Archiv für den Monat: März 2015

EW-L GO3d: I know what we will do this summer (term)

Dieses Sommersemester starten wir ja mit einer neuen Veranstaltung, die als Online-Veranstaltung parallel zum Praxissemester der Master-Lehramts-Studierenden (Gymnasium & Oberschule) angeboten wird. Gänzlich online? Ja, die Basics finden sich im  FAQ/WTF zum Seminar. Allerdings werden wir so ca. 14 täglich eine gänzlich optional-freiwillige Live-Veranstaltung ohne Anwesenheitspflicht im GW2 der Uni Bremen machen, welche wir auch streamen werden (und auch online wird es keine Einlog-Pflicht geben).

Heute wird es in diesem öffentlichen Prozess der Konkretisierung wieder mal mehr Infos zur genauen Durchführung geben.

Präambel: Was wir aus bisherigen eTeachr-Veranstaltungen gelernt haben

Diese Veranstaltung baut auf der Erfahrungen vieler Jahre Online-Veranstaltungen auf. Ich will jetzt nicht bis in die Zeiten der virtuellen hochschule Bayern zurückgehen (an der Urversion von diesem Kurs war ich Anfang der 2000er Jahre nicht unerheblich beteiligt) oder die ersten Kurse im Internet Mitte der 1990er Jahre, sondern beziehe mich vor allem auf unsere Erfahrungen aus eStudi und eTeachr.

  • Wir wollen ihre Aufgaben möglichst abwechslungsreich gestalten.
  • Sie sollen bei den verschiedenen Aufgaben entweder
    • einen möglichst unmittelbaren Nutzen aus dem Ganzen ziehen können;
    • Spaß dabei haben;
    • einen Sinn erkennen;
    • etwas Neues kennenlernen;
    • mal etwas anders machen als sonst;
    • in sich einen Widerspruch aufkeimen spüren;
    • etwas aus einer anderen Perspektive betrachten.
  • Wir möchten, dass sie zu etwas beitragen, was viele andere angehende und examinierte Lehrende nutzen können.
  • Wir möchten zu einem entspannten und produktiven Umgang mit neuen Technologien im Unterricht beitragen.
  • Schließlich möchten wir sie auf ein lebensbegleitendes Lernen zu neuen Technologien im Unterricht vorbereiten. Internet & Smartphone werden nicht die letzte technologische Innovationen gewesen sein, welche sie in ihrer Schulkarriere produktiv nutzen können.

Unser Grundkonzepte für diese Veranstaltung lauten deshalb:

  1. Wir erklären immer ganz genau, was ihre aktuelle Aufgabe im Seminar ist und bis wann sie was zu erledigen haben.
  2. Wir betreuen sie direkt und individuell online über ihren Blog hier auf UBLogs.
  3. Uns ist es wichtig, dass sie etwas ausprobieren und daraus lernen. D.h., dass wir offene Aufgaben und echte Fragen stellen. Eine echte Frage zeichnet sich dadurch aus, dass auch wir nicht schon die Antwort kennen (unsere Expertise zeichnet sich dadurch aus, dass wir interessante und beantwortbare echte Fragen stellen, sie bei der Beantwortung betreuen  und Antworten auf diese Fragen einschätzen und qualifiziert beurteilen können).
  4. Wir freuen uns besonders, wenn sie eigene Lösungen, Fragen, Kommentare, Argumente und Ideen entwickeln und diese untereinander teilen.
  5. Besonders wichtig ist uns, dass wir in diesem Seminar miteinander wertschätzend und konstruktiv kommunizieren. Es ist immer sehr leicht, zu etwas Nein zu sagen oder das Negative hervorzuheben. Andererseits ist es auch leicht, einfach zu allem ein paar weichgespülte nette Worte zu finden. Daraus lernt man aber nichts. Die Kunst liegt m.E. darin, ehrliches Lob zu geben, wenn man etwas wirklich toll findet, anspornendes Feedback, wenn man meint, dass da noch mehr geht, um es besser zu machen, und dialogisches Fragen, wenn man anderer Meinung ist.

Wie teilen sich die drei Teile über das Semester auf?

Wir sind aktuell in der heißen Feinplanungsphase. Hier also schon mal Infos zur groben Aufteilung auf die 14 Wochen, die vor uns liegen:

Teil A | Reflexion von Unterrichtsmethoden und Mediennutzung: wir beobachten, welche Unterrichtsmethoden eingesetzt werden; wir unterhalten uns mit Lehrenden, wie sie ihren Unterricht vorbereiten, welche Methoden sie einsetzen, wie sie ihren eigenen Unterricht reflektieren. Wir analysieren, welche Rolle dabei Medien spielen: Klassiker wie die Tafel, Lehrbücher, Overheadprojektor und Kopien, aber auch neue/digitale/multimediale Medien wie Laptop, Beamer, Interactive Whiteboard, Tablets, Smartphones, PCs, DVD-Player etc.

Teil A werden wir wohl in den ersten 4 Wochen durcharbeiten. In der ersten Woche führen wir ein, in der zweiten Woche beobachten sie, in der dritten Woche dokumentieren sie und in der vierten diskutieren wir.

Teil B | Medien als Lehrerin und Lehrer gewinnbringend einsetzen (Mediendidaktik):wir setzen uns systematisch mit Möglichkeiten auseinander, wie uns Medien beim Unterrichten helfen können und – vielleicht noch wichtiger – wie wir diesen Prozess selbst weiterführen können.

Teil B stellt den Hauptteil der Veranstaltung dar. Hier werden wir uns wohl sechs Wochen mit beschäftigen. Dieser Teil ist aufgeteilt in drei Unterabschnitte (Vorbereitung/Planung von Unterricht, Durchführen von Unterricht sowie Testen und Evaluieren von Unterricht).

Teil C | Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler (SuS) fördern (Medienbildung): zum Schluss überlegen wir, wie wir in unserem Fachkontext das Querschnittschema Medienkompetenzförderung einbinden können.

In Teil C setzen wir innerhalb der letzten vier Wochen ein kleines Projekt zur Medienkompetenzförderung der SuS um. Ideal wäre es hier, wenn sie hier die Lehrenden im Praktikum unterstützen können und sie selbst eine kleine Einheit umsetzen.

Sneak: die Seminarseite geht so langsam online.

Weitere Gedanken zu EW-L GO3d: Unterrichtsmethoden / Nutzung von Multimedia (eTeachr)

So, heute will ich schon mal ein paar erste Gedanken über die Inhalte des Seminars diskutieren. In der FAQ zum Seminar heißt es:

(4) WAS sind die Inhalte des Seminars?

Prinzipiell geht es in diesem Seminar um Unterrichtsmethoden unter besonderer Berücksichtigung des Medieneinsatzes. Das kann von traditionellen Medien wie Tafel, Schulbuch und Kopierer über Beamer und Interactive Whiteboard bis hin zu Internet, Tablets und Smartphones reichen. Wir schauen uns gemeinsam an, wie Medien zur Vorbereitung, Durchführung und Evaluation von Unterricht in der Praxis eingesetzt werden und wie digitale Medien uns bei der Unterrichtsplanung und -durchführung sowie beim Testen und individuellen Fördern helfen können. Basis dafür ist der Bildungsplan Medienbildung (den sie hier anschauen können), so dass wir auch ein paar medienpädagogische Themen streifen werden. Wir werden auch das neue Bremische Lernportal itslearning kennenlernen, welches dieses Jahr flächendeckend eingeführt wird.

Dazu machen wir heute eine Mini-Exegese des Bildungsplanes Medienbildung für Bremen in der Entwurfsfassung von 2012 (BPM2012). Dort wird Medienbildung in Schule (mit Schwerpunkt digitale Medien) definiert als „kontinuierlicher, pädagogisch strukturierter und begleiteter Prozess, der Schülerinnen und Schüler befähigen soll, sich konstruktiv und kritisch mit der Medienwelt auseinanderzusetzen und Medien selbstbestimmt und kompetent zu nutzen“ (BPM2012:5). Es werden – dem Beschluss der KMK zur Medienbildung in der Schule folgend –  fünf Dimensionen der Medienbildung genannt (BPM2012:5):

  • Lernen mit und durch Medien – medienbasiertes Lernen
  • gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe und Mitgestaltung,
  • Identitäts- und Persönlichkeitsbildung,
  • Haltungen, Wertorientierungen und ästhetisches Urteilsvermögen,
  • Schutz vor negativen Wirkungen der Medien und des Mediengebrauchs.

Wie lässt sich das in die landläufigen Medienkompetenz-Modelle einordnen. Bei Martin Hofmann von der PH St. Gallen (Folien) findet sich folgende kompakte (und damit verkürzende) Übersicht (Achtung: die Dimensionen der Modelle sind nicht einander zugeordnet):

 

Hier wird schon mal deutlich, dass der Bildungsplan und die KMK die Kompetenz zum medienbasierten Lernen hervorheben. Im weiteren Verlauf des Bildungsplanes werden die Inhalte der fünf Dimensionen kurz zusammengefasst (BPM2012:5; eigene Hervorhebungen):

Medienkompetenz bedeutet, sich in der stark von Medien durchdrungenen Lebens- und Arbeitswelt kompetent orientieren und verantwortungsbewusst handeln zu können. Das betrifft sowohl die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten digitaler Medien als auch insgesamt den Umgang mit Informationen, Kommunikationsmöglichkeiten und die eigene Gestaltung medialer Produkte. Die kritische Distanz zu medialen Welten ist eine Grundvoraussetzung zur Teilhabe und Mitgestaltung der gegenwärtigen und zukünftigen Welt. Durch die Möglichkeiten zur Teilhabe an und Selbstdarstellung in virtuellen Welten gewinnen der Schutz der Persönlichkeit und rechtliche Fragen an Bedeutung.

Die selbstbestimmte Nutzung der Medienangebote und -möglichkeiten erfordert neben sicherer Bedienung von Hard- und Software eine reflektierte Wahrnehmung der Medien sowie Kenntnisse der „Mediensprache“, um Wirkungsabsichten zu erkennen. Diesen Lernprozess anzustoßen und die Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, ist Auf- trag der schulischen Medienbildung.

Wie soll das nun umgesetzt werden? Der Bildungsplan (ebenda) schlägt vor:

In mediengerechten Lernsituationen werden die Medienerfahrungen der Schülerinnen und Schüler altersgerecht aufgenommen. Sie ermöglichen sowohl individualisierte Arbeitsaufträge als auch gemeinsames und entdeckendes Lernen. Teamarbeit sowie projektorientierte und fächerverbindende Unterrichtsarbeit können durch Produktionsprozesse angeregt werden.

Gut, genau diese mediengerechten Lernsituationen wollen wir in diesem Seminar entwickeln und reflektieren.

Dann wird es ganz konkret, worum es im Bildungsplan geht (BPM2012:6)

Schulische Medienbildung bezieht sich auf die folgenden fünf medienpädagogischen Kompetenzbereiche:

  • Kommunikation
  • Information
  • Visualisierung und Gestaltung
  • Präsentation
  • Analyse / Reflexion

Das ist nun doch recht eng gefasst auf Aspekte der Mediengestaltung, wird aber in den anderen Bundesländern genauso gemacht. Im Bildungsplan finden sich dann Beispiele für die einzelnen Klassenstufen, schöner ist das aber im Medienpass.NRW gemacht. 

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Gut, das stellt einen Teil der Arbeit in unserem Seminar dar. Wir wollen uns schlau machen, wie wir die Medienkompetenz der SuS fördern können. Davor kommt aber erstmal der Schritt, unsere eigene Medienkompetenz zu fördern, damit wir (a) unseren Unterricht besser planen, vorbereiten, durchführen und evaluieren können und (b) uns sicherer im Umgang mit Medien fühlen. Schließlich wollen wir die Unterrichtsmethoden und Mediennutzung in der Schulpraxis reflektieren.

Und das macht natürlich mehr Sinn in umgekehrter Reihenfolge. Inhalte des Seminars sind also:

Teil A | Reflexion von Unterrichtsmethoden und Mediennutzung: wir beobachten, welche Unterrichtsmethoden eingesetzt werden; wir unterhalten uns mit Lehrenden, wie sie ihren Unterricht vorbereiten, welche Methoden sie einsetzen, wie sie ihren eigenen Unterricht reflektieren. Wir analysieren, welche Rolle dabei Medien spielen: Klassiker wie die Tafel, Lehrbücher, Overheadprojektor und Kopien, aber auch neue/digitale/multimediale Medien wie Laptop, Beamer, Interactive Whiteboard, Tablets, Smartphones, PCs, DVD-Player etc.

Teil B | Medien als Lehrerin und Lehrer gewinnbringend einsetzen (eTeachr): wir setzen uns systematisch mit Möglichkeiten auseinander, wie uns Medien beim Unterrichten helfen können und – vielleicht noch wichtiger – wie wir diesen Prozess selbst weiterführen können.

Teil C | Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler (SuS) fördern: zum Schluss überlegen wir, wie wir in unserem Fachkontext das Querschnittschema Medienkompetenzförderung einbinden können.

Im nächsten Beitrag werde ich die drei Teile weiter ausführen und auch etwas zu den Aufgabenformaten schreiben.