Studentische Forschung von Anfang an: Erfahrungen des ForstA-Projektes in den Modulen Methodenlehre und Statistik im Bachelor Psychologie

von Imke Gerkensmeier, Lisa Lüdders und Karina De Santis

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Seit Juli 2015 bietet ein ForstA-Projekt in den Modulen Methodenlehre und Statistik Bachelor-Psychologiestudierenden die Möglichkeit, sich bereits in den ersten Semestern mit Forschung vertraut zu machen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Forschendes Studieren in der Studieneingangsphase macht wissenschaftliche Methodenkompetenzen erlebbar. Studierende beteiligen sich nicht nur aktiv an Forschungsprozessen, sondern entwickeln eigenständig Forschungsinhalte und werten empirische Daten aus. Unterstützt von den Dozentinnen haben die Teilnehmenden nach nur zwei Semestern schon mehrere Beiträge zur aktuellen Forschung geleistet, wie zum Beispiel wissenschaftliche Poster auf Konferenzen vorgestellt und einen Artikel in einer Zeitschrift für studentische Forschung eingereicht.

Unser Projektkonzept

An der Universität Bremen sollen Studierende schon zu Beginn ihres Studiums in ihren Forschungsaktivitäten gefördert werden, damit sie umfassende Forschungskompetenzen erlangen und einen wissenschaftlichen Habitus entwickeln können. Forschung nimmt auch im Studiengang Psychologie eine große Rolle ein, denn viele der Pflichtmodule basieren grundlegend auf empirischer Forschung. So werden Studierende unter anderem in den Modulen Statistik und Methodenlehre mit methodologischem Fachwissen vertraut gemacht und auf diese Weise auf ihre künftige Rolle als Forschende und/oder als Rezipienten von Forschung vorbereitet. Jedoch stellen diese Module selten die Lieblingsfächer der Studierenden dar. Der Erwerb des Fachwissens geht insbesondere in der quantitativen Forschung mit statistischen Auswertungsmethoden einher, die oftmals als Hürde angesehen werden. Formeln zu lernen und zu verstehen, grenzt sich – subjektiv empfunden – von der Anwendung und konkreter Forschungspraxis ab. Das ForstA-Projekt, das seit Juli 2015 in den Modulen Statistik und Methodenlehre durchgeführt wird und noch bis Dezember 2016 läuft, bietet hingegen die Möglichkeit, genau diese Lücke zwischen Theorie und Praxis zu schließen und die Attraktivität der beiden Module zu erhöhen. Die Details unseres Konzeptes haben wir im Folgenden zusammengefasst und zusätzlich auf einer hochschuldidaktischen Fachtagung (Konferenz für forschungsnahes Lehren und Lernen) an der Universität Oldenburg in Juni 2016 präsentiert (Lüdders et al, 2016a).

Studierende als Forscher

In unserem Projekt arbeiten die Studierenden selbstständig in Teams und durchlaufen dabei die wesentlichen Schritte eines Forschungsprozesses, von der anfänglichen Literaturrecherche über die Datenerhebung bis zur Auswertung der Daten und Präsentation der Ergebnisse in der Fachwelt. Die Teilnehmenden bekommen so die Gelegenheit, sich in der Forschung auszuprobieren und erste Erfahrungen in der wissenschaftlichen Welt zu sammeln. Dass sie dabei nicht auf sich alleine gestellt sind (wie zum Beispiel bei einer Abschlussarbeit), sondern in der Gruppe und unter Anleitung von erfahrenen Forscherinnen arbeiten können, stellt dabei eine enorme Erleichterung dar. Den Forschungsprozess können die Studierenden dabei aktiv mitbestimmen und ihre Ideen und Wünsche einbringen. Einen Überblick über die Themen unseres Projekts bietet die Tabelle 1.

Tabelle 1: Zusammenfassung der behandelten Themen und genutzten Methoden des ForstA-Projektes

Tabelle 1: Zusammenfassung der behandelten Themen und genutzten Methoden des ForstA-Projektes

Forschendes Studieren im Curriculum

Unser ForstA-Projekt wird auf zwei Ebenen umgesetzt: Einige Inhalte wurden in die reguläre Lehre in den Modulen Statistik und Methodenlehre eingebunden, die von Prof. De Santis und Dr. Lüdders verantwortet werden. So fand beispielsweise im Wintersemester 2015/16 für alle Studierenden des 1. und 3. Fachsemesters ein Workshop zur systematischen Literaturrecherche in Kooperation mit Frau Kirsten Bergert von der Staats- und Universitätsbibliothek statt. Die Literaturrecherche stellt die erste wichtige wissenschaftliche Methodenkompetenz dar. Sie praktisch mit einem inhaltlich relevanten Thema durchzuführen und die Ergebnisse der Recherche im nächsten Schritt für den weiteren Forschungsprozess zu verwerten, war eine wichtige Motivationsgrundlage für unsere Studierenden. Feedbacks zeigten, dass die Verknüpfung mit praktischer Forschung einen persönlichen Outcome für die Teilnehmenden geschaffen hat. Weiterhin zeigte eine statistische Auswertung, dass die Studierenden nach dem Workshop mit Frau Bergert bessere Ergebnisse in einem Informations-Kompetenzwissenstest (Leichner et al, 2015) aufwiesen als vor dem Workshop. Der unmittelbare Effekt konnte somit auch statistisch nachgewiesen werden.

Neben den Veranstaltungen der Pflichtmodule gibt es für interessierte Studierende Zusatzveranstaltungen in Form von Workshops (z.B. zur Fragebogenkonstruktion) und eines wöchentlichen Journal Clubs, in dem Studien auf Englisch gelesen und diskutiert werden (s. Abbildung 1). Hervorzuheben ist, dass die Teilnahme an unserem ForstA-Projekt freiwillig und nicht verbindlich ist, sodass die Studierenden die Möglichkeit haben, ihren Arbeitsaufwand für dieses extracurriculare Projekt an ihren Workload in den curricularen Veranstaltungen anzupassen.

Abbildung 1: Ablaufplan für das ForstA-Projekt Juli 2015 bis Dezember 2016

Abbildung 1: Ablaufplan für das ForstA-Projekt Juli 2015 bis Dezember 2016

Die Rolle der Lehrenden und Studierenden

Wir agieren im ForstA-Projekt mehr als Moderatorinnen und Mentorinnen statt als Dozentinnen. Wir begleiten den Forschungs- und Lernprozess, unterstützen die Studierenden und sind Ansprechpartnerinnen bei Fragen oder Problemen. Darüber hinaus wird in unserem Projekt auch die Heterogenität in der Zusammensetzung der Projektteilnehmenden genutzt, sodass Studierende aus höheren Semestern ihr Wissen an Studierende aus niedrigeren Semestern, ähnlich wie Tutoren, weitergeben können. Die Studierenden trainieren somit auch Soft Skills, die sie zum Beispiel für das Arbeiten in der Gruppe benötigen. Das geht von Kommunikation über Koordination von Arbeitsschritten bis hin zur Lösung von (fachlichen) Meinungsverschiedenheiten. Dies sind alles Fähigkeiten, von denen die Studierenden auch in ihrem zukünftigen Arbeitsleben profitieren können.

Unsere Forschungsthemen und bisherige Ergebnisse

In unserem ForstA-Projekt werden drei Themenbereiche untersucht, wobei den Studierenden natürlich frei steht, ob sie zu mehreren Thematiken forschen oder nur die Veranstaltungen zu einem Forschungsbereich besuchen.

1. Fragestellung: Cannabiskonsum und Depression – Gibt es einen Zusammenhang?

Abbildung 2: Poster aus unserem ForstA-Projekt zum Thema „Cannabiskonsum und Depression – Gibt es einen Zusammenhang?“, welches auf dem 50. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) präsentiert wird (September 2016)

Abbildung 2: Poster aus unserem ForstA-Projekt zum Thema „Cannabiskonsum und Depression – Gibt es einen Zusammenhang?“, welches auf dem 50. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) präsentiert wird (September 2016)

Erster Forschungsgegenstand unseres Projekts ist die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Cannabiskonsum und Depression. Der Konsum von Cannabis und seine Folgen für die (mentale) Gesundheit sind ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema, das mit der weltweiten Diskussion über Legalisierung auch eine hohe Aktualität besitzt. Methodisch nähern wir uns diesem Thema mit einer Zusammenfassung der schon publizierten systematischen Reviews. Unsere Ergebnisse aus dem Wintersemester 2015/16 zeigen, dass der Konsum von Cannabis nur einen schwachen Zusammenhang mit Depression aufweist (s. Abbildung 2). Diese Ergebnisse haben wir gemeinsam mit unseren studentischen Teilnehmenden des Journal Clubs als Abstract in englischer Sprache zusammengefasst und werden sie auf einem der größten Kongresse für Psychologen in Deutschland (50. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, DGPs) im September 2016 in Form eines Posters vorstellen (Kedzior et al, 2016). Dank der Förderung des ForstA-Projektes ist es auch möglich, dass die studentischen Co-Autorinnen und -Autoren der Poster mit zum DGPs-Kongress reisen können. Im Sommersemester 2016 haben wir zusätzlich eine Qualitätsbeurteilung der Reviews aus unserem Poster anhand einer standardisierten Skala vorgenommen. Im kommenden Wintersemester 2016/17 werden wir noch weitere, neue Studien zu dem Thema lesen und eventuell eine neue statistische Analyse (Meta-Analyse) mit den Ergebnissen durchführen.

2. Fragestellung: Was motiviert Psychologiestudierende zur aktiven Teilnahme an Forschung?

Abbildung 3: ForstA-Projekt-Teilnehmerin Tomke Holtz präsentiert unsere Ergebnisse zum Thema „Was motiviert Psychologiestudierende zur aktiven Teilnahme an Forschung?“ auf der Konferenz für studentische Forschung an der Universität Oldenburg (Juni 2016)

Abbildung 3: ForstA-Projekt-Teilnehmerin Tomke Holtz präsentiert unsere Ergebnisse zum Thema „Was motiviert Psychologiestudierende zur aktiven Teilnahme an Forschung?“ auf der Konferenz für studentische Forschung an der Universität Oldenburg (Juni 2016)

ForstA-Projekts entwickelte sich im Verlauf des Projekts aus den Interessen der Studierenden heraus. Forschungsprojekte spielen eine immer größere Rolle im Studium der Psychologie, allerdings gibt es bisher wenig wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, was die Studierenden dazu motiviert, sich aktiv an Forschung zu beteiligen. Mit Studierenden aus dem ersten Semester wurde zu dieser Frage ein quantitativer Fragebogen entwickelt und die Daten an Psychologiestudierenden erhoben. Im Anschluss wurden die Antworten von den ForstA-Teilnehmenden statistisch ausgewertet und die Ergebnisse interpretiert. Unsere Daten zeigen, dass Bachelor-Psychologiestudierende schon in der Studieneingangsphase Interesse an Forschung zeigen und bereit sind, eigenverantwortlich Forschungsaufgaben zu übernehmen. Hinsichtlich der Motivationen zur Teilnahme an Forschung unterscheiden sich die Studierenden in Bezug auf Vorbildung und Fachsemester kaum voneinander. Diese Ergebnisse haben wir gemeinsam mit drei ForstA-Teilnehmerinnen auf zwei Postern auf der Konferenz für studentische Forschung an der Universität Oldenburg (Juni 2016) vorgestellt (s. Abbildung 3; Holtz et al, 2016; Wennike et al, 2016a), eine weiteres Poster wird auf dem DGPs-Kongress im September präsentiert (Lüdders et al, 2016b). Darüber hinaus haben unsere drei ForstA-Teilnehmerinnen mit unserer Hilfe die Ergebnisse auch als Volltext-Artikel in der Zeitschrift für studentische Forschung „forsch!“ (mit Peer-Review) der Universität Oldenburg eingereicht (Wennike et al, 2016b).

3. Fragestellung: Forschendes Studieren, Forschendes Lernen… Was ist der Unterschied?

Abbildung 4: Diskussion in der Arbeitsgruppe zum Thema „Forschendes Studieren, Forschendes Lernen… Was ist der Unterschied?“ (Universität Bremen, August 2016)

Abbildung 4: Diskussion in der Arbeitsgruppe zum Thema „Forschendes Studieren, Forschendes Lernen… Was ist der Unterschied?“ (Universität Bremen, August 2016)

Unser drittes Forschungsthema fokussiert auf die forschenden Lehr- und Lernmethoden. Als Ausgangspunkt haben wir uns gefragt, was unter dem Forschenden Studieren und Forschenden Lernen eigentlich verstanden werden kann; handelt es sich dabei doch um die grundlegende Basis des ForstA-Projektes. In der Literatur gibt es unterschiedliche Ansätze, die sich mit dieser Frage aus fachlicher Expertensicht beschäftigen (z.B. Huber, 2014). Was jedoch die Studierenden – als Adressaten dieser Lehr- und Lernformen – unter diesen Begriffen verstehen, ist bisher wenig erforscht.

Um sich dieser Fragestellung anzunähern, wurden im Sommersemester 2016 qualitative Gruppendiskussionen zum Thema Forschendes Studieren und Forschendes Lernen im Rahmen des Journal Clubs geführt. Hier diskutierte die gesamte ForstA-Gruppe darüber, wie sich die bisher verwendeten Begriffe rund um das Forschende Studieren und Lernen voneinander abgrenzen lassen. Die studentische Arbeitsgruppe, die sich daraufhin spontan bildete, fasste die Ergebnisse zusammen und systematisierte sie (s. Abbildung 4). Ziel ist es, eine quantitative Skala zur Messung der Konzepte „Forschendes Studieren“ und „Forschendes Lernen“ zu entwickeln und diese mit den Erstsemestern im kommenden Wintersemester 2016/17 zu testen. Eine solche Vorgehensweise wird uns abermals ermöglichen, die neue Kohorte der Psychologiestudierenden in unser Projekt einzubeziehen und so die langfristige Umsetzung des Projektes zu gewährleisten.

Evaluation des ForstA-Projektes

Mit regelmäßigen Evaluationen versuchen wir, die Qualität unseres Projekts sicher zu stellen und zu überprüfen, ob die Studierenden Vorteile aus den Veranstaltungen ziehen können. Die Studierenden geben somit auch eine Richtung vor und kommunizieren, ob sie bestimmte Aspekte gerne mehr erforschen möchten oder andere Aspekte eher als uninteressant empfinden. Wir als ForstA-Team orientieren uns flexibel an diesen Wünschen. Wir sind der festen Überzeugung, dass nur auf diese Weise Forschung einen echten Mehrwert für die Studierenden besitzt.

Im Wintersemester 2015/16 wurde dazu von Studierenden aus dem Wahlpflichtmodul Methodenlehre im Rahmen eines Seminars eine qualitative Evaluation durchgeführt. Dabei wurden kurze Face-to-Face-Interviews mit Studierenden geführt, unabhängig davon, ob sie am Projekt teilgenommen haben oder nicht. Die Ergebnisse der Befragung dieser beiden Studierendengruppen, also den Teilnehmenden und Nicht-Teilnehmenden, waren sehr wertvoll für unser Projekt-Team. Es konnten einige Veränderungen am Projektplan vorgenommen werden, um ihn besser an die Bedürfnisse der Studierenden anzupassen. So wurde beispielsweise zum Sommersemester 2016 der Informationsfluss zwischen Dozentinnen und Studierenden optimiert und besser über den Ablauf des Projekts informiert. Im Sommersemester 2016 stieg die Zahl der Teilnehmenden dann auch an, sodass diese Maßnahmen als erfolgreich anzusehen sind. Darüber hinaus waren die Rückmeldungen der Studierenden insgesamt sehr positiv.

So beschreibt zum Beispiel eine Teilnehmerin aus dem ersten Semester: „Ja, es macht eigentlich Spaß! Das heißt, wir haben diesen Fragebogen entwickelt und es ist ein gutes Gefühl finde ich, irgendwas zu machen und es hat tatsächlich ein Ergebnis. Also dass ich nicht alleine zu Hause meine Hausaufgaben in Statistik mache, sondern dass ich etwas mache und mir sage: „Wow, cool, da machen jetzt wirklich Leute unseren Fragebogen und am Ende passiert damit vielleicht sogar was!“.“ Die praktische Relevanz der Ergebnisse aus dem ForstA-Projekt findet also bei dieser Studentin großen Anklang und motiviert sie zur weiteren Teilnahme.

Mit den Studierenden aus dem Sommersemester 2016 wurde eine anonyme quantitative Evaluation über die Plattform Stud.IP durchgeführt und auch hier zeigen sich wieder positive Ergebnisse. Insgesamt sind die Teilnehmenden mit dem Projekt zufrieden und konnten einen Lernzuwachs verzeichnen. Im Rahmen von offenen Fragen gaben die Studierenden Rückmeldung darüber, wie sie das Projekt in Zukunft konkret verbessern würden (z.B. konkretere Aufgabenbeschreibung, mehr zielgerichtetes Arbeiten) und hatten darüber hinaus die Möglichkeit, das ForstA-Projekt allgemein zu kommentieren.

Eine Person äußert sich dabei folgenderweise: „Ich habe das Gefühl, dass mich das Projekt persönlich weiterbringt. Es ist toll, die gelernten Dinge aus den Vorlesungen anwenden zu können und so ein viel besseres Verständnis zu bekommen (v.a. in Methoden und auch in Statistik). Man kann dadurch viel besser verstehen, warum man das lernt und dass es doch ganz sinnvoll ist.“ Die eingangs beschriebenen Ziele des ForstA-Projektes scheinen bei dieser Person also erreicht zu sein. Auch der lockere Umgang miteinander und die Begeisterung der Lehrenden werden in den Kommentaren positiv hervorgehoben, ebenso wie der Eifer aller Beteiligten. Darüber hinaus wurden unter anderem Wünsche nach abwechslungsreicherem Arbeiten und einer besseren Dokumentation von Zwischenergebnissen angemerkt.

Wie geht es weiter?

Die Förderung des Projekts durch ForstA läuft zwar im Dezember 2016 aus, allerdings gibt es sowohl von der Seite unserer Studierenden als auch von uns, den Dozentinnen, den eindeutigen Wunsch, das Projekt darüber hinaus weiterzuführen. Dazu gibt es Überlegungen, das Projekt noch stärker mit den Pflichtmodulen Methodenlehre und Statistik zu verknüpfen. Zusätzlich könnte ein übergreifendes Forschungsprojekt auch mit dem Wahlpflichtmodul Methodenlehre im 5. Fachsemester vernetzt werden, sodass eine Begleitung der Studierenden über ihr gesamtes Bachelorstudium denkbar wäre. Ein positiver Effekt auf das Forschende Studieren im Bachelorstudiengang Psychologie wäre nach unseren Erfahrungen sehr wahrscheinlich und würde die Methodenkompetenz und den Anwendungsbezug in Studium und Beruf stärken.

Fazit

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir ein sehr positives Fazit über den bisherigen Verlauf unseres ForstA-Projektes ziehen. Viele der eingangs gefassten Ziele konnten wir bereits nach nur zwei Semestern erreichen. Unsere Studierenden haben hochwertige wissenschaftliche Beiträge für Fachkonferenzen geleistet und wir sind immer wieder beeindruckt von ihrem Engagement. Wir verstehen das Konzept des Forschenden Lernens und Studierens immer besser und sammeln als Dozentinnen wertvolle Erfahrungen mit dieser Lehr- und Lernmethode, die wir auch in unseren regulären Lehrveranstaltungen umsetzen können. Wir freuen uns sehr auf weitere Erfolge und mehr spannende Forschungsergebnisse im kommenden Wintersemester und noch darüber hinaus.

Über die Autorinnen:

Imke Gerkensmeier ist Universitätslektorin, unterrichtet psychologische Forschungsmethoden und Statistik und leitet das ForstA-Projekt in der Abteilung für Methodik und Evaluation im Studiengang Psychologie (Fachbereich 11) an der Universität Bremen. Sie betreut als Projektmanagerin das ForstA-Projekt.

Karina De Santis ist Vertretungsprofessorin, unterrichtet psychologische Forschungsmethoden und Statistik und leitet das ForstA-Projekt in der Abteilung für Methodik und Evaluation im Studiengang Psychologie (Fachbereich 11) an der Universität Bremen. Sie hat bereits zahlreiche Artikel mit studentischen Co-Autoren in Fachzeitschriften mit Peer-Review publiziert.

Lisa Lüdders ist Universitätslektorin, unterrichtet psychologische Forschungsmethoden und Statistik und leitet das ForstA-Projekt in der Abteilung für Methodik und Evaluation im Studiengang Psychologie (Fachbereich 11) an der Universität Bremen. Sie wurde sowohl für ihre Forschungsarbeit als auch ihre Lehre im Modul Statistik 2013 mit dem OLB- Wissenschaftspreis in der Kategorie Dissertationen und dem Berninghausen-Preis für gute Lehre ausgezeichnet.

Literatur:

Holtz, T., Bürger, J., Wennike, N., Lüdders, L., Kedzior, K. K., & Gerkensmeier, I. (2016). Einfluss der akademischen Vorbildung auf Forschungsmotivationen im Rahmen des ForstA-Projektes: Eine Umfrage unter Psychologiestudierenden der Studieneingangsphase. [Poster] präsentiert auf der Konferenz für Studentische Forschung, Universität Oldenburg, 8.-9. Juni 2016.

Huber, L. (2014). Forschungsbasiertes, Forschungsorientiertes, Forschendes Lernen: Alles dasselbe? Ein Plädoyer für eine Verständigung über Begriffe und Unterscheidungen im Feld forschungsnahen Lehrens und Lernens. Das Hochschulwesen, 62, 22-29.

Kedzior, K. K., Gerkensmeier, I., Lüdders, L., Hofmann, L., & Engelhardt, T.-C. (2016). What do we know about the relationship between cannabis use and depression or anxiety in the general population? A summary of results from systematic reviews. [Poster] präsentiert auf dem 50. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Leipzig, 18.-22. September 2016.

Leichner, N., Peter, J., Waeldin, S., Mayer, A.-K. & Krampen, G. (2015). Blended Learning von Informationskompetenz. Trainingsmanual (BLInK). Lengerich: Pabst.

Lüdders, L., Gerkensmeier, I., & Kedzior, K. K. (2016a). „Forschend Studieren von Anfang an (ForstA)“ effektiv fördern: Konzept und Praxis im Bachelor Psychologie an der Universität Bremen. [Vortrag] präsentiert auf der Konferenz für Forschendes Lehren und Lernen, Universität Oldenburg, 9.-10. Juni 2016.

Lüdders, L., Gerkensmeier, I., Kedzior, K. K., Wennike, N., & Holtz, T. (2016b). Was bedeutet „Forschend Studieren von Anfang an (ForstA)“? Eine Umfrage unter Psychologiestudierenden der Studieneingangsphase im Rahmen des ForstA-Projektes. [Poster] präsentiert auf dem 50. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Leipzig, 18.-22. September 2016.

Wennike, N., Holtz, T., Bürger, J., Lüdders, L., Gerkensmeier, I., & Kedzior, K. K. (2016a). Forschend Studieren von Anfang an (ForstA): Hat das Fachsemester einen Einfluss auf Forschungsmotivationen bei Psychologiestudierenden der Studieneingangsphase? Eine Umfrage. [Poster] präsentiert auf der Konferenz für Studentische Forschung, Universität Oldenburg, 8.-9. Juni 2016.

Wennike, N., Holtz, T., Bürger, J., Lüdders, L., Gerkensmeier, I., & Kedzior, K. (2016b). Forschung in der Studieneingangsphase: Motivationen der Studierenden im Bachelor Psychologie. forsch! [eingereicht im August 2016].

 

 

Bildnachweis:

  • Autorinnenfotos: Imke Gerkensmeier (privat); Lisa Lüdders (privat); Karina De Santis (privat)
  • Tab. 1: Imke Gerkensmeier; Lisa Lüdders; Karina De Santis
  • Abb. 1/2/3/4: Imke Gerkensmeier; Lisa Lüdders; Karina De Santis

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