(SL) Die Killerschere

09-50-M1-T2: Tutorium 2 zu „Einführung in die Ethnologie“ | Tutor: Ben Baumgarten | WiSe 2023 | 6298396 | Sammer Ishaq | Freitext

 

01:30 Uhr und ich weiß nicht mehr wer ich bin, wo ich bin, welches Jahr wir haben und was eigentlich passiert ist. Das einzige was ich weiß ist, dass ich verschwitz bin und und ich nichts sehen kann. Langsam fährt mein Gehirn hoch „Ach stimmt, ich bin wohl weggepennt.“ Kein Plan wann genau, aber ich war sehr erschöpft, also hab ich mich ins Land der Träume begeben und meine Mutter hat dann wohl auch das Licht aus gemacht.
Ich stehe auf und setzte mich an meinen Tisch. Mache die Nachtischlampe an und nehme mir mein IPad und schaue mir paar YouTube Videos an. „Merkwürdig“ denke ich mir, „Warum sieht das Layout so komisch aus?“. Irgendwie war alles Pink, aber ich hab’s dann doch nicht mehr hinterfragt. Meine Aufmerksamkeit lenkt mich dann auf meine Haare. Mir fällt auf, dass sich etwas Spliss gebildet hat. Der letzte Haarschnitt ist schon etwas her, also hole ich meine Friseurschere raus.
Sie ist schwarz und hat eine matte Oberfläche. Wenn man sie nutzt hört man ein scharfes Geräusch. Und sie ist auch außerordentlich scharf. Als ich mir früher damit den Pony getrimmt habe und nicht aufgepasst habe, hab ich mir oftmals in den Finger geschnitten und ne ordentliche Ladung Blut kam raus. Seitdem ich aber meinen Pony rauswachsen lasse, kommt die Schere gar nicht mehr zum Einsatz. Also fange ich an mir einige Strähnen zu nehmen und nach Spliss zu suchen.
Schnip und Schnap sind die einzigen Geräusche, die den Raum füllen. Da es Nacht ist höre ich das Geräusch intensiver. Langsam schneidige ich den Spliss immer rhythmischer ab, fast wie das Ticken einer Uhr. Es ist so periodisch, dass man schon hypnotisiert wird. Meine gesamte Aufmerksamkeit ist konzentriert auf dieses Geräusch „Schnip, schnap, Schnip, Schnap“. So sehr, dass ich den Tinnitus denn ich auf beide Ohren habe, gar nicht mehr höre. Das geht jetzt schon locker ne halbe Stunde so, bis ich etwas lautes höre „SCHNIP“. Und auf einmal halte ich ne ganze Strähne in der Hand. Vor Schock stehe ich von meinem Stuhl auf. Eine dicke Strähne ist ab, aber ich hab doch ganz vorsichtig geschnitten, doch plötzlich spüre ich nen Impuls der meine Hand dazu verleitete einfach zu machen. Aber ich war das doch gar nicht. Mein Blick wandert von den Haaren in meiner linken Hand, auf die Schere in der rechten. Langsam glaube ich, dass die Schere einfach meine Hand gesteuert hat. Aber wie soll das denn bitte gehen? In ihr stecke doch kein Stück Leben. Oder ist sie vielleicht beleidigt, dass ich sie so lang nicht genutzt habe?
Ich setzte mich wieder und überlege, da nun plötzlich 10 cm ab sind,  muss ich die restlichen Haare auch abschneiden. Aber als ich gerade ansetzen wollte, höre ich wieder ein lautes schneiden „SCHNAP“. Eine weitere lange Strähne ist ab. Langsam reicht es mir. Ich versuche die Schere aus der Hand zu legen, aber es klappt einfach nicht. Meine findet kleben einfach an ihr. Und plötzlich überkommt es mich. Die Hand bewegt sich von selbst und schneidet mir eine Strähne nach der anderen ab. Aber es ist nicht meine Hand, sonder die Schere die sie scheuert. Bei der ganzen Prozedur bleibe ich verrückter weise einfach   ruhig sitzen, obwohl ich doch eigentlich vor Panik zu meiner Mutter laufen sollte.
Mittlerweile liegen mehr Haare am Boden, als sie auf auf meinem Kopf sind. Zwischendurch sehe ich noch ein Stück Ohr, was ich mir mit abgeschnitten habe, weil meine Hand völlig außer Kontrolle ist. Und trotzdem sitze ich hier ruhig dar. Währenddessen schaue ich mir due Schere genau an. Sie sieht aus wie jede andere Schere auch, doch man verspürt eine Aura die von ihr ausgeht, als wäre sie am Leben. Dann aber geschieht es endlich. Die Schere fällt einfach aus der Hand. Nun stehe ich auch endlich auf und gehe zu meinem Spiegel. Eine unschöne Friseur ist zu sehen und Blut läuft mir den Hals hinunter. Das ganze ich echt nicht mehr zu retten. Ich denke mir einfach, dass ich schlafen gehen sollte und mich um den Rest morgen kümmere kann. Nichtmal das Ohr will ich verarzten. Und so lege ich mich völlig erschöpft ins Bett und bin dabei einzuschlafen.

Gerade als ich einschlafen wollte, wache ich jedoch wieder auf. Ich bin verschwitz, aber diesmal ist es nicht dunkel. Die Sonne scheint durchs Fenster. Ich greife mir verwirrt an den Kopf und stelle fest, dass alle Haare noch da sind. „Ein Traum also…“ war ja auch zu komisch um war zu sei. YouTube war ja am Anfang pink, der Tinnitus war nicht zu hören und ich blieb viel zu ruhig. Und natürlich sind Gegenstände doch alle leblos. Die Schere selbst empfinde ich schon als gefährlich, weil ich mich damit schon oft in den Finger geschnitten habe. Vielleicht habe deshalb davon geträumt.
Aber eine Sache wundert mich dann schon. Wenn ich doch nur geschlafen habe, warum liegt dann die Schere in meiner rechten Hand?

Meine Top 10 Spongebob Folgen

Dieser Beitrag ist mal was Anderes. Ich möchte hier mal kurz auf meine Kindheit zurückblicken und diese zelebrieren, da ich mich echt glücklich schätzen kann, mit den besten Kinderserien aufgewachsen zu sein. Ob es jetzt Winx, Kim Possible oder Digimon war, die meisten Serien hatten einen guten Plot und eine schöne Message zu vermitteln.

Da ich chronisch vor dem Fernseher saß, gab es eine Serie, die ich unzählige Male gesehen habe, da diese bis heute noch ständig wiederholt wird. Die Rede ist von Spongebob Schwammkopf.
Spongebob hat mittlerweile mehr als 14 Staffeln, hatte seinen Peak aber relativ am Anfang. Die ersten drei Staffeln zählen als goldene Zeit, da bei diesen der Erfinder von Spongebob mitgewirkt hat und danach leider nicht mehr. Daher möchte ich in diesem Beitrag meine Top 10 Spongebob Folgen der ersten 3 Staffeln präsentieren.

Platz 10: Der Quatschtütenwürger (Staffel 3)

In dieser Folge möchte der Quatschtütenwürder Rache an Spongebob nehmen, da er wegen ihm fast ins Gefängnis kam. Spongebob bekommt vom ganzen mit und will einen Bodyguard anheuert. Am Ende ist es der verkleidete Quatschtütenwürger der sein Bodyguard wird. Schnell aber stellt er fest, dass Spongebob ihn in den Wahnsinn treibt und dadurch ist er derjenige der die Flucht vor ihm ergreift. Es geht letzten Endes so weit, dass er sich selbst inhaftieren lässt. Vor allem der Twist am Ende macht die Folge unglaublich lustig.

Platz 9: Die Geister von Bikini Bottom (Staffel 3)

In dieser Folge machen sich Spongebob und Patrick mit einem Spray unsichtbar und pranken ganz Bikini Bottom damit. Die Bewohnern halten sie für Geister, weil sie die beiden nicht sehen können. Der einzige der noch fehlt auf der Liste ist Mr. Krebs. Dieser aber schafft es am Ende die beiden Jungs vor aller Welt bloßzustellen, indem er ihr Unsichtbarkeitsspray abwäscht und die beiden plötzlich nackt dastehen. Zu sehen wie Spongebob und Patrick ihr Karma kriegen ist äußerst amüsant gewesen.


Platz 8: Die Zeitmaschine (Staffel 1)

In dieser Folge will sich Thaddäus vor Spongebob und Patrick in der Gefrierkammer der Krossen Krabbe verstecken. Weil er so lange dadrin war taut er in der Zukunft auf. Zum Glück gibts mittlerweile Zeitmaschinen mit der er versehentlich in falsche Zeiten reist. Letzten Endes wird er ins Nichts gebracht. Der Nihilismus spielt in dieser Folge eine große Rolle. Thaddäus hält es nach kurzer Zeit nicht mehr aus alleine im nichts zu sein und schafft es letzten Endes doch zurück in seine Zeit, wo er sich sehr darüber freut Spongebob und Patrick wiederzusehen. Dass Thaddäus hier mal seine wahren Gefühle zeigt, macht es zu einer wunderbaren Folge.

Platz 7: Pizza Heimservice (Staffel 1)

Ein Kunde bestellt eine Pizza in der Krossen Krabbe. Spongebob und Thaddäus werden also losgeschickt, wobei Thaddel gar keinen Bock hat. In dieser Folge ist auch der Krossen Krabbe Pizza Song entstanden. Während die beiden unterwegs sind, verlaufen sie sich und sind kurz davor die Pizza selbst zu essen. Letzten Endes schaffen sie es zum Kunden, dem Spongebob endlich die Pizza übergeben möchte. Dieser ist total unfreundlich zu ihm und will die Pizza nicht und bringt Spongebob dadurch zum weinen. Thaddäus kriegt davon mit und macht den Kunden dann fertig, indem er ihn die Pizza ins Gewicht wirft. Dass Thaddäus sich für Spongebob einsetzt macht ihn für mich sowas von zum Helden.

Platz 6: Die Kuchenbombe (Staffel 2)

Spongebob hat versehentlich die Kuchenbombe von Thaddäus gegessen. Thaddäus fühlt sich extrem schlecht deshalb, weil die Bombe am Ende des Tages in die Luft gehen würd und Spongebob dadurch sterben wird. Deshalb verbringt er die restlichen Tage mit ihm, damit er die schönsten letztens Stunden seines Lebens hat. Als es dann kurz davor ist, dass Spongebob in die Luft geht, zählt Thaddäus runter während er am weinen ist. Am Ende stellt sich aber raus, dass Spongebob nen anderen Kuchen gegessen hatte und dadurch nicht sterben muss. Auch in dieser Folge sehen wir, wie sehr sich Thaddäus um Spongebob sorgt und ihn eigentlich total gerne hat auch, wenn er oft genervt von ihm ist.

Platz 5: Geisterfahrer (Staffel 2)

Ein Anker landet in Thaddäus Haus und Spongebob, Patrick und Thaddäus klettern diesen hoch und landen auf dem Schiff des fliegenden Holländers. Thaddäus wird dabei bestraft und in den Reißverschluss der Verdammnis geworfen. Spongebob und Patrick sind nun Partner des fliegenden Holländers und sollen andere Leute erschrecken. Der fliegende Holländern aber hat die Schnauze voll von den beiden und will diese verspeisen. Daher klauen die beiden seine Stinkesocke und nutzen diese als Geisel. Sie kriegen nun drei Wünsche um sich aus der Situation rauszuboxen und verschwenden gleich zwei davon. Thaddäus ist mittlerweile auch wieder da. Als letztes wünschen sie sich, dass der fliegende Holländern zum Vegetarier wird und sie dadurch verschont werden. Aber letzten Endes werden die drei zu Obst gemacht und laden in seinem Mixer. Eine äußerst lustige Folge, vor allem die eine Szene mit der Parfümerie ist genial, weil sie genau meine Abneigung gegen Parfüm und co. darstellt, da ich extrem geruchsempfindlich bin.

Platz 4: Besuch vom Gesundheitsamt (Staffel 3)

Ein Gesundheitsbeamte besucht die Krosse Krabbe, um das Essen zu testen. Dabei halten Mr. Krebs und Spongebob diesen für einen Betrüger und bringen ihn versehentlich um. Es stellt sich aber raus, dass er nicht der Betrüger ist und deshalb haben die beiden jetzt Angst vor der Polizei. Sie vergraben die Leiche nachts und werden dabei von der Polizei entdeckt. Die Polizei merkt nicht was die beiden machen und bringen die dann zur Krossen Krabbe. Die Leiche haben sie im Kofferraum versteckt, weil der Regen die wieder zum Vorschein brachte. In der Krossen Krabbe angekommen wird die Leiche in der Kühlkammer versteckt und die Polizisten wollen zu ihrem Getränk noch Eis haben. Als sie nun zur Kühlkammer gehen beschuldigen Mr. Krebs und Spongebob sich gegenseitig des Mordes, doch in der Kammer ist keine Leiche. Auf einmal taucht ein Zombie auf, welcher der am lebende, aber ziemlich mitgenommene Gesundheitsbeamte ist. Die Polizei brät ihn einen über und Ende Gut ist alles gut. Die Folge ist einfach sehr lustig mit anzusehen.

Platz 3: Das Ausbildungsvideo (Staffel 3)

Wie der Titel schon, sagt wird in dieser Folge die Ausbildung in der Krossen Krabbe beschrieben. Dabei ist Spongebob der Vorzeigemitarbeiter und Thaddäus wird hingegen als schlechter Mitarbeiter durch den Kakao gezogen. Die Kommentare des Erzählers machen die Folge zur puren Comedy.

Platz 2: Nachtschicht

In dieser Folge müssen Spongebob und Thaddäus eine Nachtschicht einlegen, weil Mr. Krebs noch mehr Geld einnehmen will. Weil Thaddäus so dermaßen genervt ist von SpongeBobs guter Laune, erzählt er ihn eine ausgedachte Geschichte des Hackfleisch hassenden Zerhackers, der mal in der Krossen Krabbe gearbeitet hat und sich die Hände abgehackt hat und nun Rache nehmen möchte. Aus der erfunden Geschichte wird Realität, weil immer mehr Dinge eintreten aus der Geschichte, die darauf hindeuten, dass der Hackfleisch hassende Zerhacker kommt. Beide kriegen Angst und als dann der Hackfleisch hassende Zerhacker wirklich vor ihnen stehe, denke sie, dass war’s für sie. Aber es stellt sich raus, dass es einfach ein neuer Burgerbrater war, den sie wegen der Dunkelheit schlecht erkannt haben. Der Horror und Mystery Aspekt der Folge hat mir von klein auf einen Schauer gegeben und unglaublich gefallen.

Platz 1: Hör mal wer da spielt (Staffel 2)

Diese Folge ist einfach die legendärste Folge aller Zeiten, weil es die krasseste Musik Einlage überhaupt hat. Siegbert Schnöseln fordert Thaddäus hinauf eine Band zusammenzustellen, damit diese beim Super Bowl Auftritt. Thaddäus möchte nicht, dass Siegbert sich über ihn lustig macht und ihm zeigen was er drauf hat, also willigt er ein. Daraufhin versammelt er viele Leute aus Bikini Bottom um eine Band zu bilden. Jedoch ist diese Band total talentfrei. Sie ist so talentfrei, dass Patrick die legendäre Frage stellt, ob Mayonnaise auch ein Instrument sei. Wochenlange wird also geübt und es kommt nichts bei raus. Die Band kriegt sich auch noch in die Haare. Thaddäus muss sich also eingestehen, dass es nichts wird und am Tag des Auftrittes möchte er Siegbert gestehen, dass er es nicht geschafft hat. Doch gerade dann ist die Band mit Spongebob und co. in Kostümen aufgetaucht und sie machen sich bereit für den Auftritt. Und wie sich rausstellt haben sie sich alle zusammengerissen und ohne Thaddäus geübt, um ihn stolz zu machen. Sie liefern also die beste Performance ab und Siegbert kann seinen Augen nicht glauben. Thaddäus hat damit sein Sweet Victory.

Es hat unglaublich Spaß gemacht diese Liste zu erstellen und ich hoffe sehr, dass der ein oder andere wieder Lust bekommen hat, sich Spongebob mal wieder anzuschauen.

 

 

 

(SL) Ein kleines Portemonnaie und wieso ich nicht mehr trinken sollte…

09-50-M1-T2: Tutorium 2 zu „Einführung in die Ethnologie“ | Tutor: Ben Baumgarten | WiSe 2023/2024 | 6298972 | Emma Rose | Kurztext

 

Ich bin grade auf dem Heimweg. Es ist fünf Uhr morgens, ich bin immer noch leicht betrunken und meine Füße tun weh vom Tanzen. Beim Laufen trete ich fast auf einen kleinen schwarzen Gegenstand der auf dem Bürgersteig liegt. Ich bleibe stehen und schaue ihn mir genauer an. 

Es liegt eine kleine schwarze Tasche vor mir. Sie ist aus Leder und an ein paar Stellen sind die Nähte etwas ausgefranzt.  Ich nehme die kleine Tasche in die Hand und setze mich auf die Bordsteinkante. Sie ist geformt wie ein kleiner Briefumschlag. Es gibt zwei Möglichkeiten den Umschlag zu öffnen, zwei Stücke des Leders überlappen sich. Ich öffne den unteren Lappen. Eine kleine Tasche öffnet sich in welcher man wahrscheinlich Münzen verstauen kann. Ich glaube es wäre dort ungefähr Platz für eine halbe Kassette. Ich schließe die Tasche wieder und öffne den oberen Lappen, die Tasche klappt auf. Es verbirgt sich dort ein weiteres Fach, in das wahrscheinlich geradeso ein Schein hineinpasst. Beide Taschen sind leer. Von der kleinen Tasche die wahrscheinlich die Funktion eines Portemonnaies erfüllen soll, geht ein etwas strenger Geruch aus.  Ich glaube das so altes Leder riecht.  Es fühlt sich sehr weich an. Als ob schon ganz viele Menschen das Portemonnaie berührt haben und das Leder so an Stärke und Griff verloren hat. Aber gar nicht abgenutzt, sondern als hätten die Benutzungen gemacht, dass es sich jetzt richtig anfühlt.

Ich starre das Portemonnaie müde an. Eine Weile bleibe ich so sitzen und mir fallen fast die Augen zu. Dann stehe ich auf um endlich Nachhause ins Bett zu kommen. Ich packe das Portemonnaie in meine Jackentasche und laufe los. Es wird schon langsam heller und alles was ich höre ist Vögelzwitschern und manchmal entfernte Motorengeräusche von irgendwelchen Autos. Irgendwann gesellen sich zu diesen Geräuschen Schritte. Leise und zaghafte Schritte direkt hinter mir. Ich habe Angst und laufe schneller. Ich traue mich nicht mich umzudrehen. Die Schritte werden schneller und ich fange an zu rennen. Ich bin deutlich schneller als die Person. Im Laufen drehe ich mich also doch um und bleibe abrupt stehen. Hinter mir läuft eine alte Frau. Sie winkt mir und ist völlig außer Atem. Ich laufe ihr langsam entgegen. Ich nehme sie am Arm und schweigend führe ich sie zu einer Parkbank die ein paar Meter weiter steht. Ich setze mich neben sie und warte bis sie wieder normal atmet. Ich schaue sie mir genauer an. Sie trägt einen langen, Gift grünen Rock und einen knallroten Pullover. Auf dem Kopf trägt sie einen Braunen runden Hut der mit einer Feder geschmückt ist. Irgendwie sieht sie ziemlich cool aus. Sie sieht sehr alt aus. Ich würde sie auf Ende 80 schätzen. Sie schaut mich an, hebt ihre Hand und deutet auf meine Jackentasche. Ich fasse hinein und hole das Portemonnaie heraus. Sie öffnet ihre Handfläche und ich lege es hinein. Sie nimmt es, öffnet es und holt etwas heraus. Ich kann nicht erkennen was es ist und wundere mich das sie überhaupt etwas herausholt. Ich hätte schwören können das es leer war. Sie hält mir die Hand hin und zeigt mir was sie herausgeholt hat. Es ist ein winzig kleiner Eimer. Der Eimer ist bestimmt nur zwei Zentimeter tief. Sie lacht und stellt den Eimer neben uns auf die Bank. Jetzt holt sie noch einen Gegenstand aus dem Portemonnaie. Diesmal ist es eine winzig kleine Wasserflasche. Auch diese stellt sie auf die Bank zum Eimer. Sie greift erneut in die Tasche. Diesmal ist es ein kleines Legomännchen, welches so aussieht als würde es sitzen und schlafen. Auch das Männchen legt sie auf die Bank. Sie schaut mich an und lacht wieder. Sie nimmt die kleine Flasche und füllt das Wasser in den kleinen Eimer. Jetzt schaut sie mich an und gibt mir mit ihren Augen zu verstehen den Eimer zu nehmen. Ich nehme den Eimer und schaue sie an. Sie zeigt auf das kleine Männchen und gibt mir zu verstehen den Inhalt des Eimers auf das Männchen zu schütten. Nach kurzem Zögern schütte ich also den Inhalt auf das Figürchen.

Ein kalter Schauer läuft mir über Kopf und Rücken. Meine Haare kleben mir im Gesicht und ich schließe die Augen. Als ich sie wieder öffne und meine Haare aus dem Gesicht wische, sitze ich immer noch auf dem Bordstein, auf den ich mich vorhin gesetzt habe als ich das Portemonnaie fand, nur jetzt bin ich von oben bis unten nass. Verwirrt setze ich mich auf und schaue mich um. Das Portemonnaie ist weg. Etwas entfernt sehe ich jedoch jemanden gerade um eine Ecke verschwinden.  Ich hätte schwören können aus dem Augenwinkel noch einen Hut mit Feder verschwinden zu sehen. Ich stehe auf und mache mich diesmal wirklich auf den Heimweg. Als ich mich wenig später ins Bett lege denke ich noch, dass ich am besten erstmal auf Alkohol verzichten sollte.

Der Knopf (SL)

09-50-M1-T2: Tutorium 2 zu „Einführung in die Ethnologie“ | Tutor: Ben Baumgarten | WiSe 2023 | 6297811 | Elisa Schulte | Freier Text

 

Meine Finger schlossen sich um das kalte, runde Metall in meiner Tasche. Die Finger, die vor kurzem noch warme, zarte Haut berührt hatten. Ich fuhr über die Schnörkel die sich um die runde Wölbung in der Mitte zogen, sie erinnerten mich fast ein wenig an Blätter. Eigentlich hatte ich vor gehabt den kleinen, goldenen Knopf wieder an ihren Mantel zu nähen bevor sie fährt, doch im letzten Moment hatte ich mich anders entschieden. Vielleicht würde sie ja zurück kommen – was für ein dummer Gedanke! Wer kam schon für einen Knopf wieder? Außerdem gab es die Post – auch wenn sie sich immer geweigert hatte, dass ich ihr zeigte wie man einen Knopf annähte.

Als ich aus dem Bahnhof hinaustrat wehte mir der kalte Wind ins Gesicht. Schnell sprang ich in die Tram bevor sie ein paar Sekunden später los fuhr – meine Hand immer noch fest um den Knopf geschlossen.

 

Ich erinnerte mich an das erste Mal, als ich ihr den Knopf angenäht hatte. Wir kannten uns erst einige Tage, nachdem sie neu in den Ort gezogen war. Es war erstaunlich gewesen, dass ich sogar einen ähnlichen Knopf in meiner Box gefunden hatte, doch er stach immer noch unter den anderen heraus. Er war bestimmt einen halben Zentimeter größer und von der Farbe her auch nicht ganz gleich. Er hatte ein etwas helleres Gold und glänzte etwas abgestumpft. Schaute man genau hin fiel einem schnell auf, dass er fehl am Platz wirkte und nicht dazu passte. Doch sie meinte es würde ihr nichts ausmachen – das mache den Mantel nur besonders. Ich verstand nicht ganz was sie meinte. Hätte ich ihn nicht lieber weiter aufbewahren sollen, bis man einen passenderen Platz für ihn fand? Doch sie fand ihn dort perfekt, also lies ich ihn an seinem neuen Platz.

Ein bisschen erinnerte es mich immer an das erste Mal, dass ich sie gesehen hatte. Unsere Gegend war nicht so klein, dass es einem sofort auffiel wenn jemand Neues her gezogen war, doch bei ihr wusste ich sofort, dass sie nicht von hier war. Ich konnte nie wirklich meinen Finger drauf legen, ob es ihr Aussehen, ihre Gestik oder ihre Art zu reden war, aber irgendetwas hatte sie an sich was anders war und sie vielleicht sogar etwas seltsam wirken lies unter den anderen Leuten hier.

 

Zu Hause angekommen nahm ich den Knopf aus meiner Jackentasche und legte ihn in eine kleine Schale auf meiner Kommode, neben die Vase in der ein kleiner Strauß Veilchen langsam vor sich hin welkte. Ich warf noch einen kurzen Blick auf den Knopf und musste etwas schmunzeln, wie unpassend er nun an jedem anderen Ort als an ihrem Mantel wirkte.

 

Schon eine Woche nachdem ich ihr den Knopf angenäht hatte, kam sie wieder zu mir – er war erneut abgegangen. Ich war etwas überrascht, aber erklärte es mir damit, dass ich wohl einen alten Faden verwendet haben musste, obwohl er mir beim nähen eigentlich stabil vorkam. Sie hatte den angebotenen Tee dankend angenommen um sich von der kalten Oktober Luft aufzuwärmen und selbst nachdem ich den Knopf schon lange wieder angenäht hatte, saßen wir noch in meinem Wohnzimmer – mit inzwischen kaltem Tee. Und als es draußen schon dunkel war saßen wir immer noch zusammen, inzwischen eingekuschelt unter Decken.

Das nächste Mal als sie wieder kam, mit dem Knopf in der einen und ihrem Mantel in der anderen Hand, wunderte es mich nicht. Ich hatte nicht erwartet, dass der Knopf mit nur zwei Stichen sehr lange halten würde. Dies wiederholte sich noch ein paar Mal, bis wir uns auch so immer öfter trafen, bald schon jeden Tag, und irgendwann war sie so oft bei mir, dass man fast meinen konnte sie wäre bei mir eingezogen.

 

Doch jetzt, nach erst einem halben Jahr, musste sie schon wieder umziehen. Sie hatte versprochen sich bei mir zu melden, doch ich wusste, dass sie mich früher oder später vergessen würde. War es nicht immer so? Wenn man jeden Tag zusammen verbrachte, aus welchem Grund auch immer, sei es, weil man sich wirklich mochte oder wegen mangelnder Alternativen – die es in unserem Ort wirklich nicht zu genüge gab -, und sich dann nicht mehr sah, war der andere doch meist schnell vergessen.

 

Es war seltsam. Hatte sie am Anfang noch etwas unpassend unter den anderen Leuten hier im Ort gewirkt, erschien mir jetzt alles, was sich vorher so gut ineinander gefügt hatte, ohne sie unpassend. So wie mein Knopf ohne ihren Mantel.

 

(SL.) Literaturliste: Bodyshaming von Emma Rose

09-50-M1-T2: Tutorium 2 zu „Einführung in die Ethnologie“ | Tutor: Ben Baumgarten | WiSe 2023/2024 | 6298972 | Emma Rose | Literaturliste

LITERATURLISTE 

THEMATIK: BODYSHAMING

 

Vanagas, Annette (2021): Sexualpädagogische (Re)Visionen. Wiesbaden: Springer Fachmedien. (191-242)

Birk, Frank Francesco; Mirbek, Sandra (2020):Bodyshaming – der diskriminierte Körper: Diskriminierungssensible Arbeit als ein Thema der Psychomotorik. Praxis der Psychomotorik 45 (3): 172-175.

Hauke, Alexander (2022): Body Positivity. in: Herrman, Anja; Kim, Tae Jun; Kindinger, Evangelia; Mackert, Nina; Rose, Lotte; Schorb, Friedrich; Tolasch, Eva; Villa, Paula-Irene (Hg.): Fat Studies. Bielefeld: transcript.

 Plahl, Silvia; Sauer, Candy (SWR- Kultur) (2022): “Bodyshaming”- wie dicke Menschen diskriminiert werden. URL: https://www.swr.de/swr2/wissen/body-shaming-wie-dicke-menschen-diskriminiert-werden-104.html (abgerufen am: 18.01.2024)

Burnette, Jeni L.; Hoyt, Crystal L.; Dweck, Carol S.; Auster-Gussman, Lisa (2017):Weight beliefs and messages: Mindsets predict body‐shame and anti‐fat attitudes via attributions. Journal of Applied Social Psychology 47 (11): 616-624.

Shorter, Edward; Kober, Hainer (1984): Der weibliche Körper als Schicksal. München: Piper.

Méritt, Laura (2016): Frauenkörper neu gesehen. Berlin: Orlanda Frauenverl.

Müller, Matthias (SWR) (2023): Kim Hoss- Kampf gegen Bodyshaming. (Video) URL: https://www.ardmediathek.de/video/swr-portraet/kim-hoss-kampf-gegen-bodyshaming/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE5NTg2NDM (abgerufen am: 18.01.2024)

Mein Roman Empire

Mein Roman Empire ist folgende Vorstellung „Was wäre wenn die Briten meine Heimat nicht kolonialisiert hätte?“

Dass Europa und vor allem die Briten die ganze Welt kolonialisiert und damit auch terrorisiert haben, sollten vielen bekannt sein. Aber oft habe ich das Gefühl, dass die Geschichten der Menschen, die davon betroffen waren einfach zu kurz kommen und selten angehört werden. Daher erzähle ich mal von der groben Ereignisse, die damals stattfanden und unter anderem meiner Familie auch widerfuhren.

Meine Vorfahren stammen aus dem Bundesstaat Gujarat, welches im heutigen Indien liegt und an Pakistan grenzt. Wir haben dort viele Generationen gelebt. Das besondere an unserer Stadt ist/war, dass es dort ca. 50% Hindus und 50% Muslimen gibt/gab. Und diese kamen auch zurecht. Und nicht nur bei uns, viele ältere Herrschaften erzählen heute noch davon, dass man friedlich coexistierte und gemeinsam Hochzeiten und Feste gefeiert hat und das verteilt an dein unterschiedlichsten Orten im damaligen Indien. Natürlich war es keine Paradies, wo immer alles friedlich ablief, aber in vielen Fällen hat man sich einfach verstanden, weil man dieses Land seit Jahrhunderten seine Heimat nannte und niemand das Recht hatte, das einem abzusprechen, egal welche Religion man hatte.

Doch dann kam die Feuert Nation und alles änderte sich… Naja, es war nicht die Feuer Nation, sondern die Briten, aber das Resultat war das Selbe. Dass Menschen einfach irgendwo hingehen und irgendwas für sich beanspruchen, obwohl es schon jemand andere gehört, konnte ich noch nie nachvollziehen. Doch genau dies geschah dort und um die Macht bei sich zu behalten, hatten sie eine sehr effektive Takten. Man nennt es Divide and Rule Policy. Dabei hat man die unterschiedlichen Religionen, Ethnien und Casten von einander getrennt, damit sich eine Kluft zwischen ihnen bildet und sie sich gemeinsam nicht gegen den Kolonialherrn stellen können. Das heißt z.B., dass Hindus nur hinduistischen Vertreter wählen konnten und Muslimen nur muslimische. Dass man eine Gruppierung vielleicht besser behandelt hat als eine andere, wodurch der Hass zwischen den Gruppen immer größer wurde.

Fast 90 Jahre ging das so und die Menschen hatten dieses Leben leid. Es gab große Widerstandsbewegungen gegen die Kolonie, aber letztens Endes war das Ende des zweiten Weltkriegs der Grund dafür, dass sie Kolonie abgegeben wurde. Dadurch, dass eine Kluft zwischen den unterschiedlichen Gruppierungen herrschte, hat man sich für die Zwei-Staaten-Lösung entschieden: West und Ost Pakistan (heute Bangladesh) für die Muslimen und Indien für die Hindus. Dabei hat man die ganzen anderen religiösen Gruppierungen wie die Sikhs, Jains, Christen, Juden und Buddhisten außer acht gelassen. Die Grenzen hat auch ein Mann gezogen, welcher keinen Plan von der geographischen Lage des Landes hatte, wodurch vor allem der Bundesstaat Punjab zu leiden hatte. Denn genau durch diesen verläuft die Grenze der zwei Länder. Die Städte Lahor und Amritsar waren damals Schwesterstädte in Punjab. Die Menschen sind von der einen Stadt zur anderen zur Arbeit gefahren, hatten dort Familien und generell hatte sich eine ganze Kultur gebildet. Das ganze wurde durch eine Grenze komplett zerstört. Kashmir ist ein weiterer Staat der bis zum heutigen Tag unter der damaligen Entscheidung zu leiden hat. Kashmir wurde weder an Pakistan, noch an Indien gegeben und ist damit eine freie Fläche gewesen, über die sich beide Länder bis heute streiten und Teile davon vom jeweiligen Land besetzt sind. Leiden tut darunter die Bevölkerung von Kashmir.

Die eigentlich Tragödie der Teilung des Landes hatte man sich vorher nicht ausmalen können. An sich durften die Muslime in neu entstandenen Indien bleiben können und die Hindus im neu entstandenen Pakistan, aber in den meisten Fällen waren sie gezwungen ihre Heimat zu verlassen, so wie meine Familie. Direkt nach Trennung der beiden Länder sind meine Urgroßeltern von Gujarat aus aufgebrochen, um nach Karachi in Pakistan zu fliehen. Denn diese waren Muslime und dort wo sie lebten herrschte ein hinduistischer, extremistischer Provinzleiter, der das muslimische Viertel abgefackelt hatte. Man konnte nichtmal nachdenken was man mitnimmt. Sie wollten dort nur lebend rauskommen. So entsandt die größte Völkerwanderung der Menschheit bei der 20 Millionen Menschen deportiert, vertrieben und umgesiedelt wurden. Bis zu 2 Millionen Menschen sind dabei umgekommen, weil extremistische Gruppen aus Wut auf andere Gruppierungen diese umbrachten. Doch trotzdem haben sich die Menschen der unterschiedlichen religiösen Gruppen gegenseitig geholfen. Denn überall gibts gute und schlechte Menschen. Sie haben sich gegenseitig verkleidet und versteckt bis sie am jeweiligen Zielort angekommen sind.

Und nun leben die Menschen seit knapp 70 Jahre an neuen Orten, wo sie sich ein neues Zuhause aufgebaut haben, weil es keine Möglichkeit mehr gibt zurückzukehren. Meine Großmutter ist dann in Pakistan geboren, doch ihre älteste Schwester ist damals in Indien zurück geblieben. Beide haben sich 3 mal in ihren Leben gesehen. Die Trennung der beiden Länder hat viel Leid mit sich gebraucht: Familien getrennt, Menschen ermordet, Menschen entwurzelt und ihnen das eigene Zuhause weggenommen. Und weil die Divide and Rule policy so effektiv war, hassen sich die beiden Länder bis heute noch. Oft denke ich darüber nach, dass man die Länder nicht hätte trennen sollen, da die Menschen an Ort und Stelle viel eher auf einander zugegangen wären, als jetzt wo alle hinter ihrer Grenze mit dem Finger auf die andere Seite zeigen und den jeweils anderen als Feind und Schuldigen ansehen.

Die wichtigste Frage, die ich mir aber stelle ist „Was wenn das alles niemals passiert wäre? Was wenn die Briten niemals gekommen wären?“ Ich wäre vielleicht im heutigen Indien geboren und hätte dort ein Leben mit den unterschiedlichen Menschen geführt. Wir hätten unsere Kultur noch weiter ausgebaut und gefeiert, ohne Hass für einander, sondern mit Respekt und Akzeptanz. So viel Trauma wäre den Menschen erspart gewesen und viele Menschenleben verschont geblieben. Vielleicht sieht ja in einem Paralleluniversum besser aus.

Zu diesem Thema gibt es noch viel mehr was man erzählen könnte, weil es sehr komplex ist und so viele Jahre Geschichte nicht in einem Blog Eintrag zusammengefasst werden können. Aber es ist wichtig, davon mal gehört zu haben und auch betroffenen Gehör zu schenken, damit man aus alten Fehlern lernt. Man merkt glaube ich deutlich was ich von dieser Zwei-Staaten-Lösung halte und wenn heutzutage in einem anderen Fall darüber diskutiert wird, finde ich, dass man in nichtmal 100 Jahre zurückblicken sollte, um zu erkennen, was das Resultat beim letzten Mal war.

 

 

 

Mein Leben mit Typ 1 Diabetes

Das Leben mit Diabetes ist einfacher als es sich viele vorstellen. Ich habe diese Krankheit seit meinem elften Lebensjahr und lebe seither sehr gut damit. Oft wird in Dokumentationen gesagt, dass Person X an Diabetes leidet, aber für mich ist es einfach kein Leid, den ich damit verbinde.

Aber fangen wir von vorne an, denn Diabetes zu haben und davon nichts zu wissen ist schon eine große Belastung. Bei dieser Autoimmunerkrankung denkt sich das Immunsystem, dass es die gutartigen und gesunden Beta Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstören soll, weil es diese für bösartig hält. Diese Beta Zellen sind für die Produktion von Insulin verantwortlich. Insulin ist das blutzuckersenkende Hormon, welches die Zellen des Körpers öffnet, damit Glukose hineingelangt und dem Körper Energie spenden kann. Fehlt also dieses Hormon schwimmt der Zucker weiterhin im Blut und kann dir keine Energie schenken.

Die Symptome, die ich damals hatte waren extreme Müdigkeit und Schlappheit, keinen Hunger, starken Durst (weil der Körper den Zucker über die Niere dann ausscheidet), mein Atem roch nach Nagellackentferner und ich habe innerhalb von einem Monat 11 Kilo verloren. Das kommt daher, dass der Körper dann die andere Energiequelle nutzt, welches die Fettreserven sind. Gemein ist es dann besonderes, wenn Leute aus Unwissenheit und Arroganz irgendwelche Annahmen haben, dass nur übergewichtige Menschen Diabetes haben können oder man zu viele Süßigkeiten gegessen hätte, was absolut nicht der Wahrheit entspricht.

Leider war mein Kinderarzt nicht der kompetenteste und konnte daher meine Krankheit nicht frühzeitig feststellen, obwohl man mir im Blut nachweisen konnte, dass der Zuckergehalt der letzten Monate erhöht war. Wir sind dann ein den Urlaub geflogen wo sich mein gesundheitlicher Zustand von Tag zu Tag nur verschlechtert hatte. Am Tag der Abreise war es dann so schlimm, dass ich extreme Übelkeit hatte, nicht mehr laufen konnte und nur noch am schlafen war. Meine arme Mutter dachte ich würde das ganze nicht mehr überleben. In Deutschland dann angekommen, kam dann direkt der Notarzt und dieser hat als erster meinen Blutzucker gemessen. Der lag bei ca. 330, ein normaler BZ liegt bei 80-140. Und endlich wussten wir was ich hatte. Die Ungewissheit was mit mir nicht stimmte war nämlich eine große Belastung für uns alle. Als ich dann denn Rettungssanitäter auf dem Weg zum Krankenhaus fragte, ob ich wieder gesund werde, hat er mit einem „Ja“ geantwortet und alle Sorgen haben sich in diesem Moment in Luft aufgelöst. Im Krankenhaus wurde ich dann für mehrere Wochen über den Diabetes aufgeklärt und geschult. Dort habe ich auch gelernt, dass ich nicht komplett gesund werden kann, wie angenommen, sondern mein ganzes Leben diese Krankheit verbringen muss, aber mit einem guten Umgang und guter Therapie meine Lebensqualität nicht darunter leiden wird.

Ich habe dieses Schicksal sofort akzeptieren können. Ich weiß von anderen Diabetikern, dass sie Jahre gebraucht haben bzw. es garnicht akzeptieren konnten, weshalb sie psychisch sehr darunter gelitten haben. Aber bei mir war es anderes. Ich habe schnell begriffen, dass ich mir den Diabetes nicht zum Feind machen sollte, sondern zum Freund, mit dem ich immer zusammen arbeiten muss.  Ja, man muss den Blutzucker regelmäßig messen und Insulin spritzen und sein Essen abwiegen und einschätzen. In der Pubertät kann das mal nervig sein! Aber das sind alles kleine Hürden. Nach und nach wird man besser und entwickelt ein Gefühl vom richtigen Umgang. Mit meinem Krankheit bin ich also auch schneller erwachsen geworden und habe gelernt Verantwortung zu tragen.

Es wird natürlich immer ärgerlich sein krank zu sein, aber irgendwo ist es auch ein Segen gewesen, weil ich einfach viel über mich gelernt habe und mich weiterentwickelt habe, Leute kennengelernt habe und einfach viel bewusster mit meiner Gesundheit umgegangen bin. Zusätzlich denke ich mir immer, dass es immer schlimmer sein kann. Ich hätte auch ne Krankheit kriegen können, die viel seltener und schwerer zu behandeln ist. Wodurch ich vielleicht nicht lange leben könnte oder eingeschränkt wäre. Aber dies ist nicht der Fall. Ich bin extrem dankbar mit dem was ich habe, denn es wir immer jemanden geben, dem es schlechter geht als mir. Das ist einer der wichtigsten Dinge, die ich durch meine Krankheit gelernt habe, wodurch ich auch heute ein zufriedenes Leben führen.

 

Prokrastination

Das dies mein erster Blog Eintrag wird hätte ich selber nicht gedacht, da ich mir wirklich vorgenommen hatte meine Aufgaben nicht aufzuschieben. Aber so ne alte Angewohnheit einfach so abzulegen ist dann glaube ich doch nicht das Einfachste. Jetzt muss ich auf schnellsten Wege die 6 Blog Einträge hinrotzen. Zugegeben, ich kann unter viel Stress produktiver arbeiten, aber das Gesündeste ist es auf jeden Fall nicht.

In der Schule hatte ich damals das Thema Prokrastionation. Es ging unter anderem darum, dass 10-20% aller Schüler chronisch Aufschieben bis zum geht nicht mehr. Ich glaube unter diese falle ich auch.

Und oft habe ich mir die Frage gestellt, wieso ich das überhaupt mache, weil letzten Endes hat es absolut keine Vorteile für mich. Einerseits denke ich schon, dass ich ziemlich faul sein kann. Mein Lieblingsort ist mein Bett und ich kann Tage lang mit Nichtstun verbringen. Doch dann kam ich zum Schluss, dass es mit der Angst vorm Versagen zusammenhängt. Denn frühzeitig anzufangen, sich Mühe zu geben und dann am Ende nicht das Ergebnis zu erhalten, was man sich erhofft hat, ist sehr schwer zu ertragen. Dann schiebt man liebt auf und kann die schlechten Resultate darauf schieben, dass man einfach zu spät angefangen hat und nicht darauf, dass die eigenen Fähigkeiten nicht gut genug waren.

An den Punkt anzukommen und zu sagen, dass man es wirklich lassen will, ist ein großer Schritt für mich, da es viel Mut braucht, um sich seiner Angst vorm Versagen zu stellen. Aber letzten Endes lernt man endlich mit seinen Minderwertigkeitskomplexen umzugehen und sich Stück für Stück zu bessern. Ich weiß nicht, wie lange dieser Prozess dauern wird. Für einige bestimmt wenige Monate, für andere ein Jahr und wiederum andere brauchen ein ganzes Studium dafür, aber diesen Schritt gemacht zu haben und dem Weg gegangen zu sein, wird niemals ein Verschwendung sein.

Feelings of different European cities while traveling

I started my half-month journey since Dec.24. In my plan I’m going to visit Berlin, Munich, Venice, Florence, Rome, Vatican, Milan, Luzern, Sachseln, Interlaken, Strasbourg, Luxembourg, Gent, Antwerp, Brussels. Now I’m in Luxembourg and have completed my trip to most of the cities. It is the time to write down some feelings of this long trip.

Along the way, I took trains and buses, stayed in AirBnBs, and visited museums that cost almost nothing. What I saw is mainly the life of ordinary people. When I arrived in Berlin for the first time, my feeling was actually: Berlin deserves to be the capital of Germany! Berlin train station is decorated with glass and marble, which looks like a high-end shopping mall at first glance. There were crowds of people and the trains were busy rushing. Bremen’s train station really looks like an antique, while Berlin feels like it’s 2023. The next day, I visited the famous Berlin Wall. This is a sentence I saw in a history book 8 years ago, and now this short line of words became a reality before my eyes. I can easily jump back and forth on different sides of the wall.  I don’t know how to describe this magical feeling. As I walked along the wall, I gradually felt the loneliness and decay deep in the city. The square was very deserted, with almost no people except for a large flock of crows soaring in the sky. Abandoned shopping carts and bicycles lied on the roadside, and occasionally a pigeon or two flied down to carve out food scraps on the road. However, the area around the Brandenburg Gate was once again crowded with tourists. Berlin is a city with a long history, part busy but part deserted. Then I took the train all the way south to Munich. The area near the train station is almost entirely populated by Turks, and Turkish restaurants are everywhere. Unlike people in the north who feel a certain distance from each other, people in Munich like to get together to sing and play, and seem to prefer communicating with others. There are obviously more young people here, and the urban buildings are even newer.

Then I took an overnight train to Venice. As a famous tourist city, Venice is still crowded with people even though it is the off-season. „Beware of Thieves“ signs are everywhere. I had to keep an eye on my luggage at all times and keep all my valuables on me. But the food in Italy is delicious and cheap. Even with the table fee, the price is almost half of that in Germany. I bought a cup of Espresso and Gelato everyday. The funny thing is that Italian will be so confused if you ask for a cup of „Latte“, because it means only pure milk without any coffee in it. There are also many Chinese people in Italy, and people there can enjoy very authentic traditional Chinese food with a good price. Florence is a very old city with so many masterpieces. The houses are in old styles and there are almost no modern-style buildings. The roads are very narrow and in many sections only one person can walk  through at a time. People sang and held parties on the streets in the middle of the night, leaving broken glass bottles, beer cans, and garbage everywhere. But also there, you can see artists at every corner. And I had the best thin crust pizza ever in my life. Rome is very different, the roads are more open and cleaner than in Florence. The whole city is well planned. No wonder it is said that “all roads lead to Rome”. Rome is almost a city built on history. The whole city is filled with various cultural relics, which is dazzling. The Vatican is very small, and its museum take up a large part of it. Here you can admire various treasures, sculptures, and exquisite paintings from ancient Egypt to ancient Greece and Rome, and masterpieces from the Renaissance,  especially Michelangelo’s „Genesis“. Rome’s leather goods are particularly rich and affordable, same for the artworks. However, where there are many tourists, there are also many scammers. My friend bought several printed watercolor paintings at a very high price. Things like this happened all the time. In Milan, someone put a handful of corn in her hand. After the pigeons flew over, we were surrounded by a group of black people and had to give them all the cash we had. Overall, Italy is great, but not a great place to travel alone. Its fascinating history and culture are contradictory to its somewhat speechless theft rate.

My next station is Switzerland.  It was the most surprising of my whole trip because I didn’t want to go to this expensive place at first. Switzerland’s infrastructure is very modern, all the roads are clean and tidy, and importantly, cashless and cardless payments are available everywhere. The landscapes are as enchanting as wallpaper and the air is so fresh there. The railway system is very punctual and every train arrives and departs on time. Sitting on the panoramic train, you can have a panoramic view of the lakes and mountains along the way. Every day, I feel intense happiness. In Interlaken, we took a cruise to visit Lake Thun and climbed to the pure white First Peak. Many German parents brought their children to ski and play. Tourists from all over the world gathered together to celebrate successful skiing with lucky wine. Switzerland is so safe that if you put your phone on the table and leave it for a while, no one will take it away. My landlady never even locked the door. The only drawback of Switzerland is that good prices are too high. We paid a very high price for a cheese pot meal that was not tasty. There are no perfect choices in life. To live in such a paradise-like place, you have to endure loneliness and high prices. In a word, Switzerland is a great place for a vacation, and its beautiful scenery can wash away all your worries.

Then I came to France. The Christmas atmosphere in Strasbourg has not completely dissipated, but there were already far fewer tourists. This is perhaps the best place to balance secularity with beautiful surroundings. People there speak French and German, or even fluent English. French food is also very cheap and the portions are plentiful, I even did’nt finish it. Everyone’s face is filled with a satisfied smile. The landlady I met had a big dog and a cat, and lived alone in an apartment as warm as an oil painting. She is a music MV director and has her own studio, so she can control her time relatively freely. “Don’t go to Paris. It’s so dirty and unsafe! We French don’t like it either, hahaha.” She laughed away. „Where are you going tomorrow?“ „There is nothing interesting in Luxembourg. A boring place!“ She added.

A three-hour bus ride later, we arrived in Luxembourg. I must admit, Luxembourg is really boring and small. But Luxembourg’s happiness level is very high. All buses here are free, which is incredible. Except in Switzerland and Luxembourg, I see beggars on the streets all the time. Luxembourg is like a boring and small version of Switzerland. Walk a little further and you’ll reach the suburbs. It is sparsely populated and has a serious architectural style, as if it were in an industrial development zone.

The trip is coming to an end soon, and I have to return to Bremen, where the sun cannot be seen. And I have to face the railway strike again. Luckily, this will probably be my longest trip in a long time in the future. Whenever I feel that life is in trouble again, I can imagine the scenery along the way and the busy lives of different people, and I will definitely gain the courage to face it positively. When I see the world from a different perspective, many worries are no longer worries. Reading, learning, traveling and working. Living in this world run by people, no need to worry about food and clothing (which can be easily obtained with money), but pursue your goals and dreams. This is a magical and incredible thing in itself.

2024 is coming

How time flies. 2024 will come after around 10 days.

When I was a kid, I once wrote an article about the future. I imagined that in 2024, people can shop online, take online classes at home, and drive flying cars. At that time, I would never have imagined that in the coming twenty years,  two of them would actually become a reality step by step. I could not even imagine that COVID-19 would really force me to shop and study at home. The world is really magical. In 2023, ChatGPT was born. I don’t know how artificial intelligence will completely change our lives in the coming 2024,that anything can happen in an instant and everything is full of unknowns.

I have become the adult I expected as a child. I will be faced with a variety of new choices, and these choices may very well change my whole life. I don’t know how to deal with the world changing drastically. I feel more deeply that as an ordinary person, I am just a grain of sand in the tide of the times. I don’t know where I came from and I don’t know where I am going to. It seems that I have chosen my life, but in fact I am swaying forward step by step under the invisible control of society. I often think about the purpose of this life and often feel empty and meaningless.I know loneliness is the normal state of life. Communication between people is a kind of spiritual support, but it is also a cage of freedom.

Anthropology is such a broad concept to me. I gave up studying a so-called high-paying science major because I knew I wouldn’t love it. But choosing to study a seemingly illusory topic, especially today when artificial intelligence is so popular, is this really the right choice? Make money in pain or become impoverished in obedience, it’s a hard decision – choose your preference between the two Rotten Tomatoes. Even though I like culture, I still face many choices. For example, I love reading, but I don’t like writing papers. I like communicating with people, but I don’t like studying people’s behavior.

Being a human being is hard. While constantly thinking about life, we also have to constantly withstand severe beatings from society. For example, I just found out that a rental website fraudulently deducted 160 euros from my account, but I can’t get a refund because they wrote the subscription terms in mini translucent font on the Q&A page. I feel haggard because of these things every day, and I can only console myself that it’s good that I’m still alive. For example, every time I see the elder sitting in wheelchairs or pushing mopeds, I have to think about what the world will look like when we age and whether we will still get support at that time. Or, will we live to be their age?

It is not good to think too much. In this vast universe, everyone is so confused and at a loss. What we occupy is only a small fragment in the long history of the Milky Way, and it will always become a thing of the past before we have time to think about anything further. But I’m so grateful that I am thinking. If a tree can think, then it wouldn’t be bad to be a tree for the rest of my life.

Anyway, 2024 is coming.