Studieren unter anderen Umständen

Bist du momentan schwanger oder denkst darüber nach, im Studium Nachwuchs zu bekommen?

Dann sollte dein Studium keinen Hinderungsgrund hierfür darstellen. Immerhin wird die Uni Bremen als familienfreundliche Institution beworben, daher lass uns einmal einen Blick darauf werfen, was einerseits von dir gefordert und andererseits dir auch geboten wird, solltest du dich unter anderen Umständen befinden.


Schwanger und jetzt?

Es ist soweit: Der Schwangerschaftstest zeigt zwei dicke Balken an, die in diesem Falle mal nicht für eine Isolation aufgrund von Corona sprechen, sondern für eine neue aufregende Zeit, die die nächsten Monate auf dich zukommt. Doch du steckst mitten im Studium und hast jetzt den Kopf voller Fragen. Musst du dein Studium pausieren? Darfst du noch an deinen Veranstaltungen teilnehmen? Und wie läuft das mit Klausuren und Prüfungsleistungen ab?

Blick auf das Familienservicebüro

All diese Fragen kann dir das Familienservicebüro auf dem Campus der Uni Bremen beantworten. Hier – direkt gegenüber der Bibliothek – findest du kompetente Ansprechpartner:innen, die auf (fast) jede Frage dieser Art eine Antwort haben. Generell wird empfohlen, sich hier offiziell als schwanger zu melden, sodass von dort aus alle weiteren wichtigen Schritte wie ein Beratungsgespräch oder ein Termin für eine Gefährdungsbeurteilung in die Wege geleitet werden können.

Die Gefährdungsbeurteilung ist in Hinblick auf deine Schwangerschaft (und gegebenenfalls eine spätere Stillzeit) insofern wichtig, als dass hierüber genau festgestellt werden kann, ob du mit Substanzen, Gegenständen oder Umständen studieren beziehungsweise arbeiten musst, die dein Baby und / oder dich gefährden könnten. Das gilt auch für studentische Hilfsjobs.

Solltest du durch deine Schwangerschaft an bestimmten Studieninhalten nicht mehr teilnehmen dürfen, sind die Dozierenden dazu angehalten, dir passende Alternativen anzubieten, sodass dir kein Nachteil hieraus entsteht. Wichtig ist hierbei eine gute Kommunikation! Dozierende können nur auf dich zugehen, wenn du mit ihnen ins Gespräch gehst und klar formulierst, was gerade geht und was nicht. Auch bei Abgabeterminen kann hier einiges an Kulanz und Entgegenkommen wirken, sofern man mit offenen Karten spielt.

Solltest du dich bereits im Mutterschutz befinden (sechs Wochen vor bis acht Wochen nach der Entbindung), so gelten hier nochmal genauere Regelungen was Prüfungen, Abgaben und Präsenz angehen. In dieser Zeit kann von dir nichts dergleichen verlangt werden, gleichzeitig darfst du aber leisten, was du dir zutraust.

Möchtest du dich erst mal voll und ganz auf deinen Nachwuchs konzentrieren, so ist es aber auch kein Problem, einen Antrag auf Beurlaubung wegen Elternzeit zu stellen. Diese kannst du im moin-Portal bis zum 15.02. (Sommersemester) bzw. 15.08. (Wintersemester) beantragen.

Bist du dir unklar, wie du dein Studium weiterhin finanzieren willst, da du zum Beispiel BAföG erhältst? Oder möchtest du darüber beraten werden, welche Mehrbedarfe dir nun zustehen und wo du diese beantragen kannst? Hierfür findest du gut informierte Ansprechpartner:innen im Studierendenwerk der Uni Bremen, die in Sachen Finanzen etwas Licht ins Dunkle bringen können.

Was bietet dir die Uni sonst noch für Unterstützung neben all der Beratung?

Außengelände der „Wuselhöhle“

Ist dein Nachwuchs erst mal angekommen, bietet die Uni Bremen dir einige Angebote auf dem Campus an, die den Aufenthalt von Erziehenden mit kleinen Kindern erleichtern sollen.

So werden verschiedene Betreuungsmöglichkeiten angeboten, wie das Kinderland im Sportturm, in dem Studierende kostenlos bereits Kinder ab sechs Monaten stundenweise betreuen, die Wuselhöhle, in der Erzieher:innen Kinder zwischen zehn Monaten und drei Jahren betreuen oder auch der Uni Krümel e.V. für Kinder zwischen einem und drei Jahren.

Im Gebäude der Wuselhöhle ist auch die AG Familienfreundliches Studium ansässig. Dort kannst du ebenfalls viele interessante Informationen zum Leben mit Kind auf dem Campus erhalten und sogar selbst tätig werden, wenn dich das Konzept ansprechen sollte.

Ess- und Spielecke der Uni Mensa

Neben der Betreuung wird auch für die Verpflegung der Kleinsten gesorgt: Bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr dürfen alle Kinder von Studierenden an Bremer Mensen kostenlos mitessen. Zudem bietet die Mensa auf dem Uni Campus eine große Spielecke und natürlich auch Hochstühle an.

Wickelräume sind über den ganzen Campus verteilt und können schnell ausfindig gemacht werden. Einer davon befindet sich in der SuUB.

Braucht ihr mal etwas Eltern-Kind-Zeit zum Runterkommen, so ist der Familienraum auf dem Boulevard die richtige Anlaufstelle. Dieser ist montags bis donnerstags von 8 – 17 Uhr geöffnet sowie freitags von 8 – 15 Uhr.

Mikrowelle im GW2

Eine weitere Spielecke sowie eine Mikrowelle für Babynahrung befindet sich im Untergeschoss des GW2 neben der Cafeteria  und in einigen Räumlichkeiten lassen sich auch sogenannte Spielkisten ausleihen.

Alles noch etwas durcheinander? Für diesen Fall bietet das Familienservicebüro auch persönliche Führungen über den Campus an, wobei alle Räumlichkeiten, die für Erziehende und Kinder interessant sein könnten, einmal gezeigt werden.

Besonders nützliche Broschüren der Uni Bremen zum Thema Schwangerschaft und Stillzeit findest du hier: Infoheft für schwangere und stillende Studentinnen , Zwischen Studium und Kinderbetreuung.

Spielecke im GW2

Alles in allem sind eine Schwangerschaft und die darauffolgenden Jahre mit Kind sehr aufregende Erlebnisse, durch die du lernen kannst, gut für deine Bedürfnisse und die deines Nachwuchses einzustehen. Auch, wenn die Uni Bremen dir nicht alle Last abnehmen kann, finden sich doch gute Unterstützungsangebote, die einen optimistischen Blick auf das Studieren unter anderen Umständen erlauben.

Mit diesem Artikel verabschiede ich mich nun für die kommenden Monate und freue mich, im Winter nach meinem Mutterschutz wieder weiterhin fleißig für euch zu schreiben!

2 Kommentare
  1. Sarah
    Sarah sagte:

    Hallo Jan,

    vielen Dank für deinen Kommentar.
    Schwangerschaft und Familiengründung dürfen definitiv an erster Stelle stehen. Nichtsdestotrotz dürfen auch weiterhin zusätzliche Prioritäten im Leben gesetzt werden, das kann dann jede Schwangere / Familie individuell für sich entscheiden :)

    Liebe Grüße
    Sarah von der EULe

    Antworten

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