Weltfrauentag in der aktuelle Geschlechterwahrnehmung
Der Weltfrauentag findet alljährlich am 08.März statt und fordert Aufmerksamkeit und Änderungen bezüglich der immer noch andauernden Benachteiligung von Frauen innerhalb der Gesellschaft. Noch immer wird Frauen lediglich aufgrund ihres Geschlechtes weniger bezahlt, sie erleben deutlich häufiger körperliche und sexuelle Gewalt, Bildung ist für Mädchen schwieriger zugänglich und Frauen übernehmen immer noch mehr Care-Arbeit und Haushaltsaufgaben, was meist komplett unbezahlt bleibt. Abtreibungsrechte werden immer weiter eingeschränkt und unter Strafe gestellt. In vielen Ländern werden Mädchen zwangsverheiratet und immer noch stirbt in Deutschland jeden dritten Tag eine Frau durch ihren (Ex-) Partner. Sexuelle Belästigung wird immer noch durch die Kleidung von Frauen relativiert. Und das war es noch lange nicht, denn die Weiten der Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern, sowie Geschlechterstereotype, sind tief in den Köpfen der Gesellschaft verankert:
Eine neue Umfrage von Ipsos und dem Global Institut for Women’s Leadership (King’s College London) hat dabei unter anderem ergeben, dass die Gen Z die rückständigste Meinung über die Rolle der Frau vertritt. Blickt man auf männliche Babyboomer, so ist knapp jeder zehnte von ihnen der Ansicht, dass eine Ehefrau ihrem Mann immer gehorchen müsse, während diese Meinung in der Gen Z jeder Dritte vertrat. JEDER DRITTE befragte Mann der Gen Z sei überzeugt, eine Ehefrau müsse ihrem Mann gehorchen?! Was die Frauen der Gen Z angeht, unterstützen ganze 18 Prozent diese Meinung. Die gleiche Studie zeigt auch, 57 Prozent der männlichen Gen Z der Ansicht ist, dass mittlerweile die Gleichstellung von Frauen so weit gefördert wurde, dass sich das Blatt gewendet habe und nun Männer diskriminiert werden. Gleichzeitig empfinden 43 Prozent der Männer einen Druck, dass sie körperlich hart wirken müssen und 21 Prozent der jungen Männer halten es für „weniger männlich“, wenn sich ein Mann an der Kinderbetreuung beteiligt.
Doch woher kommt diese Meinung?
Was der ganz genaue und spezifische Grund dieser vorherrschenden Geschlechtereindrücke bedingt, kann so gar nicht festgelegt werden. Was aber mit Sicherheit einen großen Einfluss hat, ist die mediale Inszenierung von „Tradwives“, Personen wie Andrew Tate oder anderen Männlichkeits-Coaches, die eben genau diese Rollenbilder vor einem Millionenpublikum vertreten und promovieren. Gleichzeitig werden polarisierende und provokante Inhalte durch Social-Media-Algorithmen durch mehr Reichweite belohnt. Die Folgen dieser Entwicklung sehen wir jetzt, wenn immer mehr vor allem junge Männer traditionelle Hierarchien in Beziehungen erwarten und fordern, während sie ebenfalls ein Problem mit dem unabhängigen Auftreten und der gleichen Bezahlung von Frauen haben, was ebenfalls durch die Studie deutlich wird.
Studien können darlegen wie tief patriarchale Vorstellungen verankert sind. Solange es also immer noch Unterschiede in den Rollen von Frauen und Männern gibt, die lediglich auf die geschlechtlichen Stereotype basieren, brauchen wir den Weltfrauentag um weiter für Gleichheit zu kämpfen. Gerade dann, wenn in den jungen Generationen, alte Stereotype wieder aufleben und verbreitet werden. Schaffen wir es, dass diese Einstellungen und Wertevorstellungen zu beheben, so können zukünftige Generationen in einer gerechteren Welt leben. Frauenrechte müssen gestärkt und das gesellschaftliche Bild der Geschlechter muss auf die moderne Zeit angepasst werden. Feminismus stärkt nicht nur Frauen, sondern auch Männer, damit eben der Leistungsdruck sinken kann und Kinderbetreuung kein Gegenteil mehr zur starken Männlichkeit bedeutet. Es gibt also keinen Grund kein Feminist oder keine Feministin zu sein.
Und damit wünsche ich euch einen schönen Weltfrauentag, auf dass wir wirklich bald alle und überall gleichberechtigt sind.
Zur Studie:
Quellen:
Jeder dritte Gen‑Z‑Mann fordert Gehorsam von Frauen
Umfrage unter Altersgruppen: Studie: Gen Z hat rückständigste Meinung zur Rolle der Frau – ntv.de










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