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Sommer, Sonne, Lesestoff

Wer kennt es nicht: Die Semesterferien haben gerade angefangen, die ersten Klausuren sind geschafft und danach wartet vielleicht noch die ein oder andere Hausarbeit. Und plötzlich ist da ganz viel Zeit, die gefüllt werden möchte. Was würde sich da besser eignen als ein gutes Buch?

Ob als kleine Strandlektüre, für einen Nachmittag im Bürgerpark oder einfach gemütlich auf dem Sofa, Bücher sind eigentlich immer eine gute Idee. Und wenn man dabei ganz nebenbei noch etwas Neues lernt, über Gesellschaftliche Themen nachdenkt oder vielleicht sogar die eigene Sichtweise hinterfragt, umso besser!

Deshalb stelle ich euch drei Bücher vor, die nicht nur Unterhalten, sondern sich gleichzeitig mit feministischen und politischen Themen auseinandersetzen. Drei Bücher, die vielleicht nicht immer leichte kost sind, aber gerade auch in den Semesterferien eine interessante Abwechslung zum Uni-Alltag bieten könnten:

1. Empathie und Widerstand von Kristina Lunz 

Was bedeutet es eigentlich, eine eigene politische Haltung zu haben? Und wie schafft man es, für die eigenen Werte einzustehen, ohne dabei die Perspektive andere komplett aus den Augen zu verlieren? 

Mit genau dieser Frage beschäftigt sich Kristina Lunz in Ihrem Buch. Es verbindet persönliche Erfahrung und politische Gedanken und setzt sich damit auseinander, wie wir unsere Haltung finden und gleichzeitig offen für andere Perspektiven bleiben können. Gerade in Zeiten in denen politische Diskussionen schnell sehr laut werden können, finde ich den Gedanken dahinter besonders interessant. Wie können wir empathisch bleiben und trotzdem klare Grenzen ziehen? Wann ist es wichtig zuzuhören und wann ist es an der Zeit, selbst laut zu werden? 

2. The Woman Destroyed von Simone de Beauvoir 

Dies ist ein ziemlicher Klassier, in der deutschen Übersetzung mit dem Titel „Die zerbrochene Frau“ benannt. Anders als andere Werke von Ihr geht es in dieser lektüre nicht um eine theoretische Abhandlung, sondern um drei literatische Geschichten über Frauen und Ihre Lebensrealitäten. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem Beziehungen, gesellschaftliche Erwartungen, Abhängigkeiten und die Frage nach der eigenen Identität. Was passiert, wenn sich das eigene Leben immer stärker um andere Menschen dreht? Und was bleibt von einem selbst, wenn die eigene Identität lange zeit vor allem über eine Beziehung, Familie oder gesellschaftliche Rolle definiert wurde? 

Das Buch liest sich gerade deswegen, weniger wie der klassische feministische Sachtext, sondern mehr wie eine Geschichte und dabei erkennt man vielleicht das einige der behandelten Fragen auch Jahrzehnte später noch erstaunlich aktuell sind. Hier werden gesellschaftliche Themen also nicht direkt angesprochen sondern so vermittelt indem man in die Perspektiven anderer Menschen eintauchen kann. 

3. Slouching Towards Bethlehem von Joan Didion 

Für alle, die sich für Journalismus interessieren, sollte der Name Joan Didion interessant sein. Die US-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin gilt als eine der prägenden Stimmen des literarischen Journalismus und ist besonders für ihre sehr genaue, nüchterne, persönliche und gleichzeitig analytische Art des Schreibens bekannt. Sie beobachtet gesellschaftliche Entwicklungen nicht einfach von außen, sondern versucht, die Menschen und Stimmungen hinter ihnen einzufangen. Und genau diese Mischung aus Journalismus, Literatur und Gesellschaftsanalyse macht ihre Texte bis heute so besonders.

Persönlich finde ich das der perfekte Einstieg in ihre Werke „Slouching Towards Bethlehem“ ist. Die Essaysammlung aus dem Jahr 1968 beschäftigt sich mit dem gesellschaftlichen und politischen Leben der USA der 1960er-Jahre. Besonders die Gegenkultur Kaliforniens, gesellschaftliche Veränderungen und die politischen Spannungen dieser Zeit stehen im Mittelpunkt. Doch Didion beschreibt dabei nicht einfach, was passiert, Sie beobachtet die Menschen, Orte und Situationen und schafft es dadurch, ein bestimmtes, lebendiges Bild dieser Zeit entstehen zu lassen. Man bekommt also nicht einfach eine historische Zusammenfassung, sondern vielmehr einen persönlichen Einblick in eine Gesellschaft.

Natürlich müssen Semesterferien nicht daraus bestehen, dass man sich von morgens bis abends durch gesellschaftskritische Literatur arbeitet, wie man es schon im Semester mit wissenschaftlicher Literatur machen musste. Nach einer langen Klausurenphase darf der Kopf auch einfach mal Pause machen. Aber vielleicht ist genau das das Schöne an Büchern, man kann sich weiterbilden, ohne dass am Ende eine Klausur auf einen wartet.

Welche Bücher lest ihr gerne in der Semesterferien Zeit? 

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