Clubs und AGs – studentische Aktivitäten an der Uni Bremen
Wenn ich an meine voruniversitäre Zeit zurückdenke und mich erinnere, wie ich mir damals das Leben als Studentin ausgemalt habe, dann merke ich, dass meine Erwartungen durchaus in vielerlei Hinsicht erfüllt wurden. Ich bin selbstständig, kann meine Kurse zeitlich flexibel belegen, der Umgang mit meinen Dozierenden ist von gegenseitigem Respekt und Freundlichkeit geprägt und vor allem: Ich wähle meine Studieninhalte größtenteils selbst und lerne Dinge, die mich wirklich interessieren. Insgesamt macht mir das Studileben trotz stressiger Prüfungsphasen oder gelegentlicher organisatorischer Schwierigkeiten großen Spaß. Doch natürlich muss ich auch zugeben, dass in manchen Aspekten die Realität der Vorstellung doch ein wenig hinterherhinkt. Besonders deutlich wird mir das, wenn ich mal wieder einen amerikanischen Collegefilm anschmeiße und den Protagonisten dabei zuschaue, wie sie den Eintritt in ihr Studienleben meistern.
Egal ob Beca in Pitch Perfect, Rory in Gilmore Girls oder gar Mike in Die Monster Uni, sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind Mitglieder*innen in studentischen Clubs an ihren Unis – Beca singt in einer a cappella-Gruppe, Rory schreibt für die Uni-Zeitung und Mike ist Mitglied einer Studentenverbindung. Natürlich gibt es noch unzählige weitere Beispiele.
All diese Figuren und ihre Erlebnisse auf dem Campus haben mein Bild vom Studienalltag geprägt und Erwartungen geweckt, die mich nun, da ich tatsächlich studiere, mit Wehmut erfüllen. Wie gerne wäre ich auch Mitglied in einer studentischen Gruppe! Einem Buchclub vielleicht, einer AG von Film- und Serienbegeisterten oder einer kleinen Community von Hundefreunden? Natürlich weiß ich, dass Hollywoodproduktionen nicht gerade den realistischen Unialltag abbilden. Doch Clubs und AGs existieren natürlich auch im richtigen Leben an zahlreichen Unis. Einige Universitäten weisen gleich eine ganze Sammlung verschiedenster Vereinigungen auf, die für jedes Interesse und jeden Studi etwas zu bieten haben, von Sportskanone über Leseratte bis hin zu Debattierchampion.
Natürlich hat auch die Uni Bremen ein paar Möglichkeiten, persönlichen Interessen nachzugehen. Es gibt zum Beispiel ein Universitätsorchester, ein Campuskino und natürlich die zahlreichen Hochschulsportangebote. Aber richtige Clubs, in denen sich einfach aus Spaß an der Sache mit Gleichgesinnten ausgetauscht wird, sind im Vergleich zu manch anderen Unis eher spärlich gesät. Besonders deutlich wird das mit Blick ins Ausland. So kann unsere Redakteurin Antonia davon berichten, dass sie während ihres Aufenthalts an der Uni in Oslo den sogenannten Association Day miterlebt hat, an dem sich auf dem Campus die zahllosen Clubs und AGs mit jeweils eigenem Stand vorstellen, ähnlich einer Messe.

Viele von euch würden sich über mehr Clubs und AGs freuen
Warum gibt es so etwas also nicht auch in Bremen? Nun, zum Beispiel ist unsere Uni seit jeher mit ihrem „Bremer Modell“ für flache Hierarchien und eine progressive Ausrichtung bekannt und steht damit den alteingessessenen Universitäten mit elitären Studentenverbindungen gegenüber. Doch Clubs müssen ja nicht unbedingt versnobt und spießig sein – sie können auch entspannte und aufgeschlossene Möglichkeiten zum Knüpfen neuer Kontakte und mehr Spaß an der Uni sein! Denn mehr Spaß an der Uni bedeutet auch mehr Spaß am Studium und damit eine insgesamt glücklichere Studienerfahrung. Ich wünsche mir regelmäßige Treffen mit netten Studis, die meine Interessen teilen, ohne Verpflichtungen oder Leistungsdruck. Ein richtiges, klischeehaftes Studileben, eben. Und wie es aussieht, bin ich da nicht alleine; wir haben euch auf Instagram gefragt, wie ihr zu der relativ spärlichen Auswahl studentischer Clubs und AGs an der Uni Bremen steht und es hat sich herausgestellt, dass viele von euch eine breitere Auswahl abseits von Hochschulpolitik oder Hochschulsportkursen ebenfalls begrüßen würden. Es würde sich also lohnen, das Angebot von Clubs etwas auszubauen. Doch wie?
Damit sich unser aller Studienerfahrung verbessert, müssen wir auch selbst aktiv werden. Du möchtest Teil eines Buchclubs sein? Einer DnD-Gruppe? Einer Feminismus-AG? Egal, welches Interesse du hast, es gibt mit Sicherheit andere Studis, die dein Hobby teilen und sich dir anschließen würden. Also warum gründest du die entsprechende Gruppe nicht selbst? Eine einfache Möglichkeit hierzu findest du in stud.ip unter „Community“ > „Studiengruppen“. Hier kannst du ganz leicht eine eigene Gruppe gründen, alle wichtigen Informationen angeben und festlegen, ob sie offen oder geschlossen sein soll. Um deine Idee an der Uni bekannt zu machen, kannst du dich der Möglichkeit traditioneller Flyer und Poster bedienen, aber natürlich sind vor allem die sozialen Medien ein wichtiges Mittel zur Verbreitung deiner Neugründung. Du kannst dich auch bei uns melden, wenn du einen Club hast, der für neue Mitglieder offen ist. Gerne posten wir deine Idee auf Instagram!
Wie ist deine Sicht auf das Thema? Wie empfindest du das Clubangebot der Bremer Uni und gibt es Angebote, die du dir wünschen würdest? Schreib uns gerne einen Kommentar hier oder auf Instagram!









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