Abschlussreflexion der Ringvorlesung vom 08.07.2019

Die Abschlussreflexion zu der Ringvorlesung „Umgang mit Heterogenität in der Schule“ schafft Zusammenhänge, sowie Beziehungen zwischen den gehaltenen Vorträgen und der Bearbeitung bzw. dem Erstellen der Beitrage zu den jeweiligen Vorlesungsinhalten. Die Heterogenität an sich ist ein weit fassendes Thema, welches vor allem durch Sensibilität geprägt sein sollte, da dieses keinen Ausnahmen, sondern dem Alltag entspricht. Gerade für uns als angehende Lehrkräfte sollte die Thematik der Heterogenität eine große Präsens haben, denn mit unserer Haltung, unserem Interesse und Engagement, besteht die Möglichkeit, dass Kinder in ihrer Einzigartigkeit erkannt und individuell gefördert werden können. Mit der Vorlesung wurden theoretische Inhalte geschaffen, die Einblick darin gewähren, dass die Möglichkeiten der fachdidaktischen Handlungen vielfältig sind.

Der zentrale Blickwinkel spiegelte sich immer im Bereich der Vielfalt wieder, d.h. es gibt nicht schwarz oder weiß, sondern ein großes Spannungsgeld zwischen der Homogenität und der Heterogenität.

Ein Aspekt, der mich in der Vorlesung sehr angesprochen hat, war der zentrale Punkt des Lehrerdaseins, sowie die Förderung der Schülerinnen und Schüler. Es wurde darüber gesprochen, dass das Vorwissen des Kindes relevanter für die Schullaufbahn/den Schulerfolg ist, als die Ergebnisse durchgeführter Intelligenztests. Jedes Kind bringt auf Grund verschiedener Situationen oder Lebensumstände individuelles Vorwissen mit, an dem die Schule anknüpfen sollte. Für die Lehrkraft ist es wichtig zu erkennen, wo man mit dem bereits vorhandenen Wissen anknüpfen kann, wo gefordert werden kann und wo eine Förderung erforderlich ist. Jedoch sollte sich jedes Kind weitgehend individuell entwickeln können und Lehrkräfte sollten, auf Grund des Vorwissens, das „Schubladendenken“ ablegen. Eine weitere Sitzung deckt sich im gewissen Maß mit dem bereits erwähnten. In dieser ging es vor allem um kooperatives Lernen und spielerische Förderungen. In diesem Aspekt wird die Kita aber auch die Zusammenarbeit mit den Eltern angesprochen. Kinder bekommen schon in der Kita die Möglichkeiten auf spielerische Förderung und lernen dazu. Ebenso erfahren manche Kinder bereits in ihrem Elternhaus, was es heißt, Neues auf spielerische Art zu lernen. Dennoch gibt es auch Fälle, in denen Möglichkeiten und Kenntnisse auf Seiten der Eltern fehlen. An diesem Punkt sollte durch Kitas und Schulen angeknüpft und unterstützend gehandelt werden, wie beispielsweise durch das Bereitstellen von Materialien. Generell erfordert dieses Konzept einen stetigen Austausch zwischen Eltern und Pädagogen.

Kurz zu erwähnen bleibt noch die positive Feedbackkultur. Dieses sollte jede Lehrkraft anstreben, um den gesamten Lernprozess nicht nur auf das Ergebnis zu beschränken, sondern motivierend und individuell zu unterstützen. Dieses findet sich in dem Vortrag von Herrn Sven Trostmann wieder, in dem es deutlich wurde, dass eine Regelstandorientierung dabei wenig hilfreich ist, das Lernprozesse individuell verlaufen (Fend 2006, S.15). Aus diesem kurzen Absatz wird deutlich, dass die Leistungskontrollen, auf Grund der Individualität, nicht jedem Kind gerecht werden.

In Bezug auf meine beiden großen Fächer, Deutsch und Inklusive Pädagogik, waren mir einige der Inhalte nicht fremd. Gerade der Bezug zur Inklusiven Pädagogik lässt sich mit dem Oberthema der Heterogenität sehr gut herstellen. Die Individualität und die damit verbundene Förderung ist ein Idealbild der Pädagogik, welches sich jedoch leider nicht an jeder Schule realisieren lässt. Dennoch erachte ich es aus diesem Grund gerade wichtig, dass alle Lehrkräfte, unabhängig von der Fächerkombination, auf den Bezug von Heterogenität geschult werden sollten. Bezogen auf das Fach Deutsch spielt die Bildungssprache, aus dem Vortrag von Andrea Daase, eine zentrale Rolle. Kinder kommen, wie bereits erwähnt, mit unterschiedlichen Lernständen in die Schule. Setzt man diesen Aspekt nun in den Zusammenhang mit der Bildungssprache, wird deutlich, dass einige Kinder beispielsweise Fragestellungen verstehen und sofort bearbeiten können, während andere Kinder die Fragestellung in vereinfachter Form erklärt bekommen müssen, um zu verstehen wie die Arbeitsanweisung lautet. Die Kinder müssen demnach nicht nur die Umgangssprache, sondern auch die Fachsprache erlernen, um ein gewissen Niveau im Sprachbereich zu erwerben. Dieses sprachliche Niveau führt dann dazu, dass Kinder möglichst ohne Schwierigkeiten im Schulsystem zurechtkommen. Letztlich stellt man fest, dass auch dieser Punkt zum Ausgangspunkt der Individualität zurückführt.

Ich glaube, dass unser Schulsystem immer noch selektiert. Die Kinder werden auf Grund ihrer Leistungen kategorisiert und in gut oder schlecht eingeteilt, dieses zeigt sich insbesondere am Ende der vierten Klasse. Denke ich an meine Schulzeit zurück, war es sehr ähnlich, denn mit dem Halbjahreszeugnis der viertel Klasse wurde eine Empfehlung für eine weiterführende Schule ausgesprochen, welche sich meistens zum Ende der Grundschulzeit nicht veränderte und von vielen Eltern als Leitpfaden angenommen wird. Diese Einteilung ist jedoch nicht nur für die Schule realisierbar. Ist ein Kind verhaltensauffällig und leidet beispielsweise an Konzentrationsmangel wird dieses, leider auch heute noch schnell mit schlechten Noten abgetan und die positive Lernzeit wird in den Hintergrund gerückt. Spinnt man diesen Gedanken weiter, geht das Kind beispielsweise, zu unserer Zeit, auf eine Hauptschule, macht dort seinen Abschluss nach der neunten Klasse und ist nun begrenzt in seinen Möglichkeiten, da viele Betriebe für die Ausbildung heute schon als Minimum einen erweiterten Realschulabschluss anfordern. Wird also auf Grund von Verhaltensweisen, die in die Notengebung einfließe, unsere Zukunft schon zu Grundschulzeiten vorausgeplant? Diese Frage stelle ich mir in Bezug auf das aktuelle Schulsystem, die Eltern außen vor gelassen.

Betrachte ich mein letztes Praktikum, konnte ich feststellen, dass sich Aspekte im Vergleich zu meiner Grundschulzeit verändert haben. Es findet eine Öffnung des Unterrichts statt, die Kinder sollen mehr individuelle Förderung erhalten. Ich hatte das Glück eine Schule kennenzulernen, die sich neben den Regelschüler/innen auch auf den Förderschwerpunkt Wahrnehmung und Entwicklung spezialisiert hat. Durch eine große Anzahl von Pädagogen, war es möglich, alle Kinder individuell zu betreuen. Dennoch zeigten sich auch in dieser Klasse alte, aber eher schleichende Muster, im Hinblick auf die Einteilung in gut und schlecht. Zwei Kinder mit Autismus wurden beispielsweise immer wieder von der Gruppe entfernt, damit Ruhe herrscht. Dieses war meines Erachtens nicht gegeben, da eine gewisse Grundlautstärke den Klassenraum füllte. Für mich war demnach nicht ersichtlich, wieso diese Kinder den Raum mit einer Assistenz verlassen mussten, zu mal sie noch lauter wurde,n, als sie gingen, während Kinder, die eine permanente Grundlautstärke an den Tag legten erneut ermahnt wurden. An dieser Stelle konnte ich feststellen, dass das Konzept noch nicht richtig ausgereift war, da sich ähnliche Szenarien vermehrt in meiner Zeit an der Schule abspielten.

Was ich jedoch als sehr positiv empfunden habe, war die Mühe, die sich gegeben wurde, dass jedes Kind in seinem individuellen Tempo arbeiten konnte. Es wurde für jedes Kind der gleiche Lernpfad als Übersicht erstellt, der jedoch im eigenen Tempo bearbeitet werden konnte. Generell lässt sich sagen, dass sich die Pädagogen bemüht haben, jedem Kind ein gemütliches Lernumfeld zu schaffen, in dem es motiviert und konzentriert arbeiten kann. Deutlich wird, dass die Unterrichtsform von der Einstellung der Lehrkraft abhängt, auch dieses hat sich vor allem in dieser Klasse gezeigt.

Ich würde gerne das Thema des zweiten Vortrags vertiefen. Christoph Fantini sprach von dem Punkt des Einflusses des sozioökonomischen Status, dieses könnte für mich noch intensiver behandelt werden. Als Grund dafür sehe ich die Zahl der Armut in Deutschland, von der man ausgehen kann, dass diese in den nächsten Jahren nicht sinken wird und wir als Lehrkräfte demnach mit dieser Thematik konfrontiert werden. Eine Frage die ich mir stelle ist, wie ich als Lehrkraft konkret mit diesen Situationen umgehen kann. Aber auch das angeschnittene Thema der Leistungsbeurteilung finde ich spannend, da es hier eine Vielfältigkeit der Sichtweisen gibt. Gerade für uns als angehende Lehrkräfte ist dieses ein zentrales Thema, da wir später selbst vor Bewertungen stehen werden, bzw. diese geben müssen. Konkretisiert fände ich es vor allem wichtig, wie unterschiedlich faire Leistungsbeurteilungen aussehen können und wie man diese umsetzt.

Schule für wirklich alle? Ziele Herausforderungen, Beispiele – RV08 vom 03.06.2019

1. Im folgenden Beitrag beschäftige ich mich mit dem bereits oben genannten Thema, welches uns in der achten Sitzung von Prof. Dr. Korff vorgestellt wurde.

Da ich selbst IP studiere waren mir die Inhalte der Seminarsitzung nicht fremd. Wir haben uns bereits mit Themen und Fragestellung in dieser Richtung beschäftigt, ausgearbeitet und auch reflektiert. Die Thematik der Inklusion ist vor allem in den Erziehungswissenschaften angeschnitten worden, leider gab es dennoch keine konkreten Beispiele wie man der Heterogenität gerecht werden kann, obwohl des Öfteren von Differenzierung und Individualisierung der Schülerinnen und Schüler gesprochen wird.

Geht man zurück in den Bereich der Erziehungswissenschaften, fällt mir direkt die Vorlesung aus dem ersten Semester von Prof. Baar ein, hier galt der Blickwinkel immer wieder der Inklusion. Ein zentraler Aspekt der Vorlesung war es deutlich zu machen, dass es nicht als Problemlösung gilt, Kinder mit einem Förderbedarf ausschließlich an Sonderschulen beschulen zu lassen. Ein weitere Seminar, welches die Inhalte und die Differenzierung noch besser verdeutlicht hat, war FDD1 „Sprachbildung im Fachunterricht“. Es wurde mit Beispielen gearbeitet und ausführlich erklärt, sowie konkretisiert wie eine Differenzierung aussehen kann.

  1. In meinem letzten POE wurde im Fach Sachunterricht die Methode des Stationenlernens durchgeführt. Alle SuS bekamen einen Zettel mit den Zahlen von eins bis 12 mit den Farben grün, gelb und rot dahinter. So war beispielsweise 1-4 grün. Jede Zahl stand für eine Station in einem unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad. Grün für einfachere Aufgaben, bis hin zu schwereren Aufgaben der Farbe rot. Das Ziel war es, dass jedes Kind in seinem eigenen Tempo 5 dieser Aufgaben bearbeitete, die Lehrkraft gab den Beginn mit einer jeweiligen Farbe vor. Während der Arbeitsphase durften die SuS untereinander in den Austausch gehen und sich helfen. Die Stationsarbeit war so aufgebaut, dass jedes Kind einzelne Aufgaben bearbeiten konnte. Nach der Fertigstellung wurde eine Ergebnissicherung durchgeführt.
  2. Ich habe bereits im Tandem mit einer Kommilitonin eine differenzierte Unterrichtseinheit durchgeführt, mit der wir im Großen und Ganzen zufrieden waren. Für das nächste Praktikum müssten wir versuchen noch mehr Differenzierung anzubieten, damit alle SuS der Einheit folgen können und diese verstehen. Für mich ist es sehr spannend so eine Stunde vorzubereiten und durchzuführen, da man selbst viel überlegen muss, ob man auf jedes Kind individuell eingegangen ist, welches sich anschließend in der Praxis zeigt. Alles in allem empfinde ich es als eine gute Übung für das spätere Lehrerdasein.

Englischunterricht zwischen Selektion und Inklusion – RV07 vom 27.05.2019

  1. Mein Englischunterricht begann in der Grundschule ab der dritten Klasse und endete mit dem Abitur. Denke ich an das Fach Englisch in der Grundschule zurück, erinnere ich mich an spielerisches heranführen einer neuen Sprache. Unsere Englischlehrerin hat mit uns gemeinsam Lieder gesungen, über die wir anschließend gesprochen haben, wir haben Zungenbrecher auf Englisch geübt, aber auch durch das Arbeiten mit Bildern im Hinblick auf das Lernen von Vokabeln wurde gearbeitet. Themenbereiche, die wir im Unterricht bearbeiteten waren unter anderem das Wetter, Kleidung, Freizeitaktivitäten, und eine Kommunikation untereinander in der es darum ging zu sagen wie man heißt, wo man wohnt, wie die Telefonnummer ist, usw. In der Sekundarstufe I war mein Englischunterricht grammatikalisch geprägt. Vorrangig ging es hier vor allem um das bilden von korrekten Sätzen und der Austausch darüber wo die potentiellen Fehler liegen. Des weiteren lernten wir drei Seiten Vokabeln auswendig, die in einem Test oder einer Arbeit abgefragt wurden. Leider wurde die Sprache an sich in der Zeit kaum gesprochen und somit war es auch schwierig die gelernten grammatikalischen Strukturen anzuwenden.

    In den drei Jahres des Abiturs änderte sich der Unterricht erneut, hier war es ganz klar abhängig von der jeweiligen Lehrkraft. Ich kann nicht sagen ob es ein Fluch oder ein Segen war, dass wir innerhalb von drei Jahren drei Englischlehrer*innen hatten, dennoch wurde deutlich wie unterschiedlich der Unterricht gestaltet wird. Zwei der Lehrkräfte hielten es ähnlich wie in der Sek.I und ließen uns Vokabeln lernen und Workbooks durcharbeiten. Die dritte Lehrerin hingegen, die wir leider erst im dritten Jahr bekamen, erarbeitete mit uns Themen wie „Australien“ auf verschiedenste Weise und ließ uns im Anschluss Präsentationen in Kleingruppen halten. Der Austausch untereinander verlief in der englischen Sprache, ebenso wie das Halten und Erarbeiten der Präsentationen. Die funktionalen Aspekte und formalen Aspekte waren in meiner Schullaufbahn leider nicht wirklich gegeben. Die Grundschule fokussiert sich eher spielerisch auf das Lernen und in der weiterführenden Schule wurde leider nicht im Hinblick auf diese Aspekte unterrichtet.

  1. In erster Linie sollte eine gute Englischlehrkraft Interesse an der Sprache und dem als Unterrichtsfach mitbringen. Dies schließt ein, dass die Sprache gerne gelernt worden ist, bzw. wird und gewisser Wortschatz, der Fokus liegt insbesondere auf Nomen und Verben, gegeben ist, um die Sprache zu lehren und überhaupt von den Schülerinnen und Schülern verstanden zu werden. Ein Selbstläufer sollte es meines Erachtens sein, dass die Lehrkraft die englischen Wörter richtig ausspricht, da mir in meiner Schullaufbahn immer wieder auffiel, dass ein großer Wert auf die korrekte Aussprache gelegt wird. Ähnlich wie die Schülerinnen und Schüler, die Vokabeln lernen müssen, sollte auch die jeweilige Lehrkraft gut lernen können um das eigene Wissen zu erweitern, jedoch nicht nur im Bezug auf Vokabeln, sondern in höheren Klassen geht auch um die Vermittlung und das lernen der grammatikalischen Grundsätze. Ausschlaggebend und einer der wichtigsten Punkte ist vor allem, dass selbstbewusste Auftreten vor der Klasse, sowie das Vermitteln der Sprache auf eine attraktive Art und Weise an die Schülerschaft.
  2. Für die Bearbeitung dieser Aufgabe fehlt mir leider die nötige Praxiserfahrung. Ich habe jedoch in meinem POE ein Mädchen kennengelernt, die die Klasse als Regelkind besucht hat, dennoch waren sich die Lehrkräfte einig dass das Mädchen Lernschwächen hat, die die Lehrkräfte weiterhin ins Auge fassen möchten. Mir persönlich ist dieses leider nicht direkt aufgefallen, da mein Fokus zunächst bei anderen Schülerinnen und Schülern lag. Ich hätte meinen Blick weiter fächern müssen um diese Situationen, die vor allem beim Lesen ersichtlich wurden, schneller erkennen zu können. Durch die erheblichen Schwierigkeiten beim Lesen konnte die Schülerin die Aufgaben bei knapper Besetzung des Lehrpersonals leider erst sehr spät beginnen und war leider im gewissen Maß auch auf die Hilfe ihrer Mitschüler*innen angewiesen, wenn sich die Lehrerinnen und Lehrer um andere Kinder kümmern mussten.
  3. Ist es möglich Inklusion an jeder Schule zu gewährleisten und somit alle Lehrkräfte einzuschließen?
    Und wie können Kinder die als Regelkinder eingestuft sind, aber möglicherweise doch einen Förderungsbedarf haben, besser in den Unterricht eingebunden werden?

Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in der Primarstufe – RV06 vom 20.05.2019

Im folgenden Blogbeitrag beschäftige ich mich mit der Mehrsprachigkeit im Hinblick auf die schulische Bildung. Im folgenden Beispiel geht es um einen Schüler, der vor drei Jahren nach Deutschland gekommen ist und die Vorklasse absolviert hat. Erweitert man den Blickwinkel, zeigt sich, dass dieser Schüler keine Gymnasialempfehlung auf Grund seiner schlechteren Deutschkenntnisse bekommt. Die Bedenken der Lehrkräfte sind nachvollziehbar, dennoch sollte die „komplexere“ Schulstufe nicht am Kriterium Sprache unterscheiden, denn diese ist erlernbar, gerade durch aktiven Austausch mit Mitschülern*innen und Lehrkräften. Neben den alltäglichen Gesprächen ließe sich ein Sprachexperte hinzuziehen, der den Schüler intensiver unterstützt. Jeder Schulzweig sollte sprachsensiblen Unterricht vorweisen bzw. anbieten, da dieses nicht ausschließlich Relevanz für nichtdeutschsprachige Schüler*innen hat, sondern alle Kinder davon profitieren und gleiche Bildungschancen ermöglicht werden. Der Lernprozess der Bildungssprache beläuft sich über mehrere Jahre, in denen die Schüler*innen von Lehrkräften oder ggf. Sprachexperten oder -pädagogen unterstützt werden sollten.

Erfahrungen mit dem Thema Mehrsprachigkeit durfte ich vor allem in meinem Orientierungspraktikum sammeln. Schwierigkeiten stellten sich vor allem im Bereich des Ausgabenverstehens heraus. Die Bearbeitung der Aufgaben wurde nicht deutlich, so war der Schüler auf die Hilfe und Unterstützung von Lehrkräften, sowie Mitschüler*innen angewiesen. Lenkt man den Blick vom Unterricht weg und betrachtet die Pausen, stellte eine Mehrsprachigkeit oder keine Deutschkenntnisse weniger bis gar keine Problematik dar. Die Kinder haben zum Teil nicht die gleiche Sprache gesprochen, dennoch entstanden sehr wenig Missverständnisse und ein Spiel wurde nach Regeln, die jedem klar waren, gespielt.

Bei meiner zukünftigen Unterrichtsgestaltung möchte ich mit zunächst einen Überblick verschaffen, welche Kinder Deutsch als Erst- oder als Zweitsprache haben und an den Punkten anknüpfen um eine individuelle und kindgerechte Förderung umzusetzen. Auch die Kinder, die Deutsch als Erstsprache haben und Schwächen zeigen, sollten die Möglichkeit besitzen, am sprachsensiblen Unterricht teilzunehmen. Sprache gilt als Grundvoraussetzung zum Austausch und der Kommunikation, sowie zum Verstehen der Unterrichtsinhalte, aus diesem Grund sollte Sprach effektiv gefördert werden. Förderung durch die Lehrkraft bis zu einem gewissen Maß ist selbstverständlich Voraussetzung, doch auch an diesem Punkt kann sich für effektivere Förderung Unterstützung geholt werden.

Damit Mehrsprachigkeit in der Schule einbezogen werden kann, müssen folgende Rahmenbedingungen gegeben sein: Die Lehrkräfte brauchen neben pädagogischen und Fachlichen Kompetenzen auch sprachliche Kenntnisse in den Erstsprachen der Schüler und Schülerinnen. Diese Kenntnisse dienen dazu, dass Lern- und Verstehensprozesse nachvollziehbar sind. Der Unterricht sollte individuell auf jedes Kind angepasst sein, so entsteht ein höheres Zeitpensum zur Unterrichtsvorbereitung und -gestaltung. Dieses bringt eine größere Teamarbeit mit sich, die Lehrkräfte sollten untereinander vermehrt in den Austausch und die Absprache gehen.

Der Einbezug von Mehrsprachigkeit wird dann zur Herausforderung, wenn eine Sprache in der Lerngruppe vorhanden ist, die im geringen Maß gesprochen wird. Hier kann es zu Kommunikationsproblemen im Austausch kommen.

Leistungen wahrnehmen, rückmelden und beurteilen! RV05 vom 13.05.2019

Das Themengebiet der fünften Vorlesung umfasste, die unterschiedlichen Einflussfaktoren auf Lernerfolge und Lernheterogenität.

Ganz klar überrascht hat mich die Studie im Bezug auf den Bildungseinfluss von Lehrkräften, denn laut empirischen Studien, aus dem Jahr 2019, haben Lehrkräfte nur einen Einfluss von 20-25% auf den Bildungseinfluss von Schüler*innen. Trotz geringen Zahlen wird deutlich, dass der Lernerfolg auf mehreren Faktoren zusammengesetzt. Folgende Faktoren spielen hinein: Die Umgebung, die Schule, der Unterricht, die gemeinsame Arbeit von Eltern, als auch Elternarbeit und selbstverständlich auch die Lehrpersonen, etc.. Diese genannten Faktoren wirken auf Schülerinnen und Schüler in verschiedenster Weise.Die Aufgabe der Lehrkraft besteht darin, Aufgaben zu entwickeln, je nach Differenzierungsgrad anzupassen und den Schülerinnen und Schülern ggf. die benötigten Materialien, zum Bearbeiten der Aufgaben, zur Verfügung zu stellen.

Am Beispiel des Praktikums beziehe ich mich auf mein IP Praktikum aus dem Februar/März 2019. Durch sechs Kinder mit Förderbedarf in der Klasse, in der ich hospitieren und unterrichten durfte war die Differenz zwischen den Leistungen noch größer als an Regelschulen, die ich bereits kennenlernen durfte. Ein unterschiedliches Leistungsniveau besteht in jeder Klasse, aber gerade in meinem IP Praktikum ist mir aufgefallen, wie groß so eine Herausforderung überhaupt sein kann, den jeweiligen Stand eines jeden Kindes zu ermitteln. Ein Junge ist mir besonders aufgefallen im Bezug zwischen der Lehrer-Schüler-Beziehung. Bei Unruhen in der Klasse wurde er die meiste Zeit ermahnt, er muss nicht zwangsläufig der Auslöser gewesen sein, doch kamen störende Geräusche aus der Richtung, in der er sich befand, erhielt er Ermahnungen und in der dreiwöchigen Zeit auch zwei mal die Konsequenz des Pausenverbotes, durch zu vielen Stören. Aus meinem Blickwinkel haben sich die Lehrkräfte, was diesen Jungen betrifft leider etwas „festgefahren“, denn das Lob bei guter und konzentrierter Arbeit wurde eher verdrängt durchs Ermahnen und Konsequenzen ansetzen. Dabei ist es ein verbales Lob, dass Kinder, gerade in diesem Beispiel, dazu motivieren kann sich besser am und lernwilliger im Unterricht zu präsentieren.

Inwieweit werden durch das Bremer „Kopulei-Modell“ die Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler, im Hinblick auf die individuellen Lernstände, berücksichtigt?“

Die Position von H. Fend sehe ich als vertretbar und ebenso aktuell. Die Leistungsbeurteilung von Noten oder Punkten erzeugt einen Leistungsvergleich, der dazu führt, dass unter den Schülerinnen und Schülern ein Vergleich stattfindet, aber auch die Lehrkraft diesen aufstellt. Dennoch stellt dieser ein System den Gewinnen und Verlierens dar, welches zu Ungleichheiten führen kann oder dafür sorgt. Die Schule sollte sich nicht anhand Defiziten beurteilen, sondern verstärkt kompetenzorientiert arbeiten.

 

RV04 – Integrierte Frühförderung von Sprache und Mathematik

Im Rahmen der viertel Vorlesung wurde die Integrierte Frühförderung von Sprache und Mathematik behandelt. In diesem Hinblick wurde uns das Förderkonzept „Entdecken und Erzählen (Enter)“ vorgestellt.

  1. Inwiefern lässt sich das vorgestellte Förderkonzept für die Kita auf den schulischen Kontext übertragen? Wo rechnen Sie mit Problemen und wie könnten Sie diesen begegnen?

Das Ziel des bereits oben genannten Förderkonzeptes ist es, die sprachlichen Fähigkeiten, sowie die frühe Einbindung in die Mathematik in der Kita umzusetzen, bzw. dieses zu fördern. Im Bezug auf die Mathematik handelt es sich in erster Linie um den Gebrauch mathematischer Fachwörter. Das Förderkonzept wird in der Kita durchgeführt, dennoch besteht ein familiärer Kontext, bzw. die Einbeziehung des familiären Umfeldes. Für die Frühförderung stehen unterschiedliche Materialien bereit wie beispielsweise Bilder, Spiele oder Inhalte mathematischer Aufgaben, die von den Kindern täglich genutzt werden können. Da sich die Kinder in der Kita in einer Gemeinschaft befinden, miteinander kommunizieren und sowohl mit gleichaltrigen, als auch mit den Fachkräften im Austausch sind wird zeitgleich die sprachliche Kompetenz gefördert, dieses geschieht bewusst, sowie unbewusst. Aber auch das bereits weiter oben erwähnte familiäre Umfeld wird mit Aktionen wie einem Eltern-Kind-Nachmittag in der Kita einbezogen, dieses geschieht unter anderem in Workshops.

Generell ist eine Kita mit diesem Konzept sehr gut aufgestellt. Geht die Schule aber los, sind immer wieder differenzierte Lernniveaus erkennbar. Dazu trägt selbstverständlich auch der Punkt der Individualisierung bei, aber auch erkennbar zeigt sich, welche Kinder die Frühförderungen in Kitas genießen konnten. Unterschiede zeigen sich insbesondere bei Kindern, die Förderung erlebten und Kindern, die vor der Schule keine Kita besucht haben. Dennoch sollte dieses nicht negativ gewertet werden, denn nicht nur die Kita ist für eine Frühförderung „verantwortlich“ auch das Elternhaus kann sich diesem widmen und das Kind im Bereich der Sprache oder der mathematischen Kompetenzen eigenhändig fördern. Sollte ein Kind keinerlei Förderung genossen haben, hat es in der Schule die Möglichkeit mit seinen Mitschülern/Mitschülerinnen in Kontakt zu treten und vor allem den Bereich der Sprach zu erarbeiten, bzw. Kommunikation auszubauen und in der Sprach dazuzulernen.

  1. Konkretisieren Sie die verschiedenen Funktionen der Sprache jeweils an einem konkreten Beispiel in einem Ihrer Unterrichtsfächer.

Ich lenke meinen Blickwinkel auf das Fach Sachunterricht, in dem viele unterschiedliche Themen behandelt werden, die sowohl der Wissenszufuhr, als auch der Allgemeinbildung dienen. Es ist wichtig zu kommunizieren, jedes Kind mit einzubinden und Verständnis zu einzelnen Themen oder auch Fachwörtern aufzubauen. Abläufe, wie beispielsweise im Bereich der Jahreszeiten sollten klar strukturiert wiedergegeben werden können, ebenso ein Hintergrundwissen, was im Beispiel der Jahreszeiten passiert und welche Faktoren hineinspielen. Letztlich sollte das Verständnis auch beim Lesen und Verstehen von Aufgaben und Arbeitsanweisungen gegeben sein.

 

  1. Formulieren Sie zwei Beobachtungsfragen zum Thema Sprachförderung im fachlichen Kontext für kommende Praktika.

 

  1. Inwieweit werden die Arbeitsmaterialien an die unterschiedlichen Sprachniveaus angepasst und in welchem Maß ist eine unterstützende Person vorhanden?
  2. Wie lässt sich eine faire Behandlung, sowie Förderung von Kindern mit unterschiedlichen Sprachniveaus umsetzen, um jedes Kind auf seinem aktuellen Leistungsstand individuell zu fördern?

 

Soziokulturelle Heterogenität Ringvorlesung vom 07.04.2019

Im folgenden Blogbeitrag der Ringvorlesung „Umgang mit Heterogenität in der Schule“ schreibe ich über das Thema der soziokulturellen Heterogenität an Schulen.

Blicke ich auf mein Praktikum im Bereich der Inklusiven Pädagogik zu Beginn diesen Jahres zurück, stelle ich fest das gerade die Klasse, in der ich drei Wochen neue Erfahrungen sammeln konnte, viele Beispiele der soziokulturellen Heterogenität bereithält.

Ich war in einer jahrgangsübergreifenden Klasse, der Stufen 1 und 2, unter anderem befanden sich neben den 17 Regelschüler*innen, sechs SuS mit einem Förderschwerpunkt in unterschiedlichen Stufen/Diagnosen in der Klasse. Im Bereich der jahrgangsübergreifenden Klassen lernen alle Kinder voneinander, heißt: Die „Kleinen“ lernen nicht ausschließlich von den „Großen“. So wurde auch deutlich, was sich daraus resultierend, für eine gute Klassengemeinschaft entwickelte, denn auch die Förder- und Regelschüler*innen begegneten sich auf Augenhöhe mit Respekt und Toleranz. Für alle Kinder der Klasse gab es einen eigenen Lehrplan, an dem diese im eigenen Tempo arbeiteten und Erfolge sammelten. Jedes Kind hat demnach seinen eigenen Lerngegenstand, an dem immer wieder angeknüpft wird. Diese Arbeitsformen tragen dazu bei, das die Heterogenität verstärkt und diese Lerngruppe somit als heterogen und individuell in der Gesellschaft anerkannt wird.

Die SuS lernen im Hinblick auf diese Aspekte mit verschiedenen Persönlichkeiten der Menschen umzugehen, dieses nicht nur auf unterschiedliche Behinderungen und Förderstände bezogen, sondern auch auf die Kinder, die ggf. als nicht deutschsprachige Schüler*innen in die Klasse kommen. Dieses dient einem guten Sozialverhalten der SuS, sie werden offener für jeden Menschen und auch das Arbeitsverhalten in der Klasse, in der ich mein Praktikum machen durfte, wurde gestärkt. Die SuS unterstützen sich gegenseitig, beispielsweise wurde einem Jungen mit einer Leseschwäche, von einer Mitschülerin, die gute Leistungen erzielt, im Bereich des Lesens geholfen. Dieses beschriebene Konzept lässt sich im Bereich des Unterpunktes „Interkulturelle Pädagogik“ einordnen.

Für mich wäre es interessant den Punkt der soziokulturellen Heterogenität im kommenden Praktikum noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu beobachten. Durch das IP Praktikum rückte sich der Punkt eher in den Bereich verschiedener Behinderungen oder Förderungsmöglichkeiten. Und daraus wäre es für mich ebenso interessant bei meiner neuen Beobachtung Schlüsse zu ziehen, ob sich die soziokulturelle Heterogenität positiv, sowie negativ auswirken kann.

Ich finde die Umsetzung der jahrgangsübergreifenden Klassen, an den Schulen, an denen ich dieses bisher kennenlernen durfte, sehr gelungen und würde es demnach unterstützen. Auch geschaffenen Möglichkeiten mit dem Blickwinkel auf die inklusiven Schulen finde ich gut, auch wenn dieses ein hohes Pensum an Lehr- und pädagogischen Kräften voraussetzt. Dennoch gilt es meines Erachtens, dass das Kommunizieren über Diskriminierung in verschiedensten Situationen, ebenso die Kommunikation über Rassismus ein wichtiger Bestandteil der Schule sein sollte, dem sich eine jede Lehrkraft annimmt.

Aufgabe 1 zur Ringvorlesung „Umgang mit Heterogenität in der Schule“ 01.04.2019

Ein für mich sehr zentraler und wichtiger Aspekt aus der ersten Vorlesung war das Thema Herausforderung Heterogenität in Schule und Unterricht. Dieses wurde uns im Hinblick auf das Spannungsfeld der Heterogenität und Homogenität vorgestellt. Der Stereotyp wird hier als ein „Rettungsanker“ für Ordnungswünsche beschrieben und ebenso als Basis für Diskriminierung und Vorurteile. Dieser Teil der Vorlesung ist für mich besonders interessant, da man die Stereotypen immer wieder im Alttag finden kann und diese „ganz nebenbei“ auftreten oder passieren. Gerade den Punkt Vorurteil empfinde ich als einen Zentralen, denn ich gehe davon aus, dass sich bereits jeder dieses schon einmal gebildet hat, sei es ausgesprochen oder nur gedacht worden.

Setzt man den Bezug zu Mädchen und Jungen, wird schnell klar: Mädchen spiele mit Puppen und Jungen bevorzugen Autos. Demnach kann die Lehrkraft diese leicht kategorisieren, Jungen spielen in der Pause mit Autos und Mädchen mit Puppen oder Kuscheltieren, so setzt es die Norm voraus. Was passiert aber, wenn ein Junge plötzlich die Puppe in die Hand nimmt und sich dazu entscheidet mit den Mädchen gemeinsam „Vater, Mutter, Kind“ zu spielen? Generell sollte dieses keineswegs zum Ausschluss führen oder als negativ betitelt werden, dennoch passiert es immer wieder, das die Kinder, die nicht der „Norm“ entsprechend mit abwertenden Sprüchen konfrontiert und ausgeschlossen werden. Kinder nehmen die vorgelebten Stereotypen auf und setzen diese um. Aus dem Grund kann so beispielsweise das Interesse des Jungen, mit Puppen zu spielen, unterdrückt werden.

Denke ich an mein POE zurück, habe ich genau diese Situation in einer Regenpause, in der die Kinder im Klassenraum spielen, beobachten können. Ein Schüler der Klasse war eher mit den Mädchen befreundet und verbrachte somit die Zeit außerhalb des Unterrichts lieber mit ihnen. In der besagten Pause spielten die meisten Jungen mit Lego oder Autos, während sich dieser Junge zunächst zu einer Gruppe Mädchen gesellte, die vorerst puzzelte. Nachdem das Puzzle beendet war, widmeten sich diese einer Puppe und spielten, wie es viele Mädchen tun, „Familie“. Der Junge in der kleinen Runde stellte den Vater dar, der sich um das Kind kümmerte. Als seine Mitschüler dieses mitbekamen, begannen sie zu lachen und sagten Worte wie:“Was bist du denn für ein Mädchen, du spielst mit Puppen?“

Der Begriff des Mädchens wird hier direkt als etwas Negatives dargestellt. Man stellt sich eher die Frage, warum ist es „Mädchenkram“ mit Puppen zu spielen und warum darf ein Junge nicht die Vaterrolle in einem Spiel übernehmen, dass die Mädchen spielen? Denn denkt man an seine eigene Familie, so hat jedes Kind einen Vater und dieses gilt als etwas ganz Normales. Ein wenig lässt sich dieser Aspekt auch auf die Stereotypen zwischen Mann und Frau lenken, welche in der Gesellschaft immer noch als Norm auftauchen – der Mann verdient das Geld, die Frau kümmert sich um Haushalt und Kinder.

Für das kommende POE wäre es interessant zu untersuchen, ob die Leistungen der Schüler*innen in Bezug auf den Mathematik- und Deutschunterricht, in Hinblick auf die Genderstereotypen, mit Unterschieden bewertet werden.

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