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Reflexion

1. Benennen Sie die für Sie zentralsten theoretischen Erkenntnisse, die Sie aus den Vorträgen der Ringvorlesung für sich mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei konkret Bezug auf a.) fachdidaktische Aspekte, indem Sie Erkenntnisse auf die Didaktiken ihrer eigenen beiden Fächer beziehen und b.) zwei generelle erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse zu Schule und Unterricht mit Bezug zu den relevanten Quellen benennen.

 

Eine der wichtigste Erkenntnis, die ich auch den Vorträgen der Ringvorlesung für mich mitgenommen habe, betrifft den Umgang mit den Schülern und Schülerinnen. Es gibt kein universelles Rezept, für den Umgang mit SuS. Als Lehrkraft muss man sich immer wieder an die individuellen Bedürfnisse des Schülers anpassen und angemessen darauf reagieren. 

Die 8. Ringvorlesung – Vorstellung und politisches Bewusstsein als Ausgangspunkt sozialwissenschaftlichen Lernens, hat mir verdeutlicht, was mit der „doppelten Heterogenität“ gemeint ist und wie man als Lehrkraft damit umgehen kann. Meiner Meinung nach ist es, besonders als angehende Lehrerin, wichtig zu wissen, dass alle SuS unterschiedliche Denkweisen und Vorwissen haben.  

Meine späteren Fächer werden Biologie und Kunst sein und in meine Unterrichtsplanung möchte ich später die individuellen Vorerfahrungen und Schülervorstellungen zu bestimmten Sachverhalten und Assoziationen schätzen und mit einbeziehen. Außerdem halte ich es als wichtig eine gendersensible Perspektive ein zu bewahren und keine Geschlechtsstereotypen bei Aufgabenstellungen im Kunstunterricht zu verwenden.   

Es wurde auch im Bezug auf den Naturwissenschaftlichen Unterricht über einen gendersiblen Unterricht gesprochen. Jungen werden beispielsweise oft für fachliches Wissen gelobt, während Mädchen häufiger im sozialen Kontext gelobt werden. 

 

3. Zu welchen zwei erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, würden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium in Bezug auf das Modulthema UMHET. Bitte begründen Sie Ihre Wahl?

Sehr gerne würde ich mehr über das Themengebiet des individualisierenden Unterrichts und den damit verbundenen Problemen und Schwierigkeiten annehmen. Mich interessieren verschiedene Methoden zum Umgang mit unterschiedlichen Leistungen der Schüler, da es meiner Meinung nach hilfreich sein könnte als angehende Lehrerin. Herr Prof. Dr. Idel stellte dieses Themengebiet bereits vor und nannte einige Problematiken zwischen dem individualisierenden Unterricht und dem Modell des Unterrichts als Klassengespräch. SuS sollen von den Lehrkräften individuell gefördert und gefordert werden durch individuelle Hilfestellungen und Aufgaben ohne sozial ausgegrenzt zu werden. Durch den Unterricht als Klassengespräch wird einer sozialen Ausgrenzung entgegengewirkt, jedoch können die leistungsschwächeren SuS nur eine unzureichende individuelle Leistungsförderung erhalten. 

Der Umgang mit individueller Förderung der SuS, ohne diese von den anderen SuS auszugrenzen ist schwierig und braucht Übung, Erfahrung und mehr Wissen.

Ein anderes Themengebiet worüber ich mehr in meinem Studium erfahren möchte ist das Thema Inklusion. Die Fragestellung „Was und wie kann ich effektiv dazu beitragen, dass Inklusion an Schulen funktionieren kann.“ beschäftigt und interessiert mich zugleich sehr. Dieses Thema ist wichtig und aktuell an Schulen. Außerdem empfinde ich mehr Informationen während meines Studiums über dieses Thema als sinnvoll und hilfreich. Dennoch stelle ich es mir als schwierig vor, an beispielsweise Oberschulen Inklusion als eine Lehrkraft alleine durchzuführen. Es müssten meiner Meinung nach Hilfestellungen zur Verfügung gestellt werden durch beispielsweise zusätzliche Lehrer oder Sonderpädagogen.

 

4. Welche in den Vorlesungseinheiten von BAUMHET thematisierten Problematiken/Aspekte sehen Sie für sich persönlich als besondere Herausforderung? Wie könnten Sie sich, im Uni-Kontext oder auch darüber hinaus, auf diese Herausforderungen vorbereiten?

Mich verunsichert das Thema der erfolgreichen Inklusion von Kindern mit geistigem oder körperlichem Förderbedarf, ohne SuS zu vernachlässigen oder ihnen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Um allen SuS gerecht zu werden muss ich differenzieren und gegebenenfalls homogenisieren. Ich empfinde es als nicht einfach, die goldene Mitte zu finden und allen SuS gerecht zu werden. Ich kann mir vorstellen, dass mich das gleichwertige fördern einer heterogenen Masse überfordern könnte. Ich denke, dass das kommende Praktika für mich hilfreich sein wird, da ich mich gegebenenfalls mit anderen Lehrern austauschen kann. 

Eine Herausforderung für mich ist die Unterrichtsgestaltung, da SuS sich auf unterschiedliche Leistungsniveaus befinden. Ein eingehen auf die Leistungsheterogenität ist erforderlich, um SuS in ihren Stärken zu fördern und Schwächen und Unsicherheiten der SuS erfolgreich zu beseitigen. Das Eingehen auf mehrere Individuen gleichzeitig stelle ich mir als große Herausforderung vor. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, können Gespräche mit anderen Lehrkräften aus beispielsweise den Schulen, an denen wir unser Orientierungspraktikum absolvieren werden oder den Besuch von Weiterbildungsangeboten hilfreich sein.

Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in Gymnasium und Oberschule

1. An Ihrer Schule gibt es eine – wie üblich sehr heterogen besetzte – Vorklasse, in welcher sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. Für einige wird nun der Übergang diskutiert. Ein Großteil der Lehrkräfte plädiert – mit Verweis auf die noch nicht vollständig ausreichenden (bildungssprachlichen) Deutschkenntnisse – sie an eine Realschule zu überweisen, obwohl die Schüler*innen hinsichtlich ihrer Lernfähigkeit und ihrer Vorbildung eigentlich die Voraussetzungen für das Gymnasium mitbringen und gerne an der Schule bleiben würden. Nehmen Sie auf Basis der Vorlesung Stellung dazu.

Meiner Meinung nach wäre es eine ungünstige Entscheidung, die Seiteneinsteiger*innen, welche für das Gymnasium qualifiziert sind, auf eine Realschule zu schicken. Es werden zwar noch Sprachbarrieren vorhanden sein, diese können jedoch ausgeglichen werden durch den regelmäßigen Kontakt mit Muttersprachler*innen. Eine Sprache wird nämlich am schnellsten durch das häufige hören der Sprache gelernt. Meiner Meinung nach, sollte man den Seiteneinsteiger*innen eine Chance geben, wenn sie auf das Gymnasium kommen. Häufig wird eine Sprache in jungen Jahren schneller gelernt, daher haben die Schüler*innen eine Chance auf das Gymnasium.

Außerdem schränkt sich die Heterogenität an den Gymnasien ein, wodurch weniger über Kulturen gelernt werden kann.

2. Welche Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit – in der hier verstandenen breiten Sicht – in Schule und Unterricht (selbst als Schüler*in und (oder Praxiserfahrungen) haben Sie bislang gemacht? Diskutieren Sie die Erfahrungen vor dem Hintergrund dieser Vorlesung

Ich habe immer Schulen besucht, an denen deutsche Muttersprachler eine Minderheit dargestellt haben, so bin ich schon sehr früh mit der Mehrsprachigkeit in Kontakt gekommen. Vor allem an meiner Oberschule habe ich viele Erfahrungen mit den Mehrsprachigkeiten gemacht. Ich habe sowas immer als selbstverständlich und nicht als ein Hindernis gesehen. Damals gab es eine Seiteneinsteigern in unserer Klasse. Ein Mädchen, welches aus Frankreich kam und der deutschen Sprache nicht mächtig war. Sie erzielte Erfolge in der Schule. Das Mädchen aus Frankreich, wurde trotz mangelnden Deutschkenntnissen in den Mathe E-Kurs eingeteilt und erbrachtet dort  gute Leistungen. In unserer Klassen konnten wir uns gegenseitig unterstützen und helfen. Da zum Beispiel einige Schüler*innen, welche Französisch als zweite Fremdsprache dazu gewählt hatten, häufiger bei fehlenden Vokabeln oder inhaltlichen Fragen helfen und teilweise übersetzen konnten.

3.Was möchten Sie nach dem Besuch dieser Vorlesung bei Ihrer zukünftigen Unterrichtsgestaltung beachten? Welches Wissen und welche Fähigkeiten fehlen Ihnen dafür noch?

Ich möchte meinen späteren Unterricht sprachsensibel führen und mangelnde sprachliche Kenntnisse nicht als ein Problem, sondern als eine Herausforderung sehen. Ich möchte meinen Schüler*innen klar machen, dass Sprachbarrieren keine  Hinderung für Motivation und Lernfähigkeiten sind.

Ich erhoffe mir während meines Studiums und während des Orientierungspraktikums weitere Fähigkeiten anzueignen, um besser mit dem Umgang der Mehrsprachigkeit fertig zum erden.

4. Wie muss Schule unserer mehrsprachigen Gesellschaft gestaltet sein? Welche Rahmenbedingungen müssen gegeben sein, damit Sie die Mehrsprachigkeit ihrer Schüler*innen einbeziehen und einen registersensiblen Fachunterricht gestalten können?

Eine Gesellschaft die mehrsprachig ist muss vor allem tolerant und offen gegenüber allen Mitgliedern sein. Es darf keine Ausgrenzung der Migranten betrieben werden. Es ist keine Norm, dass jeder deutsch sprechen kann und meiner Meinung nach ist es sinnvoll Seiteneinsteiger*innen nicht in separate Klassen einzuordnen. Mehrsprachigkeit sollte als Normalfall betrachtet werden und Schüler*innen mit mangelnden Deutschkenntnissen sollten von Lehrkräften als eine Herausforderung und nicht als ein Problem gesehen werden. 

RV09 – Dr. Sabine Horn, Katharina Kracht – Über jüdisches Leben reden – (k)ein Tabu? Umgang mit religiöser Diversität am Beispiel Judentum

1. Fassen Sie die im Text dargestellten unterschiedlichen Positionen in Bezug auf die Religionsausübung zusammen. (Option 1: Koscheres Essen, verschiedene Haltungen dazu; Option 2: Können Frauen Rabbinerinnen sein?)

Im Judentum gelten besondere Gesetze, die beziehen sich auf alles was gegessen und eingenommen wird und werden Kaschrut-Regeln genannt. Das Regelwerk wird von den Liberalen Juden als teilweise willkürlich bezeichnet. Die Nahrungsvorschriften werden von Ihnen daher als eine starke Lebenseinschränkung empfunden. Gläubige Juden finden in den Regeln eine Stütze und Hilfe im leben, um es bewusster gestalten zu können. Außerdem können die Regeln den Gläubigen eine gewisse religiöse Tiefe im Leben geben. Die Regeln und Gesetze werden, wie in allen Religionen, mit unterschiedlicher Strenge und  auf unterschiedliche Art und Weise unterlegt.

2. Wenden Sie die drei Grundannahmen des religionswissenschaftlich-kulturwissenschaftlichen Ansatzes (interne Diversität, Religion als beeinflusst von historischen Prozessen, Religion als Teil soziokultureller Strukturen, s. AB 1) auf den Text bzw. die im Text beschriebenen Haltungen und Praktiken an. Die beiden letzteren sind eventuell eher subtil und implizit im Text angelegt.

Im Text zeigt sich die interne Diversität anhand der verschiedenen Meinungen und unterschiedlichen Praktizierungen der Kaschrut-Regeln. Liberale Juden empfinden die Kaschrut-Regeln als eine enorme Lebenseinschränkung. Während Orthodoxe sich durch die Regeln näher zu ihrem Gott verbunden fühlen und ein aufmerksameres Leben führen können.

Anhand der Milch- und Fleischprodukte zeigt sich im Text die zeitliche und politische Beeinflussung der jüdischen Religion. Der gleichzeitige Verzehr von Ziegenfleisch und Ziegenmilch galt als verboten. Bis heute weitete sich das Verbot auf alle Milch- und Fleischprodukte aus.

Durch die Vermischung unterschiedlicher Kulturen und unterschiedlicher Strenge kommen die soziokulturellen Strukturen der Religion zustande. Damals wurde Sushi problemlos verzehrt, während sich heutzutage die Meinungen spalten und der Verzehr in der Diskussion steht.

3.Beschreiben Sie Ihre eigene Verortung gegenüber dem im Text angelegten Phänomen. Gehen Sie dabei auf die Fragen auf AB 2 ein.

Die interne Diversität von Religionen ist sehr wichtig und jeder sollte seine Religion so ausüben dürfen, wie es für richtig hält. Ob sich alle Juden an die Kaschrut-Regeln halten oder nicht, sollte ihnen überlassen sein. Meiner Meinung nach sollte eine Lehrkraft Toleranz und Respekt gegenüber der verschiedenen Auslebungen der Religionen haben und diese auch weiter an die SuS vermitteln.

In Zukunft möchte ich als Lehrerin diese Einstellung vermitteln, da der Glaube und die Religion sehr persönlich sind und sich meiner Meinung nach keiner für die Auslegung rechtfertigen sollte.

4. Eine schriftliche pädagogische Reflexion zum Umgang mit den folgenden Szenarien, der Option 1: Sie haben mit ihrer Klasse ein gemeinsames Essen zur Feier des Schuljahresabschlusses geplant. Eine Schülerin möchte nicht teilnehmen, da sie nur koscheres Essen zu sich nimmt. Eine andere Schülerin sagt ihr, sie sei albern, schließlich würde es auch Juden und Jüdinnen geben, die sich nicht koscher ernähren.

Erst einmal würde ich erklären, dass im Judentum verschiedene Konfessionen zu unterscheiden werden sollten, die durch verschiedene Praxen und Verständnis entstanden sind. Ausserdem ist es wichtig, den SuS klar zu machen, dass jeder seine Religion so ausleben kann wie es für richtig empfunden wird. Die Erklärung fördert das Verständnis und die Toleranz der Schüler gegenseitig.

Anschliessend würde ich der jüdischen Schülerin anbieten ihr eigenes Essen mitzubringen, damit sie trotzdem am Essen teilnehmen kann, da auch sie ein Teil der Klassengemeinschaft ist. Ich würde ihr erklären, dass es auch andere SuS gibt, welche nicht alles essen können oder möchten  aufgrund von Allergien oder speziellen Diäten (vegetarische/ Vegane Ernährung), um ihr klar zu machen, dass sie kein Sonderfall ist. Wenn sie dennoch nicht kommen möchte, würde ich ihren Wunsch akzeptieren.

Vorstellungen und politisches Bewusstsein als Ausgangspunkt sozialwissenschaftlichen Lernens

 

Diskutieren Sie die Relevanz der Arbeitshypothese der „doppelten Heterogenität“ für eines Ihrer Fächer und stellen Sie dies anhand einen konkreten Unterrichtsinhaltes dar. 

Mit der „doppelten Heterogenität“ ist eine subjektive Wahrnehmung der SuS hinsichtlich unstrukturierten Begriffen gemeint. Die SuS können unterschiedliche Vorstellungen und individuell geprägtes Vorwissen von Begriffen und Themen haben, wie z.B. Demokratie, Freiheit und Wahrheit. Jeder Mensch ordnet Fachbegriffen verschiedene, individuelle Definitionen und Interpretationen zu, welche abhängig von Erziehung, Erfahrung und Herkunft sind.

Es kann im Klassenzimmer unterschiedliche Definitionen für bestimmte Begriffe geben. diese Der Umgang mit der „doppelten Heterogenität“ ist wichtig, damit Lehrkräfte Verständnis gegenüber unterschiedlichen Definitionen und Verständnis von Begriffen haben.

Im Biologieunterricht sind die meisten Fachbegriffe genau definiert, trotzdem gibt es SuS die erst einmal eine andere Vorstellung zu bestimmten Themen oder Begriffen haben könnten. 

Zum Beispiel kann der Begriff „Ökosystem“ von SuS anders definiert und interpretiert werden. Der Begriff kann von SuS auf der einen Seite als eine funktionelle Einheit von Biozonöse und Biotop definiert werden und auf der anderen Seite als ein offenes System, welches sich durch Einflüsse von Innen und Außen verändern kann.

2.   Skizzieren Sie unter Bezugnahme auf einen konkreten Unterrichtsinhalt drei methodische Varianten zur unterrichtspraktischen „Erhebung“ von Schüler*Innenvorstellungen.

Für eine unterrichtspraktische  „Erhebung“ von Schüler*Innenvorstellungen im Biologieunterricht können erst einmal die Fachbegriffe (wie z.B. Ökosystem, ökologische Nische, Symbiose) an die Tafel geschrieben werden. Anschließend wird den SuS genug Zeit zur Erstellung von Mind-Maps zu den jeweiligen Begriffen gelassen. Im Anschluss erfolgt ein Austausch der Vorstellungen in Gruppenarbeit, unbedingt sollten die Vorstellungen auch im Plenum diskutiert und auf der Tafel festgehalten werden. 

Eine andere Möglichkeit zur unterrichtspraktischen „Erhebung“ von  Schüler*Innenvorstellungen wäre es, den SuS ein informatives Video bzw Film/Doku über das jeweilige Thema zu zeigen (z.B. Grundbegriffe der Ökologie). Im Anschluss sollen die SuS in Gruppenarbeit Plakate erstellen, welche nach der Fertigstellung im Plenum vorgestellt und diskutiert werden sollten.

3. Formulieren Sie eine Beobachtungsaufgabe in Bezug auf unterschiedliche Sprachwirklichkeiten von SchülerInnen und Lehrer.

Wie geht die Lehrkraft mit missverständlichen Begriffen um ?

Wie Verhalten sich SuS, wenn sie sich untereinander mit den Definitionen von bestimmten Begriffen uneinig sind?

Vorlesung 7

1. Reflektieren Sie die Konsequenzen der Aussonderung von Schüler/-innen mit Förderbedarf? Eine Aussonderung von Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf hat meiner Meinung nach viele negative Auswirkungen. Denn SuS wird die Möglichkeit genommen, mit nicht förderbedürftigen Kindern zu lernen und zu lernen. Dadurch können einige Sozialkompetenzen nicht entwickelt werden, die wiederum wichtig sind, um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden und das Selbstwertgefühl zu stärken.

2. Welche Informationen sind in der Diagnose „Förderschwerpunkt Wahrnehmung&Entwicklung“ bzw. „Förderschwerpunkt Lernen“ enthalten? Welche Informationen benötigen Sie von einer Schüler/-in um Ihren Unterricht ggf. anzupassen? SuS weisen unterschiedliche Lernentwicklungen auf, die besonders durch eine Beeinträchtigung verstärkt werden können. Eine Diagnose hat nur eine geringe Aussagekraft, denn SuS mit dem Förderschwerpunkt Wahrnehmung und Entwicklung können verschiedene Schwierigkeiten aufweisen. Dieser Förderschwerpunkt ist weit definiert. Um persönliche Defizite erschließen zu können, müsste mehr auf den Schüler eingegangen werden. Ein Gespräch mit den SuS, den Eltern oder ein Informationsaustausch mit ehemaligen LehrerInnen können Einblicke auf die Stärken und Schwächen des Kindes geben. Der Unterricht kann dadurch individueller gestaltet und angepasst werden.

3.Wie können Sie der Vielfalt der Schüler/-innen gerecht werden und welche Verbündeten können sie dazu gewinnen? Die Eltern, vorherigen Lehrkräfte und Therapeuten der SuS können um Hilfe gebeten werden. Diese haben mit dem Schüler, welcher Förderbedarf hat, Erfahrungen im Umgang sammeln können. Daher kann er Unterricht vielfältiger und besser gestaltet werden.

Der Zusammenhalt der Klasse kann durch Gruppenarbeiten und Projekten verstärkt werden. Wenig Frontalunterricht sorgt dafür, dass der Unterricht offener und vielfältiger gestaltet wird.

4. Warum steckte die Entwicklung der Sonderschulen historisch betrachtet einen Fortschritt dar ? (vgl.  Feuer in Müller 2019) Die Entwicklung der Sonderschulen stellte historisch gesehen einen Fortschritt dar, denn die Probleme der Kinder mit Förderschwerpunkten wurden nicht mehr ignoriert. Die Förderschwerpunkte wurden erkannt und gefördert auch wenn zu dem Zeitpunkt noch keine Integration der SuS mit Förderbedarf gab.

Mathematische Leistungsunterschiede – empirische Befunde und Konsequenzen für das mathematische Lernen

1.Sind Unterschiede in den mathematischen Leistungen von Schülerinnen und Schülern ein Grund zur Sorge? Welche Bedeutung kommt dem zweigliedrigen Schulsystem (Oberschule / Gymnasien) in Bremen diesbezüglich zu? Meiner Meinung nach ist dies kein Grund zur Sorge. Leistungsunterschiede gibt es nicht nur in dem Fachbereich der Mathematik. Leistungsunterschiede kann es in jedem Fachbereich geben, da jeder der SuS unterschiedliche Interessen entwickelt. Dadurch können sich die Leistungsunterschiede verstärken. Der wesentliche Grund für die Leistungsunterschiede der SuS ist, das grundlegende Fähigkeiten nicht vermittelt werden können und im schlimmsten Falle die Leistungen der SuS nicht für einen erfolgreichen Berufsabschluss ausreichen. Das zweigliedrige Schulsystem in Bremen, welches aus Oberschule und Gymnasium besteht, verhindert die Verstärkung der Leistungsunterschiede. 
2.Spielen im Mathematikunterricht, kann das angesichts von Leistungsunterschieden ein Ansatz sein? Beziehen und begründen Sie eine Position aus Lehrenden-Sicht, die auch Schülersichtweisen einbeziehtMeiner Meinung nach sind Spiele in der Mathematik nicht verkehrt, denn dadurch kann der Unterricht für leistungsschwächere SuS ansprechender wirken.  Spielerische Elemente bieten besonders Ihnen eine Alternative zu dem Frontalunterricht an, welcher für viele SuS besonders in der Mathematik trocken und theoretisch ist. Somit kann das Interesse an der Mathematik aller SuS trotz Leistungsschwächen geweckt werden. Außerdem kann ein erster Eindruck des neuen Themas, mit Spielen gegeben werden.
3.Spielen kann im Handeln „stecken bleiben“, das Denken kommt zu kurz.  Formulieren Sie zwei Fragen, welche Ihnen helfen können, mögliche Denkhandlungen von Lernenden zu beobachten. 
1) Konnten die SuS durch das Spiel auf die richtigen Ergebnisse gelangen? 
2) Arbeiten alle SuS durchgängig mit ?
4. Benennen Sie zwei unterschiedliche Möglichkeitenwie Sie als Lehrkraft ausgehend vom Spielen eine weitere kognitive Aktivierung von Lernenden anregen können.
1) Arbeiten in Gruppen von SuS mit verschiedenen Leistungsständen. SuS sollen in Kleingruppen Aufgaben lösen und besprechen. Die Zusammenarbeit und anschließende Vorstellung der Ergebnisse, kann sich für alle SuS positiv auswirken.
2) Wettrechnen und Eckenrechnen bieten sich ebenso im Mathematikunterricht an. Der Ehrgeiz der SuS wird geweckt und motiviert SuS durchgängig mitzumachen, da alle versuchen werden zu gewinnen. Wer die meisten Aufgaben richtig gelöst hat, gewinnt das Spiel und bekommt gegebenenfalls ein kleines Geschenk wie zum Beispiel eine Tafel Schokolade vom Lehrer.

Individualisierung von Unterricht als schulpädagogische Antwort auf Leistungsheterogenität

RV04 – Individualisierung von Unterricht als Schulpädagogische Antwort auf Leistungsheterogenität

  1. Fassen Sie die für Sie wichtigsten Einsichten, die Ihnen diese
    Perspektive eröffnet hat, zusammen. Prof. Dr. Christian Idel stellte uns verschiedene Unterrichtsmodelle genauer vor, diese brachten mich zu der Erkenntnis, dass selbst individualisierender Unterricht Nachteile haben kann. Auf der einen Seite bietet eine individuelle Unterrichtsform Schülern die Möglichkeit, individuell gelehrt und unterstützt zu werden ohne Einschränkung auf Selbstentfaltung. Auf der anderen Seite steigen mit der Komplexität des individuellen Unterrichtes die Anforderungen an einen Lehrer, welcher sonst nur mit homogenen Unterrichtsarten konfrontiert wurde.
  2. Welchen Beitrag leistet Ihrer Meinung nach eine solche – auch
    kritische Sichtweise – auf die mit Individualisierung verbundenen
    Herausforderungen und Probleme für die Reflexion des Umgangs mit Leistungs-Heterogenität im Unterricht? Meiner Meinung nach ist es wichtig Unterrichtsformen kritisch zu betrachten und sich mit verschiedenen Unterrichtsformen und ihren Auswirkungen auseinanderzusetzen, da sich diese auf das Lernverhalten der Schüler beziehen. Durch die Auseinandersetzung mit Individualisierung können Lehrer den Anforderungen der Schüler am Unterricht gerecht werden. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass sich nicht auf jede Klasse das Modell der Individualisierung positiv auswirkt, daher ist der Gebrauch von verschiedenen Unterrichtsformen für Lehrer obligatorisch.

  3. Welche Fragestellungen könnten aus einer solchen Sicht in der Beobachtung von Unterricht in Praktika entwickelt werden.  Reicht eine Lehrkraft pro Klasse bei individualisierendem Unterricht aus, um alle Schüler bei ihren Lernprozessen zu unterstützen? Werden leistungsstärkere Schüler bei individualisierenden Unterrichtsformen vernachlässigt ?

Vorlesung 1

1. Bitte begründen Sie unter Rückgriff auf die Ausführungen in der Präsentation, warum Heterogenität im schulischen Kontext häufig als ́Herausforderunǵ, die bewältigt werden muss, wahrgenommen wird? Im schulischen Kontext wird Heterogenität oft mit Komplexität verbunden und als eine „Herausforderung“ angesehen. Der Mensch versucht sich die Realität zu vereinfachen und Personen besser zu verstehen.  Dabei hilft es sogenannten Stereotypen zu bilden. Bei der Heterogenität wird akzeptiert, dass jedes Individuum und Sachverhalt einzigartig ist. Durch die Allgemeine Konfrontation im schulischen Kontext wird die Komplexität der Heterogenität meist als eine große Herausforderung angesehen.

2. Was ist damit gemeint, wenn von dem ‚Konstruktionscharakter‘ von Heterogenität die Rede ist? Bitte erklären Sie das in eigenen Worten.                                                                                                                         

Durch unsere eigene Wahrnehmung bilden wir unsere eigene Welt mit einem bestimmten ‚Normwert‘. Jegliche Abweichungen von den eigenen Erwartungen der Norm können als Heterogenität bezeichnet werden. Die konstruierte Kategorisierung in der Abweichungen zu einem heterogenen Gesamtbild führen, werden als ‚Konstruktionscharakter‘ von Heterogenität beschrieben.

3.Welche Erfahrungen/Beobachtungen mit dem Umgang von Lehrer*innen mit verschiedenen Dimensionen von Heterogenität (siehe AGG) haben Sie in ihrer Schulzeit gemacht? Bitte beschreiben Sie ein aus Ihrer Perspektive besonders positives oder auch negatives Beispiel.                                       In meiner Schulzeit habe ich Erfahrungen mit dem Umgang von Lehrer*innen mit der Heterogenität gemacht. In meiner Gesamtschulzeit gab es beispielsweise mehrere Schüler in meiner Klasse mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten. Damit jeder Schüler die gleichen Chancen haben konnten, hatten diese Schüler bei Klausuren mehr Zeit und einen Nachteilsausgleich bekommen. Außerdem gab es in meiner Schule die Einteilungen der Schüler in sogenannte Erweiterungskurse und Grundkurse. Damit war es möglich, die Schüler*innen in ihren Lerninhalten und Lerntempo zu unterstützen.