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RV14 Abschlussreflexion

1a theoretische Erkenntnisse aus der Vorlesung

In der Veranstaltung zum Thema Heterogenität ist mir bewusst geworden, wie viele Probleme und Herausforderungen es für Lehrer gibt. Als Schülerin, war mir nie bewusst, wie ausschlaggebend das Handeln einer Lehrkraft sein kann. Da ich Religionswissenschaft studiere, war für mich die elfte Ringvorlesung besonders interessant. Mir war nicht bewusst, dass es in Schulen immer noch so viele antisemitistische Veranlagungen und Übergriffe gibt. Die Frankfurter Rundschau macht in ihrem Artikel „Ein massives Problem“ (Claudia Isabell Rittel,2018) darauf aufmerksam und erläutert einen antisemitistischen Übergriff auf einen Schüler. Begriffe wie „Du Jude“ werden häufig leider nicht als Beleidigung und Rassendenken wahrgenommen und relativiert. Für mich persönlich ist der richtige Umgang mit Antisemitismus äußerst interessant, weshalb ich das, in der RV präsentierte Konzept gerne auf meinen künftigen Religionsunterricht übertragen möchte. D.h. im Konkreten, dass ich offen mit meinen S’u’S über Antisemitismus reden möchte. Es soll nicht dethematisiert werden, da Wissenslücken eher zu Vorurteilen führen könnten. Ich möchte meine S’u’S ausreichend informieren, sodass sie diesem Thema mit Respekt gegenüber treten, anstatt Witze darüber zu machen.

Zudem finde ich es äußerst wichtig, auf die aktuellen Migrationgsströme einzugehen. Die RV über Fremdsprachenunterricht hat mir dabei gezeigt, welches Potential im Fremdsprachenunterricht liegt. Bisher war Fremdsprachenunterricht für mich ein Fach der Schule, damit wir es leichter haben uns mit anderen zu verständigen, jedoch habe ich nicht an die Aufklärung über andere Kulturen und mögliche Verstärkung von Weltoffenheit gedacht. Zudem kann man durch Fremdsprachenunterricht eine Generalisierung und Vorurteile von anderen Kulturen vermeiden. Dafür kann man sich als Lehrkraft gut an dem Konzept von Grau/Würffel (Überblicksdarstellung,2007) orientieren, dass versucht eine möglichst differenzierte Sichtweise auf die Kulturen herzustellen.

1b generelle erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse zu Schule und Unterricht

Allgemein betrachtet finde ich das Thema Migration und Integration für zukünftige L’u’L äußerst wichtig. Dabei sei eine „interkulturelle Kompetenz“ (Schulbuchstudie, Georg-Eckert-Institut,2015) nötig, damit man sich selbst im Bezug auf Migration besser reflektieren kann. Eine immer wieder neu entwickelte Reflexion des eigenen Handelns sei ebenfalls eine „pädagogische Kern-Kompetenz“(Karakasoglu/Mechill 2019: Lehrer_innnehandeln in der Schule der Migrationsgesellschaft), die jede Lehrkraft entwickeln sollte. Die aufgewiesen Probleme der Migration helfen mir persönlich für meine zukünftige Laufbahn, weil sie meinen Fokus auf diese Problemfelder lenken und mich vorsichtiger mit meiner Wortwahl werden lassen.

2. Schulische Faktoren im Umgang mit Heterogenität, die mich prägen

Besonders geprägt hat mich die RV über die Inklusion. Ich selbst habe in meiner Schulzeit viel Erfahrung mit behinderten S’u’S gemacht und nie bewusst wahrgenommen, dass wir Schüler diese Schüler gewissermaßen ausgegrenzt haben. Früher habe ich vieles als unfair empfunden, aber durch die pädagogischen Konzepte wurde mir bewusst, warum meine Lehrkräfte damals dementsprechend gehandelt haben. Besonders im Kopf geblieben ist mir dabei die inkludierende Exklusion (Stichweh,2009, Seitz&Scheidt,2012), die durch Anwesenheit benachteiligter Schüler im Klassenverband zwar eine Inklusive garantiert, jedoch gleichzeitig eine Exklusive propagiert, da diesen S’u’S manchmal eine Sonderbehandlung zuteil wird, die andere S’u’S ebenfalls gerne hätten. Als Lehrkraft ist eine permanente Selbstreflexion sehr wichtig und ich würde gerne lernen, wie ich ich am besten alle S’u’S bestmöglich inkludiere.

3. Erziehungswissenschaftliche Fragen, zu denen ich gerne mehr erfahren würde

Im erziehungswissenschaftlichen Bereich interessiert mich besonders das Thema der Migration bzw Integration, da es durch die zunehmende Globalisierung ein aktuelles Thema darstellt Dabei fand ich besonders die zweite Fragestellung äußerst interessant. Meines Erachtens nach liegt die Migration eng mit der Inklusion zusammen. Mir ist durch die Vorlesung zum Thema Heterogenität bewusst geworden, welche Probleme vorkommen und wie hochkomplex dieses Thema ist.

Zudem fand ich das Thema Gendersensibilität ebenfalls sehr wichtig. Gerne würde ich an dieser Stelle erfahren, warum es weniger Männer in den Care-Berufen gibt und inwieweit sich das auf die Lerngruppen auswirkt. Wird der Lehrerberuf damit zum „Frauenberuf“ geformt?

Alles in einem sind mir viele Problemfelder bewusst geworden, über die ich gerne mehr erfahren würde. Vor allem, wie der richtige kompetente Umgang mit S’u’S ermöglicht wird. Wie werde ich denn nun allen gerecht und wie ermögliche ich Chancengleichheit? Z.b haben wir bei der Inklusion gelernt, dass es sowohl exkludierend sein kann, wenn man einem behinderten Kind keine Sonderbehandlung gibt, aber auch wenn man ihm/ihr eine gibt. An einem Beispiel wie diesem frage ich mich stets, was denn der richtige Weg ist und wie ich professionell und richtig arbeite. Ich hoffe, dass mir dies in meinem Professionalisierungsweg  noch deutlich wird und fände auch konkrete Fallbeispiele zu den Themenkomplexen schön.

Heterogenitätskategorie Geschlecht/Gender in der Schule

Lass das stehen, ich mach das, du hast nicht so viel Kraft. Wer hat diese Worte als Mädchen nicht schon einmal gehört ? Es ist eine Genderzuschreibung, dass Mädchen nicht so viel Kraft haben wie Jungen und ich persönlich kann sagen, dass ich mehr Kraft besitze als einige meiner männlichen Freunde. Genderzuschreibungen finden aber nicht nur im privaten, sondern auch im schulischen Kontext statt und können auch schnell wie eine Art Vorurteil wirken, weshalb es wichtig ist, das wir uns, als angehende Lehrkräfte mit diesen Thema beschäftigen. Genderzuschreibungen sind gewissermaßen vergleichbar mit Stereotypen, die man bestimmten Personen zuschreibt. Man bewertet Menschen von außen und das nur anhand des ersten Eindrucks oder zuvor gebildeten Wertevorstellungen. Dabei wird zwischen den Gendern differenziert. Zum Beispiel sagt man, dass Mädchen in Mathe oder Technik weniger begabt seien als Jungs. Diese Zuschreibungen hängen eng zusammen mit der Selbstinszenierung. Ich denke jeder Mensch hat einen individuellen Charakter und eine Vorstellung, wie er auf andere wirken möchte. Dabei spielen zum Beispiel Fotos die gepostet werden, Kleidung, aber auch die Wortwahl eine Rolle. In der RV 09 wurde zum Beispiel festgestellt, dass Frauen eher gestylte Bilder als Profilbild verwenden, wohin gegen Männer der Umgebung ihres Bildes mehr Bedeutung zuschreiben. Die Selbstinszenierung und Genderzuschreibung von außen können übereinstimmen, aber sich auch diefferenzieren. Sie stehen im permanenten Spannungsfeld miteinander.

 

In meiner Schulzeit gab es zum Glück nicht allzu viele Gendervorschreibungen. Allerdings hat mein damaliger Deutschlehrer auf uns immer gewirkt, als wenn er die Jungen bevorzugt. Ich erinnere mich noch an die Deutschstunden in der Mittelstufe, in der wir das Thema Inhaltsangaben behandelten. Kurz vor der Klassenarbeit versicherte er uns, dass die Jungen mit Sicherheit besser abschneiden würden, als die Mädchen, weil diese immer zu ausführlich schreiben und Jungs eher kurz und knackig. Ich habe mich damals schon fast beleidigt gefühlt und machte mir noch mehr Druck, diese Klassenarbeit möglichst gut und kurz zu schreiben. Ich erzielte eine eins und widersprach seiner Genderzuschreibung damit. Ich finde es sehr interessant Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen zu beobachten, aber diese Situation hat mir gezeigt, dass es verletzend sein kann für Schüler, wenn man sie ‚vorverurteilt‘ bzw. ihnen Eigenschaften aufgrund ihres Geschlechts zuschreibt, die aber nicht ihrem individuellen Charakter gerecht werden.

Als Beobachtungsfrage für mein Praktikum könnte ich mir vorstellen die Leistung zu untersuchen. Wie zielstrebig arbeiten Jungen, aber auch Mädchen und wer von den Geschlechtern scheint ehrgeiziger? Grade in höheren Klassenstufen, die auf ihren Abschluss zugehen, finde ich diese Fragestellung äußerst interessant.

Alles in allem ist die Beschäftigung mit Genderzuschreibungen ein ernst zunehmendes wichtiges und spannendes Thema und ich freue mich darauf, selbst zu beobachten, wie die S’u’S arbeiten und auch welche Genderzuschreibungen von den dort angestellten Lehrern vorgenommen werden.

Der beste Weg im Umgang mit Förderschulkindern – Gibt es den überhaupt?

Jeder Mensch hat in seinem Leben schon einmal Erfahrungen mit Menschen mit Behinderungen gemacht. Sei es in der Straßenbahn, der eigenen Schul- oder Parallelklasse, an öffentlichen Orten oder in der eigenen Familie. Es ist manchmal schwer zu verstehen, warum sich jemand auf diese Art verhält und noch schwerer ist es dieser Person helfen zu wollen. Als zukünftige Lehrkraft, interessiert es mich besonders, wie ich mich angemessen gegenüber Schülern bzw. Schülerinnen mit Förderschwerpunkt verhalte bzw. welcher Weg im Umgang mit ihnen der richtige ist. Gibt es überhaupt DEN richtigen Weg?

Die Schwierigkeiten Schüler mit Behinderung in den Schulalltag der anderen Mitschüler zu integrieren, habe ich bereits in meinem letzten Beitrag erläutert. Eine richtige Inklusion ist sehr schwer, da die Unterstützung sowohl zu viel als auch zu wenig sein kann. Das richtige Mittelmaß ist hier gefragt. Doch was geschieht, wenn es unmöglich erscheint S’u’S zu inkludieren? Viele Schulen sondern diese dann aus. In Förderklassen zum Beispiel oder, wenn es dort auch nicht gelingt in andere Schulen, die nur Kinder mit Förderbedarfen besuchen. Daraus resultieren allerdings zwei Probleme. Erstens ist eine stabile Umgebung für die Entwicklung der Kinder wichtig. Wenn sie dauerhaft umhergeschoben werden wie Einkaufswagen, müssen sie sich immer wieder auf neue Personen, räumliche Gegebenheiten und Lehrkräfte und deren Methoden einlassen. Dies könnte zu einer weniger motivierten Mitarbeit führen. Zweitens verlieren die Förderbedarfschüler ihr Vorbild, wenn sie auf eine Schule gehen, die nur für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf ausgelegt ist. Sie verlieren sowohl sprachliche, als auch körperliche Vorbilder. Das einzige Vorbild das bleibt ist der oder die Lehrkraft. Wie Herr Müller bereits in seiner Vorlesung erwähnte, führt dies, aus seiner eigenen Erfahrung heraus, zu verweigernden Mitarbeiten innerhalb des Unterrichtes und auch die Kommunikation unter den Schülern stagniert, da die Schüler nur noch mit ihren Vorbildern, also den Lehrern reden möchten.

 

Werden uns als Lehrkräften nur die Förderschwerpunkte „Wahrnehmung und Entwicklung“, sowie „Förderschwerpunkt Lernen“ eines neuen Kindes innerhalb unserer Klasse mitgeteilt, so können wir nur mutmaßen, welche Probleme oder Herausforderungen uns mit diesen Kind erwarten. Bei einem Förderschwerpunkt im Bereich „Wahrnehmung und Entwicklung“ kann es sich sowohl um geistige als auch körperliche Entwicklungsprobleme handeln. Bei dem Förderschwerpunkt „Lernen“ kann es von „Lernschwächen§ bis hin zu „zu wenig Unterstützung beim Lernen zuhause“ reichen. Wir wissen nicht, welche Behinderung uns genau erwartet, wie sich das Kind verhält und welche Erfahrungen vielleicht schon andere Lehrkräfte mit diesem Kind gemacht haben. Eine genauere Diagnose und ein Gespräch mit den Eltern wäre hier sehr sinnvoll. Zuerst würde ich gerne mehr über die Krankheit an sich erfahren. Welche Behinderung liegt vor? Was muss ich im Ernstfall beachten oder tun? Müssen Medikamente eingenommen werden? Wo kann ich helfen? Dann würde ich mich als Lehrkraft über das Verhalten des Kindes informieren. Wie verhält sich das Kind? Vor allem in Bezug zu anderen Schülern und wie verhält es sich Zuhause? Wie hat sich das Kind bisher gegenüber anderen Lehrkräften verhalten? Anschließend wäre es spannend zu erfahren, wie es mit der Lernbereitschaft des Kindes aussieht. Wie lernt das Kind am Besten (Erfahrungen? z.B. Audiovisuell)? Wie eigenständig kann das Kind arbeiten? Kann das Kind alleine arbeiten? Ist das Kind bereit vorgegebene Aufgaben auszuführen? Danach würde ich mich nach räumlichen Maßnahmen erkundigen. Braucht das Kind extra Platz für einen Rollstuhl? Besitzt bzw. braucht das Kind eine Schulassistenz usw.

 

Sie sehen schon anhand der eben aufgeführten Punkte, wie viele Fragen sich bereits bei einer Person ergeben. Diese sind nicht nach Krankheitstyp bestimmbar. Wir können Menschen nicht verallgemeinern, da sie Individuen sind. Jeder Schüler benötigt eine individuelle Behandlung und es gibt keinen Weg, der in einem Buch zur Unterrichtspraxis festgelegt und für jeden anwendbar ist. Also Nein, es gibt nicht den besten Weg für Schüler mit Förderbedarf. Jeder Mensch erfordert einen individuellen Weg und auch wenn dieser und die Handlungen der Lehrkräfte nicht immer perfekt sind, ist es wichtig, dass wir alle stetig an einer gemeinsamen Inklusion arbeiten.

 

Im Folgenden möchte ich Ihnen gerne ein paar Möglichkeiten erläutern, die den Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf verbessern oder vereinfachen können.

 

Zuerst einmal könnten die Lehrkräfte an der Konzipierung und Gestaltung ihres Unterrichtes arbeiten. Der technische Fortschritt hat uns längst erreicht und wir haben wirklich viele Alternativen zu den herkömmlichen Schulbüchern, mit denen wir arbeiten können. Es ist für Menschen mit Förderbedarf einfacher, wenn wir mit Symbolen arbeiten. Diese haben einen Wiedererkennungswert und vermitteln den Schülern direkt, was zu tun ist. Zudem ist es wesentlich leichter ein Symbol einer Aufgabe zuzuordnen, als einen Text zur Aufgabe zu lesen. Videos sind mittlerweile auch ziemlich beliebt. Sie verbinden Sprache mit einer Visualisierung und regen mehr Bereiche des Gehirns an, als ein Text. Zudem kann ein anybook reader Förderschülern helfen. Dieser Stift, kann von Mitschülern besprochen werden und dann von einem Förderschulkind mehrfach angehört werden. Die Mitschüler fungieren hierbei als Unterstützung für die Lehrkraft im Umgang mit Förderschulkindern. Außerdem wäre es auch möglich sich mit anderen Lehrkräften über Möglichkeiten auszutauschen. Dabei könnte man sowohl ehemalige Kommilitonen fragen als auch kostenfreie Unterrichtsplattformen nutzen wie z.B. CC-O oder norwegische Plattformen.

 

Zuletzt möchte ich Ihnen noch einen Tipp ans Herz legen. Veröffentlichen Sie ihre Erfahrungen und Unterrichtsgestaltungen, damit wir alle gemeinsam noch besser inkludieren können und schauen Sie sich das Video von Eva Köhn zum Thema Unterstützungssysteme an. Sie ist selbst Mutter eines Kindes mit Förderbedarf und hat einen eigenen Verein gegründet, um solchen Kindern das Leben in der Schule mithilfe einer Assistenz zu erleichtern. Sie geht auf die aktuelle Situation in Bremen ein und bietet zusätzlich zu ihrer Methode noch weitere Alternativen an. Ich finde es ist ein sehr gelungenes Video, was jede Lehrkraft nochmal darin informiert, welche Möglichkeiten wir haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schwierigkeiten einer erfolgreichen Inklusion

Was genau ist Inklusion eigentlich? Der Duden hat es folgendermaßen zusammengefasst:

„gemeinsame Erziehung beeinträchtigter und nicht beeinträchtigter Kinder in Kindergärten und [Regel]schulen“(https://www.duden.de/rechtschreibung/Inklusion).

Diese Zusammenfassung ist sehr grob und umfasst leider nicht den wahren Kern von Inklusion, denn diese zielt nicht nur darauf ab gemeinsam zu erziehen, sondern impliziert auch die Förderung und Forderung von S’u’S. Zudem muss die zunehmende Heterogenität innerhalb der Schulklassen berücksichtigt werden. Jedes Kind, das auf die Welt kommt erlebt unterschiedlichste Dinge und besitzt unterschiedliche Vorraussetzungen. Nicht jedes Elternteil kann und will das eigene Kind so sehr unterstützen, wie zum Beispiel meine Eltern es tun. Daher liegt es am System, die Kinder so zu fördern, dass es ihnen ermöglicht wird einen guten Abschluss zu machen und dass diese Kinder ihren Weg finden.

Die Inklusion hat sich im Verlauf der Zeit so weit entwickelt, dass der Begriff Inklusion keine Ausnahme sondern die Regel darstellt. Die wachsende Hetrogenität und damit verbundene Migration, erzeugt eine bunt gemischte Klasse mit unterschiedlichen Stärken, Schwächen und Vorraussetzungen. Wichtig zu nennen ist auch, dass Inklusion keineswegs alle auf dieselbe Art und Weise prüfen möchte oder stetig Sonderbehandlugen vollziehen möchte. Es geht eher darum eine Chancengleichheit zu erzielen und das Beste aus jedem Schüler rauszuholen. Dabei soll nicht der Mensch verändert werden. Man kann ihn motivieren und unterstützen, allerdings liegt das Hauptproblem der Inklusion an zu wenig ausgearbeiteten Systemen. Diese müssen mehr an die Förderschüler angepasst werden, sodass diese nicht weiter in einen anderen Raum gehen müssen oder eine Förderschule besuchen müssen.

 

Zudem kann eine Behinderung nicht nur angeboren werden, sondern auch produziert werden. Menschen werden manchmal negativ bewertet und falsch eingeschätzt, sozusagen gelabelt. Wer kennt das nicht aus der Schulzeit? Ich selbst besuchte damals ein sehr strenges Gymnasium, an dem leider nur wenig Unterstützung geboten wurde. Mathe war noch nie mein bestes Fach gewesen, aber meine Mathelehrerin redete mir stets ein, dass ich das nicht kann und ich mich mal anstrengen muss. Ich besuchte dreimal wöchentlich die Nachhilfe und verstand jede Aufgabe. Mein Nachhilfelehrer konnte sich die weiterhin schlechten Mathenoten nicht erklären, aber sobald ich die Aufgaben sah, sagte mir mein Kopf, dass ich es nicht kann und dann vergaß ich alles was ich zuvor gelernt hatte. Durch die Worte meiner Lehrerin hatte ich mich selbst gelabelt. Aber es kam noch schlimmer. Ich hatte nur gute Noten, bis auf Mathe und meine Lehrer verkündeten mir und meiner Mutter im Elterngespräch, dass ich das Abitur niemals schaffen würde. Diese Worte haben mich selbst noch mehr beeinträchtigt als zuvor. Ich wechselte die Schule und bekam eine grandiose Klassenlehrerin, die mich unterstütze und mir Mut machte. Zudem war der Druck weg und ich wurde bis zu meinem Schulabschluss Klassenbeste. Diese Situation hat mir nicht nur gezeigt, welche Wirkung Lehrer auf Schüler haben können, sondern auch wie mich meine Lehrer in meinem vollen Potential behindert statt unterstützt haben.

Ich persönlich hatte in meiner Klasse eine Schülerin mit Asperger Syndrom. Diese musste nur wenige Aufgaben machen und hat häufig gemalt, während wir arbeiten mussten. Ich habe das mit der Inklusion früher noch nicht wirklich verstanden, allerdings gab es dadurch in meiner Klasse großes Neidpotenzial. Auch hatte diese Schülerin eine Assistentin nur für sich alleine, mit der sie häufig in einen anderen Raum ging.Es handelte sich hierbei also um eine inkludierende Exklusion, da die Mitschülerin zwar mit dabei war, allerdings stetig ausgeschlossen wurde. Mittlerweile weiß ich, wie wichtig und schwierig zugleich Inklusion sein kann. Es ist ein schmaler Grad auf den man sich bewegt, da man weder Sonderbehandlung erstreben möchte, noch Exklusion. Ich bin gespannt aufmein Praktikum und freue mich zu beobachten, wie andere Lehrkräfte mit Inklusion umgehen. Für mein Praktikum habe ich mir daher folgende Frage gestellt:

„Welche Kinder benötigen besonderen Förderbedarf und wie helfe ich ihnen oder die Lehrkraft? War die Methode erfolgreich?“

Die aktuelle Situation mit Corona erschwert die Inklusion, da sich förderbedürftige Kinder vermutlich weniger mit technischen Geräten auskennen und möglicherweise auch keine besitzen. Die Eltern müssen hier noch mehr unterstützen und übernehmen die besondere Rolle der Lehrer. Nebenbei müssen aber auch viele Eltern arbeiten und ich glaube kaum das Großeltern da weiter helfen können. Zudem besitzen viele der Erkrankten ein geschwächtes Immunsystem. Es ist auch davon auszugehen, dass sich diese Schüler nicht eigenständig an alle Hygieneregeln halten können. Wie sollen diese Schüler wieder zurück in der Schule inkludiert werden? Und ab wann können diese Schüler wieder in die Schule? Wann ist Corona vorbei und wann besteht kein Risiko mehr für Vorerkrankte.

 

Sie sehen, wie schwierig das Inklusionsthema ist und aufgrund der immer wachsenden und wechselnden Heterogenität in den Klassen wird dieses Thema wohl nie vollständig abgeschlossen sein, sondern immer wieder eine Herausforderung für die Lehrkräfte darstellen. Ich persönlich, habe Respekt vor dieser Aufgabe, aber freue mich auch diesen Schülern zu helfen.

 

Französisch? Spanisch? Kann ich mein Abi nicht auch ohne Fremdsprache machen?

Heutzutage ist es selbstverständlich, dass Schülerinnen und Schüler eine Fremdsprache erlernen müssen, wenn sie in die Schule gehen. Dabei handelt es sich nicht bloß um einfaches Wissen, was zur groben Verständigung ausreicht, sondern die Schüler sollen die neue Sprache am Besten fließend sprechen können. Meine Vorfahren kamen doch auch ohne gute Fremdsprachenkenntnisse zurecht, wozu brauche ich dass dann?

Zuerst einmal sollte man anmerken, wie wenig Fremdsprachen im deutschen Raum angeboten werden. Die meisten Schulen sind auf Französisch, Englisch und Spanisch beschränkt, da es einfach nicht genügend Lehrkräfte gibt. Ich selbst habe Freundinnen, die in anderen Ländern leben und viel mehr Auswahl haben. Im schlimmsten Fall gefallen einem die Fremdsprachen nicht einmal und man muss Ehrgeiz aufbringen, für etwas, an das man gar kein Interesse hat.

Zudem ist Fremdsprachenunterricht, nicht so relevant, wie zum Beispiel Mathematik oder Deutsch. Im späteren Berufsleben, spielt es in vielen Bereichen gar keine Rolle, wie gut du französisch sprechen kannst.

Warum also Fremdsprachenunterricht?

Die fortschreitende Globalisierung ist wohl kaum zu übersehen. Immer mehr Berufe benötigen Fremdsprachenkenntnisse, damit der weltweite Handel unkompliziert ablaufen kann. So ist zum Beispiel der Import und Export von Waren verbunden mit dem Schiffahrtsamt und dieses muss sich mit dem ausländischen Schiffahrtsamt verständigen können.

Auch die Migration zeigt uns, wie wichtig es ist, sich mit anderen  sprachen und Kulturen zu beschäftigen. Dadurch entwickelt man ein Bewusstsein für andere Kulturen und Verständnis sowie Toleranz. Der Fremdsprachenunterricht kann hierbei als Grundlage für das Kennenlernen neuer Kulturen dienen. Das Problem des heutigen Fremdsprachenunterrichtes liegt hierbei in der Stereotyp Behandlung. Die Bücher die ich im Laufe meines eigenen Fremdsprachenunterricht es kennen gelernt habe weisen klassische kulturelle Stereotypen auf. So war zum Beispiel der Franzose in meinem Buch stets mit einem Baguette in der Hand und einem Crêpe in der anderen abgebildet. Dies vermittelt zwar das eigene Kultur gut eines Landes jedoch kann es auch zu Vorurteilen führen. Es ist wichtig dass im Fremdsprachenunterricht deutlich wird, dass nicht jeder Bürger diesem Stereotyp entspricht.

Durch den Fremdsprachenunterricht können wir sicherstellen, dass sich unsere immer weiter vermischende Welt untereinander verständigen kann und dass die ausländischen Beziehungen bzw. Freundschaften sichergestellt werden. Zudem bleibt Deutschland durch gute Sprachkenntnisse in einer guten Handelsposition am internationalen Markt. Also ja! Die heutigen Verhältnisse erfordern Fremdsprachenkenntnisse.

Herausforderungen der Heterogenität

Heterogenität beschäftigt sich mit der Verschiedenartigkeit/Vielfalt eines jeden Menschen und ist v.a. für Lehrer und Lehrerrinnen eine große Herausforderung. Jeder Schüler hat unterschiedliche Vorkenntnisse, Fähigkeiten, Stärken und Schwächen und es ist schwer, diesen gerecht zu werden & die S’u’S angemessen zu fordern und zu fördern. Besonders begabte Schüler, die möglicherweise schneller lernen, sollen sich nicht gelangweilt fühlen, aber schwächere Schüler, sollen nicht den Anschluss verlieren. Der Versuch, die S’u’S unter einer homogenen Gruppe zu vereinen, stellt daher eine große Herausforderung für jeden Lehrer dar.

Es ist dabei hilfreich, auf Stereotype zurückzugreifen, da sie beim Einordnen helfen und eine grobe Vorstellung hervorrufen. Allerdings ist es ebenso gefährlich auf diese Stereotype zurückzugreifen, da sie schnell Vorurteile hervorrufen und die Individualität des Einzelnen nicht oder nur wenig berücksichtigen. Ich denke, dass eine weitere Herausforderung als Lehrer darin besteht, jeden Menschen als individuelles Wesen zu sehen und eben diese Vorurteile außer Acht zu lassen.

Zudem ist Heterogenität ein soziales Konstrukt, dass eng mit Homogenität zusammenhängt. Es besteht sowohl aus dem Wunsch eine homogene Gruppe zu bilden und S’u’S in einer Gruppe zu vereinen, um z.B. Lernstoff optimal anzugleichen und zu vermitteln, als auch aus der Individualität jedes Einzelnen. Zudem wird Heterogenität durch verschiedene soziale Ströme bedingt. So ergibt sich die Heterogenität z.B. aus verschiedenen Religionen, Herkünften und Bildungskenntnissen. Vielfalt wird konstruiert und ist nicht einfach vorhanden, sie ergibt sich durch die Entwicklung eines jeden Menschen.                              

Ich persönlich habe nach der Grundschule ein Gymnasium besucht, bei dem jeder Schüler und Lehrer recht egoistisch gehandelt hat. So wurde eher weniger auf Heterogenität eingegangen und die schwächeren Schulkameraden wurden nicht gefördert, sondern wie bei einer natürlichen Selektion, bereits nach dem erstem Halbjahr von der Schule verwiesen. Da ich an dieser Schule nicht glücklich war, wechselte auch ich nach einiger Zeit auf eine Gemeinschaftsschule. Dort wurden die S’u’S entsprechend ihres Leistungsniveaus, verschiedenen Prognosen zugeteilt, sodass es für Schüler mit niedrigeren Vorkenntnissen ebenso einfach oder schwer war eine gute Note zu erreichen, wie für Schüler mit einem besseren Bildungsniveaus. Ich finde persönlich, dass das eine gute Möglichkeit ist um auf Heterogenität einzugehen. Zudem wurden wir häufig von unseren Lehrern aufgefordert, einander zu helfen, was nicht nur das eigene Verständnis nochmal förderte, als auch den Zusammenhalt der Klasse stärkte. So muss nicht nur der Lehrer alleine mit der Herausforderung der Heterogenität kämpfen, sondern die Schüler geben aufeinander Acht und unterstützen und fördern sich gegenseitig.