Abschlussreflexion

1. Eine für mich sehr wichtige Erkenntnis, die ich aus den Vorträgen der Ringvorlesung Umgang mit Heterogenität mitgenommen habe, ist an erster Stelle, dass mich das Themenfeld sehr interessiert. Ich fühle mich also nach dem Besuchen der Vorlesung in meiner Studienwahl bestätigt und freue mich, weitere Vorträge zu hören und Vorlesungen zu diesem Themenfeld besuchen zu können. Ich bin mir ebenfalls noch bewusster geworden, dass es viele Herausforderungen im Alltag Schule und im Umgang mit heterogenen Gruppen gibt, es aber viele Lösungsansätze gibt und man nicht alleine dasteht mit den Problematiken.
Ich studiere Inklusive Pädagogik und Englisch, welche „Fächer“ beide nicht zu knapp thematisiert wurden sind (Fächer in Anführungszeichen, da Inklusive Pädagogik kein Fach ist, das herkömmlich unterrichtet wird). Für den Englischunterricht wurde mir nochmals klar, wie wichtig eine gute Atmosphäre für die Schüler und Schülerinnen ist. Natürlich sollte eine positive Atmosphäre immer eine Grundlage für das Lernen sein, mir wurde jedoch bewusst, dass ich diese in meinem Unterricht gemeinsam mit den Sus thematisieren sollte. Damit meine ich, dass ich den SuS erkläre, dass es beim Lernen einer Sprache besonders wichtig ist, dass man sich wohlfühlt. Jede*r sollte sich trauen zu sprechen und zu probieren, dabei ist es nicht schlimm, wenn mal ein Fehler passiert. Nur durch das Probieren und das Fehlermachen können die SuS Fortschritte machen. Ich erinnere mich, dass im Vortrag die Rede vom „Fehlerfreien Schweigen, anstelle des Risikos, Fehler zu machen“ war (Vortrag Mareike Tödter). Dies möchte ich vermeiden und stattdessen meine SuS zum Sprechen und Fehler machen ermutigen. Es sollte dabei außerdem nicht um eine perfekte, akzentfreie Aussprache gehen, sondern darum, dass man sich verständigen kann und verstanden wird.
Zum Thema inklusiver Beschulung gab es viele Informationen zu Lern- und Lehrhilfen. Es wurden Medien und Materialien präsentiert, welche nicht zur traditionellen Didaktik gehören. In der Inklusion bekommt Heterogenität eine viel größere Bedeutung, als in einer herkömmlichen Schulklasse. Schulklassen sind immer heterogen, jedoch wird man in der Inklusion noch mit breitgefächerten Unterschieden der SuS konfrontiert. Deshalb ist es wichtig, von der traditionellen Didaktik abzuweichen und neue Mittel und Wege zum Unterrichten zu finden. Es funktioniert vielleicht nicht mehr die klassische Didaktik, die schon lange praktiziert wird. Das Einbeziehen von technischen Hilfsmitteln, Apps oder Netzwerken kann hierbei sehr hilfreich sein. Man muss „das Rad nicht neu erfinden“ (Vortrag Prof. Dr. Frank J. Müller), Materialien können jedoch weiterentwickelt und angepasst werden. Ein konkretes Beispiel wären Materialien, die frei zur Verfügung stehen, aber nicht im Lehrplan stehen. Das Buch „Pünktchen und Anton“ ist beispielsweise kostenlos verfügbar in zwei Schwierigkeitsstufen und Aufgabensammlungen und kann aus dem Internet heruntergeladen werden. Es gibt also nicht nur ein Buch, das alle SuS lesen sollen, sondern auch eine vereinfachte Version, für SuS die z.B. Probleme beim Lesen haben. Generell ist es wichtig, dass die Digitalisierung und dessen Fortschritt in der Inklusion genutzt wird. Lehrkräfte sollten idealerweise ständig im Austausch stehen, sich vernetzen und über neue Erkenntnisse oder Materialien sprechen.
Eine generelle Erkenntnis zog ich aus dem Vortrag zur Individualisierung im Unterricht von Prof. Dr. Till-Sebastian Idel. Es wurden weitere Formen des Unterrichtens aufgezeigt, welche ebenfalls effektiv sind, aber anders funktionieren als der Frontalunterricht. Für mich ist dies besonders zentral, da ich mich mit anderen Unterrichtsformen noch viel intensiver beschäftigen möchte, um einen guten inklusiven Unterricht geben zu können. „Individualisierung umfasst das Auswählen und Bereitstellen individuell passender Lernangebote auf Basis einer zuvor erfolgten Erfassung der Lernvoraussetzungen der Schüler/-innen“ (Bohl 2013, S. 250). Wie schon oben thematisiert muss man in der Inklusion häufig umdenken bzw. sich tiefgehender mit den Schwächen und Stärken der SuS auseinandersetzen. Durch einen individualisierten Unterricht passt man sich an die individuellen Kompetenzen der SuS an und kann eine Vielzahl der SuS erreichen.
Aus dem Vortrag zum Thema Mehrsprachigkeit von Andrea Daase zog ich die Erkenntnis, dass ein sensibler Umgang mit den Begriffen „Migrant*in“, oder „Ausländer*in“ sehr wichtig ist. Zuvor hätte ich vermutlich selber SuS als Migrant*in betitelt und sie dadurch unbemerkt stigmatisiert. Durch solche Betitelungen findet eine Reduktion statt, bzw. eine „Vermischung der Kategorien Sprache und Staatsangehörigkeit bzw.  Migration(shintergrund)“ (Folie 5, Vortrag Andrea Daase). Es ist wichtig, dass man sich nicht nur auf die Sprache fokussiert und andere Kompetenzen der SuS aus den Augen verliert. In den Fragestellungen zu diesem Vortrag wurde ein Fall geschildert, bei dem SuS eigentlich alle Kompetenzen erfüllen um das Gymnasium zu besuchen, also z.B. leistungsstark im Matheunterricht sind, allerdings sprachlich noch nicht auf dem gewünschten Niveau. Sie sollten deshalb eine Realschule besuchen. Ihnen wurde also aufgrund ihrer Sprachkenntnisse unterstellt, sie könnten nicht den Anforderungen eines Gymnasiums gerecht werden und ihnen wurde der Besuch eines Gymnasiums verwehrt. Ich gehe aus dem Vortrag mit der Erkenntnis, SuS und ihr Können nicht auf die Sprache zu reduzieren.
3. Ich möchte weiterhin mehr dazu erfahren, wie man Unterricht individualisiert und viele Formen des Unterrichtens kennenlernen. Im Umgang mit Heterogenität ist die Anpassung des Unterrichts besonders wichtig und ich denke, dass man dazu nicht genug lernen kann. Wie schon oben beschrieben ist es vor allem in der Inklusion wichtig, sich die Stärken und Schwächen der verschiedenen SuS anzuschauen und seinen Unterricht daran zu orientieren. Ich würde mich freuen, neue Methoden, wie z.B. das Team-Teaching kennenzulernen und im weiteren Studienverlauf mehr dazu zu erfahren.
Ich halte es ebenfalls für sinnvoll, mehr zum Thema richtig „gendern“ zu erfahren. Wie kann ich SuS von Anfang an beibringen, dass durch unsere Sprache Realität geschaffen wird. Es ist sehr wichtig, dass Kinder schon von klein auf einen sensiblen Umgang zu diesem Thema haben und besonders als Lehrkraft, kann man zu einer positiven Veränderung beitragen.

4. Eine besondere Herausforderung ist die Durchführung und Fortschreitung der Inklusion. Es gibt viele Zweifel und skeptische Beurteilungen, oder gar Gegner*innen der Inklusion. Es kostet zwar viel Kraft und Zeit, eine gute inklusive Beschulung zu schaffen, es ist allerdings möglich! Ich finde es wichtig, dass dies vermittelt wird. Es gibt Lösungsansätze und Methoden die zu einer „Schule für alle“ führen, man muss diese Ansätze nur aufzeigen und darüber informieren. Besonders der Vortrag von Prof. Dr. Frank J. Müller hat viele Ansätze aufgezeigt, weshalb ich weitere Vorträge zu dieser Thematik im Lehramtsstudium für äußerst sinnvoll und verpflichtend halte.

What’s the Difference

  1. Reflektieren Sie, welche Fähigkeiten ein*e „gute*r Fremdsprachenlerner*in“ in Ihrer Schulzeit mitbringen musste.
    ⇒ Wenn ich an meine Englischlehrerin zurück denke, fällt mir zunächst ein, dass sie im Unterricht eigentlich immer Englisch mit uns gesprochen hat und somit ein gutes Sprach-Vorbild war. Sie hat stetig vielerlei Medien wie Musik, Filme, Bücher und Serien mit in den Unterricht einbezogen. Zu dem jeweiligen Medium haben wir vorher und nachher über Kontexte, wie zum Beispiel die Kultur, gesprochen. Somit haben wir viele verschiedene Eindrücke sammeln können, verschiedene Arten zu die Sprache zu sprechen kennengelernt und erfahren, an welchen Orten auf der Welt überall Englisch gesprochen wird. Ich denke, meine Lehrerin hatte die Fähigkeit, das Interesse an der Sprache zu wecken und konnte uns (oder die meisten) durch die Vielfalt im Unterricht begeistern.
    2. Entwerfen Sie einen Englischunterricht der Zukunft, der einen idealen Umgang mit Heterogenität pflegt. Welche Kriterien wären für Sie wichtig?
    ⇒ Meine Priorität wäre es zunächst zu klären, dass alle so viel Englisch sprechen, wie es ihnen möglich ist und KEINER über fehlerhafte Aussprache/Grammatik lacht, oder einer anderen Person das Gefühl gibt, sie könnte die Sprache nicht sprechen. Um „Fehlerfreies Schweigen statt Sprechen mit Fehlern“ zu verhindern. Desweiteren würde ich wie bereits oben aufgeführt darauf achten, dass die SuS viele Eindrücke von Kulturen bekommen, statt nur, z.B. eine Seite im Schulbuch zum Thema Indien, kennen lernen und somit eine Art Schubladendenken entsteht. Alle SuS bringen unterschiedliche Vorkenntnisse und Talente mit, es wäre mir wichtig darauf einzugehen und Themen, die den Schüler*innen am Herzen liegen, zu bearbeiten.
    3. Diskutieren Sie, welche Veränderungen der Rahmenbedingungen, Einstellungen etc. es für die Umsetzung Ihres Entwurfs bräuchte.
    Die Annahme, dass es nur gut wäre, akzentfreies und grammatikalisch korrektes Englisch zu sprechen. Natürlich ist es die Aufgabe der Lehrkraft u.a. Grammatik zu vermitteln, jedoch sollte im Vordergrund stehen, die SuS zum Sprechen zu motivieren und zu zeigen, dass sie keine Bedenken haben müssen, wenn es um das Lernen einer Sprache geht. Durch das Sprechen werden die SuS stetig Fortschritte machen und hoffentlich Spaß an der Sprache finden.
    Durch Ausflüge und Anwendung verschiedener Medien kann man den SuS eine möglich große Bandbreite an Sprach- und Kulturvermittlung bieten.
    Es könnte etwas wie Projektwochen geben, zum Thema Heterogenität in Kulturen, die Stigmatisierungen vorbeugen (Bezug auf das Bsp. im Englischbuch).

Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in Gymnasium und Oberschule

  1. An Ihrer Schule gibt es eine – wie üblich sehr heterogen besetzte – Vorklasse, in welcher sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. Für einige wird nun der Übergang diskutiert. Ein Großteil der Lehrkräfte plädiert – mit Verweis auf die noch nicht vollständig ausreichenden (bildungssprachlichen) Deutschkenntnisse – sie an eine Realschule zu überweisen, obwohl die Schüler*innen hinsichtlich ihrer Lernfähigkeit und ihrer Vorbildung eigentlich die Voraussetzungen für das Gymnasium mitbringen und gerne an der Schule bleiben würden. Nehmen Sie auf Basis der Vorlesung Stellung dazu.
    ⇒ Ich halte eine Überweisung an eine Realschule nicht für angemessen. Eine Reduktion auf das Sprachvermögen der SuS ist nicht notwendig oder förderlich. Die SuS werden auf dem Gymnasium schnell Fortschritte bezüglich der Sprache machen und mithalten können, da die Voraussetzungen ihrer Lernfähigkeiten gegeben sind.
  2. Welche Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit – in der hier verstandenen breiten Sicht – in Schule und Unterricht (selbst als Schüler*in und(oder Praxiserfahrungen) haben Sie bislang gemacht? Diskutieren Sie die Erfahrungen vor dem Hintergrund dieser Vorlesung
    ⇒ In meiner Schulzeit gab es eine Regel, dass im Klassenraum deutsch gesprochen werden muss. Dies halte ich für auf den Unterricht bezogene Inhalte durchaus annehmbar, untereinander sollte den SuS es meiner Meinung nach aber freigestellt sein, auf welcher Sprache sie sich unterhalten. Durch ein Sprachverbot findet eine Diskriminierung statt, durch welche ein Minderwertigkeitsgefühl vermittelt werden kann. Es können Fragen aufkommen wie: „Wieso darf ich nicht meine Muttersprache sprechen, ist sie etwa weniger wert, als deutsch? Bin ich weniger wert, weil ich eine andere Sprache spreche?“
  3. Was möchten Sie nach dem Besuch dieser Vorlesung bei Ihrer zukünftigen Unterrichtsgestaltung beachten? Welches Wissen und welche Fähigkeiten fehlen Ihnen dafür noch?
    ⇒ Ich möchte offen kommunizieren, was und wer genau als mehrsprachig gilt. Ich möchte den SuS vermitteln, dass das Sprechen einer Sprache bzw. das Nicht-Können der deutschen Sprache, nichts mit Intelligenz zu tun hat und niemand Ihren Wert daran messen kann, besonders wenn es zugewanderte SuS sind.
  4. Wie muss Schule unserer mehrsprachigen Gesellschaft gestaltet sein. Welche Rahmenbedingungen müssen gegeben sein, damit Sie die Mehrsprachigkeit ihrer Schüler*innen einbeziehen und einen registersensiblen Fachunterricht gestalten können?
    ⇒ Die Begrifflichkeiten zur Merhsprachigkeit sollten abgeklärt und nicht weiter vermischt werden, da es bei Begriffen wie „Migrant*innen“ oft zu Stigmatisierungen kommt. Es sollte ähnlich wie es in der Inklusion stattfindet, in der es verschiedene Schwierigkeitsstufen gibt, Aufgabenstellungen für die verschiedenen Sprachen geben. Man sollte SuS nicht differenzieren, da SuS die deutsch als Muttersprache haben, für andere als Sprachvorbild dienen können.

Auf dem Weg zu einer Schule für alle

  1. Reflektieren Sie die Konsequenzen der Aussonderung von Schüler/-innen mit Förderbedarf?
    ⇒ Durch die Diagnostizierung eines Förderbedarfs soll der Umgang mit SuS mit einem solchen leichter werden bzw. Lehrkräfte sich besser vorbereiten und darauf einstellen können. Das Umfeld und die Lernbedingungen sollen an die SuS mit Förderbedarf angepasst werden. Dass diese dadurch aber auch direkt stigmatisiert werden, wird häufig nicht bedacht. Durch die Aussonderung von SuS wird die Stigmatisierung und Diskriminierung nicht weniger, sonder eher stärker. Sie haben den Status „anders“ zu sein und werden dementsprechend behandelt. Ihnen wird der Austausch mit SuS ohne Förderbedarf „verwehrt“, wodurch sie keine Vorbilder und einen Regelalltag in der Gesellschaft haben.
  2. Welche Informationen sind in der Diagnose „Förderschwerpunkt Wahrnehmung&Entwicklung“ bzw. „Förderschwerpunkt Lernen“ enthalten? Welche Informationen benötigen Sie von einer Schüler/-in um Ihren Unterricht ggf. anzupassen?
    ⇒ Bis auf die Information des IQs des Kindes, welcher der Diagnose entnommen werden kann, gibt es keine konkrete Auskunft über den Stand/Entwicklung der SuS, den der Förderbedarf liefert.  Jedes Kind ist individuell, auch durch die Feststellung eines Förderbedarfs muss jedes Kind als einzelnes eingeschätzt werden. Dafür muss das Umfeld des Kindes, sowie Stärken und Schwächen und der Entwicklungsstand berücksichtigt werden.
  3. Wie können Sie der Vielfalt der Schüler/-innen gerecht werden und welche Verbündeten können sie dazu gewinnen?
    ⇒ Beim Umgang mit der Vielfalt und der Heterogenität in Inklusionsklassen ist ein passendes, durchdachtes Konzept notwendig. Die Abweichung der Norm, des Frontalunterrichts, ist häufig hilfreich und erforderlich. Es gibt bereits viele Unterrichtsformen, welche ein passendes Konzept für die Inklusion bieten, z.B. das Team-Teaching oder Stations- und Projektarbeit. Wünsche und Vorstellungen sollten sowohl mit den Eltern, als auch mit den SuS besprochen werden. Die Eltern können genau wie Förderzentren als Verbündete dienen. Es gibt außerdem Netzwerke und Plattformen, auf denen man sich Informationen holen und inspirieren lassen kann.
  4. Warum stellte die Entwicklung der Sonderschulen historisch betrachtet einen Fortschritt dar?
    ⇒ Bevor es Sonderschulen gab, wurde Kindern mit Beeinträchtigungen/Behinderungen die Teilhabe an Bildung komplett verwehrt. Sie wurden u.a. in Psychiatrien und Anstalten mit schlechten Bedingungen untergebracht und es gab keine Intuition, diese Kinder zu beschulen bzw. einen geeigneten Raum für Beschulung zu schaffen. Mit der Einführung der Sonderschulen bekamen diese Kinder erstmals die Chance auf Partizipation und Bildung und es wurde versucht, auf deren Bedürfnisse einzugehen und erkannt, dass auch diese Kinder lernen können, dürfen, müssen und wollen.

Meint Inklusion wirklich alle?

1. Bennen Sie bitte die für Sie zentralen theoretischen Aspekte aus der Vorlesung und begründen Sie die Auswahl.
 ⇒ Ein zentraler Aspekt der Vorlesung war für mich das Schicksal von Lukas, aus dem Film „Das Märchen der Inklusion“, weil mir noch einmal bewusst geworden ist, dass das System es nicht allen Menschen ermöglicht, das zu tun, was sie möchten. Es gibt nur ein begrenztes Angebot an Berufen, welche Menschen aus der Werkstufe ausüben können und nur wenig Aussicht auf einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt.
2. Betrachten Sie bitte Ihre bisherigen Erfahrungen an Schulen im Gemeinsamen Unterricht und reflektieren Sie kritisch folgende Fragen:
a) Wie würden Sie ihre Erfahrungen im Hinblick auf die theoretischen Aspekte aus der Vorlesung einordnen? (z.B. Modelle von Behinderung, „inkludierende Exklusion“).
⇒ In meinem FSJ in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie arbeitete ich ausschließlich mit Kindern, die ein Etikett in Form einer Diagnostizierung bekommen haben. Sie erhielten in der Psychiatrie zwar Unterstützung, jedoch war der Ausblick schlecht, nach der Zeit dort bzw. nach der Zeit an ihren normalen Schulen einen Job ihrer Wahl auszuüben.
b) Welchen Meinungen zur Inklusion sind Ihnen im Praktikum / in Praxiserfahrungen an Schulen, insbesondere zu der Frage der Inklusion von SuS mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Gymnasien, begegnet und welche Auffassung vertreten Sie selbst?
⇒ Grundsätzlich würde ich behaupten, dass die Inklusion immer möglich ist und gerade die Reaktion von Klassen sehr positiv verläuft. Wenn Inklusion in der Schule für Kinder zum Alltag gehört, wird es positiv angenommen und es gilt als „normal“, dass z.B. ein Kind im Rollstuhl mit zur Klasse gehört und die Kinder werden sich bemühen, dass Kind mit einzubinden.
c) Was sind ihrer Meinung nach die größten Chancen und Herausforderung der schulischen Inklusion?
⇒ Die Inklusion ist die Chance, dass es möglich ist, alle Kinder an allen Schulen unterrichten zu können und dadurch eine Partizipation für JEDE*N ermöglicht wird. Herausforderungen sehe ich in der Änderung des bestehenden Systems. Es ist nicht einfach, das Schulsystem „umzukrempeln“ und viele Lehrkräfte, die schon lange an Schulen arbeiten, von dem Modell Inklusion zu überzeugen. Es gibt leider noch viele veraltete Meinungen, die davon ausgehen, dass leistungsstarke SuS an ein Gymnasium gehören und leistungsschwache an Haupt- und Realschulen und Kinder mit Förderbedarf an gesonderte Schulen.
3. Formulieren Sie eine Beobachtungaufgabe für zukünftige Praktika. Entweder zur schulischen Inklusion oder zur beruflichen Inklusion bzw. zum Übergang Schule-Beruf.
 Den Fokus meiner Beobachtungsaufgabe möchte ich auf Kinder mit diagnostiziertem Förderbedarf und dem Umgang der Klasse bzw. der Lehrperson mit diesem richten. Eine Aufgabe könnte heißen: Erkennen Sie ein Konzept im Umgang mit Kindern mit Förderbedarf? Welche Maßnahmen werden ergriffen? Gehen alle Lehrkräfte gleich mit der Förderung um, d.h. gibt es EIN Konzept, an das sich alle Lehrpersonen halten? Die konkrete Fragestellung zur Beobachtung  wäre: Gibt es ein einheitliches Konzept von mehreren Lehrkräften einer Schule, mit SuS mit Förderbedarf in der Klasse umzugehen?

Mathematische Leistungsunterschiede – empirische Befunde und Konsequenzen für das mathematische Lernen

1. Sind Unterschiede in den mathematischen Leistungen von Schülerinnen und Schülern ein Grund zur Sorge? Welche Bedeutung kommt dem zweigliedrigen Schulsystem (Oberschule / Gymnasien) in Bremen diesbezüglich zu? 
⇒ Unterschiede in den mathematischen Leistungen von SuS sind kein Grund zur Sorge, da man in heterogenen Gruppen immer unterschiedliche Leistungen feststellen werden kann. Eine Differenzierung durch ein zweigliedriges Schulsystem erscheint mir sinnvoll, da SuS dadurch die Möglichkeit haben, auf verschiedenen Niveaus zu lernen und sie dem Anspruch im Mathematikunterricht gerecht werden können.
2.Spielen im Mathematikunterricht, kann das angesichts von Leistungsunterschieden ein Ansatz sein? Beziehen und begründen Sie eine Position aus Lehrenden-Sicht, die auch Schülersichtweisen einbezieht.
⇒ Das Spielen im Mathematikunterricht ist ein geeigneter Ansatz, um mit Leistungsunterschieden umzugehen. Durch das Erklären des Spiels starten alle SuS mit dem gleichen Grundwissen, es sind keine Vorkenntnisse notwendig. Zudem lockert Spielen die Atmosphäre bzw. schafft gute Bedingungen zum Lernen, da durch Spiel und Spaß das Interesse der SuS geweckt wird.
3.Spielen kann im Handeln „stecken bleiben“, das Denken kommt zu kurz.  Formulieren Sie zwei Fragen, welche Ihnen helfen können, mögliche Denkhandlungen von Lernenden zu beobachten.
⇒ In Hinsicht auf das Spiel „Differenz trifft“ könnte man die Schüler fragen, wieso sie bestimmte Felder angekreuzt haben und, ob sie erklären können, warum die Differenz häufiger niedrig ist. Allgemeiner könnte man fragen, ob die Schüler die mathematischen Grundlagen des Spiels verstehen und sie diese erklären können. 4.Benennen Sie unterschiedliche Möglichkeiten, wie Sie als Lehrkraft ausgehend vom Spielen eine weitere kognitive Aktivierug von Lernenden anregen können.
⇒ Man sollte die Schüler reflektieren und erklären lassen, warum sie welche Spiel-Strategie gewählt haben. In verschiedenen Phasen können die SuS erstmal überlegen, besprechen, anwenden und dann wieder reflektieren. Gemeinsam können neue Strategien diskutiert und vereinbart werden, welche dann im nächsten Schritt angewandt werden können. Am Ende sollte wieder über Erfolge und Misserfolge der Strategien gesprochen werden. 

Empirische Forschung zu Heterogenität im naturwissenschaftlichen Unterricht: Felder und Maßnahmen

  1. In einer Konferenz in Ihrem Fachbereich in Ihrem Fach an Ihrer Schule diskutiert das Kollegium über Maßnahmen zum Umgang mit Heterogenität. Sie erinnern sich kurz an diese Vorlesung: nennen Sie zwei empirisch überprüfte Fakten zum Umgang mit Heterogenität, die der Diskussion dienen könnten!
    ⇒ 
    Schüler*Innen gehen mit unterschiedlichen Methoden an das Lernen heran und können unter verschiedenen Bedingungen besser lernen. Die vier (vermuteten) Lerntypen (auditiv, optisch, haptisch und theoretisch) lassen sich jedoch nicht nachweisen. Um trotzdem mit den Unterschieden umzugehen sollte man von allen Elementen etwas einfließen lassen bzw. das zeigen und das sprechen sollte sich unterstützen und zusammenpassen.
    Die Klasse in verschiedene Gruppen nach Niveau einzuteilen, also z.B. eine starke, eine mittlere und eine schwache Gruppe zu bilden ist ebenfalls nicht empfehlenswert, denn die sogenannte äußere Differenzierung hat nahezu keinen Effekt auf die Lerngruppen. Man kann hier allerdings feststellen, dass davon eher die Leistungsstarken profitieren würden.
  2. Erläutern Sie, welches Unterrichtsmuster Sie in Ihrer bisherigen Erfahrung selbst als das wirkungsvollste erlebt haben! Diskutieren Sie Ihre Beobachtung vor dem Hintergrund der Vorlesung!
    ⇒ Mir hat es immer am meisten Freude gebracht, wenn im Unterricht die Interessen der Schüler mit einbezogen wurden und der Unterricht generell nicht nur eintönig und frontal durchgeführt wurde, sondern abwechslungs- und facettenreich. Ein konkretes Beispiel fällt mir aus dem Englischunterricht ein: wir sollten die Texte eines englischen Liedes unserer Wahl aussuchen und einen kurzen Vortrag halten, worum es in dem Lied geht. Vorher haben wir uns gemeinsam das Lied angehört und schon einmal versucht, Wörter zu verstehen. Im Nachhinein haben wir über unklare Wörter gesprochen und haben somit viele neue Vokabeln lernen können. Weil jede*r das Lied aussuchen durfte, wurde auf die individuellen Interessen der Schüler*Innen eingegangen und durch die verschiedenen Methoden, die es in der Stunde gab, blieb die Stunde spannend.
  3. Entwickeln Sie eine kurze Aufgabe mit drei gestuften Lernhilfen, die Sie in Ihrem Fach morgen im Unterricht einsetzen könnten! Erläutern Sie die gestuften Lernhilfen und beschreiben Sie, wie sie im Unterricht erkennen können, ob diese erfolgreich gewählt sind.
    ⇒ Aufgabe im Englischunterricht: Suche dir einen Songtext deiner Wahl und analysiere ihn anhand der Stilmittel (stylistic devices), welche benutzt wurden sind.
    Lernhilfe 1: Welche Stimmung hat das Lied? Was hast du verstanden und löst der Song vielleicht bestimmte Gefühle in dir aus?
    Lernhilfe 2: Welche Stilmittel gibt es überhaupt? (Diese sollten natürlich vorher besprochen wurden sein oder z.B. an der Tafel erklärt stehen) Schaue in jedem Vers, ob du etwas auffälliges finden kannst und markiere diese zunächst.
    Lernhilfe 3: Suche dir z.B. eine Metapher heraus und versuche zu verstehen, was der/die Autor*in damit sagen möchte. Wieso wurde z.B. ein bestimmter Vergleich gezogen? Erkläre die Metapher oder den Vergleich.
    Anhand der Lernhilfen können Schüler selbstständiger arbeiten und sich bei Bedarf die Aufgabe etwas leichter machen. Die Lernhilfen zeigen mögliche Wege, die zielführend sind und regen zum Nachdenken an bzw. geben einen Vorschlag, wie man die Aufgabe lösen kann, oder in welcher Reihenfolge man vorgehen könnte. Die SuS haben den Freiraum alleine oder mit der Unterstützung der Lernhilfe zu arbeiten und können so geleitet oder selbständig einen Lernerfolg haben.
  4. Eine Kollegin sagt: „Gesamtschulen sind ja immer mal wieder der letzte Trend, ob wir sie nun Oberschulen nennen oder Sekundarschulen, die Idee ist doch dieselbe. Alle werden gemeinsam unterrichtet, was für eine Ideologie. Dabei zeigt doch die empirische Forschung klar, dass das Gymnasium nur von den besten SuS besucht werden sollte. Die schlechten fühlen sich hier doch viel zu schnell überfordert und das frustriert sie so sehr, dass sie vollkommen abschalten.“ Was antworten Sie der Kollegin?
     Auch an Gymnasien finden Sie heterogene Gruppen in den Klassen vor, in denen es unterschiedliche Stärken und Schwächen gibt, worauf der Unterricht angepasst werden muss. Es ist also wichtig, egal ob auf dem Gymnasium oder auf einer Gesamtschule, oder auch in inklusiven Settings, den Unterricht so zu gestalten, dass jede*r die Chance hat etwas zu lernen und es für jede*n verschiedene Angebote gibt. Es ist außerdem nachgewiesen, dass äußere Differenzierung wenig Vorteile bringt, es ist also nicht hinderlich, wenn man heterogene Klassen an Gesamtschulen weiterhin unterrichtet.

Heterogenität als Merkmal der Gesellschaft und Herausforderung für die Schule

  1.  Warum wird Heterogenität im schulischen Kontext häufig als ´Herausforderung´, die bewältigt werden muss, wahrgenommen?
    ⇒ Hat man es mit heterogenen Gruppen von Menschen zu tun, wie es auch in der Institution Schule der Fall ist, sollte man vor allem als Lehrkraft für Chancengleichheit aller Schüler sorgen. Dies bedeutet, für alle Schüler*innen die gleichen Startbedingungen zu schaffen und Aufgaben/Erwartungen an die Kompetenzen und Schwächen der Kinder anzupassen. Dabei jedem gerecht zu werden ist machbar, stellt für viele Lehrkräfte  jedoch (vorerst) eine Herausforderung dar.
  2. Was ist damit gemeint, wenn von dem ´Konstruktionscharakter´ von Heterogenität die Rede ist?
    ⇒ Heterogenität ist ein Konstrukt der Gesellschaft. All das, was von der Norm abweicht und nicht homogen ist, ist heterogen. Die Heterogenität bezieht sich dabei auf den Kontext und ihr Umfeld: Eine Klasse mit gleichaltrigen Kindern, die alle im Rollstuhl sitzen ist (auf die Rollstühle bezogen) homogen. Eine Klasse, in der nur ein Kind im Rollstuhl säße, wäre heterogen.
  3. Welche Erfahrungen/Beobachtungen mit dem Umgang von Lehrer*innen mit verschiedenen Dimensionen von Heterogenität haben Sie in ihrer Schulzeit gemacht?
    ⇒ Eine positive Erinnerung im Umgang mit Heterogenität von der Lehrkraft habe ich aus der Grundschule: Eine Klassenkameradin von mir war kleinwüchsig, dadurch außerdem gehbehindert. Meine Klassenlehrerin hat schon bevor die erste Klasse losging, dafür gesorgt, dass sie einen besondern Stuhl bekam, mit einem erhöhten, gepolsterten Sitz. Gemeinsam mit der Klasse überlegten wir uns außerdem, wie wir dem Mädchen in schwierigen Situationen helfen könnten und hatten ein gutes inklusives Konzept entwickelt, so kann ich es zumindest aus heutiger Sicht beschreiben.
    Eine negative Erinnerung ist mir, das ständige zuteilen von Geschlechterrollen, was leider noch sehr viel passiert. Zum Beispiel Bemerkungen wie: „Du bist ja ein Mädchen und willst sicher kein Fußball spielen…“ Dazu fallen mir tatsächlich etliche Beispiele ein und ich hoffe, dass sich das in der Zukunft ändern wird und man nicht mehr bestimmte Eigenschaften den Geschlechtern zuschreibt.

Auf dem Weg zu einer Schule für alle

  1. Reflektieren Sie die Konsequenzen der Aussonderung von Schüler/-innen mit Förderbedarf?
    ⇒ Durch die Diagnostizierung eines Förderbedarfs soll der Umgang mit SuS mit einem solchen leichter werden bzw. Lehrkräfte sich besser vorbereiten und darauf einstellen können. Das Umfeld und die Lernbedingungen sollen an die SuS mit Förderbedarf angepasst werden. Dass diese dadurch aber auch direkt stigmatisiert werden, wird häufig nicht bedacht. Durch die Aussonderung von SuS wird die Stigmatisierung und Diskriminierung nicht weniger, sonder eher stärker. Sie haben den Status „anders“ zu sein und werden dementsprechend behandelt. Ihnen wird der Austausch mit SuS ohne Förderbedarf „verwehrt“, wodurch sie keine Vorbilder und einen Regelalltag in der Gesellschaft haben.
  2. Welche Informationen sind in der Diagnose „Förderschwerpunkt Wahrnehmung&Entwicklung“ bzw. „Förderschwerpunkt Lernen“ enthalten? Welche Informationen benötigen Sie von einer Schüler/-in um Ihren Unterricht ggf. anzupassen?
    ⇒ Bis auf die Information des IQs des Kindes, welcher der Diagnose entnommen werden kann, gibt es keine konkrete Auskunft über den Stand/Entwicklung der SuS, den der Förderbedarf liefert.  Jedes Kind ist individuell, auch durch die Feststellung eines Förderbedarfs muss jedes Kind als einzelnes eingeschätzt werden. Dafür muss das Umfeld des Kindes, sowie Stärken und Schwächen und der Entwicklungsstand berücksichtigt werden.
  3. Wie können Sie der Vielfalt der Schüler/-innen gerecht werden und welche Verbündeten können sie dazu gewinnen?
    ⇒ Beim Umgang mit der Vielfalt und der Heterogenität in Inklusionsklassen ist ein passendes, durchdachtes Konzept notwendig. Die Abweichung der Norm, des Frontalunterrichts, ist häufig hilfreich und erforderlich. Es gibt bereits viele Unterrichtsformen, welche ein passendes Konzept für die Inklusion bieten, z.B. das Team-Teaching oder Stations- und Projektarbeit. Wünsche und Vorstellungen sollten sowohl mit den Eltern, als auch mit den SuS besprochen werden. Die Eltern können genau wie Förderzentren als Verbündete dienen. Es gibt außerdem Netzwerke und Plattformen, auf denen man sich Informationen holen und inspirieren lassen kann.
  4. Warum stellte die Entwicklung der Sonderschulen historisch betrachtet einen Fortschritt dar?
    ⇒ Bevor es Sonderschulen gab, wurde Kindern mit Beeinträchtigungen/Behinderungen die Teilhabe an Bildung komplett verwehrt. Sie wurden u.a. in Psychiatrien und Anstalten mit schlechten Bedingungen untergebracht und es gab keine Intuition, diese Kinder zu beschulen bzw. einen geeigneten Raum für Beschulung zu schaffen. Mit der Einführung der Sonderschulen bekamen diese Kinder erstmals die Chance auf Partizipation und Bildung und es wurde versucht, auf deren Bedürfnisse einzugehen und erkannt, dass auch diese Kinder lernen können, dürfen, müssen und wollen.

Meint Inklusion wirklich alle?

1. Bennen Sie bitte die für Sie zentralen theoretischen Aspekte aus der Vorlesung und begründen Sie die Auswahl.
 ⇒ Ein zentraler Aspekt der Vorlesung war für mich das Schicksal von Lukas, aus dem Film „Das Märchen der Inklusion“, weil mir noch einmal bewusst geworden ist, dass das System es nicht allen Menschen ermöglicht, das zu tun, was sie möchten. Es gibt nur ein begrenztes Angebot an Berufen, welche Menschen aus der Werkstufe ausüben können und nur wenig Aussicht auf einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt.
2. Betrachten Sie bitte Ihre bisherigen Erfahrungen an Schulen im Gemeinsamen Unterricht und reflektieren Sie kritisch folgende Fragen:
a) Wie würden Sie ihre Erfahrungen im Hinblick auf die theoretischen Aspekte aus der Vorlesung einordnen? (z.B. Modelle von Behinderung, „inkludierende Exklusion“).
⇒ In meinem FSJ in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie arbeitete ich ausschließlich mit Kindern, die ein Etikett in Form einer Diagnostizierung bekommen haben. Sie erhielten in der Psychiatrie zwar Unterstützung, jedoch war der Ausblick schlecht, nach der Zeit dort bzw. nach der Zeit an ihren normalen Schulen einen Job ihrer Wahl auszuüben.
b) Welchen Meinungen zur Inklusion sind Ihnen im Praktikum / in Praxiserfahrungen an Schulen, insbesondere zu der Frage der Inklusion von SuS mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Gymnasien, begegnet und welche Auffassung vertreten Sie selbst?
⇒ Grundsätzlich würde ich behaupten, dass die Inklusion immer möglich ist und gerade die Reaktion von Klassen sehr positiv verläuft. Wenn Inklusion in der Schule für Kinder zum Alltag gehört, wird es positiv angenommen und es gilt als „normal“, dass z.B. ein Kind im Rollstuhl mit zur Klasse gehört und die Kinder werden sich bemühen, dass Kind mit einzubinden.
c) Was sind ihrer Meinung nach die größten Chancen und Herausforderung der schulischen Inklusion?
⇒ Die Inklusion ist die Chance, dass es möglich ist, alle Kinder an allen Schulen unterrichten zu können und dadurch eine Partizipation für JEDE*N ermöglicht wird. Herausforderungen sehe ich in der Änderung des bestehenden Systems. Es ist nicht einfach, das Schulsystem „umzukrempeln“ und viele Lehrkräfte, die schon lange an Schulen arbeiten, von dem Modell Inklusion zu überzeugen. Es gibt leider noch viele veraltete Meinungen, die davon ausgehen, dass leistungsstarke SuS an ein Gymnasium gehören und leistungsschwache an Haupt- und Realschulen und Kinder mit Förderbedarf an gesonderte Schulen.
3. Formulieren Sie eine Beobachtungaufgabe für zukünftige Praktika. Entweder zur schulischen Inklusion oder zur beruflichen Inklusion bzw. zum Übergang Schule-Beruf.
Den Fokus meiner Beobachtungsaufgabe möchte ich auf Kinder mit diagnostiziertem Förderbedarf und dem Umgang der Klasse bzw. der Lehrperson mit diesem richten. Eine Aufgabe könnte heißen: Erkennen Sie ein Konzept im Umgang mit Kindern mit Förderbedarf? Welche Maßnahmen werden ergriffen? Gehen alle Lehrkräfte gleich mit der Förderung um, d.h. gibt es EIN Konzept, an das sich alle Lehrpersonen halten? Die konkrete Fragestellung zur Beobachtung  wäre: Gibt es ein einheitliches Konzept von mehreren Lehrkräften einer Schule, mit SuS mit Förderbedarf in der Klasse umzugehen?

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