Ich bin hier und Bethlehem ist weit!

Ich bin hier und Bethlehem ist weit!…..

…..ist ein Satz der mich schon lange beschäftigt. Vorweg ein Paar Lyrics:

Glaubt mir, ich hab den Weihnachtsmann
Mit eigenen Augen gesehen
Er ist zur Zeit bei uns im Haus
Und hält sich dort versteckt
Er riecht nach Äpfeln und nach Schnee,
Er kommt wohl gerade aus seinem Wald
Seine Augen sehen so traurig aus,
Ihm ist bestimmt ganz kalt
Hört mir irgendjemand zu?
Der Weihnachtsmann ist hier bei uns!
Er hängt auf dem Dachboden rum,
Ich glaube er braucht Hilfe und ist in Not
Plätzchen, Nüsse und Geschenkpapier
Sind wild auf dem Boden zerstreut
Zwischen zwei Wunschzetteln und ’ner Flasche Schnaps
Liegt sein Studentenausweis
Der rote Mantel und sein weißer Bart,
Ja selbst die Stiefel liegen neben seinem Sack
Mittendrin ein umgekippter Stuhl,
Auf einer Karte steht von ihm ein Gruß:
„Frohe Weihnacht, ich hoffe es geht euch gut,
Seid nicht böse über meine Flucht“
Langsam schwingt er hin und her
Als wehte ein leichter Wind,
Im Rhythmus mit dem Kerzenlicht,
Das in der Ecke brennt
Er hat sich direkt unterm Fenster
An einem Balken aufgehängt,
Man kann die Kirchenglocken von hier hören,
Wenn man ganz leise ist
Ein Tagebuch liegt auf dem Tisch,
Der letzte Eintrag ist noch frisch
Nur einen Satz schrieb er groß und breit
„Ich bin hier und Bethlehem ist weit
Frohe Weihnacht, ich hoffe es geht euch gut,
Seid nicht böse über meine Flucht
Ich schau‘ euch trotzdem von hier oben beim Feiern zu“
„Frohe Weihnacht, ich hoffe es geht euch gut,
Seid nicht böse über meine kleine Flucht
Ich schau‘ euch trotzdem von hier oben beim Feiern zu“
„Frohe Weihnacht, ich hoffe es geht euch allen gut,
Seid nicht böse über meine kleine Flucht“
„Frohe Weihnacht, ich hoffe es geht euch allen gut,
Seid nicht böse über meine kleine Flucht“
Was sagt uns der Song „Weihnachtsmann vom Dach“ von den Toten Hosen? Ich denke, um den Song zu verstehen, müssen wir darüber nachdenken, was uns Weihnachten noch bedeutet. Weihnachten? Das ist dieses Fest um den 24.12 an dem viel Umsatz generiert wird, die Kinder Geschenke bekommen und man sich satt isst. Hier zumindest.
Dabeistehen aber zwei/drei wichtige Sachen verloren:
Das Erste ist die Besinnlichkeit und die Bedeutung von weihnachten. Weihnachten bedeutet die Geburt von Jesus und hat nichts mit einem Weihnachtsmann oder einem Tannenbaum zu tun. Heute geht es nur noch um Kommerz. Ein Weihnachtsmann der vor Weihnachten fliehen muss/will?
Da wären Wir beim zweiten Punkt: Der Nächstenliebe. In dem Song wird ein Student beschrieben, der als Kaufhausweihnachtsmann sich etwas dazuverdient und andere glücklich macht, selber aber allein ist. er gibt anderen seine Liebe, nur um sich am ende selbst umzubringen weil er Niemanden hat an Weihnachten. vom Fest der Liebe merkt er nichts…
Und zu letzt wird Weihnachten hier im Fest zelebriert, im Herzen von Europa. Dann folgt Silvester und noch ein Paar Tage Ferien für Schüler. Woanders in der Welt ist aber gar nicht alles so toll zu dieser Zeit. Die Menschen kämpfen weiter ums überleben.
Wir alle sind hier in unseren waren Häusern, aber Bethlehem, wo alles Begann war nie so weit weg für uns alle wie heute, zumindest gefühlt. Und das meine ich nicht allein von der physikalischen Distanz, sondern vor Allem von unseren Überzeugungen, von unseren inneren Gefühlen.
Was ist noch übrig vom fest der Liebe? Von unseren kleinen Träumen, die Wir alle als kleine Kinder hatten?
Ich bin hier…..und Bethlehem ist wirklich weit. :/
Ps: Hier noch der Link zum Video zum Song auf YouTube, die quali könnte aber besser sein. Ansonsten auf Spotify oder Apple Music etc. anhören, wer der Song nicht kennt und ihn gern mal kennenlernen möchte.

Alles gut (?!)

Am vergangenen Mittwoch, dem Tag der Lehre, hab ich in meiner Kirchengemeinde einen Jugendgottesdienst für Schüler gestaltet, mit dem Motto „Alles Gut“. Zu der Alltagsaussage „alles Gut“ hatte ich mir ein Paar Notizen gemacht, die ich hier doch gern hochladen möchte. Es sind einige Redundanzen drin, aber das lieg einfach daran, dass es reine Gedanken waren und ich das jetzt nicht extra nochmal überarbeiten werde.  Auch an euch die Bitte, überlegt mal wie oft ihr „Alles gut“ in fast jeder Situation verwendet.

Hier im Anhang meine Gedanken

Alles Gut? Gedanken

Bis zum bitteren Ende <3

Es war also der 18.11.2017.

Nach einer kurzen Nacht aufgestanden, geduscht und fertig gemacht für DIE TOTEN HOSEN in Bremen. Dann Nachricht von meinem Bruder, der sich mitm Sprinter festgefahren hatte. Super. Okay, kein Problem. Ihm geholfen und dann weiter nach Bederkesa, wo ja meine alte Jugendgruppe ihren Auftritt am Abend haben sollte und ich ihnen, nachdem ich ja die Nacht noch mit Technik für deren Auftritt verbracht hatte, nochmal kurz alles Gute wünschen wollte. Gesagt, getan. Dann mit dem Auto weiter nach Bremen Richtung ÖVB Arena, die ich um 16.20 Uhr erreichte. Nach 1,5 Stunden vorm Einlass warten dann die Erlösung. Gute Plätze in der 2. Reihe Innenraum direkt vor der Bühne gesichert und auf die Vorgruppe gewartet: KAFVKA. Für eine Vorgruppe sehr sehr geil und das Cover des Rauch-Haus Songs war schon etwas Episch.

Dann endlich: Die Toten Hosen live on Stage. Fast 3 Stunden Dauerfeuer mit alten Hymnen wie Paradies, Eisgekühlter Bommerlunder, Bayern, Madeline aus Lüdenscheid, Ertrinken, Jägermeister, Mädchen aus Rottweil, Das Wort zum Sonntag, Opel Gang, Freunde, Steh auf, wenn Du am Boden bist, Auswärtsspiel, Pushed Again, Alles aus Liebe, Bis zum bitteren Ende und natürlich die aktuellen Songs wie Altes Fieber, An Tagen wie Diesen, Wannsee, Unter den Wolken, Wie viele Jahre (Hasta la Muerte), Draußen vor der Tür, Laune der Natur etc.

Es war eines der geilsten Konzerte ich bisher erlebt hab und auch wenn ich im Gedränge niedergedrückt wurde und kurz zum Schluss raus musste und auf die Krankenstation (war einfach am Ende meiner Kräfte und konnte nicht mehr stehen/laufen) war es echt geil.

Und die Band hatte mich sogar noch kurz besucht und ich konnte mir ein Selfie mit Vom Ritchie, dem Drummer sichern 🙂 (Da ging es mir aber schon wieder gut) 🙂

Liebe Hosen, See you next Year at Deichbrand!

Tagebucheintrag 17.11.2017

Dies ist mein erster Tagebucheintrag den je ich je verfasst habe, erwartet also nicht zu viel.

Morgens, der Wecker klingelt. Uni am Freitag, also auf nach Bremen, eine Stunde mit dem Auto. 17 Uhr, mein Seminar endet zum Glück frühzeitig und ich kann nach Hause. Durch die gewonnene Zeit entschließe ich mich, meine alte Jugendgruppe in Bederkesa noch kurz zu besuchen, die morgen bzw. jetzt heute einen Auftritt in unserer schönen Kirche haben. Ich kann leider nicht dabei sein, da ich bei den Toten Hosen aufm Konzert in Bremen sein werde.

Angekommen merke ich, dass die wiedermal unterbesetzt sind und kaum Technik aufgebaut ist. Also ran da und los. Um 18 Uhr waren wir noch 5 Leute, ab 23 Uhr nur noch zu zweit. PA Anlage, Bühnenelemente, Traversen und Lichtanlage bauen sich eben nicht so schnell auf. Vor allem das zuweisen von DMX Kanälen, das einstellen von Funkmikros etc. kann nerven. Ab 1 Uhr waren wir dann damit soweit durch. Aber mit dem Aufbau Misses ja nicht getan. Es sind unter anderem auch zwei Tänze geplant für die eine perfekte Lichtshow mit Schwarzlicht, Nebel, abgestimmten PAR Strahlern, Moving Heads, LED Bars, Globos etc. angedacht war.

Also schnell die Songs ins Programm eingefügt und eine Show zum Song programmiert. Naja, ganz geschafft hab ich es nicht, ab 3 Uhr nachts war ich platt. Aus kurz dahin wurde ein bis in die Nacht arbeiten 😀 Ich schreib jetzt noch diesen Text und werd gleich schlafen, will ja fit sein für die Toten Hosen. Den Rest muss unser Techniker morgen allein schaffen. Ich wünsche ihnen viel Glück und Gelingen; für die kurze Aufbauzeit ist das echt nice geworden.

Gute Nacht 🙂

Ein kleines bisschen Horrorshow

In mir, da war schon immer nicht nur der Junge vom Land oder der Naturphilosoph und Astrophysiker in  Prof. Harald Lesch Manier, sondern auch ein Hippie-Punk.

In meinem Herzen….wünsche ich mir oft, in die Vergangenheit springen zu können.

  1. Einer der 68er zu sein.
  2. In den  80igern der Umweltschutzbewegung zu sein, mit Sonnenblume und Zottelbart gegen Atomkraft zu sein.
  3. Lernen wie man Gitarren zerstört. Natürlich bei den Originalen wie den Ramones, The Who, The Clash, The Slade, the Rolling Stones…die Liste ist ewig lang und findet ihr Ende in einem letzten überlebendem Relikt (neben den ewigen Stones)……
  4. ….Ein kleines bisschen Horrorshow mit den toten Hosen zu verbreiten, die Geschichte von Alex zu erzählen und 10 Kräuterschnäpse auf Reise zu schicken. Bis zum bitteren Ende werden die Hosen immer mein Leben begleiten. Ich mache mir zwar Sorgen um Campino der aktuell sehr mager aussieht und verbraucht, aber freue mich dennoch schon auf morgen (es ist ja schon fast 3 Uhr) und darauf, die Hosen in Bremen live zu erleben. Ich könnte jetzt Zitate aus Songs hier einfügen, aber dieser Text soll ja noch sein Ende finden.

Ein kleiner Punk wird immer in mir sein. Und was die Zukunft bringt? Ob ich wirklich einmal anders bin? Dann ist mir das heute noch scheiß egal. Denn ich bin noch keine 60ig und ach nicht nach dran; und alles passiert, wie es passieren muss!

Das muss für diese Nacht reichen an Eindrücken, schreiben macht echt süchtig. Das nächste Seminar wartet gleich schon auf mich 😀

 

Stadt oder Land?

Ich frage mich oft, wo ich zuhause bin.

Ruhe? Die finde ich in meinem Elternhaus in Ankelohe. Ankelohe ist ein kleines Dorf zwischen Bremerhaven und Cuxhaven. Wir hatten früher einige Pferde, 10 Hühner, zwei Katzen und einen Hund, sowie etwas Land hinterm Haus. Es war oft wie ein Zeitsprung in die Vergangenheit, wenn die Ernte anstand mit Maschinen anno 1950. Ein guter Zeitsprung. Zwischen Digitalisierung und meiner Liebe zur Natur und der Geschichte war dies das Ausleben meiner Gedanken. Aber diese Welt existiert nicht mehr. Zumindest nicht mehr so wie einst. Seitdem mein Großvater das hier nicht mehr bewirtschaften kann (er bekam nach einem Unfall mitm Pferd Gehirnbluten und ist jetzt ein Pflegefall) , gibt es nur noch ein altes Pony. Mein Hund starb Anfang des Jahres. Kein Stall voller Pferde. Keine Weiden mehr. Nur noch Leere und Verfall. Und Nachbarn auf die ich nie klargekommen bin. Es scheint, als würde die Zeit die mein Opa solange aufhielt, uns jetzt im Eiltempo einholen. Ich hoffe nur, dass mein 40 jähriges Pony das seit  seiner Geburt bei uns ist auch noch etwas unter uns weilt.

Und dann ist da Bremen. Dieses Unileben. Meine zweite Seite. Diese Größe, die Anonymität und die Intelligenz die mir hier im Umfeld so fehlt. Menschen sind immer um dich und Du bist nie allein. Aber alles zieht an dir vorbei. Engere Kontakte entstehen selten, Orte an denen weder ein Haus steht noch ein Auto fährt sucht man vergebens. Menschen wechseln die Orte und miteinander gibt es hier viel mehr, dafür aber auch viel Oberflächlicher.

Was ich mir wünsche? Vielleicht ein digitalisiertes musikalisches Dorf, dass weltoffen ist und seine eigene kleine Uni hat. Ein eigener Mikrokosmos, wie eines meiner geliebten  Festivals.

Auf in den Winter / Winter is coming

Tja, wo fange ich an? Ihr kennt mich ja gar nicht. Macht auch nichts,  ihr werdet mich schon noch mit der Zeit kennenlernen und bevor ich euch mit meinem Lebenslauf vollsülze, fangen wir doch gleich im Jahr 2017 an.

Es ist November. Es ist dunkel und nass. Wo sind die letzten Monate geblieben? Anfang des Jahres war ich noch im ersten Semester, hatte grad meine erste Hausarbeit geschrieben. Es folgte ein 20igster Geburtstag, worauf alsbald auch schon die Festivalsaison begann. Es begann mit dem „Nig-Rock“ und fand seinen Höhepunkt aufm Deichbrand… Das Leben zog wie ein Film an mir vorbei und ehe ich mich versah, war auch schon August. Noch einmal den Sommer genießen, Reitturniere standen an, auf denen ich als Helfer dabei war. Dann nochmal das Seefest in meiner Heimat ende des Monats…. Auf einem kurzen August folgte ein langer September, der nochmal mit dem letzten kleinen Festival für mich dieses Jahr beginnen sollte. Das „Müssen alle mit Festival“ in Stade. Ich war eigentlich nur für Madsen dort; Sookee, die Sterne (geiler oldschool Act) und Schnipo Schranke hab ich jedoch auch direkt in mein Herz geschlossen. Dann folgte eine Ewigkeit der Leere. Auch innerer Leere. Drei Hausarbeiten waren das einzige was mich umgab bis Mitte Oktober. So wie es passte, versuchte ich dabei immer die letzten schönen Tage in der Natur genießen zu können. Und plötzlich, als sei ich aus einem Traum erwacht war es soweit. Das nächste Semester begann. Mein drittes nun. Ich kein Teen mehr, kein Ersti und mitten im Studium. Ich fühle mich das erste mal ein kleines bisschen  alt. Dies liegt sicher auch darin begründet, dass ich noch immer recht viel an meiner alten Schule bin auf der ich 2015 Abi gemacht hab und die Sternwarte dort gerne nutze und merke, dass die Schüler dort immer jünger wirken, in Wirklichkeit jedoch einfach älter geworden bin. Jetzt is also November, es ist Nasskalt und Dunkel. In die Natur zieht ich dieser Tage wenig, auf uni hab ich ebenso kaum Lust. Mit den Pflanzen scheint auch mein innerer Antrieb zu sterben. Ich bin müde. Will schlafen und liege doch oft einfach wach da und warte auf den Frühling und die ersten Sonnenstrahlen des Frühsommers. Mein 21. Geburtstag wird’s schon richten und den Kreis schließen…..

…von Julian; 17.11.2017 um 1:09 Uhr verfasst (und morgen/heute früh noch Uni)