Liebe Leser*innen,

leider ist dieser Blog nicht mehr auf dem neusten Stand. Dennoch haben wir uns entschieden ihn aufgrund seines umfangreichen Archivs zu den „jüngsten Protesten gegen die Kürzungen im Bildungssektor“ nicht zu deaktivieren. Gerne kann dieser Blog wieder für Anliegen in der Hochschulpolitik verwendet werden. Bei Interesse kontaktiert uns bitte über diesen Blog.

Viele Grüße,

Einige aktive der Uni Bremen

Resolution gegen die Schließungspläne des Faches Psychologie an der Universität Bremen

Hier dokumentieren wir die Resolution der Vollversammlung der Studierenden, Dozierenden, Verwaltungsangestellten und Unterstützer*innen der von der Schließung bedrohten Psychologiestudiengänge. Unterstützt den Studiengang solidarisch gegen die Schließungspläne und für den Erhalt einer Volluniversität und ein selbstbestimmtes Studium!

Resolution gegen die Schließungspläne der Senatorin Frau Prof. Dr. Quante-Brandt für das Fach Psychologie an der Universität Bremen
Wir, die Studierenden, Dozent*Innen, Verwaltungsangestellten und Unterstützer*Innen der Universität Bremen, insbesondere des Faches Psychologie, stellen uns mit aller Entschlossenheit gegen eine Schließung der Studiengänge Bachelor Psychologie, Master Klinische Psychologie, Master Neurosciences und Master Wirtschaftspsychologie.
Wir fordern Klarheit über die aktuellen Beratungen und Überlegungen zu einer Schließung der Psychologiestudiengänge, die zwischen dem Rektorat und der senatorischen Behörde besprochen werden. Weiter fordern wir die Beteiligung an den Verhandlungen und den Einbezug der Studierenden.

Die Psychologie in Bremen ist ein stark nachgefragtes Fach mit sehr guten Studierenden und hoher Effizienz.
Wir wehren uns dagegen, dass die Psychologie in Bremen schlecht geredet wird, nur um Spargründe zu legitimieren. Hierzu die Fakten:

Jede sechste Bewerbung, die an der Uni Bremen eingeht, ist eine Bewerbung für einen Studienplatz im Bachelor Psychologie. Jede fünfte Masterbewerbung geht für einen Psychologie-Masterplatz ein. Die Zahl der Bewerbungen auf einen Studienplatz in der Psychologie nimmt jährlich zu und hat sich seit dem Wintersemester 2010/2011 von 3019 auf 6586 mehr als verdoppelt. Allein zum letzten Wintersemester haben sich 5221 Personen auf einen Bachelor-Studienplatz in Psychologie an der Universität Bremen beworben. Nur 145 haben einen Platz bekommen.

Über 85% der Studienanfänger*Innen seit dem Wintersemester 2007/2008 absolvierten ihren Bachelor- bzw. Master-Studiengang in den vorgesehen sechs bzw. vier Semestern Regelstudienzeit, was ein Beleg für die Effizienz des Studiengangs ist. Dies wurde bei der jüngsten Reakkreditierung durch Acquin ausdrücklich anerkannt.

Als bestes Beispiel für den Zuwachs an Interessenten für Studienplätze dient der Master Wirtschaftspsychologie: vom Wintersemester 2009/2010 bis zum Wintersemester 2013/2014 hat sich die Zahl der Bewerbungen von 300 auf 600 verdoppelt.

Die Psychologie in Bremen ist interdisziplinär und international erfolgreich in Forschung und Transfer und trägt zur Profilbildung bei.
Die Institute des Fachs Psychologie sind weit über die Grenzen Bremens hinaus bekannt und anerkannt. Die Forschungsschwerpunkte spiegeln sich in den drei Masterstudiengängen Klinische Psychologie, Wirtschaftspsychologie und Neuroscience wieder. Die Schließung des Bachelors würde diese Studiengänge insofern aussterben lassen, da die nicht wiederbesetzten Professuren auch für diese Studiengänge benötigten werden.

Die Forschung, die aufgrund ihrer Qualität auch hohe Drittmittelsummen erwirtschaftet, ist ein Aushängeschild der Universität und muss fortgeführt werden. Im Fach Psychologie werden umgerechnet auf alle Wissenschaftler*Innen pro Kopf und Jahr 52.000 Euro an Drittmitteln erwirtschaftet. Zu den Drittmitteln kommen Einnahmen aus den Dienstleistungen für die Region in Therapie, Beratung und Fortbildung, in denen sich die Bremer Psychologie besonders engagiert.

Absolventen*Innenstudien zeigen, dass in Bremen ausgebildete Klinische, Neuro- und Wirtschaftspsycholog*Innen, hervorragend für den Arbeitsmarkt qualifiziert werden. Ein Beispiel: In den Abschlussjahren 2012 und 2013 jeweils 31 von 44 Absolventen*Innen der Wirtschaftspsychologie direkt in einen Beruf in verschiedensten Branchen einsteigen.
Kann es sich das Land Bremen wirklich erlauben, einen so bedeutenden und gefragten Studiengang zu streichen?
Die Psychologie ist für das Land Bremen und für die ganze Region Norddeutschland extrem wichtig. In fast allen Bereichen werden Psycholog*Innen verschiedener Ausrichtungen eingestellt und benötigt. Es gibt in Norddeutschland kaum Studienstandorte für das Fach Psychologie. Umso wichtiger ist es, den Studienstandort Bremen zu erhalten. Sollte man den gesamten Gesundheitssektor wirklich in private Hände, in Form der Jacobs- University, übergeben oder schlicht weg völlig vernachlässigen? Allein als präventive Maßnahme ist es von entscheidender Bedeutung, das Fach Psychologie als öffentliches Lehrfach existieren zu lassen.
Die psychotherapeutische Versorgung ist im Land Bremen mit 57,2 Psychotherapeuten auf 100.000 Einwohner zwar überdurchschnittlich, im umliegenden Bundesland Niedersachsen liegt diese Zahl allerdings mit 21,3 unter Bundesdurchschnitt. Lange Wartezeiten sind die Folge; von einer ausreichenden Bedarfsdeckung an Psychotherapeuten kann keine Rede sein. Ohne Nachwuchs wird sich die Versorgung in Zukunft extrem verschlechtern. Es ist völlig unverständlich, dass angesichts wachsender psychosozialer Problemlagen in allen Lebensbereichen das Studium der Psychologie an der Universität Bremen abgeschafft werden soll.

Wir protestieren gegen den Versuch, die Psychologiestudiengänge einfach aussterben zu lassen, indem Lehrstühle von Professoren*Innen, die in Pension gehen, nicht neu besetzt werden und somit die Lern- und Lehrbedingungen immer schlechter werden. Von diesem Prozess wären in den nächsten fünf Jahren sechs von sieben Eckprofessuren betroffen. Schon jetzt ist infolge bestehender Vakanzen die Überlast so massiv, dass es kein Wunder ist, wenn sich dies im CHE-Ranking niederschlägt. Dass eine angemessene Ausstattung und professorale Lehre notwendig ist, hat auch die Reakkreditierungskommission jetzt der Universität als Auflage erteilt. Angesichts der aktuellen Situation halten wir es für unverantwortlich im Herbst weitere 300 Studierende zuzulassen.

Die Professuren dürfen nicht als Fünfjahresverträge ausgeschrieben werden, sondern müssen Bewerbern*Innen eine langfristige Perspektive bieten, da Bremen sonst als Lehr- und Forschungsstandort für Psychologen*Innen völlig uninteressant wird. Auch die Aussicht, als neu-eingestellte Professoren*Innen die aktuell 1022 Studenten „abzuwickeln“, ist völlig unattraktiv.
Wir fordern die Entfristung der Professor*Innen-Verträge, eine rechtzeitige und langfristige Neubesetzung der Professuren und damit die langfristige Sicherung aller vier Psychologie-Studiengänge in Bremen!

Der Rektor hat sich die Erhaltung der Volluniversität auf die Fahnen geschrieben. Wir nehmen ihn beim Wort und erwarten eine aktive Unterstützung zur Erhaltung des Vollfachs Psychologie in der Exzellenzuniversität.

Wir fordern alle Universitätsmitglieder, den Akademischen Senat, die Stugen, die Bürgerschaft und die Bürger des Landes Bremen auf, sich den Schließungsplänen und gegen die geplanten Einsparungen an der Universität entgegenzustellen und sich mit den Betroffenen aus dem Fach Psychologie und anderen Studiengängen zu solidarisieren.

Infoveranstaltung der Uni-Leitung zu den Konsequenzen der Begutachtung durch den Wissenschaftsrat

Am 18. Dezember um 15:00 Uhr lädt das Rektorat alle Angehörigen der Uni Bremen zu einer Informationsveranstaltung in der Mensa ein. Themen:

  • Konsequenzen der Uni-Begutachtung durch den Wissenschaftsrat
  • Uni-Finanzierung, Stellenkürzungen, Raumprobleme
  • Lehre und Studium
  • 1 Jahr Exzellenz-Universität Bremen
  • Fragen an das Rektorat

Kommt zahlreich und stellt Eure Fragen!

Bildungsdemo 04.12.13

Großdemo gegen Kürzungen im Bildungsbereich

Pressemitteilung

Heute, am 04. Dezember ab 11 Uhr versammelten sich über 3000 Personen in der Bremer Innenstadt, um gegen die permanenten Sparmaßnahmen im gesamten Bildungsbereich zu protestieren. An der Demonstration mit dem Motto „Bildung am Limit! Es geht um mehr…“ nahm ein breites Bündnis aus Schüler_innen, Studierenden sowie wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen und Angestellten der Verwaltung der Hochschule und Uni teil. Entschlossen machten die Demonstrierenden mit kreativen Aktionen und Redebeiträgen vor der Bildungsbehörde, der Bremer SPD-Parteizentrale und der Bremer Bürgerschaft ihrem Ärger Luft und stritten für ein radikales Umdenken in der Bildungspolitik. Während der gesamten Demo wurden von mehreren hohen Gebäuden Banner gegen Kürzungen und für bessere Lehr- und Lernbedingungen heruntergelassen.

Gegen 11:30 Uhr starteten die Protestierenden mit zahlreichen bunten Transparenten, Pfeifen und Musik lautstark vom Hauptbahnhof Richtung Bildungsbehörde. Dort angekommen gab es die ersten Redebeiträge von Studierenden der Uni Bremen und der GSV. Schüler_innen wie Studierende prangern eine stetige Verschlechterung ihrer Lernbedingungen an und empören sich über steigenden Leistungsdruck und Lernzwänge bei gleichzeitigem drastischen Rückgang finanzieller Mittel. Motiviert zogen sie anschließend über den Breitenweg und die Bürgermeister-Smidt-Straße weiter zum Brill. Auf dem Weg wurde am Parkhaus in Nähe des Brill ein schwarzes Banner mit der Aufschrift „Ruhe vor dem Sturm“ heruntergelassen.

Vor Ort am Brill verurteilte der AStA der Hochschule in einem Redebeitrag die anstehenden massiven Kürzungen von 40 Prozent an ihrer Hochschule im Rahmen von „Step 2020“, die einer Teilschließung derselbigen gleichkommen würden. Kämpferisch schloss Henni vom AStA der HS: „Wir lassen uns nicht leise sparen, wir bleiben laut!“ Währenddessen ließ eine Gruppe Aktiver ein weiteres Banner vom Hochhaus an der Obernstraße Ecke Bürgermeister-Smidt-Straße herunter: „Freie Bildung für freie Menschen“. Außerdem stellte die Hochschulpolitische Gruppe Avanti die Kürzungen im Bildungsbereich in einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang, in dem das „Individuum zum Mini-Unternehmen“ werde und es nicht mehr um ein bedürfnisorientiertes individuelles Lernen gehe. Auch die GEW sprach in einem Grußwort ihre Solidarität aus und forderte ebenfalls, den Bildungsetat massiv aufzustocken. Es gehe um die Vision einer gerechten Bildung für alle.

Um die politisch Verantwortlichen direkt zu adressieren, hielt die Demo vor der SPD-Parteizentrale in der Obernstraße und forderte erneut mit Nachdruck, die Spar- und Kürzungsmaßnahmen im Bremer Bildungsbereich nicht weiter umzusetzen. Stattdessen erwarten die Demonstrierenden ein radikales Umdenken und Handeln von SPD und Grünen in ihrer Bildungspolitik. Dies impliziert nicht nur eine ausreichende und angemessene finanzielle Unterstützung. Laut und mächtig fordert Sina Plaga von der Liste der StudiengangsAktiven (LiSA) der Uni Bremen: „Was wir wollen ist eine klare Entscheidung, Bildung ganz nach oben zu setzen“ Auf der letzten Zwischenkundgebung vor der Bremer Bürgerschaft kritisierten wissenschaftliche Mitarbeiter_innen der Uni Bremen die anhaltenden Verschärfungen der Arbeits-, Forschungs- und Lernbedingungen und setzten sich für eine gerechte, sichere Ausstattung aller Fachbereiche ohne dem Prinzip der Verwertungslogik ein.

Lautstark und mit gerufenen Parolen wie „Solidarität statt Konkurrenz. Nieder mit der Exzellenz!“ und „Bildungsklau im ganzen Land. Unsere Antwort Widerstand!“ kam die Demonstration gegen 13:30 Uhr am Theater am Goetheplatz an. Auf der Abschlusskundgebung wurde noch einmal deutlich, dass dies erst der Anfang war. Gemeinsam, entschlossen und statusgruppenübergreifend werden die Proteste weiter gehen. Solange bis die politischen Verantwortlichen des rot-grünen Senats sich ihrer Verantwortung stellen und die Forderungen umsetzen.

Insgesamt sind die Initiator_innen mit dem Ergebnis der gemeinsamen Bildungsdemonstration von GSV, Hochschule und Uni sehr zufrieden. Die Großdemonstration gegen Kürzungen im Bildungsbereich ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die Betroffen zusammenschließen und sich gemeinsam gegen die herrschende Bildungspolitik wehren. Die Polizei hielt sich während der gesamten Demo weitestgehend im Hintergrund.

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Für weitere Fragen und Gespräche sind wir erreichbar unter 0152-14 12 54 78
Anna Siewert (Studierende Uni Bremen) Anna Vosgerau (Studierende Uni Bremen) Franziska Rauh (wissenschaftliche Mitarbeiterin Uni Bremen) Hendrik Schröder (wissenschaftlicher Mitarbeiter Uni Bremen) Kristin Reimers (Studierende Uni Bremen) Till Kathmann (wissenschaftlicher Mitarbeiter Uni Bremen)

Beschlüsse der studentischen Vollversammlung vom 28.11

Folgende Beschlüsse fasste die Studierendenschaft der Uni Bremen auf ihrer Vollversammlung vom 28.11

1. Die Studierendenschaft lehnt die Kürzungen im wissenschaftlichen Mittelbau und im Verwaltungsbereich in jeglicher Form ab. Stattdessen fordern wir eine ausreichende Grundfinanzierung, um den prekären Arbeitsverhältnissen im Mittelbau und der weiteren Schließung von Studiengängen entgegenzuwirken. Die gleichzeitige Streichung von Mitteln aus sozialen Bereichen, wie der Stadtteilförderung lehnen wir entschieden ab.

2. Wir fordern das Rektorat der Universität Bremen auf, seiner angeblichen Ablehnung der Kürzungen auch klare Handlungen folgen zu lassen, die Verhandlungen mit dem Senat transparent zu machen, die Kürzungen nicht umzusetzen und sich für die Schaffung neuer Stellen einzusetzen.

3. Wir verurteilen die allgemeine Unterfinanzierung des gesamten Bildungsbereichs und fordern einen freien Zugang zu allen Bildungsebenen für alle Menschen unserer Gesellschaft. In diesem Sinne lehnen wir sowohl ein sozial selektierendes Schulsystem ab, als auch Hochschulzulassungsbeschränkungen, Studiengebühren und eine wirtschaftsorientierte Hochschulpolitik.

4. Wir rufen alle direkt und indirekt Betroffenen zur friedlichen Teilnahme an der Großdemonstration am 04. Dezember 2013 gegen die angekündigten Kürzungsmaßnahmen im Bremer Bildungsbereich auf.

„Bildung am Limit! Es geht um mehr…!“ Gemeinsame Bildungsdemo am Mittwoch, 04.12., 11 Uhr Hauptbahnhof

An der Universität Bremen soll gekürzt werden. Insgesamt sind 130 wissenschaftliche Mitarbeiter_Innenstellen in Gefahr. Daraufhin hat sich ein breites Bündnis aus Wissenschaftlichen Mitarbeiter_Innen und Studierenden formiert um gegen die anstehenden Kürzungen zu protestieren. Der Senat reagierte auf die Proteste mit einem Angebot, welches vorsieht weniger Stellen als geplant zu streichen und weiteres Geld für universitäre Bildung zu bewilligen. Doch das reicht uns nicht, denn es geht um mehr:
Seit Jahren kämpfen sowohl Schüler_Innen und Student_Innen als auch Lehrer_Innen und Dozent_Innen für bessere Bildungsbedingungen. Überfüllte Hörsaale und Seminare, ausfallender Unterricht an Schulen und unbezahlte Überstunden von Lehrer_Innen und Dozent_Innen zeugen von einer massiven Unterfinanzierung des Bildungssystems. Einen weiteren Rückbau nehmen wir nicht hin! Es geht um mehr und nicht um weniger Geld für Bildung.
Es geht um eine, den individuellen Bedürfnissen gerecht werdende Form des Lernens und Lehrens und nicht um massenhafte Abfertigung.
Es geht um weniger Druck und mehr Selbstbestimmung. Bildungsinstitutionen dürfen nicht zu Unternehmen werden!
Deshalb reichen kleinere Korrekturmaßnahmen nicht aus. Es braucht einen grundlegenden Wandel im Verständnis von Bildung, der freie Wissensvermittlung in den Vordergrund stellt! Wir wollen freie Bildung statt reine Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt! Lasst uns deshalb weiterhin auf die Straße gehen, um auf die prekäre Bildungssituation aufmerksam zu machen und dagegen zu kämpfen!

Vollversammlung: Studierendenschaft der Uni Bremen spricht sich einstimmig gegen Kürzungen aus

Pressemitteilung vom 28.11.2013

Die Studierenden der Uni Bremen positionieren sich auf ihrer heutigen Vollversammlung ausdrücklich gegen den geplanten Stellenabbau an ihrer Uni und zeigen sich mit den wissenschaftlichen Mitarbeiter_ innen und Verwaltungsangestellten solidarisch. Gleichzeitig fordern sie Rektor Scholz-Reiter auf, die vom rot-grünen Senat angestrebten Kürzungsmaßnahmen nicht durchzusetzen. Sie plädieren stattdessen für einen freien Bildungszugang für alle und rufen geschlossen zur Großdemonstration am 04. Dezember auf. Ihren Forderungen verhalfen knapp 2000 der Teilnehmenden mit einem spontanen Fahrrad- Flashmob am Stern zu großer öffentlicher Aufmerksamkeit.

Auf der heute einberufenen studentischen Vollversammlung mit knapp 2000 Teilnehmenden haben sich die Studierenden als größte Statusgruppe der Uni Bremen eindeutig gegen die Umsetzung der geplanten Kürzungsmaßnahmen im wissenschaftlichen Mittelbau und Verwaltungsbereich ausgesprochen. „Keine einzige Stelle, sondern mehr!“ fordert Sina Plaga vom uniweiten Aktionsbündnis. Dem schließt sich die versammelte Studierendenschaft an, indem sie auf eine ausreichende Grundfinanzierung drängt, um den schon jetzt prekären Arbeitsverhältnissen im Mittelbau, der unzureichenden Qualität der Lehre und der weiteren Schließung von Studiengängen entgegenzuwirken. Damit solidarisiert sie sich zugleich mit den Mitarbeiter_innen der Uni Bremen.

Die Studierenden wenden sich auch an das Rektorat, insbesondere an Rektor Bernd Scholz-Reiter mit der Aufforderung seiner artikulierten Ablehnung der Kürzungen auch klare Handlungen folgen zu lassen. Den Stellenabbau an der Universität soll er nicht durchsetzen. Stattdessen wird er aufgefordert, sich für mehr Stellen einzusetzen. Sie verlangen zudem, sämtliche stattfindende Verhandlungen mit der Bildungsbehörde transparent und öffentlich zu machen.

Darüber hinaus prangern die Studierenden die politische Praxis des rot-grünen Senats an. Es ist absurd und nicht vertretbar, dass die in den letzten Tagen beschlossene (minimale) Erhöhung des Bildungsetats im kommenden Haushalt auf Kosten anderer sozialer Bereiche wie der Stadtteilförderung gehen soll. Mit großer Mehrheit verurteilen sie die bestehende Unterfinanzierung im gesamten Bildungsbereich und setzen sich für einen freien Zugang aller zu Bildung ein.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen und sie nach außen zu tragen, rufen die Studierenden geschlossen zur Teilnahme an der Großdemonstration gegen sämtliche Kürzungsmaßnahmen im Bildungsbereich auf. Sie findet am kommenden Mittwoch, den 4. Dezember um 11 Uhr unter dem Motto „Bildung am Limit! Es geht um mehr…“ in der Bremer Innenstadt statt und wird von Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen der Universität und Hochschule sowie von Schüler_innen der GSV organisiert. Treffpunkt iat am Hauptbahnhof/Überseemuseum.

Im Anschluss der Vollversammlung beschloss ein Teil der versammelten Studierenden spontan schon heute seinen Unmut kundzutun um ihre Forderungen zu bekräftigen. So wurde die Kreuzung “Am Stern“ durch einen Fahrrad-Flashmob blockiert. Die Autofahrer_innen im lahmgelegten Verkehr wurden mit Flyern über die Stellenkürzungen informiert.

Die Vollversammlung wurde im Rahmen der uniweiten Protestwoche Anfang November auf dem studentischen Aktiventreffen beschlossen und im Namen von über 1200 Studierenden einberufen. Es gab zahlreiche Rede- und Diskussionsbeiträge von diversen Stugen und Hochschulgruppe, die breite Zustimmung fanden. Die Initiator_innen zeigen sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Überwältigt von der Dynamik der VV sind sie entschlossen die bisherigen erfolgreichen Proteste auch über die Demonstration hinaus mit diversen Aktionsformen weiter fortzuführen. „Wir werden solange kämpfen, bis all unsere Forderungen und Ziele verwirklicht sind“, so Manuel Cordsen vom Aktionsbündnis.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Anna Siewert, Anna Vosgerau und Kristin Reimers als Pressegruppe des Aktionsbündnisses. Zu erreichen sind wir unter: 0152/14 12 54 78

24-Stunden-Vorlesung

Vom 02. Dezember 2013 um 8:00 Uhr bis zum 03. Dezember um 9:00 Uhr wird eine 24-Stunden-Vorlesung im Hörsaal NW2 C0290 stattfinden. Mit der 24 Stunden Dauer-Vorlesung wollen Dozentinnen und Dozenten, ebenso wie Studenten und Studentinnen deutlich machen: „Wir würden ja gerne lehren und lernen! Nehmt uns nicht die Grundlagen dafür!” Dozent*innen aus den verschiedenen Fachbereichen werden ein buntes Programm aus Vorträgen und Experimenten halten. Als Highlight wird der Uni Chor um 20:15 auftreten. Alle Vorträge sind umsonst und auch für Uniexterne geeingnet.

Informationen und das (noch vorläufige) Programm gibts hier.