von Svenja Renner — Bild: © YUFE
Begeisterung für internationale Lehre und für gemeinsame Lehre, interessierte Fachkolleg*innen, Offenheit, Freude an Neuem und Unterstützung für europäische Lehrvorhaben – all das bietet YUFE.
YUFE (Young Universities for the Future of Europe) ist die Europäische Allianz, in der die Uni Bremen gemeinsam mit neun weiteren Hochschulen europäische Hochschulbildung neu denkt. Klingt nach einem hochgesteckten Ziel – aber nur mit großen Ambitionen hat die Umsetzung der Idee einer Europäischen Universität eine Chance.

Die eigene Lehre für YUFE öffnen – so geht‘s
Auf drei unterschiedlichen Ebenen bietet YUFE internationale Lehre an: Von Einzelangeboten über vorstrukturierte Themenpakete (Minor) bis hin zum akkreditierten gemeinsamen YUFE Bachelor Urban Sustainability Studies. Die Möglichkeiten, Lehre im YUFE Kontext zu gestalten, sind breit und vielfältig:
Eigene Kurse für YUFE Studierende zu öffnen, ist im Aufwand relativ überschaubar und trägt aber bereits wesentlich zum YUFE Angebot bei. Ein stabiles Lehrangebot mit Englisch als Lehrsprache und einer virtuellen Teilnahmemöglichkeit stellt nicht nur im YUFE Kontext ein wertvolles Angebot dar, sondern trägt ebenso zur Internationalisierung at home und zur Flexibilisierung von Studienwegen bei.
Eine weitere Option, Lehre mit internationalen und gemeinschaftlichen Aspekten sowohl für Lehrende als auch für Studierende attraktiv zu machen, ist die Einbindung von YUFE Kolleginnen und Kollegen der Partnerhochschulen in die eigene Veranstaltung oder die gemeinsame Entwicklung eines neuen Lehrangebots bzw. Moduls. Reziprok neue Perspektiven und Impulse für die eigene Lehre zu erhalten und diese miteinander anzubieten, bedeutet auf der Seite der Studierenden einen Zuwachs an Fachwissen, sozialen Kompetenzen, Sichtweisen und Reflexionsanlässen.
Wer mehrere Module unter einem thematischen Dach zusammenfasst, diese mit virtuellen Angeboten und solchen anderer Partnerhochschulen ergänzt sowie einen Anteil an Challenge Based Learning1Challenge Based Learning beinhaltet interdisziplinäre praxisnahe Fragestellungen; optimalerweise gestellt von externen Stakeholdern und von Studierenden kollaborativ bearbeitet. (https://www.yufe.eu/students/yufe-minor) einbindet, ist bereits die ersten Schritte zu einem sogenannten YUFE Minor gegangen. Dabei wird ein vorstrukturiertes einjähriges Angebot mit einigen Wahlmöglichkeiten geschaffen; für Studierende ist dieses als unabhängiges Auslandssemester oder aber eingebunden im YUFE Bachelor studierbar.
Mit dem YUFE Bachelor Urban Sustainability Studies existiert außerdem ein neuer, gemeinsam akkreditierter Studiengang mit Open Curriculum Ansatz2Der Open Curriculum Ansatz ermöglicht das Erstellen eines individuellen Lernpfads und erlaubt im YUFE Kontext die Wahl dreier unterschiedlicher Minor und darin enthaltener Wahlpflichtangebote. (https://www.yufe.eu/yufe-bachelor/#prev). Er speist sich aus dem vielfältigen Angebot der YUFE Partneruniversitäten, enthält bereits gemeinsame Lehrangebote und ist ein wunderbarer Ort, um gemeinschaftliche europäische und internationale Lehre zu entwickeln und attraktiv einzusetzen. Studierenden bieten sich unterschiedlichste Mobilitätsgelegenheiten, die es ermöglichen, mehrere Hochschulstandorte mit ihren Lehr- und Lernkulturen kennenzulernen und die europäische Idee hautnah zu erleben.3Die YUFE Partneruniversitäten haben ein gemeinsames Erasmus+ Agreement abgeschlossen. Physische Mobilität geschieht i.d.R. mit finanzieller Unterstützung durch Erasmus+ Stipendien.
Machen Lust auf mehr: Blended-Intensive-Programmes
Zusätzlich zeigt die wachsende Anzahl der innovativen Blended-Intensive-Programmes4Erasmus+ Kurzzeitmobilitäten mit einer Kombination aus Präsenz (5-30 Tage) und mehreren virtuellen Komponenten: https://www.uni-bremen.de/erasmus/blended-intensive-programmes (BIPs) die Passung von Kurzzeitmobilitäten in flexiblen und internationalen Studienverläufen. Die gemeinsame Konzeption eines BIPs von mind. drei internationalen Partner*innen verdichtet automatisch die Aspekte gemeinsamer und internationaler Lehre. Erfahrungsgemäß führt ein BIP zu einer komprimierten und intensiven Lehrerfahrung – für Lehrende und für Studierende.
Dr. Dennis Redeker vom ZeMKI5Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung; Lab Plattform-Governance, Medien und Technologie hat bereits mehrfach Erfahrungen in der Entwicklung und Umsetzung von BIPs im YUFE Kontext gesammelt, so z.B beim Blended-Intensive-Programme „Challenges and Futures of the Governance of Platforms and AI”6vgl.: https://platform-governance.org/2026/erasmus-bip-on-platform-and-ai-governance-hosted-at-the-university-of-bremen/ . Gemeinschaftlich mit seiner ZEMKI Kollegin Dr. Rebecca Scharlach7Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung; Lab Plattform-Governance, Medien und Technologie und weiteren Kolleg*innen der Universitäten Antwerpen, Carlos III de Madrid, Sorbonne Nouvelle in Paris und Oberta de Catalunya konzipierte er das Angebot und führte es in Bremen durch. Seine konkreten Erfahrungen fasst er wie folgt zusammen:

„Gemeinsame internationale Lehre erweitert den Horizont. Sie erlaubt mir immer wieder, meine eigenen Annahmen bezüglich guter Lehre zu hinterfragen, die häufig institutionell oder von der eigenen Disziplin geprägt sind. Gelegentlich stoßen meine Erfahrung und Erwartungen an der Universität Bremen und im eigenen Wissenschaftssystem in der Lehrpraxis mit internationalen Kolleginnen und Kollegen auf eine ganz andere Philosophie – etwa beim Design der Kurse, der Auswahl der Prüfungsformen oder der Bewertung der Leistung der Studierenden. Dieses Aufeinandertreffen verschiedener Lehr- und Lernkulturen ist für mich immer sehr produktiv. Insbesondere im YUFE-Kontext haben wir mittlerweile eine gut etablierte Allianz von Partnern, mit denen man über diese Fragen dann auch über mehrere Jahre hinweg im Gespräch bleiben kann und gemeinsame Formate entwickeln kann, die Brücken bauen zwischen den Wissenschaftssystemen und den verschiedenen Disziplinen, die involviert sind. Außerdem sind sich die jungen Universitäten, die in der YUFE-Allianz zusammenkommen, in vielerlei Dingen und dem gemeinsamen Ausblick auf Wissenschaft und Gesellschaft eher ähnlich, was bei der Planung neuer Projekte durchaus hilft. Gemeinsame internationale Lehre geht dabei Hand-in-Hand mit neuen Ideen in der Forschung und gemeinsamen Forschungsprojekten, ganz dem humboldtschen Bildungsideal von Einheit von Forschung und Lehre folgend.“ (Dr. Dennis Redeker, ZeMKI, Universität Bremen)
Becoming part of YUFE
In welcher Form sie auch daherkommt: Lehre, die im internationalen Kontext gemeinsam entwickelt und angeboten wird, birgt riesiges Potential. Für Lehrende, für Studierende und für die Universität als Institution. YUFE fördert, unterstützt und vernetzt hier auf europäischer Ebene – treten Sie mit uns in Kontakt und werden Sie aktiv in YUFE!
Fußnoten
- 1Challenge Based Learning beinhaltet interdisziplinäre praxisnahe Fragestellungen; optimalerweise gestellt von externen Stakeholdern und von Studierenden kollaborativ bearbeitet. (https://www.yufe.eu/students/yufe-minor) ↩︎
- 2Der Open Curriculum Ansatz ermöglicht das Erstellen eines individuellen Lernpfads und erlaubt im YUFE Kontext die Wahl dreier unterschiedlicher Minor und darin enthaltener Wahlpflichtangebote. (https://www.yufe.eu/yufe-bachelor/#prev) ↩︎
- 3Die YUFE Partneruniversitäten haben ein gemeinsames Erasmus+ Agreement abgeschlossen. Physische Mobilität geschieht i.d.R. mit finanzieller Unterstützung durch Erasmus+ Stipendien. ↩︎
- 4Erasmus+ Kurzzeitmobilitäten mit einer Kombination aus Präsenz (5-30 Tage) und mehreren virtuellen Komponenten: https://www.uni-bremen.de/erasmus/blended-intensive-programmes ↩︎
- 5Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung; Lab Plattform-Governance, Medien und Technologie ↩︎
- 6
- 7Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung; Lab Plattform-Governance, Medien und Technologie ↩︎


