Archiv des Autors: Hendrik

Liebe Leser*innen,

leider ist dieser Blog nicht mehr auf dem neusten Stand. Dennoch haben wir uns entschieden ihn aufgrund seines umfangreichen Archivs zu den „jüngsten Protesten gegen die Kürzungen im Bildungssektor“ nicht zu deaktivieren. Gerne kann dieser Blog wieder für Anliegen in der Hochschulpolitik verwendet werden. Bei Interesse kontaktiert uns bitte über diesen Blog.

Viele Grüße,

Einige aktive der Uni Bremen

Großdemo gegen Kürzungen im Bildungsbereich

Pressemitteilung

Heute, am 04. Dezember ab 11 Uhr versammelten sich über 3000 Personen in der Bremer Innenstadt, um gegen die permanenten Sparmaßnahmen im gesamten Bildungsbereich zu protestieren. An der Demonstration mit dem Motto „Bildung am Limit! Es geht um mehr…“ nahm ein breites Bündnis aus Schüler_innen, Studierenden sowie wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen und Angestellten der Verwaltung der Hochschule und Uni teil. Entschlossen machten die Demonstrierenden mit kreativen Aktionen und Redebeiträgen vor der Bildungsbehörde, der Bremer SPD-Parteizentrale und der Bremer Bürgerschaft ihrem Ärger Luft und stritten für ein radikales Umdenken in der Bildungspolitik. Während der gesamten Demo wurden von mehreren hohen Gebäuden Banner gegen Kürzungen und für bessere Lehr- und Lernbedingungen heruntergelassen.

Gegen 11:30 Uhr starteten die Protestierenden mit zahlreichen bunten Transparenten, Pfeifen und Musik lautstark vom Hauptbahnhof Richtung Bildungsbehörde. Dort angekommen gab es die ersten Redebeiträge von Studierenden der Uni Bremen und der GSV. Schüler_innen wie Studierende prangern eine stetige Verschlechterung ihrer Lernbedingungen an und empören sich über steigenden Leistungsdruck und Lernzwänge bei gleichzeitigem drastischen Rückgang finanzieller Mittel. Motiviert zogen sie anschließend über den Breitenweg und die Bürgermeister-Smidt-Straße weiter zum Brill. Auf dem Weg wurde am Parkhaus in Nähe des Brill ein schwarzes Banner mit der Aufschrift „Ruhe vor dem Sturm“ heruntergelassen.

Vor Ort am Brill verurteilte der AStA der Hochschule in einem Redebeitrag die anstehenden massiven Kürzungen von 40 Prozent an ihrer Hochschule im Rahmen von „Step 2020“, die einer Teilschließung derselbigen gleichkommen würden. Kämpferisch schloss Henni vom AStA der HS: „Wir lassen uns nicht leise sparen, wir bleiben laut!“ Währenddessen ließ eine Gruppe Aktiver ein weiteres Banner vom Hochhaus an der Obernstraße Ecke Bürgermeister-Smidt-Straße herunter: „Freie Bildung für freie Menschen“. Außerdem stellte die Hochschulpolitische Gruppe Avanti die Kürzungen im Bildungsbereich in einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang, in dem das „Individuum zum Mini-Unternehmen“ werde und es nicht mehr um ein bedürfnisorientiertes individuelles Lernen gehe. Auch die GEW sprach in einem Grußwort ihre Solidarität aus und forderte ebenfalls, den Bildungsetat massiv aufzustocken. Es gehe um die Vision einer gerechten Bildung für alle.

Um die politisch Verantwortlichen direkt zu adressieren, hielt die Demo vor der SPD-Parteizentrale in der Obernstraße und forderte erneut mit Nachdruck, die Spar- und Kürzungsmaßnahmen im Bremer Bildungsbereich nicht weiter umzusetzen. Stattdessen erwarten die Demonstrierenden ein radikales Umdenken und Handeln von SPD und Grünen in ihrer Bildungspolitik. Dies impliziert nicht nur eine ausreichende und angemessene finanzielle Unterstützung. Laut und mächtig fordert Sina Plaga von der Liste der StudiengangsAktiven (LiSA) der Uni Bremen: „Was wir wollen ist eine klare Entscheidung, Bildung ganz nach oben zu setzen“ Auf der letzten Zwischenkundgebung vor der Bremer Bürgerschaft kritisierten wissenschaftliche Mitarbeiter_innen der Uni Bremen die anhaltenden Verschärfungen der Arbeits-, Forschungs- und Lernbedingungen und setzten sich für eine gerechte, sichere Ausstattung aller Fachbereiche ohne dem Prinzip der Verwertungslogik ein.

Lautstark und mit gerufenen Parolen wie „Solidarität statt Konkurrenz. Nieder mit der Exzellenz!“ und „Bildungsklau im ganzen Land. Unsere Antwort Widerstand!“ kam die Demonstration gegen 13:30 Uhr am Theater am Goetheplatz an. Auf der Abschlusskundgebung wurde noch einmal deutlich, dass dies erst der Anfang war. Gemeinsam, entschlossen und statusgruppenübergreifend werden die Proteste weiter gehen. Solange bis die politischen Verantwortlichen des rot-grünen Senats sich ihrer Verantwortung stellen und die Forderungen umsetzen.

Insgesamt sind die Initiator_innen mit dem Ergebnis der gemeinsamen Bildungsdemonstration von GSV, Hochschule und Uni sehr zufrieden. Die Großdemonstration gegen Kürzungen im Bildungsbereich ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die Betroffen zusammenschließen und sich gemeinsam gegen die herrschende Bildungspolitik wehren. Die Polizei hielt sich während der gesamten Demo weitestgehend im Hintergrund.

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Für weitere Fragen und Gespräche sind wir erreichbar unter 0152-14 12 54 78
Anna Siewert (Studierende Uni Bremen) Anna Vosgerau (Studierende Uni Bremen) Franziska Rauh (wissenschaftliche Mitarbeiterin Uni Bremen) Hendrik Schröder (wissenschaftlicher Mitarbeiter Uni Bremen) Kristin Reimers (Studierende Uni Bremen) Till Kathmann (wissenschaftlicher Mitarbeiter Uni Bremen)

Vollversammlung: Studierendenschaft der Uni Bremen spricht sich einstimmig gegen Kürzungen aus

Pressemitteilung vom 28.11.2013

Die Studierenden der Uni Bremen positionieren sich auf ihrer heutigen Vollversammlung ausdrücklich gegen den geplanten Stellenabbau an ihrer Uni und zeigen sich mit den wissenschaftlichen Mitarbeiter_ innen und Verwaltungsangestellten solidarisch. Gleichzeitig fordern sie Rektor Scholz-Reiter auf, die vom rot-grünen Senat angestrebten Kürzungsmaßnahmen nicht durchzusetzen. Sie plädieren stattdessen für einen freien Bildungszugang für alle und rufen geschlossen zur Großdemonstration am 04. Dezember auf. Ihren Forderungen verhalfen knapp 2000 der Teilnehmenden mit einem spontanen Fahrrad- Flashmob am Stern zu großer öffentlicher Aufmerksamkeit.

Auf der heute einberufenen studentischen Vollversammlung mit knapp 2000 Teilnehmenden haben sich die Studierenden als größte Statusgruppe der Uni Bremen eindeutig gegen die Umsetzung der geplanten Kürzungsmaßnahmen im wissenschaftlichen Mittelbau und Verwaltungsbereich ausgesprochen. „Keine einzige Stelle, sondern mehr!“ fordert Sina Plaga vom uniweiten Aktionsbündnis. Dem schließt sich die versammelte Studierendenschaft an, indem sie auf eine ausreichende Grundfinanzierung drängt, um den schon jetzt prekären Arbeitsverhältnissen im Mittelbau, der unzureichenden Qualität der Lehre und der weiteren Schließung von Studiengängen entgegenzuwirken. Damit solidarisiert sie sich zugleich mit den Mitarbeiter_innen der Uni Bremen.

Die Studierenden wenden sich auch an das Rektorat, insbesondere an Rektor Bernd Scholz-Reiter mit der Aufforderung seiner artikulierten Ablehnung der Kürzungen auch klare Handlungen folgen zu lassen. Den Stellenabbau an der Universität soll er nicht durchsetzen. Stattdessen wird er aufgefordert, sich für mehr Stellen einzusetzen. Sie verlangen zudem, sämtliche stattfindende Verhandlungen mit der Bildungsbehörde transparent und öffentlich zu machen.

Darüber hinaus prangern die Studierenden die politische Praxis des rot-grünen Senats an. Es ist absurd und nicht vertretbar, dass die in den letzten Tagen beschlossene (minimale) Erhöhung des Bildungsetats im kommenden Haushalt auf Kosten anderer sozialer Bereiche wie der Stadtteilförderung gehen soll. Mit großer Mehrheit verurteilen sie die bestehende Unterfinanzierung im gesamten Bildungsbereich und setzen sich für einen freien Zugang aller zu Bildung ein.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen und sie nach außen zu tragen, rufen die Studierenden geschlossen zur Teilnahme an der Großdemonstration gegen sämtliche Kürzungsmaßnahmen im Bildungsbereich auf. Sie findet am kommenden Mittwoch, den 4. Dezember um 11 Uhr unter dem Motto „Bildung am Limit! Es geht um mehr…“ in der Bremer Innenstadt statt und wird von Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen der Universität und Hochschule sowie von Schüler_innen der GSV organisiert. Treffpunkt iat am Hauptbahnhof/Überseemuseum.

Im Anschluss der Vollversammlung beschloss ein Teil der versammelten Studierenden spontan schon heute seinen Unmut kundzutun um ihre Forderungen zu bekräftigen. So wurde die Kreuzung “Am Stern“ durch einen Fahrrad-Flashmob blockiert. Die Autofahrer_innen im lahmgelegten Verkehr wurden mit Flyern über die Stellenkürzungen informiert.

Die Vollversammlung wurde im Rahmen der uniweiten Protestwoche Anfang November auf dem studentischen Aktiventreffen beschlossen und im Namen von über 1200 Studierenden einberufen. Es gab zahlreiche Rede- und Diskussionsbeiträge von diversen Stugen und Hochschulgruppe, die breite Zustimmung fanden. Die Initiator_innen zeigen sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Überwältigt von der Dynamik der VV sind sie entschlossen die bisherigen erfolgreichen Proteste auch über die Demonstration hinaus mit diversen Aktionsformen weiter fortzuführen. „Wir werden solange kämpfen, bis all unsere Forderungen und Ziele verwirklicht sind“, so Manuel Cordsen vom Aktionsbündnis.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Anna Siewert, Anna Vosgerau und Kristin Reimers als Pressegruppe des Aktionsbündnisses. Zu erreichen sind wir unter: 0152/14 12 54 78

Projekt “Mängelliste”

Wir vom studentischen Aktiventreffen möchten gemeinsam mit Euch die aktuelle Studien- und Lehrsituation aller Studiengänge zusammentragen. Hierzu haben wir einen Leitfaden entwickelt. Im Rahmen der Diskussionen dazu ist uns aufgefallen, dass es zwar viele einzelne Beschwerden und eine diffuse Stimmung der Unzufriedenheit, aber wenig Konkretes gibt. Für erfolgreicheren Protest sind umfassendere Informationen über die gegenwärtigen Zustände in allen Studiengängen jedoch von großem Vorteil. Gemeinsam mit Euch möchten wir deshalb einen Überblick und gleichzeitig einen tieferen Einblick schaffen, der uns allen eine bessere Diskussionsgrundlage liefern soll.
Das Studentisches Aktiventreffen trifft sich jeden Donnerstag um 14.00 Uhr im GW2 bei den Haupttreppen.