Es ist Sonntag, der 15.12.19 und fünf Freunde planen einen Ausflug ins Kliemannsland, um dort den Weihnachtsmarkt und Fynn Kliemann zu besuchen. Als Studenten ohne Auto müssen wir den Bus nach Zeven nehmen, von wo aus angeblich Shuttlebusse zu dem außerhalb gelegenen Hof fahren. Auf der Suche nach einer passenden Verbindung trifft uns schon der erste Schock: den ganzen Tag über fahren insgesamt 3 Busse von Bremen nach Zeven – morgens, mittags und abends. Wir entschließen uns dazu entspannt den Mittags-Bus um 14.33 zu nehmen, mit dem wir um kurz vor 4 in Zeven ankommen sollen. Leider bin ich ziemlich krank und so hadere ich auf der Fahrt zum Bremer Hauptbahnhof mit dem Gedanken, mich wieder zurück ins Bett zu begeben. Aber der schöne Weihnachtsmarkt auf dem Hof zieht mich wie magisch an, und so kann ich nicht widerstehen.

Schon vor der Busfahrt muss ich dringend aufs Klo. Innerhalb von 5 Minuten Umstiegszeit kann ich leider keine Toilette vorfinden und mit voller Blase steige ich in den Bus. So beginnt der Höllentrip. Anfangs unterhalten wir fünf uns noch rege und bewundern die schönen Felder, an denen man nur vorbeikommt, wenn man Bremen einmal verlässt. Doch je länger die Fahrzeit, desto schlimmer wird der Drang, das stille Örtchen aufzusuchen. Ich laufe durch den Bus und hüpfe von einem Bein auf das andere. Würde wenigstens innerhalb der nächsten Stunde ein weiterer Bus kommen, so könnte ich einfach aussteigen. Aber nein, ich würde bis 19.00 abends in der Pampa festsitzen. Mit Ach und Krach schaffe ich schließlich doch die Fahrt bis zum Zevener Busbahnhof. Aber natürlich ist die Toilette dort defekt. Verzweifelt renne ich zum nächsten beleuchteten Schaufenster und hurra, es handelt sich um eine Bar. Dort wird mir, im Gegensatz zu Hans im Glück, der Gang zur Toilette nicht verwehrt und erleichtert kehre ich zu meinen Freunden zurück. Jetzt müssen wir nur noch die Shuttlebusse finden um ans Ziel unserer langersehnten Reise, das Kliemannsland, zu gelangen.

Wir halten Ausschau, doch von Shuttlebussen keine Spur. Auch andere Wartende teilen unser Leid, aber die Busse tauchen einfach nicht auf. Es vergeht eine halbe Stunde und wir beschließen in einem Café nach Rat zu fragen. Schließlich kann eine Attraktion wie das Kliemannsland ja nicht spurlos an einem kleinen Ort vorbeigehen. Die Bäckerin ist sehr freundlich und steht uns mit ihrem Smartphone und ihrer Kollegin tatkräftig zur Seite. Wie sich herausstellt fahren die Shuttlebusse von irgendeinem Industriegebiet außerhalb von Zeven, zu dem übrigens auch keine öffentlichen Busse fahren, zumindest haben wir keinen gefunden. Das nenn ich mal spitzen Organisation!

Enttäuscht aber auch resigniert beschließen wir also Zeven zu erkunden. Nichtsdestotrotz ist das Städtchen wirklich schnuckelig! Weihnachtsbeleuchtung schmückt die Straßen und in den wenigen Cafés die geöffnet haben, drängen sich die Leute. Weil es überall ziemlich voll ist, kehren wir zu der freundlichen Bäckerei zurück und stärken uns mit heißer Schokolade. Auf einer Serviette hinterlassen wir eine Nachricht für Fynn, diese wollen wir in seinem Nahe gelegenen Büro einwerfen. Hochachtungsvoll, wie mein Kumpel Linus so schön schreibt, beschweren wir uns bei ihm über die schlechte Ankündigung der Shuttles, dennoch wird glaube ich deutlich klar, dass wir alle Fans sind.

Abschließend belohnen wir uns mit einem Essen im griechischen Restaurant um die Ecke. Frühzeitig brechen wir von dort wieder auf, um Fynn mit unserer mühevoll gestalteten Serviette zu beglücken. Dann eilen wir zum Bus. Schließlich gibt es nur eine einzige Rückfahrt, die wir nicht verpassen wollen. Insgesamt fühlt sich der gemeinsame Städtetrip sehr nach einem Familienausflug an – ein Spaziergang mit anschließendem Restaurant-Besuch, für den man leider selbst bezahlen muss. Nachdem wir auf der Rückfahrt sämtliche griechische Restaurants gezählt haben, kommen wir müde und erschöpft abends zurück in Bremen an. Trotz allem hatten wir eine gute Zeit.

1 Kommentar
  1. Jan aus Zeven
    Jan aus Zeven sagte:

    Moin. Auf dem Land hier denken alle nur Auto statt ÖPNV. Nach Aspe (zum Shuttlebus nach Rüspel);wär es nur 2 km zu Fuss gewesen. Auf m Land eher keine Strecke :) … oder mit dem Minitaxi für 4 Euro. Darum zieht’s fast alle nach m Abi nach Bremen, Hamburg und Co.

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