Vorgestellt: Wo das Geld hinfließt oder auch: Debatte im Landtag

Studierende vor der BürgerschaftMich hat es diesmal in die Bremer Innenstadt getrieben. In die Bürgerschaft, um genau zu sein. Für alle die nicht wissen, was/wie/wo die Bremer Bürgerschaft ist: Die Bremer Bürgerschaft ist ein Gebäude direkt zwischen der Domsheide und dem Marktplatz, in welches das Bremer Parlament debattiert. Der Grund für den Ausflug ist allgegenwärtig auf dem Campus: Einmal mehr geht es um die Kürzungen an den öffentlichen Hochschulen Bremens, was sich bei uns zum Beispiel im Studiengang Kunst extrem bemerklich macht. Aber was im Parlament im speziellen zur Debatte steht, könnt ihr nun in diesem Artikel lesen.

Am Anfang der Woche hat der AStA Uni Bremen dazu aufgerufen, der Bürgerschaftsdebatte über die Weiterfinanzierung der privaten Jacobs Universität beizuwohnen. Dies hat nämlich eine ziemliche Bedeutung auch für uns. Während wir auf unserer Seite starke Kürzungen erfahren müssen, steht nun im Raum, ob die Jacobs Universität mit weiteren drei Millionen jährlich unterstützt wird, da diese ebenfalls in schwierigen Finanzen steckt. Die Universität kann ihre Kosten nicht abdecken und schreibt seit Jahren rote Zahlen. Sie war also schon lange vom Lande Bremen abhängig und fordert nun mehr Unterstützung. Dies führte nun dazu, dass die Linke einen Antrag im Parlament stellt, eben diese Weiterfinanzierung zu stoppen und stattdessen sich um die öffentlichen Hochschulen zu kümmern. Wissenschaftspolitische Sprecherin Kristina Vogt von der oppositionellen Linkspartei führte den Antrag an. Drei Millionen würden nicht die 20 Millionen Euro Schulden, die sie regelmäßig machen, ausreichen um irgendetwas zu ändern.

Während der Debatte wurde zunehmenst deutlich, dass das Land Bremen die Privat Universität in Bremen Nord gerne sehen, da es die dortige Wirtschaftsstruktur stärkt, welche sonst eher schwach ist. Auch ist es ein Anlaufpunkt für Studierende aus aller Welt, da die Universität international ist und somit Bremen zu einem attraktiveren Wohnort macht und als internationaler Knotenpunkt sich nach außen präsentieren kann. Aber das Modell „Privatuni“ ist nicht einfach so durchzuführen. Zumindest scheitert das Konzept generell in Deutschland mangels der Finanzierung. Warum nun gerade das Land Bremen, welches mit einem schwierigen Haushalt zu kämpfen hat, sich unbedingt eine Privat-Universität erhalten will, ist dementsprechend ebenfalls kritikwürdig. Die Jacobs-Universität stand schonmal vor dem Aus, jedoch bot die Jacobs-Foundation (Ja, Kaffeebohnen-Jacobs) eine Spende von 200 Millionen Euro an. Dies war die bis dahin europaweit größte Spende, die jemals an eine Universität geflossen war. Dies war jedoch an eine Bedingung gekoppelt: Das Land Bremen müsse für weitere Jahre 5 Millionen Euro an die Universität abgeben. Und einmal mehr wiederholte sich das Spiel. Die Jacobs-Universität versicherte, dass die zukünftige innere Struktur dafür sorgen würde, dass keine roten Zahlen mehr geschrieben werden und dass sie nicht mehr zu Lasten des Landes fallen. Diese Versprechen wurden jedoch nicht eingehalten und der Kapitalstock der Universität ist einmal mehr aufgebraucht.

 

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