von Thea Rudkowski und Petra Boxler — Bild: © Akademie für Weiterbildung / Universität Bremen
Berufliche Wege verlaufen selten geradlinig – und lebenslanges Lernen ist längst Realität. Doch wie lassen sich aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in ein oft durchgetaktetes Berufsleben integrieren? An der Universität Bremen gibt es jetzt eine innovative Antwort darauf: Microcredentials.
Weiterbildung im Baukastensystem
Microcredentials sind zertifizierte Module aus regulären Bachelor- oder Masterstudiengängen, die gezielt für Berufstätige geöffnet werden. Sie kombinieren wissenschaftliche Tiefe mit beruflicher Relevanz und ermöglichen eine flexible Weiterbildung nach individuellen Bedarfen. Im Rahmen des Modulstudiums können Teilnehmende eine reguläre Lehrveranstaltung absolvieren, die vorgesehene Prüfung ablegen und erhalten bei erfolgreichem Abschluss ein offizielles Modulzertifikat inklusive ECTS-Credit Points – das Microcredential.
Für Lehrende: Mit wenig Aufwand viel bewirken
Auch aus Ihrer Lehrenden-Perspektive ist das neue Format attraktiv: Wer ein Modul öffnet, ermöglicht Berufstätigen den Zugang zu aktueller Forschung und Lehre. Die Rolle der Universität als Bildungsbegleiterin über den gesamten Lebensverlauf hinweg wird dadurch gestärkt. Zudem bereichert die Teilnahme der „Modulstudierenden“ den fachlichen Austausch sowie den Praxistransfer. Die Modulöffnung erfordert keine Ressourcen und Ihr zusätzlicher Prüfungsaufwand wird finanziell kompensiert: Für jeden erfolgreichen Abschluss werden derzeit 25 Euro pro Credit Point an Ihren Fachbereich oder die:den Modulverantwortliche:n gezahlt.
Was Module leisten können: Erfahrungsberichte aus der Praxis
Die Beispiele aus dem BMBF-geförderten Projekt „konstruktiv“, in dem das Konzept für diese Form des Modulstudiums entstanden ist, zeigen eindrücklich, wie zielgerichtet Microcredentials berufliche Übergänge unterstützen: Eine Physikerin bereitet sich auf den Wechsel in die medizinische Spracherkennung vor, ein Psychologe stärkt seine IT-Kompetenzen für die Bildungsdigitalisierung, eine zahnmedizinische Fachangestellte qualifiziert sich für das Praxismanagement – und ein Lehrer erweitert sein Fächerprofil. Sie alle profitieren von passgenauer wissenschaftlicher Weiterbildung auf Hochschulniveau.
Klare Strukturen, einfache Umsetzung
Die rechtlichen Grundlagen stehen: Der Akademische Senat hat im Februar 2025 entsprechende Prüfungs- und Aufnahmeordnungen für das Modulstudium beschlossen. Die Akademie für Weiterbildung begleitet Lehrende und Teilnehmende durch den gesamten Prozess – von der Modulwahl über die Veröffentlichung bis zur Ausstellung des Zertifikats. Ein ZfN-Account und der Zugang zu Stud.IP sind inklusive.
Mitmachen leicht gemacht
Wenn Sie als Lehrende:r Ihr Modul öffnen möchten, benötigen Sie lediglich:
- ein Modul, das für Berufstätige mit passendem fachlichem Hintergrund thematisch relevant ist,
- Kapazitäten für einige zusätzliche Teilnehmende,
- Bereitschaft zur Prüfungsabnahme und
- nach Möglichkeit flexible Veranstaltungsformate (z. B. Block, Randzeiten oder Online).
Die Akademie für Weiterbildung steht Ihnen unterstützend zur Seite – auch bei Ideen für neue Angebote. Mehr Informationen finden Sie in unserem Info-Faltblatt.


