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Nur kurz scrollen

Es ist ein Dienstagmorgen mitten in der Klausurenphase. Man öffnet die Augen und weiß eigentlich ganz genau, was jetzt zu tun wäre: aufstehen, frühstücken, sich an den Schreibtisch setzen. Der Druck ist groß, der Lernstoff ist viel und die Zeit gefühlt viel zu knapp. Doch statt aus dem Bett zu steigen, greift die Hand wie automatisch zum Handy. Nur mal kurz Instagram checken, sagt man sich.

Und dann passiert es. Ein Reel, noch eins, dann ein weiteres. Aus den geplanten zehn Minuten werden dreißig, aus dreißig eine Stunde – und plötzlich sind zwei Stunden vergangen. Das schlechte Gewissen meldet sich, die Panik steigt, aber trotzdem sitzt man auch später am Tag wieder am Handy und scrollt und scrollt und scrollt. Ein Teufelskreis, aus dem viele nur schwer wieder herauskommen.

Dieses Verhalten nennt man Doomscrolling. Viele kennen den Begriff – sei es aus Berichten, aus Social Media oder aus eigener Erfahrung. Mal stärker, mal schwächer, aber insgeheim tun wir es doch fast alle. Besonders häufig in stressigen Situationen wie Prüfungsphasen, emotional belastenden Zeiten oder wenn wir uns überfordert fühlen. Doch warum ist das so? Warum fällt es uns so schwer aufzuhören? Und was genau löst diesen Drang aus, immer weiter zu scrollen?

Was ist Doomscrolling?

Doomscrolling beschreibt das exzessive und meist unkontrollierte Scrollen durch negative oder stark reizüberflutende Inhalte auf Social Media. Dabei geht es nicht nur um schlechte Nachrichten, sondern generell um das endlose Konsumieren von Reels, Videos und Posts, oft länger als geplant und ohne echten Mehrwert. Obwohl man merkt, dass es einem eigentlich nicht guttut, kann man kaum aufhören.

Warum passiert das?

Ein zentraler Grund liegt in unserem Gehirn, genauer gesagt im Dopamin-System. Dopamin ist ein Botenstoff, der für Motivation und Belohnung zuständig ist. Jedes neue Reel, jedes kurz-Video und jeder neue Post verspricht eine kleine Belohnung: etwas Lustiges, Spannendes oder Überraschendes. Ein Influencer nach dem anderen, wo das Leben perfekt scheint, die perfekten StudentInnen, die ReisebloggerInnen die mehr zeit im Ausland als Zuhause zu sein scheinen und uns ZuschauerInnen mit an die schönsten Orte nehmen. Und dazwischen dann die vielen schlechten Nachrichten, welche uns runterziehen und dann einen scroll weiter die Menschen die einen Alltag voller Spannung zeigen auch wenn es eigentlich nur 15 Sekunden des Tages sind die wir sehen. Unser Gehirn weiß nie, was als Nächstes kommt…genau das macht es so reizvoll.

Besonders in Stresssituationen sucht unser Gehirn nach schnellen Auswegen. Lernen bedeutet Anstrengung, Konzentration und oft auch Frustration. Social Media hingegen bietet sofortige Ablenkung und kleine Dopamin-Kicks, ganz ohne Aufwand. Doomscrolling wird so zu einer Flucht in kurzfristige Erleichterung und Freude. 

Was macht das mit unserem Gehirn?

Durch ständiges Doomscrolling gewöhnt sich das Gehirn an schnelle Reize. Die Aufmerksamkeitsspanne sinkt, Konzentration fällt schwerer und selbst einfache Aufgaben wirken plötzlich anstrengend. Gleichzeitig steigt die innere Unruhe, weil das Gehirn immer wieder nach neuen Reizen verlangt. Ein echter Fokus – zum Beispiel beim Lernen – wird dadurch immer schwieriger.

Was kann man dagegen tun?

Ganz auf Social Media zu verzichten ist für die meisten unrealistisch und auch nicht unbedingt nötig. Viel wichtiger ist ein bewussterer Umgang. Eine Möglichkeit sind Fokus-Apps, die bestimmte Apps für einen festgelegten Zeitraum sperren. Besonders empfehlenswert sind Apps wie Focus Friend oder Plantie.

Außerdem hilft es, den Impuls zum Scrollen bewusst umzulenken. Immer wenn der Drang kommt, kann man stattdessen etwas tun, das einem wirklich Freude bereitet oder entspannt: tanzen, ein paar Seiten in einem Buch lesen, ein Instrument spielen, spazieren gehen oder einfach kurz durchatmen. Auch kleine Rituale, wie das Handy morgens nicht direkt anzufassen, können langfristig einen großen Unterschied machen.

Habt ihr noch mehr Tipps und Anreize mit welchen man den ewigen Kreislauf des Scrollens besiegen kann? Teilt sie gerne in den Kommentaren.

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