Wegen des Coronaausbruchs werden wir alle eingeschränkt. Eine der schwerwiegendsten Einschränkungen betrifft die Nähe zu anderen Menschen und den resultierenden Mangel. Uns fehlen Nähe und Berührung. Insbesondere dann, wenn man alleine wohnt (was seit etwa zwei Wochen bei mir wieder der Fall ist). Deshalb habe ich einige Gedanken zu dem Thema zusammengetragen:

Bei der Vorstellung, man würde einem Menschen von Geburt an von anderen Menschen isolieren, schaudert es einem. Zugleich gibt es aber auch Berührungen, auf die man im Leben gut hätte verzichten können. Manche Menschen mussten sogar missbräuchliche Berührungen erleben. Insofern ist Berührung und Nähe ein zweischneidiges Schwert. Das soll nicht unerwähnt bleiben.

Doch was ist Berührung eigentlich? Körperkontakt? Berühren mich nicht auch Geschichten? Berühren nicht Worte auch ganz physisch als Schallwellen mein Ohr? Berühren nicht Bilder meine Augen? Dann könnte man doch sagen, dass die Skype-Gespräche voller Berührungen sind. Aber dennoch fehlt etwas. Da sind keine Umarmung und kein Händedruck. Die Technik ist nur ein unvollkommener Ersatz. Das Smartphone in der Hand kann uns noch so wichtig sein, es ist nur Medium, nicht Gegenüber.

Wir brauchen Menschen. An ihnen können wir uns anlehnen. Wir können uns an ihnen abarbeiten und abstoßen. Und wir können ihre Wärme spüren. Als Jugendliche wären wir ewig Kinder mit Allmachtsphantasien geblieben, wenn uns andere Menschen nicht ihre und unsere Grenzen aufgezeigt hätten. Wir sind soziale Wesen und das Soziale braucht eben echte Nähe.

Außerdem sind Berührungen gut für unser Gehirn. Sie tragen dazu bei, dass Körper und Geist fit bleiben und dass wir unser Gleichgewicht nicht verlieren. Viele von uns halten sich Haustiere, die sie streicheln können oder lassen sich gerne massieren. Wir suchen Nähe zu anderen Menschen. Das ist Teil unserer Natur. Im Moment erlebt die Gesellschaft einen Mangel an Nähe. Ich habe mich schon einmal in einem Seminar mit dem Thema „Berührung“ beschäftigt, aber so richtig verstehe ich die Bedeutung derselben erst jetzt.

Bleibt gesund!

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