„Nah dran! – Die Praxis als Vorbild!“ – Interdisziplinäres Studienprojekt der Universität Bremen für Studierende im Master of Education

von Sabine Doff und Larena Schäfer

Autorinnenfoto

In Kooperation mit dem „Stifterverband für Deutsche Wissenschaft“, der „Vodafone Stiftung Deutschland“ und dem Deutschen Philologenverband (Initiative: „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ“) wurde im Wintersemester 2014/15 erstmals das interdisziplinäre Studienprojekt „Nah dran! – Die Praxis als Vorbild“ unter der Koordination von Prof. Dr. Sabine Doff (Fremdsprachendidaktik Englisch, Mitarbeit: Larena Schäfer) und Dr. Regine Komoss (Zentrum für Lehrerbildung) durchgeführt. Das Projekt umfasste ein Seminarangebot in Form einer dreiteiligen Workshop-Reihe, an der sich sieben Fachdidaktiken (Englisch, Französisch, Geographie, Geschichte, Kunst, Mathematik, Spanisch) und die Erziehungswissenschaften der Universität Bremen sowie vier Preisträger-Projekte des Deutschen Lehrerpreises beteiligten.

Kontext, Planung und Ziele des Projekts

Das Studienprojekt ist eingebettet in das lehrerbildende Studium der Universität Bremen (Master of Education) und richtet sich an Studierende, die im 1. oder 3. Mastersemester sind. In einem zweisemestrigen Studienzyklus, der im ersten Semester aus einem interdisziplinären Seminar (theoretischer Teil) und im zweiten Semester aus einer praktischen Phase (Durchführung des Praxissemesters oder Erstellen einer empirischen Masterarbeit) besteht, kooperieren die Studierenden mit den Preisträgerinnen und Preisträgern. Auf diese Weise soll das Erwerben einer professionellen Kompetenz durch eine bereits früh im Studium einsetzende konsequente Verschränkung von Theorie (aktueller Forschungsstand mit dem methodologischen Schwerpunkt Design-Based Research) und beruflicher Praxis ermöglicht werden. Darüber hinaus wird die Etablierung eines „forschenden Habitus“ angestrebt, d.h. die Schulung der Fähigkeit methoden- und theoriebasierte Reflexionen und Analysen auf konkrete Handlungssituationen des Berufsfelds beziehen zu können. Letztlich soll das Projekt auch das Erwerben der zentralen beruflichen Handlungskompetenz, Lernprozesse in heterogenen Gruppen erforschen und gestalten zu können, fördern.

Das Studienprojekt wird erstmals im akademischen Jahr 2014/15 durchgeführt. Die erste Phase ist mit Beendigung des Wintersemesters 2014/15 inzwischen abgeschlossen; Phase zwei schließt im Sommersemester 2015 an. Im Erprobungszeitraum sind  insgesamt drei Durchläufe geplant, die begleitend evaluiert werden. Im Anschluss soll das Projekt im Rahmen des lehrerbildenden Studiums verstetigt werden.

Das zweisemestrige Studienprojekt an der Universität Bremen hat in diesem  akademischen Jahr den inhaltlichen Schwerpunkt, wie aus der Perspektive des Fachunterrichts Lehren und Lernen in heterogenen Schülergruppen gestaltet werden kann. Hintergrund ist die aktuelle Bremer Schulreform, die u.a. durch zwei zentrale Elemente gekennzeichnet ist: Zum einen die Implementierung der Inklusion – Bremen ist das erste Bundesland, in dem alle Schulen den gesetzlichen Auftrag erhalten haben, sich zu inklusiven Schulen weiterzuentwickeln. Zum anderen die Einführung eines zweigliedrigen Schulsystems; neben dem Gymnasium wurde mit der Bremer Oberschule eine gleichwertige Schulform implementiert, in der alle Schulabschlüsse bis hin zum Abitur erworben werden können. Die dadurch gestiegene Diversität der in einem  Klassenzimmer versammelten Lernenden führt zu neuen Anforderungen an das Handeln der Lehrenden. Mit diesen Anforderungen sollen sich die Lehramtsstudierenden der Universität Bremen bereits in ihrer ersten Ausbildungsphase intensiv auseinandersetzen und darauf vorbereitet werden.

Abbildung 1: „Nah Dran“-Workshop – Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Gespräch.

Abb. 1: „Nah Dran“-Workshop – Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Gespräch.

Dafür ist ein enger, von Seiten der Universität professionell begleiteter Austausch mit der Schulpraxis im Lehramtsstudium unabdingbar. Darin bestand ein wesentliches Ziel des Bremer „Nah Dran“-Projekts, an dem zu diesem Zweck sieben Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Lehrerpreises beteiligt waren, die durch die erfolgreiche Umsetzung von insgesamt vier prämierten Projekten ihre Expertise bewiesen haben. Im Zentrum des „Nah Dran“-Projekts standen die inhaltlichen Fragen, welche Lernprozesse in unterschiedlichen (d.h. eher offenen oder eher geschlossenen) Lehr-Lern-Formen stattfinden und wie fachliches Lernen jeweils unterstützt werden kann. Deswegen waren  insbesondere Projekte von Interesse, in denen Instruktionsunterricht durch andere (eher offene) Unterrichtsformen ergänzt und/oder abgelöst wurde. Es wurden ferner solche Praxisprojekte ausgewählt, die Differenzierung und Individualisierung im Fachunterricht in besonderem Maße ermöglichen und/oder die besonders gelungene Beispiele von fächerübergreifendem Unterricht und Projektarbeit darstellen. Beteiligt waren die folgenden Projekte:

» „Lernlandschaften am Gymnasium Öttingen“ (Linda Lutter und Günter Schmalisch),
» „Todesfuge jahrgangsübergreifend“ (Rainer Fliege, Heinrich Schliemann-Gymnasium Fürth),
» „Wochenplanarbeit“ (Susanne Barth, Julika Bayer und Stefanie Reich, Gymnasium Olching),
» „Radio in der Schule“ (Marcus Spangehl, Melanchton-Gymnasium Nürnberg).

Abbildung 2: „Nah Dran“-Workshop im Plenum.

Abb. 2: „Nah Dran“-Workshop im Plenum.

Durchführung der ersten Projektphase: Erforschen und Gestalten von Lernprozessen

Im Wintersemester 2014/15 wurde das interdisziplinäre Seminarangebot in Form einer dreiteiligen Workshop-Reihe für die Studierenden der beteiligten Fachdidaktiken und der Erziehungswissenschaften erstmals durchgeführt. Das Seminar war komplementär in den jeweiligen Fächern verankert und bereitete auf das Praxissemester oder die Masterarbeit vor. In einer Workshop-Reihe im ganztägigen Blockformat, die jeweils im Gästehaus der Universität auf dem Teerhof stattfanden, wurden folgende thematische Schwerpunkte umgesetzt:

Block I: Kick off (erstmalige Durchführung: 31.10.2014)

Der Schwerpunkt des ersten Blocks lag auf der Einführung in die Methodologie Design-Based Research (DBR), welche Grundlagen- und Entwicklungsforschung verbindet. Dazu hielt Dr. Larissa Zwetzschler, Koordinatorin des Forschungs- und Nachwuchskollegs Fachdidaktischer Entwicklungsforschung (FUNKEN) der Technischen Universität Dortmund, einen Vortrag zu Konzeption und Anwendung dieser Methodologie, die sich für die Erprobung von innovativen Unterrichtsdesigns und die Erforschung von Lehr-Lern-Prozessen für fortgeschrittene Studierende und Promovierende besonders gut eignet. Die Studierenden erwarben Kenntnisse zur Erforschung und Gestaltung von Lernprozessen und entwickelten Kriterien, um Lernprozesse in unterschiedlichen Lehrformen (offen, instruktional, binnendifferenziert, fachübergreifend etc.) analysieren zu können. Fokussiert wurden Lernprozesse im Fachunterricht (fachdidaktischer Fokus: Lernprozesse verstehen, analysieren und gestalten).

Block II: Meet and Greet (erstmalige Durchführung: 05.12.2014)

Die Studierenden erhielten die Gelegenheit, vier Preisträger-Projekte des Deutschen Lehrerpreises und die Projektverantwortlichen (s.o.) persönlich kennenzulernen. Unter der Leitfrage, wie in den dargestellten Unterrichtskonzepten Lernprozesse in heterogenen Lerngruppen gefördert werden (können), wurden die unterschiedlichen Ansätze diskutiert. In kurzen Präsentationen stellten die Lehrkräfte auch die Einbettung in die jeweiligen Schulkonzepte und Rahmenbedingungen vor und erläuterten, welche Faktoren den Erfolg eines Konzepts fördern/behindern. Anschließend wurden in von den Preisträgerinnen und Preisträgern geleiteten Mini-Workshops Fragen der Studierenden diskutiert. Auf diese Weise wurden erste „Patenschaften“ zwischen Preisträgerinnen und Preisträgern sowie Studierenden geknüpft. Ziel dieses Workshops war es u.a., dass Studierende Ideen aus den Konzepten der Preisträger-Projekte verstehen, reflektieren und aufgreifen, indem sie diese beispielsweise in die Planung ihrer Masterarbeitsforschung oder in die Unterrichtsplanung im Praxissemester integrieren. Zu dieser Veranstaltung waren ebenfalls Vertreterinnen und Vertreter von Bremer Schulen eingeladen, an denen die Masterstudierenden im Sommersemester 2015 ihre Projekte realisieren werden; auf diese Weise konnten hier frühzeitig Kontakte geknüpft und ein für alle Seiten gewinnbringender Austausch angebahnt werden.

Abbildung 3: Gallery Walk – Präsentation der Poster.

Abb. 3: Gallery Walk – Präsentation der Poster.

Abbildung 4: Gallery Walk – Studierende und Lehrkräfte im Gespräch.

Abb. 4: Gallery Walk – Studierende und Lehrkräfte im Gespräch.

Block III: Gallery Walk (erstmalige Durchführung: 06.02.2015)

Dieser Blocktermin beinhaltete die Präsentation der im Laufe des Wintersemesters erarbeiteten studentischen Konzepte für die anschließende Praxisphase, basierend auf den Vorarbeiten der ersten beiden Blocktermine und der weiterführenden Arbeit im Rahmen der fachspezifischen Lehrveranstaltungen. Im Rahmen von Postern präsentierten die Studierenden ihre Konzepte (DBR-basiert, anknüpfend an Ideen der prämierten Konzepte der Preisträger-Projekte). Sie erhielten Rückmeldung zu ihren Konzepten und führten Diskussionen mit den Preisträgerinnen und Preisträgern, Kommilitonen, Dozentinnen und Dozenten sowie Vertreterinnen und Vertretern von an der Umsetzung der Projekte beteiligten Bremer Schulen. Insgesamt entstanden 20 Poster mit dazugehörigen Konzeptionen zu Masterarbeitsvorhaben oder Praxissemester-Elementen.

Die besten drei Studierenden-Projekte wurden für ihre erfolgreiche Verbindung der Methodologie DBR mit der inhaltlichen Anbindung an ein Preisträger-Projekt prämiert. Ein „Mini-Stipendium“ ermöglicht ihnen, bei den Preisträgerinnen und Preisträgern vor Ort zu hospitieren. Diese Hospitation kann z.B. dazu genutzt werden, ein Mikro-Forschungsprojekt im Unterricht (mit Schwerpunkt Analyse von Lernprozessen) durchzuführen. Die Stipendien stellen neben der Anerkennung einen Ausgleich dar für die mit dem Aufenthalt in einer anderen Stadt verbundenen erhöhten Lebenshaltungskosten.

Bisherige (Lern-)Erfolge des Projekts: Gespräch mit Hendrik Schydlo

Hendrik Schydlo ist im dritten Mastersemester und studiert Englisch im Nebenfach und Kunst im Hauptfach. Im Rahmen des „Nah Dran“-Projekts wurde er mit einem „Mini-Stipendium“ für die vielversprechendste Masterarbeitsplanung ausgezeichnet. Er verfasst momentan seine Arbeit im Bereich der Kunstpädagogik/Ästhetischen Bildung und knüpft an das Preisträger-Projekt von Rainer Fliege vom Heinrich-Schliemann-Gymnasium in Fürth an. Dieser wurde beim Deutschen Lehrerpreis 2011 für sein Projekt „Todesfuge jahrgangsübergreifend“ ausgezeichnet. Darin wurde anhand des Gedichtes „Todesfuge“ des Exillyrikers Paul Celan ein jahrgangsübergreifendes Verfahren zur Erschließung komplexer Texte entwickelt. Schülerinnen und Schüler einer fünften und einer zwölften Klasse erarbeiteten gemeinsam das Gedicht, wobei die unterschiedlichen Lernausgangslagen und Arbeitsweisen der Lernenden aus den verschiedenen Altersstufen bewusst genutzt wurden. Im Folgenden berichtet Hendrik Schydlo in einem Gespräch über seine positiven Erfahrungen im „Nah Dran“-Projekt.

Ideenfindung und (Re-)Konzeptualisierung der Masterarbeitsplanung

„Ich wurde durch ein Begleitseminar für die Masterarbeit auf das „Nah Dran“-Projekt aufmerksam. Meine Betreuerin, Prof. Dr. Maria Peters, hat mich zur Teilnahme motiviert. Ich hatte erst ein ganz anderes Thema für meine Masterarbeit angedacht und bin dann im zweiten Block der „Nah-Dran“-Reihe von dem Vortrag von Rainer Fliege überzeugt worden. Mir sind viele neue Ideen gekommen und ich konnte zahlreiche Parallelen zum Kunstunterricht sehen. Ab diesem Moment habe ich dann angefangen meine Masterarbeit bzw. mein Forschungsvorhaben neu zu konzipieren.“

Anknüpfen an Innovationen des Preisträger-Projekts „Todesfuge klassenübergreifend“

„Mich beeindruckte besonders an dem Preisträger-Projekt, dass Rainer Fliege den extrem großen Altersunterschied seiner Schülerinnen und Schüler produktiv genutzt hat. Er hat beobachtet, dass beide Altersgruppen spezifische Charakteristika besitzen, die sich bei der Gedichtanalyse und in Kombination als Vorteil erweisen. An diesem Punkt ist mir aufgefallen, dass sich diese unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Altersgruppen auch auf die Jugend- und Kinderzeichnungen in Kunst übertragen lassen. Jugendliche haben eher den Wunsch nach naturalistischen Zeichnungen und Zeichenfähigkeiten. Kinder hingegen zeichnen narrativ und in Schemata. Große Künstlerinnen und Künstler beziehen sich bei ihrem Ausdruck eher auf Kinderzeichnungen, weil das vielleicht „echter“ wirkt. Hinzu kommt, dass naturalistische Darstellungsfähigkeiten im Zeitalter der Reproduzierbarkeit des Bildes gar nicht mehr so gefragt sind. In ihrem Streben nach diesen naturalistischen Darstellungen verlieren Jugendliche zudem ihre Kreativität und Fantasie beim Zeichnen. Meine These ist, dass dadurch, dass diese unterschiedlichen Herangehensweisen von jüngeren und älteren Lernern zusammengebracht werden, sie sich in ihrem zeichnerischen Ausdruck annähern und in jedem Fall voneinander lernen. Dazu habe ich einen Workshop gestaltet, in dem Schülerinnen und Schüler jahrgangsübergreifend gemeinsam Zeichnen. Es handelt sich konkret um kleinere, experimentelle und wahrnehmungsbasierte Zeichenübungen.“

Geplante Zusammenarbeit in der Masterarbeitsphase

„Ich werde in den nächsten Wochen zur gemeinsamen Arbeit nach Fürth reisen. Rainer Fliege führt sein Projekt nochmals durch und ich erhalte die Gelegenheit zu hospitieren. So kann ich einen konkreten Eindruck von der Durchführung des Projekts gewinnen. Ich erhoffe mir davon Erkenntnisse, von denen ich bei der Umsetzung meines Projekts in Bremen sicher profitieren kann.“

Rückblick: Persönliche (Lern)erfolge des „Nah Dran“-Projekts

„Grundsätzlich hat mir das Projekt einen guten Einblick in die Methodologie Design-Based Research gegeben. Mir war vorher zwar bewusst, dass man sich in der didaktischen Forschung auch Aspekte des Unterrichts anschaut, verbessert und durchführt, aber die Forschungsmethodologie war mir unbekannt. Im Rahmen des Workshops habe ich es als besonders spannend empfunden zu sehen, was die anderen Studierenden letztlich entwickelt und vorgestellt haben. Da waren viele innovative Ideen dabei und es war gut, auch einmal mit den anderen Fachdidaktiken ins Gespräch zu kommen. Langfristig kann ich mir vorstellen, von diesen Ideen der anderen Projekte zu profitieren. Ein Projekt versucht beispielsweise, fachdidaktische Prinzipien aus der Kunstpädagogik in die Englischdidaktik zu integrieren, was mich sehr beeindruckt hat. Wenn ich meine ursprüngliche Idee, die ich für die Masterarbeit hatte, mit meinem jetzigen Ansatz vergleiche, sehe ich eine klare Entwicklung. Zuerst ging es mir um Kunstvermittlung, jetzt geht es wirklich darum, dass Schülerinnen und Schüler zeichnerisch handeln. Das finde ich auch im Hinblick auf meine spätere berufliche Praxis eher umsetzbar und bereichernd.“

Abbildung 5: Hendrik Schydlo (rechts) und Rainer Fliege.

Abb. 5: Hendrik Schydlo (rechts) und Rainer Fliege.

Wissenschaftliche Begleitung, zweiter Teil und Fortsetzung des „Nah Dran“-Projekts

Das „Nah Dran“-Projekt wurde im Sinne einer engen Verknüpfung von Lehre und Forschung wissenschaftlich begleitet. Erste Ergebnisse werden in Form von folgenden Beiträgen präsentiert:

» „Old is not always gold: Ansätze zur Analyse des Zusammenhangs zwischen Schul- und Unterrichtsentwicklung aus der Perspektive der Fachdidaktik“ (Paper von Nina Carstensen, Sabine Doff und Regine Komoss), im Rahmen der Tagung „Schulentwicklung trifft Unterrichtsentwicklung und Didaktik“ an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich/Linz (ausgerichtet von der Österreichischen Gesellschaft für Entwicklung im Bildungswesen/ÖFEB, März 2015);

» „Lernprozesse im individualisierenden Unterricht erforschen und gestalten – ein interdisziplinäres Studienprojekt im Studiengang Master of Education an der Universität Bremen zur Verzahnung von Theorie und Praxis mit Preisträger/-innen des Deutschen Lehrerpreises“ (Poster von Sabine Doff & Regine Komoss), im Rahmen der Tagung „Lehrerbildung – Verantwortung für die Zukunft“ in Berlin (ausgerichtet von der Hochschulrektorenkonferenz, dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der Telekom Stiftung, Juni 2015).

Im Sommersemester 2015 schließt sich die Forschungs- und Praxisphase des Projekts an, die in zwei Ausprägungen gestaltet werden kann. Eine Variante für die Studierenden ist die Durchführung des im ersten Semester geplanten Unterrichtskonzepts im 18-wöchigen Praxissemester. Hierbei soll die aus den prämierten Projekten übernommene Idee in der schulischen Realität (im Rahmen der gegebenen schulischen Möglichkeiten) erprobt werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Umsetzung des entwickelten Konzepts im Rahmen des Forschungspraktikums für eine Masterarbeit: Für den empirischen Teil führen die Studierenden ein Forschungsprojekt mit dem methodologischen Ansatz Design-Based Research durch. Auch hier soll die aus den prämierten Projekten übernommene Idee in Bezug auf einen möglichen Transfer untersucht werden. In beiden Durchführungsformen findet idealerweise währenddessen ein Austausch zwischen den Studierenden und den Preisträgerinnen und Preisträgern statt.

Der erste Zyklus des Studienprojekts endet mit einem Auswertungsworkshop im Oktober 2015 bei dem die Studierenden die Gelegenheit erhalten, Ergebnisse aus der Durchführung des im Laufe des Praxissemesters selbst konzeptionierten und durchgeführten Unterrichts sowie der Masterarbeiten zu berichten und zur Diskussion zu stellen. Ein Schwerpunkt wird auf der Frage liegen, wie das aus den Preisträger-Projekten übernommene Element adaptiert bzw. weiterentwickelt wurde. Der Auswertungsworkshop soll zur Evaluation des ersten Zyklus des „Nah Dran“-Projekts genutzt werden; es ist geplant, dass dieser zugleich den Auftaktworkshop für den folgenden Zyklus des Studienprojekts bildet.

Weitere Informationen zum „Nah Dran“-Projekt erhalten Sie bei den Koordinatorinnen Prof. Dr. Sabine Doff (doff@uni-bremen.de) und Dr. Regine Komoss, Geschäftsführerin, Zentrum für Lehrerbildung (rkomoss@uni-bremen.de).

Über die Autorinnen:

Sabine Doff leitet die Arbeitsgruppe Fremdsprachendidaktik Englisch am Fachbereich 10. Sie ist die Sprecherin der Creative Unit „Fachbezogene Bildungsprozesse in Transformation“ und seit 1. April wissenschaftliche Direktorin des Zentrum für Lehrerbildung.

Larena Schäfer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Fremdsprachendidaktik Englisch. Sie promoviert mit einer Arbeit zum kulturellen Lernen im Englischunterricht der Sekundarstufe I.

 

 

Bildnachweis:

  • Autorinnenfotos: Sabine Doff (privat); Larena Schäfer (privat)
  • Abb. 1/2/3/4/5: Larena Schäfer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.