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Herausforderungen der Heterogenität

Heterogenität beschäftigt sich mit der Verschiedenartigkeit/Vielfalt eines jeden Menschen und ist v.a. für Lehrer und Lehrerrinnen eine große Herausforderung. Jeder Schüler hat unterschiedliche Vorkenntnisse, Fähigkeiten, Stärken und Schwächen und es ist schwer, diesen gerecht zu werden & die S’u’S angemessen zu fordern und zu fördern. Besonders begabte Schüler, die möglicherweise schneller lernen, sollen sich nicht gelangweilt fühlen, aber schwächere Schüler, sollen nicht den Anschluss verlieren. Der Versuch, die S’u’S unter einer homogenen Gruppe zu vereinen, stellt daher eine große Herausforderung für jeden Lehrer dar.

Es ist dabei hilfreich, auf Stereotype zurückzugreifen, da sie beim Einordnen helfen und eine grobe Vorstellung hervorrufen. Allerdings ist es ebenso gefährlich auf diese Stereotype zurückzugreifen, da sie schnell Vorurteile hervorrufen und die Individualität des Einzelnen nicht oder nur wenig berücksichtigen. Ich denke, dass eine weitere Herausforderung als Lehrer darin besteht, jeden Menschen als individuelles Wesen zu sehen und eben diese Vorurteile außer Acht zu lassen.

Zudem ist Heterogenität ein soziales Konstrukt, dass eng mit Homogenität zusammenhängt. Es besteht sowohl aus dem Wunsch eine homogene Gruppe zu bilden und S’u’S in einer Gruppe zu vereinen, um z.B. Lernstoff optimal anzugleichen und zu vermitteln, als auch aus der Individualität jedes Einzelnen. Zudem wird Heterogenität durch verschiedene soziale Ströme bedingt. So ergibt sich die Heterogenität z.B. aus verschiedenen Religionen, Herkünften und Bildungskenntnissen. Vielfalt wird konstruiert und ist nicht einfach vorhanden, sie ergibt sich durch die Entwicklung eines jeden Menschen.                              

Ich persönlich habe nach der Grundschule ein Gymnasium besucht, bei dem jeder Schüler und Lehrer recht egoistisch gehandelt hat. So wurde eher weniger auf Heterogenität eingegangen und die schwächeren Schulkameraden wurden nicht gefördert, sondern wie bei einer natürlichen Selektion, bereits nach dem erstem Halbjahr von der Schule verwiesen. Da ich an dieser Schule nicht glücklich war, wechselte auch ich nach einiger Zeit auf eine Gemeinschaftsschule. Dort wurden die S’u’S entsprechend ihres Leistungsniveaus, verschiedenen Prognosen zugeteilt, sodass es für Schüler mit niedrigeren Vorkenntnissen ebenso einfach oder schwer war eine gute Note zu erreichen, wie für Schüler mit einem besseren Bildungsniveaus. Ich finde persönlich, dass das eine gute Möglichkeit ist um auf Heterogenität einzugehen. Zudem wurden wir häufig von unseren Lehrern aufgefordert, einander zu helfen, was nicht nur das eigene Verständnis nochmal förderte, als auch den Zusammenhalt der Klasse stärkte. So muss nicht nur der Lehrer alleine mit der Herausforderung der Heterogenität kämpfen, sondern die Schüler geben aufeinander Acht und unterstützen und fördern sich gegenseitig.

~ by Anna-Marie on 13. April 2020. Tagged:

2 Responses to “Herausforderungen der Heterogenität”

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  2. Moin!
    Ich wurde anscheinend eingeteilt, um dir einen Kommentar zu hinterlassen, also werde ich dem auch nachkommen:)

    Deine Einleitung liefert einen guten Überblick über die Problematik der Heterogenität. Ich denke, dass du es gut auf den Punkt bringst, dass es eine massive Herausforderung für Lehrpersonal ist, Schülern mit verschiedenen Hintergründen, Anforderungen und so weiter eine angemessene Behandlung zu bieten. Allerdings würde ich nicht von dem Versuch sprechen, eine Gruppe an Schülern und Schülerinnen in einer homogenen Gruppe zu vereinen, da dies mit den vorherigen Aussagen deiner Einleitung nicht zusammenpasst. Immerhin sprichst du in deinem Text von dem Versuch, die verschiedenen Anforderungen der Schüler „zu fordern und zu fördern“. Genau diese Verschiedenheit bedeutet doch, dass Homogenität, also „Gleichheit“, nicht existieren kann und somit sollte die Herausforderung gar nicht bestehen, da es nicht das Ziel ist, eine homogene Gruppe zu schaffen.

    Im folgenden Absatz würde ich nicht davon sprechen, dass Stereotype hilfreich sind, ohne einen Kontext zu benennen. Es ist natürlich richtig, dass Menschen kategorisieren (müssen) um den Reiz- und Informationsüberfluss in unserer Welt zu verarbeiten. Das geht aus deinem ersten Satz leider nicht vollkommen hervor, allerdings hast du natürlich vollkommen recht, dass die Lehrkraft vor der Herausforderung steht, im Kontext Schule eine möglichst individuelle Behandlung eines jeden SuS einzuhalten, um die Vorurteile, von denen du sprachst, nicht über die individuellen Bedürfnisse der SuS zu stellen. Ich denke sogar, dass eine Lehrkraft in ihrer erzieherischen Rolle die Kraft hat, Schülerinnen und Schülern nachhaltig ein soziales Bild zu vermitteln, was sie auch im Alltag möglichst vorurteilsfrei denken lässt, was natürlich im Sinne einer gerechten Gesellschaft anstrebenswert ist.

    Bezüglich der Aussage, dass Heterogenität ein soziales Konstrukt sei, dass nah an der Homogenität liegt, kann ich dir leider in zwei Punkten nicht zustimmen.
    Zum einen finde ich nicht, dass Vielfalt konstruiert wird, denn Menschen sind einfach unterschiedlich. Jeder Mensch hat einen anderen Hintergrund, andere Bedürfnisse, andere Stärken und Fähigkeiten usw. und das ist meiner Meinung nach nicht auf ein soziales Konstrukt zurückzuführen. Diese Charakteristika entwickeln sich, nach meiner Auffassung, über Jahre hinweg und sind vor allem definiert durch persönliche Erfahrungen aller Art.

    Zweitens denke ich nicht, dass Heterogenität eng mit Homogenität zusammenhängt, da diese Aspekte durchaus gegensätzlich sind. Die Unterschiede der Schüler, die in einem heterogenen Bildungsansatz fokussiert werden, um ihnen eine angemessene Förderung zu ermöglichen, werden in einem homogenen Ansatz gar nicht beachtet. Dort wird davon ausgegangen, dass die Klasse homogen, also gleich, ist.

    Ich selbst kann deine Erfahrung sehr gut teilen, da dies an meiner Schule ähnlich gehandhabt wurde. Allerdings hatte ich damit keinerlei Probleme, weil ich wenig Probleme in der Schule hatte. Jedoch habe ich viele Mitschüler und Mitschülerinnen verzweifeln sehen, weil das Niveau für sie einfach zu hoch war. Viele von ihnen haben im Endeffekt den Schulzweig gewechselt, was auf unserer kooperativen Gesamtschule sehr einfach war, und sind somit einem Niveau begegnet, welches für sie sehr gut gepasst hat. Also so ähnlich wie es dir mit deiner Erfahrung erging

    Ich hoffe, dass mein Kommentar hilfreich für dich ist.

    Liebe Grüße
    Jan

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