“? In Bezug auf digitale Medien besonders häufig im englischsprachigen Netz – wenn wir sehr früh auf interessante Trends hingewiesen werden wollen; ansonsten natürlich auch bei deutschen Blogger_innen und Kuratoren_innen. Was sind Kuratoren_innen? Das sind Personen, die nicht vollumfängliche Blogs schreiben, sondern gezielt neue Webbeiträge zu speziellen Themen sammeln und kurz kommentiert weiterreichen. Das könnten Personen auf Twitter sein oder speziellen Plattformen wie scoop.it oder Pinterest.

Dazu schauen wir uns Beispiele an.

Blogs: sinnvollerweise startet man mit Top-Listen oder mit einer Google suche. TEACH 100 ist eine täglich aktualisierte Liste der 100 besten (englischsprachigen) Bildungsblogs. Solche Listen gibt es viel, z.B. Top 50 School Technology Blogs. Da findet man dann z.B. so tolle Blogs wie Cool Cat Teacher Blog von Vicki Davis. Auf dem ZUM-Wiki gibt es eine Liste deutscher Lehrer_innen-Blogs. Das ist noch recht überschaubar.

Edu-Websites: dann gibt es Websites (zumeist eigentlich Gruppenblogs, also Blogs mit mehreren Autoren_innen), die sich auf das Thema Schule und Technologie spezialisiert haben wie z.B. Edudemic, MindShift, Daily Genius oder EduTopia.

Kuratoren_innen: auf der Website scoop.it findet man Personen, die aktuelle Links von verschiedenen Websites zusammenfassen, die also sozusagen ein Best-Of aus ihrem eigenen Radar für andere Leser_innen freigeben, hier ein paar Beispiele: Chris CarterMiloš BajÄetiÄ oder Becky Rohrs. Da findet man dann Hinweise z.B. auf einen Beitrag wie „The DOs and DON’Ts for teachers on social media“.

Tolle News-Ressourcen gibt es zur Genüge im Netz, jetzt fangen wir an, für unsere eigenen Interessen zu sammeln.

Unser individueller Fokus lautet „Wie kann ich welche digitale Medien für meine Unterrichtsfächer einsetzen?

Aufgabe 1 | eTeachr Digest: Suchen sie mehrere für sie interessant erscheinende Blogs bzw. Websites und aggregieren (sammeln) diese in dem RSS-Feedreader ihrer Wahl aus KW22. Schauen sie bitte regelmäßig in ihren Feedreader und schauen, ob es etwas neues oder spannendes zu lesen gibt.

Aufgabe 2 | Spannende Sites und Nachrichten: in der zweiten Woche erstellen sie bitte eine Rückschau auf ihre Feed-Leserei. Dazu beschreiben sie bitte mindestens vier Blogs und/oder Beiträge, die ihnen besonders gut gefallen haben oder ihnen eine Inspiration geliefert haben und wo sie mögliche Einsatzmöglichkeiten in ihren Fächern sehen. Bitte ordnen sie diese dabei in folgende Struktur ein (Herausforderung: in jedem der Hauptgliederungspunkte; Profi-Herausforderung: in jedem der Untergliederungspunkte):

  1. Vorbereitung von Unterricht
    1. Unterrichtsplanung
    2. Materialien finden
    3. Materialien erstellen und teilen
  2. Durchführung von Unterricht – Fokus Lehren
    1. Besser erklären und veranschaulichen
    2. Originell unterrichten
  3. SuS beim Lernen unterstützen
    1. Lernstrategien der SuS unterstützen
    2. Leistungsdifferenzierung im Unterricht
    3. Individuelle Förderung
  4. Testen und Evaluieren
    1. Lernerfolg überprüfen
    2. Evaluieren der eigenen Lerntätigkeit

Aufgabe 3 | Freiwillige Profi-Aufgabe: Wir werden noch eine Möglichkeit zur Aggregation ihrer Listen in eine Mega-eTeachr-Liste bereitstellen. Sie können in die folgende Diigo-Liste ihre Links einfügen: https://groups.diigo.com/group/eteachr2015

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