Abschlussreflexion

1. Benennen Sie die für Sie zentralsten theoretischen Erkenntnisse, die Sie aus den Vorträgen der Ringvorlesung für sich mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei konkret Bezug auf a.) fachdidaktische Aspekte, indem Sie Erkenntnisse auf die Didaktiken ihrer eigenen beiden Fächer beziehen und b.) zwei generelle erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse zu Schule und Unterricht mit Bezug zu den relevanten Quellen benennen.

Die für mich zentralen Erkenntnisse der Ringvorlesung, bezogen auf die Fachdidaktik meiner Fächer Mathematik und Politik sind zum einen das spielerische Herangehen an (neue) Themen, sowie das Zusammentragen von verschiedenen Definitionen bzw. Vorstellungen.

Das spielerische Kennenlernen von Zusammenhängen hat mich sehr begeistert, da meiner Meinung nach das Problem in der Mathematik besteht, dass sie für viele Schülerinnen und Schüler ein abstraktes Fach darstellt, in welchem sie oft den Wert für ihr späteres Leben nicht sehen können. So wirkt es für viele schlicht sinnlos, Zusammenhänge aus beispielsweise Stochastik zu lernen. Der spielerische Zugang aber zeigt, dass viele Spiele auf Logik basieren, wodurch man sie durchschauen und wenn man sich die Logik zunutze macht, gewinnen kann. Dieser gemeinschaftliche Sinn fürs Gewinnen und das Erkennen der Logik machen die Mathematik zu einem für jedes Individuum nützliches Werkzeug und gewinnt damit an Wert. Von Vorteil ist außerdem, dass Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Leistungsniveaus oder mit verschiedenen sozialen Hintergründen dennoch zusammen spielen können, da das Spielen schnell für Gemeinschaft sorgt und es alle verstehen, wenn es ausreichend erklärt wurde. So kommt es zu Kreativität, freiem Denken, Strategieentwicklung und gesundem Wettbewerb. (Timo Leuders, 2009)

Ein weiterer fachdidaktischer Zugang zu neuen Themen, vor allem anwendbar in Politik, ist das Finden von Definitionen oder Austauschen von Vorstellungen zu einem bestimmten Begriff. Diese Methode wurde von Prof. Dr. Andreas Klee vorgestellt und zeigt wie unterschiedlich wir alle geprägt sind. Denn fragt man die Schülerinnen und Schüler nach ihrer Vorstellung, was ein Staat darstellt, sind die Antworten sehr vielfältig. An diesem Ansatz gefällt mir, dass so jede Schülerin und jeder Schüler an ihrem bzw. seinem Standpunkt abgeholt werden können. Man kann also auf missverständliche oder irrtümliche Definitionen reagieren und erklären wie es dazu gekommen sein kann. (In dem Zusammeenhang ist es vielleicht sinnvoll, die Definitonen anonym zusammentragen zu lassen) Außerdem wird den Schülerinnen und Schülern gezeigt, dass jeder unterschiedlich viel Vorwissen mitbringt, dies aber in Ordnung und normal ist. Das ist meiner Meinung nach eine starke und wichtige Botschaft.

Wichtige generelle Erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse waren für mich die Heterogenität insgesamt und generell, sowie die Herausforderung zwischen individueller Hilfe und gemeinsamem Unterricht.

Zur Herterogenität generell lässt sich sagen, dass mir durch die Betrachtung der vielen verschiedenen Dimensionen von Heterogenität (Sozialer Status, Geschlecht, Leistung etc. Etc.) noch einmal klarer und bewusster geworden ist, wie sehr unterschiedlich jeder einzelne Mensch einfach ist. Dies wird für mich als Lehrer eine große Herausforderung, aber dennoch sehe ich in dieser Tatsache viel mehr die Schönheit der Vielfältigkeit. Diese möchte ich versuchen zu bewahren und auch meinen Schülerinnen und Schülern beizubringen, da diese Sichtweise meiner Meinung nach das zentrale Mittel gegen Rassismus, Diskriminierung, Mobbing und weitere ausgrenzendeVerhaltensweisen ist.

Deutlich geworden ist für mich außerdem, dass Heterogenität ein zentraler Fakt ist, welcher die Schule prägt, ich aber dadurch nun vor der Herausforderung stehe, wie ich mit einer so heterogenen Gruppe nun wirklich umgehe. Mir ist bewusst, dass die Ringvorlesung dies nicht leisten kann, dennoch ist es ein zentraler Aspekt, welcher mich sehr beschäftigt: Wie kann ich dem einzelnen Schüler mit Motivationsproblemen so helfen, wie ich gerne würde, wenn neben ihm weitere 29 Schülerinnen und Schüler sitzen, welche ihre eigenen individuellen Probleme haben, welche genauso meine Aufmerksamkeit verdienen, ich aber nur 90 Minuten pro Woche Zeit habe und mit dem Unterrichtsstoff vorankommen muss? Hier ist es schwierig alles unter einen Hut zu bekommen, sodass ich den Mittelweg gehen muss. Hierbei gilt es nicht deprimiert zu sein, dass ich nicht jedem oder jeder einzelnen so helfen kann wie ich gerne würde.

3. Zu welchen zwei erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, würden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium im Bezug auf das Modulthema UMHET. Bitte begründen Sie Ihre Wahl.

Zur Fragestellung: Wie gehe ich mit Schülerinnen oder Schülern um, die einen Sonderförderbedarf haben? Prof. Dr. Frank J. Müller hat uns Studierende mit dieser Frage konfrontiert und ich fand erschreckend wie ratlos alle waren. Das Land Bremen hat sich zur Inlusion entschlossen, aber meiner Meinung nach reicht es nicht den Studiengang IP zu etablieren, sondern die “normalen” Lehrkräfte brauchen in ihrem Studium ebenfalls eine Einführung in den Umgang mit äußerst “herausfordernden” Schülerinnen und Schülern. Da dies ein Aspekt von Heterogenität darstellt, würde ich mich über eine weitere Thematisierung in diesem Zusammenhang sehr interessieren und vemutlich auch sehr bereichern.

Die zweite Fragestellung, die mich sehr interessieren würde, ist die des Anspruches an die Mathematik verbunden mit der Feststellung von Leistungsheterogenität. Genau lautete die Frage: “Sind Unterschiede in den mathematischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler ein Grund zur Sorge?”, welche uns Prof. Dr. Christine Knipping stellte. Meiner Meinung nach ist Leistungsheterogenität eine natürliche Gegebenheit, da jedes Individuum seine individuellen Stärken und Schwächen mit sich bringt. Deshalb sind Unterschiede in Leistungen in jedem Fach normal und legitim. Nun stellt sich jedoch die Frage, was das Mindestmaß an Kompetenz sein sollte. Wie gut sollten Schülerinnen und Schüler also beispielsweise in der Mathematik sein? Für mich ist die Antwort, dass alle in ihrem Leben und Beruf klarkommen sollten, also zum Beispiel Flächen- und Prozentrechnung beherrschen sollten. Hier würde die gestellte Frage nun beginnen interessant zu werden: Sind Unterschiede in den mathematischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler oberhalb dieses Levels ein Grund zur Sorge? Wie weit sollte es die Oberstufenmathematik treiben? Reicht nicht irgendwann die gelernte Mathematik, auch wenn die Berechnung von Integralen und abstrakten Wahrscheinlichkeiten noch nicht erlernt wurde? Oder kann irgendwann das erforderte Mindestlevel erreicht sein und die Schülerin oder der Schüler sich aussuchen ob er seine oder ihre mathematischen Kenntnisse vertiefen oder sich lieber auf ein anderes Fach/Thema konzentrieren möchte? Das sind meiner Meinung nach Fragen in einem sehr interessanten Themenfeld.

4. Welche in den Vorlesungseinheiten von BAUMHET thematisierten Problematiken/Aspekte sehen Sie für sich persönlich als besondere Herausforderung? Wie könnten Sie sich, im Uni-Kontext oder auch darüber hinaus, auf diese Herausforderungen vorbereiten?

Wie bereits angedeutet, sehe ich die Problematik eine sehr heterogene Gruppe als homogene Klasse unterrichten zu müssen als große und vielleicht zentrale Herausforderung. Da ich für diese Problematik bereits sensibilisiert wurde, werde ich im weiteren Studienverlauf bewusst auf Hilfe und Tipps achten, sowie schauen ob sich entsprechende Wahlpflichtmodule belegen lassen. Auch in den fachdidaktischen Modulen werde ich versuchen von den Erfahrungen der Dozenten und Dozentinnen zu lernen. Außerhalb der Uni lässt sich dieser Herausforderung schlecht begegnen, weshalb ich auch damit rechne, dass ich als junger Lehrer lerne, mit solchen Situationen umzugehen.

Ein weiterer, für mich persönlich wichtiger Aspekt, ist der Fakt, dass jedes Individuum einzigartig ist. So kann es zum Beispiel nicht sein, dass sich eine Schülerin nicht für Naturwissenschaften zu interessieren traut, nur weil sie weiblich ist. Oder, dass sich jemand aufgrund seiner Religion fremd fühlen muss. Oder aufgrund seiner Hautfarbe. Die Herausforderung besteht also darin, dass was für mich selbstverständlich ist und dass, was vielleicht in der Erziehung der Schülerinnen und Schüler versäumt wurde nachzuholen ohne dafür zu viel Zeit zu verwenden, zu stark zu beeinflussen oder dadurch nicht mehr ernst genommen zu werden. Diese Herausforderung ist für mich sehr wichtig, da sie meines Erachtens auch zum Beruf eines Lehrers gehört, dafür aber teilweise wenig Raum existiert und es auch auf die Beziehung der Schülerinnen und Schüler zu mir als Lehrer ankommt. Ich bin mir nicht sicher ob ich mich bewusst auf diese Herausforderung vorbereiten kann, ich denke, dass dies ein Thema ist, mit welchem ich mich automatisch mit Mitstudierenden oder Freunden und Freundinnen auseinandersetze. Möglicherweise wird es aber auch im Studium noch thematisiert oder mir die Möglichkeit gegeben es zu thematisieren.

Published in: on 16. Juli 2019 at 13:12 Comments (1)
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Heterogenitätskategorie Geschlecht in Schule und Ansätze zur Entwicklung einer interkulturellen geschlechtersensiblen Pädagogik

1. Fokussierung des Vorlesungsthemas – Aspekte zum Spannungsfeld von Inszenierung und Zuschreibung in Bezug auf Gender(-pädagogik) in der Schule; theoriegeleitete Reflexion

Es ist unklar, auf welche Theorie sich bezogen werden soll.

Mir sind folgende Aspekte im Rahmen der Vorlesung klar geworden bzw. erneut von mir überdacht und eingeschätzt worden: In unserer Gesellschaft werden Geschlechterrollen unbewusst fast immer und von fast jedem zugeschrieben. Von Mädchen wird dies, von Jungs jenes erwartet. Dies prägt die jungen Menschen sehr, da sie noch nicht reflektiert darüber nachdenken, es ihnen wahrscheinlich nicht einmal auffällt. Ich als erwachsene, reflektierte Lehrkraft jedoch möchte allen dieselben Chancen geben, sodass ich zumindest nicht bewusst differenziere. Mir ist es egal ob eine Schülerin oder ob ein Schüler der/die Beste in Mathematik ist. Warum sollte es mich interessieren. Allerdings ist mir durchaus klar, dass auch in mir unbewusste Verhaltensmuster existieren, die irgendwo Einfluss auf die SchülerInnen haben. Deshalb geht es darum sich darüber klar zu sein und sich dafür zu sensibilisieren um dafür zu sorgen, dass sich langfristig alles in Richtung genderunabhängige Chancengleichheit entwickeln kann. Dies ist jedoch ein langer gesellschaftlicher Prozess, welchen ich nicht alleine bewerkstelligen kann, sondern nur unterstützen.

Auch die Inszenierung wurde mir neu wieder bewusst. Deshalb werde ich möglicherweise nebenbei in meinem Fach Politik versuchen einzubauen, dass jeder Mensch frei ist. Er seine eigene Meinung haben darf, seine eigen Religion, seinen eigenen Kleidungsstil und sein eigenes Verständnis seines Geschlechts. Ich werde also versuchen die SchülerInnen dafür zu sensibilisieren, dass „Sex“ und „Gender“ zwei unterschiedliche Dinge sind und jeder einfach wie ein Mensch behandelt werden sollte ohne in Schubladen eingeordnet zu werden. Dies lässt sich gut mit Themen wie Rassismus, Homophobie etc. verbinden.

 

2. Reflexion bisheriger Praxiserfahrungen aus der eigenen Schulzeit und ersten Praktika zum schulischen „Genderplay“, möglichst unter Bezugnahme auf mindestens ein anderes Heterogenitätsfeld der Ringvorlesung, wie Sprache, soziokultureller Background, Leistung o.ä..

Die einzige Erfahrung, die ich mit schulischem Genderplay in meiner Schulzeit gemacht habe bzw. welche mir aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass meine LehrerInnen in der Grundschule fast alle weiblich waren. Dies habe ich allerdings nicht einmal bewusst wahrgenommen oder reflektiert oder bemängelt. Mit anderen Heterogenitätsfeldern hat sich dies nicht überschnitten, man könnte höchstens die fehlende Heterogenität der Lehrerinnen bemängeln, was ihren soziokulturellen Hintergrund angeht. Allerdings ist es logisch, dass es für Personen mit Deutsch als Zweitsprache schwierig ist, einen für das Grundschullehramt erforderlichen Abiturschnitt von 1.5 zu erreichen. Hier könnte man anführen, dass vielleicht NC´s nicht unbedingt sinnvoll sind um herauszufinden wer sich am besten für das Ausüben des späteren Berufs eignet. So könnten beispielsweise männliche Personen mit Deutsch als Zweitsprache auch gute Grundschullehrer werden. Sie werden jedoch von vornherein ausgeschlossen, wenn sie vielleicht in der Schule noch nicht den Sinn eines guten Abiturs durchschaut hatten.

 

3. Formulieren Sie eine Beobachtungsaufgabe für kommende Praktika zum Thema „gendersensible Pädagogik“, möglichst unter Bezugnahme auf mindestens ein anderes Heterogenitätsfeld der Ringvorlesung, wie Sprache, soziokultureller Background, Leistung o.ä..

Inwiefern werden Störungen im Unterricht öfter von Jungs und von Jungs mit Deutsch als Zweit oder Drittsprache verursacht? Wie sieht es bei den Mädchen aus, wie verhält es sich mit Mädchen mit Deutsch als Zweit oder Drittsprache?

Published in: on 27. Juni 2019 at 18:59 Comments (0)
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Whats the difference. Aspekte von Heterogenität im Englischunterricht.

1.Reflektieren Sie, welche Fähigkeiten ein*e „gute*r Fremdsprachenlerner*in“ in Ihrer Schulzeit mitbringen musste.

Meiner Erfahrung nach brauchten ein*e „gute*r Fremdsprachenlerner*in“ in meiner Schulzeit einfach ausreichend Disziplin. Verbrachte man viel Zeit mit Vokabellernen, Hausaufgaben bearbeiten und Grammatik üben, machte man große Fortschritte, war man dazu eher nicht sehr motiviert hatte man eher Schwierigkeiten. Wiedererkannt habe ich den Aspekt des „Mutigseins“. Traute man sich nämlich beispielsweise im Englischunterricht einfach loszureden, obwohl möglicherweise nicht alles grammatikalisch genau richtig war, lernte man durch das Sprechen selbst und das Nachdenken darüber am meisten. Sich zu trauen im Unterricht offen in einer anderen Sprache zu sprechen, obwohl man selbst und andere wussten, dass auch Fehler dabei waren, war also außerdem eine Fähigkeit eines/einer „guten Fremdsprachenlerners*in“. Anderen die nicht „mutig“ genug waren viel es viel schwerer.

 

2.Entwerfen Sie einen Englischunterricht der Zukunft, der einen idealen Umgang mit Heterogenität pflegt. Welche Kriterien wären für Sie wichtig?

Ein idealer Umgang ist utopisch. Wäre dies allerdings möglich, wären mir vor allem folgende Kriterien wichtig: Leistungshererogenität wird berücksichtigt. Es ist in Ordnung und für alle SchülerInnen selbstverständlich, dass alle auf einem unterschiedlichen Stand sind. So wird im Unterricht nicht gleich bewertet, sondern Fortschritte beobachtet, zu diesen motiviert und diese auch bewertet. Es ist ein Unterricht in welchem aus diesen Gründen auch niemand ausgelacht wird oder sich sonst irgendwie unwohl fühlen könnte.

Außerdem wird genau das richtige Maß von Focus on Function sowie Focus on Form umgesetzt. So ist Abwechslung gegeben, außerdem lernt man das aktive Sprechen, aber auch die theoretischen Aspekte der Sprache. Auch dies wird meiner Meinung nach den heterogenen Ansprüchen der SchülerInnen gerecht.

Weiterhin sollten Ansätze/Übersetzungen/Arbeitsblätter in verschiedenen Sprachen formuliert werden, sodass auch SchülerInnen mit einer anderen Muttersprache als Deutsch in ihrer Muttersprache lernen können.

Im Unterricht sollte außerdem ein Verständnis dafür vorhanden sein, dass unterschiedliche SchülerInnen unterschiedlich lang benötigen um dieselben Aufgaben zu erledigen. Auch hier muss ein verständnisvoller, angleichender Umgang mit Heterogenität erfolgen.

Wichtig ist außerdem die Bereitstellung der Materialien: Es gibt so viele Bücher in welchen pauschalisierend über die Kultur eines Landes oder über anderes geschrieben wird. Dies führt zu Schubladendenken und sollte verhindert werden und differenziert mit den unterschiedlichen Traditionen der verschiedenen Kulturen umgegangen werden.

 

3.Diskutieren Sie, welche Veränderungen der Rahmenbedingungen, Einstellungen etc. es für die Umsetzung Ihres Entwurfs bräuchte.

Es würde wohl mehr Zeit und/oder Lehrkräfte benötigen um ausreichend Ressourcen für jede individuelle SchülerIn und ihre Bedürfnisse zu haben. Auch die Unterrichtsmaterialien müssten überarbeitet werden, bzw. neue müssten erstellt werden um mehrsprachige Zugänge zu den Themen zu ermöglichen und pauschalisierende Materialien auszusortieren. Einstellungsmäßig bräuchte es viel Empathie und Geduld bei den Lehrkräften, sowie Toleranz, Verständnis, Geduld, Rücksicht und Respekt bei den SchülerInnen. Denn im Sprachunterricht zeigen sich die SchülerInnen sehr verletzlich, da sie logischerweise noch Fehler machen. Diese dürfen nicht zum Subjekt von Humor, Belustigung oder ähnlichem werden.

Published in: on 21. Juni 2019 at 7:45 Comments (0)
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Über jüdisches Leben reden – (k)ein Tabu? Umgang mit religiöser Diversität am Beispiel Judentum

1. Fassen Sie die im Text dargestellten unterschiedlichen Positionen in Bezug auf die Religionsausübung zusammen. (Option 1: Koscheres Essen, verschiedene Haltungen dazu)

Im Text wird sehr deutlich, wie das Leben der Jüdinnen und Juden von Regeln bestimmt wird, welche aber unterschiedlich aufgenommen und interpretiert werden. So sind die Regeln für manche Vebote und Einschränkungen, für andere Möglichkeiten um ein religiöses, bewusstes Leben zu leben. Aus diesem Grund werden auch beim koscheren Essen bestehende Regeln unterschiedlich stark durchgesetzt. So gibt es immer wieder Diskussionen zum Beispiel darüber wie lange man zwischen Milch- und Fleischkonsum warten sollte, da dieser gleichzeitig nicht erlaubt wird. Auch darüber ob in Algen Meerestierteilchen ein könnten, welche nicht koscher sind oder ob das nicht gesehene nicht relevant ist gibt es Debatten.

 

2. Wenden Sie die drei Grundannahmen des religionswissenschaftlich-kulturwissenschaftlichen Ansatzes (interne Diversität, Religion als beeinflusst von historischen Prozessen, Religion als Teil soziokultureller Strukturen, s. AB 1) auf den Text bzw. die im Text beschriebenen Haltungen und Praktiken an. Die beiden letzteren sind eventuell eher subtil und implizit im Text angelegt.

Die Interne Diversität wird an obigen Beispielen sehr deutlich: Es gibt orthodoxe Jüdinnen und Juden, welche die Regeln sehr strikt befolgen, dann gibt es liberale Jüdinnen und Juden, welche nicht so strikt agieren. Auch dazwischen und außerhalb gibt es Positionen, welche verdeutlichen, dass jeder und jede seine Religion und die Vorschriften unterschiedlich und nur für sich selbst interpretiert und somit in der Religion große Unterschiede bestehen.

Auch wird deutlich, dass sich Religionen in ständigen Veränderungsprozessen befinden. Denn so muss sich damit auseinandergesetzt werden, wie mit neuen Gartechniken, Fischarten oder anderem umgegangen wird. Hier spielt auch Religion als Teil soziokultureller Strukturen eine Rolle, da zum Beispiel durch andere Kulturen im Zeitalter der Globalisierung mit neuen Speisen konfrontiert wird, bei welchen sich überlegt werden muss ob diese und inwieweit sie koscher sind.

 

3. Beschreiben Sie Ihre eigene Verortung gegenüber dem im Text angelegten Phänomen. Gehen Sie dabei auf die Fragen auf AB 2 ein.

Das Phänomen, welches im Text beschrieben wird ist für mich, dass der unterschiedlich starken Regelbefolgung. Meine eigene Position ist dabei, dass es „Religionsfreiheit“ gibt, welche schon aussagt, dass jede und jeder selbst entscheiden kann ob und in welchem Maße er oder sie eine Religion ausübt. Dabei habe ich einfach Verständnis dafür, dass es die Entscheidung des Individuums ist religiös zu sein und Regeln zu befolgen, deren Sinn sich mir nicht erschließt. Dies anderen Schülerinnen und Schülern beizubringen ist eine pädagogische Möglichkeit, welche ich gerne wahrnehmen würde. Allerdings ist es schwierig so etwas zu thematisieren, wenn man kein Religionslehrer ist und niemanden „bloßstellen“ will.

Bei der Frage nach den Gefühle die das Thema in mir auslöst muss ich ganz ehrlich sagen, dass bei mir ein wenig das Gefühl der „Unnachvollziehbarkeit“ besteht, da es für mich nie in Frage kommen würde, Regeln zu befolgen die nur der Tradition und des Glaubens wegen bestehen und ansonsten relativ „sinnlos“ erscheinen. Dabei würde ich aber sagen, dass es daran liegt, dass ich nicht gläubig bin und so die Beweggründe für mich einfach nicht so leicht nachzuvollziehen sind. Das akzeptiere ich und setze mich somit trotzdem dafür ein, dass jede und jeder seine Religion so ausüben kann wie er oder sie es will.

 

4. Entwickeln Sie eine schriftliche pädagogische Reflexion zum Umgang mit dem beschriebenen Szenario.

Da es sich um eine sehr wichtige Veranstaltung handelt, bei welcher die Teilnahme aller sehr erstrebenswert ist, würde ich im Unterricht ein wenig Raum für eine Diskussion/Klärung schaffen. In diesem Gespräch würde ich darüber sprechen, dass gerne pauschalisiert wird. Dass wir also beispielsweise alle Jüdinnen und Juden in eine Schublade stecken. Sowas passiert sehr leicht, da unser Gehirn so funktioniert, sollte aber dennoch bewusst wahrgenommen werden und zu hinterfragen versucht werden. Denn auch innerhalb des Judentums sind die Personen noch immer Individuen, welche sich freiwillig für den Glauben entschieden haben und selber entscheiden wie sehr für sie wichtig ist, was die jeweiligen Vorschriften sind. Und diese Entscheidungsfreiheit ist Teil der Religionsfreiheit, welche sehr wichtig ist und dementsprechend im Gesetz verankert. Deshalb würde ich so versuchen der Schülerin zu erklären, dass es in Ordnung ist, dass sie dachte es sei albern, da nicht alle Jüdinnen und Juden koscher essen. Es allerdings auch andere Jüdinnen und Juden gibt, für welche die koschere Ernährung sehr wichtig ist. Um nicht zu pauschalisieren und die Religionsfreiheit zu bewahren sollte deshalb konstruktiv über eine Lösung des Problems nachgedacht werden und es nicht als albern abgetan werden.

Published in: on 10. Juni 2019 at 10:50 Comments (0)
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Mathematische Leistungsunterschiede – Empirische Befunde und Konsequenzen für den Mathematikunterricht

1. Sind Unterschiede in den mathematischen Leistungen von Schülerinnen und Schülern ein Grund zur Sorge?

Meiner Meinung nach nicht. In allen Themenfeldern gibt es Personen die sich sehr für das jeweilige Thema interessieren, andererseits aber auch solche, die nicht so stark angesprochen werden. Das liegt in der Natur des Menschen, dass man in einigen Bereichen sehr engagiert und talentiert ist und in anderen nicht. So braucht auch die Gesellschaft Menschen, die sich sehr für Sprachen begeistern, welche die sehr an Kultur interessiert sind und solche, die ein gutes Verständnis für mathematische Zusammenhänge mitbringen. Würden alle Ingenieure werden wollen, wäre also niemandem geholfen, deshalb ist es meines Erachtens nach vollkommen okay, dass in Fächern Leistungsunterschiede bestehen.

Geachtet werden sollte darauf, dass keine Schülerinnen und Schüler zu sehr abgehängt werden. Alle sollten ausreichende Mathematikkenntnisse erwerben um später keine Nachteile in Alltag und Beruf zu haben. Dies ist die meiner Meinung nach wichtigste Aufgabe.

 

2. Spielen im Mathematikunterricht, kann das angesichts von Leistungsunterschieden ein Ansatz sein? Beziehen und begründen Sie eine Position aus Lehrenden-Sicht, die auch Schülersichtweisen einbezieht.

Ja kann es definitiv. Ein spielerischer Kontext ist oft sehr hilfreich um mit Spaß zu lernen. Vor allem das eigenständige Entwickeln von Strategien eröffnet neue Perspektiven mit anderer Motivation. Zudem können die Spiele von Schülerinnen und Schülern gespielt werden, obwohl diese unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen und dabei gemeinsam gelernt werden.

Aus Lehrenden-Position spricht dafür die andersartige Begeisterung und Entwicklung von Neugier, sowie die Abwechslung zum alltäglichen Unterricht. Dies kommt deshalb auch den Schülerinnen und Schülern sehr zu Gute, sodass Spiele im Unterricht aus ihrer Sicht auch sehr von Vorteil sein dürften.

 

3. Formulieren Sie mindestens zwei Beobachtungsaufgaben für kommende Praktika, welche die Tiefenstruktur von Unterricht in den Blick nimmt.

1. Wie genau wird die Produktivität der Schülerinnen und Schüler gewährleistet? Sodass sie auch wirklich versuchen zu lernen.

2. Wie kann man sich als Lehrkraft sicher sein, dass die Schülerinnen und Schüler das erklärte Thema wirklich verstanden haben?

 

4. Benennen Sie ebenfalls zwei Herausforderungen, die Sie bei der adaptiven Planung von Unterricht erwarten.

1. Die Schülerinnen und Schüler sind unterschiedlich schnell mit ihren Aufgaben fertig.

2. Den Schülerinnen und Schülern wird bewusst, dass sie anhand von Leistungsniveaus in bspw. Gruppen eingeteilt werden.

Published in: on 9. Mai 2019 at 21:09 Comments (0)
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Individualisierung von Unterricht als schulpädagogische Antwort auf Leistungsheterogenität.

1. Fassen Sie die für Sie wichtigsten Einsichten, die Ihnen diese Perspektive eröffnet hat, zusammen.

Die Perspektive den Unterricht zu individualisieren hat für mich zu mehreren Einsichten auf verschiedenen Ebenen geführt. Zuerst einmal wurden mir die deutlichen Unterschiede zwischen „Unterricht als Klassengespräch“ und „Individualisierendem Unterricht“ klar. So sollte meiner Meinung nach einer Lehrkraft bewusst sein, dass verschiedene Arten des Unterrichtens ganz unterschiedliche Folgen haben. So führt „Unterricht als Klassengespräch“ beispielsweise zu einer eher ruhigen Atmosphäre, in welcher die Lehrkraft die Geschwindigkeit vorgibt und nicht so selbstbewusste Schülerinnen und Schüler sich zurückhalten sich am Unterrichtsgespräch zu beteiligen. Im „Individualisierendem Unterricht“ hingegen fühlen sich einige Schüler wahrscheinlich wohler, weil die Atmosphäre nicht so „steril“ ist. Auf der anderen Seite kann ich mir allerdings gut vorstellen, dass der zu lernende Stoff schneller erarbeitet werden kann, wenn der Unterricht als Klassengespräch geführt wird, sodass die Lehrkraft die dauerhafte „Kontrolle“ hat. So gibt es also Vor- und Nachteile für beide Arten des Unterrichts.

Interessant fand ich außerdem den Gedanken, die Pädagogik vom Kinde aus zu denken. „Individualisierender Unterricht“ sorgt hier vermutlich dafür, dass die Schülerinnen und Schüler eher ihrer Situation entsprechend lernen können. Denn es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich jeder Schüler und jede Schülerin in einer anderen Situation befinden. Das beginnt damit, dass z.B. Schüler Frank nicht gut geschlafen hat. Ist es nun für ihn möglich, dass er Aufgaben erledigen kann, die ihm ein wenig leichter fallen wird seine Motivation zu lernen wahrscheinlich größer sein, als wenn er im „Unterricht als Klassengespräch“ mit dem Tempo der Lehrkraft nicht mitkommt und so nicht weiter zuhört. Und dieses Beispiel ist auf jeden Schüler und jede Schülerin anzuwenden. So könnte „Individualisierender Unterricht“ zu größerer Motivation und Erfolgen führen, da jeder Schüler und jede Schülerin ihre eigenen Eigenschaften mitbringt. Dies sollte einem als Lehrkraft immer bewusst sein.

Eine weitere wichtige Einsicht war für mich die Erkenntnis, dass man nur über sehr begrenzte Ressourcen und Kapazitäten verfügt. Natürlich würde ich mir wünschen dauerhaft oder in großem Maße „Individualisierenden Unterricht“ umzusetzen. Allerdings ist dabei die Frage ob ich so den zu lernenden Stoff vermitteln kann, oder ob es dann zu langsam vorangeht. In dem Beispiel der Vorlesung waren auch zwei Lehrkräfte in der Klasse anwesend. Das ist leider nicht der Normalfall.

Zusammenfassend kann man die verschiedenen Einsichten gut unter einer großen Einsicht zusammenfassen: Individualisierender Unterricht kann für die individuellen Schülerinnen und Schüler sehr von Vorteil sein, da Heterogenität Fakt ist und viel besser auf die individuellen Eigenschaften eingegangen werden kann. Allerdings sollte man immer im Hinterkopf haben, dass einerseits Abwechslung den Unterricht belebt und andererseits darauf achten muss, in ausreichendem Tempo mit dem zu lernenden Stoff voranzukommen.

 

2. Welchen Beitrag leistet Ihrer Meinung nach eine solche – auch kritische Sichtweise – auf die mit Individualisierung verbundenen Herausforderungen und Probleme für die Reflexion des Umgangs mit Leistungs-Heterogenität im Unterricht? Welche Fragestellungen könnten aus einer solchen Sicht in der Beobachtung von Unterricht in Praktika entwickelt werden.

Meiner Meinung nach leistet eine solche Sensibilisierung oder Sichtweise den wertvollen Beitrag, dass einem bewusst wird, dass jeder Schüler und jede Schülerin ein einzigartiges Individuum ist, welches sich Aufmerksamkeit und Hilfe beim Lernen wünscht. Leider sind die Kapazitäten als Lehrkraft begrenzt, aber diesen Grundgedanken sollte meiner Meinung nach jede Lehrkaft verstanden haben. Denn so wird erst angemessener Umgang mit den Herausforderungen von Heterogenität möglich gemacht.

Für mich sind im Praktikum deshalb folgende Fragen interessant:

Wie erlebe ich den Unterricht, wenn ich versuche ihn aus der Sicht der Schüler und Schülerinnen zu sehen?

Wird auf den einzelnen Schüler und die einzelne Schülerin eingegangen?

Wird er/sie drangenommen? Wird anderweitig Wertschätzung für Beteiligung am Unterrichtsgespräch artikuliert?

Wird erkannt wenn ein Schüler/eine Schülerin unter- oder überfordert ist? Wie wird mit solchen Unter- oder Überforderten Schülerinnen oder Schülern umgegangen?

Sind bei verschiedenen Unterrichtsmethoden Unterschiede bei den einzelnen Schülerinnen und Schülern zu erkennen, was Begeisterung/Motivation angeht?

Wie geht die Lehrkraft insgesamt mit (Leistungs-) Heterogenität um?

Was sind persönliche Erfahrungen der Lehrkräfte?

Mit welchen Unterrichtsmethoden lernen die Schülerinnen und Schüler am liebsten?

Published in: on 2. Mai 2019 at 17:50 Comments (0)
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Empirische Forschung zu Heterogenität im naturwissenschaftlichen Unterricht – Was wissen wir eigentlich wirklich?

1. In einer Konferenz in Ihrem Fachbereich in Ihrem Fach an Ihrer Schule diskutiert das Kollegium über Maßnahmen zum Umgang mit Heterogenität. Sie erinnern sich kurz an diese Vorlesung: nennen Sie zwei empirisch überprüfte Fakten zum Umgang mit Heterogenität, die der Diskussion dienen könnten!

Mädchen erhalten in naturwissenschaftlichen Fächern erwiesenermaßen die durchschnittlich besseren Noten.

Gruppeneinteilung: Leistungsschwache profitieren von heterogenen Gruppen, alle anderen leicht von homogenen Gruppen.

 

2. Erläutern Sie, welches Unterrichtsmuster Sie in Ihrer bisherigen Erfahrung selbst als das wirkungsvollste erlebt haben! Diskutieren Sie Ihre Beobachtung vor dem Hintergrund der Vorlesung!

Mir fällt in diesem Kontext die engagierte Arbeit meiner früheren Lateinlehrerin wieder ein. Sie hat im Unterricht damals viel auf Gruppenarbeit gesetzt, bei welcher sie die Gruppen selbst eingeteilt hat. So war man mit relativ fremden Personen in einer Gruppe, sodass man sich nicht nur einfach unterhalten oder Quatsch gemacht hat. Auch hatte ich das Gefühl, dass sie versucht hat leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler mit leistungsschwächeren zusammen einzuteilen. Dies hat dafür gesorgt, dass konstruktiv gearbeitet werden konnte und nicht „keine Hoffnung“ bestand oder die Anforderungen zu niedrig waren. Diese Beobachtung lässt sich mit Blick auf die Vorlesung bestätigen, da laut dieser leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler in heterogenen Gruppen von den anderen Gruppenmitgliedern konstruktiv unterstützt werden. Die Leistungsstärkeren können Hinweise, Ansätze und Erklärungen beiträgen, von welchen die Leistungsschwächeren profitieren. Außerdem wird so die Motivation der Leistungsschwächeren deutlich erhöht. Laut der Vorlesung sinkt diese bei den Leistungsstärkeren, was meiner Meinung nach allerdings im Hinblick auf die Schülerinnen und Schüler die es sowieso schwerer haben in Ordnung ist.

 

3. Entwickeln Sie eine kurze Aufgabe mit drei gestuften Lernhilfen, die Sie in Ihrem Fach morgen im Unterricht einsetzen könnten! Erläutern Sie die gestuften Lernhilfen und beschreiben Sie, wie sie im Unterricht erkennen können, ob diese erfolgreich gewählt sind.

Ich würde im Fach Mathematik folgende Aufgabe stellen:

Bestimmen Sie die zu streichende Fläche einer Häuserwand. Die Wand ist 10 Meter lang und an den Seiten 4 Meter hoch. Die obere Kante kann mit folgender Funktion beschrieben werden: f(x)=…

1. Lernhilfe: Fertige eine Skizze von der Fläche an und zerlege sie in verschiedene Teilbereiche.

2. Lernhilfe: Überlege dir wie die Fläche unter dem Graphen berechnet werden kann.

3. Lernhilfe: Die Stammfunktion der gegebenen Funktion lautet F(x)=…

Ich würde während der Aufgabenbearbeitung den Schülerinnen und Schülern über die Schulter schauen und sehen wie weit sie bei der Lösung sind. Außerdem beobachte ich inwieweit auf die ausgelegten Lernhilfen zugegriffen wird. Auch in diesem Zusammenhang würde ich beobachten ob die Schülerinnen und Schüler mit den Lernhilfen besser vorankommen. Zudem denke ich, dass offene Kommunikation zwischen Lehrkraft und Schülerinnen und Schülern wichtig ist, sodass ich ganz offen und ehrlich kurz darüber sprechen würde wie die Lernhilfen gewirkt haben. So lässt sich meiner Meinung nach am besten ein tatsächlicher Eindruck gewinnen.

 

4. Eine Kollegin sagt: „Gesamtschulen sind ja immer mal wieder der letzte Trend, ob wir sie nun Oberschulen nennen oder Sekundarschulen, die Idee ist doch dieselbe. Alle werden gemeinsam unterrichtet, was für eine Ideologie. Dabei zeigt doch die empirische Forschung klar, dass das Gymnasium nur von den besten SuS besucht werden sollte. Die schlechten fühlen sich hier doch viel zu schnell überfordert und das frustriert sie so sehr, dass sie vollkommen abschalten.“ Was antworten Sie der Kollegin?

Ein gemeinsamer Unterricht muss nicht bedeuten, dass die verschiedenen Leistungsniveaus ignoriert werden. Guter Unterricht kann trotz heterogener Schülerschaft für alle Schülerinnen und Schüler funktionieren. Das Abschieben auf eine Schule mit höherem Niveau stempelt das Kind direkt ab und senkt das Umgebungsniveau. In der Umgebung von leistungsstarken Schülerinnen und Schülern kann mit gezieltem und gut strukturierten Unterricht eine Verbesserung der Leistung und Motivation von eher leistungsschwachen Schülern und Schülerinnen erreicht werden. Es muss natürlich auch darauf geachtet werden, dass dies nicht die Kapazitäten der Lehrkräfte übersteigt, sodass Schülerinnen und Schüler unter- oder überfordert werden. Doch wenn dies nicht passiert ist ein Gesamtschulsystem meiner Meinung nach durchaus von Vorteil.

Published in: on 24. April 2019 at 23:17 Comments (0)
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(Welt-) Gesellschaftliche Veränderungen und die Reaktion von Schule – ein Blick auf Strukturen und Konzepte

1. Was ist gemeint mit einer ´nationalen Orientierung des Bildungssystems´? Woran kann das festgemacht werden im Hinblick auf seine Zielgruppen, Inhalte/Fächer, Strukturen? (denken Sie hier auch an ihre eigenen Erfahrungen aus der Schulzeit zurück)

Die „nationale Orientierung des Bildungssystems“ bezeichnet die Tatsache, dass im beispielsweise deutschen Schulunterricht das Land Deutschland im Mittelpunkt steht. So werdern bevorzugt deutsche Werte, Methoden und Formen der Kultur an die Schülerinnen und Schüler herangetragen.

Dieses Phänomen wird deutlich, wenn man sich Inhalte der Fächer genauer anschaut. So wird im Politikunterricht hauptsächlich das deutsche politische System thematisiert und freiheitlich demokratische Werte bewusst oder unbewusst vermittelt. Dies ist auch in Geographie und Geschichte der Fall, wo immer das Land Deutschland im Mittelpunkt steht und zu einem großen Teil lediglich die geographische Beschaffenheit und Geschichte Deutschlands thematisiert werden. Dies sorgt für einen großen gesamtheitlichen Fokus auf das Land Deutschland, wobei durch die Wahl der Themen im Unterricht zusätzlich zu den Informationen auch an deutsche Kultur, Werte und Methoden (bspw. Rechenwege in der Mathematik und Physik) gewöhnt wird. Außerdem spielt in diesem Kontext die Sprache eine wesentliche Rolle: Es ist unumstritten, dass Deutsch Hauptfach sein soll und nicht abgewählt oder gegen eine andere Sprache „getauscht“ werden kann. Auch auf diesem Weg, durch das Verbringen von viel Zeit mit deutscher Literatur wird deutsche Kultur und Lebensweise gelehrt. Denn meiner Meinung nach lernen die Schüler so die „deutsche Art zu denken und zu leben“.

Durch die Sprache wird auch deutlich, dass z.B. die Zielgruppe eines Gymnasiums gut Deutsch sprechen sollte und somit einen gewissen Hintergrund mitbringen muss. So lässt sich meiner Meinung nach die These aufstellen, dass durch das allgemein angestrebte Abitur die Schülerinnen und Schüler als erfolgreich und gebildet angesehen werden, die bis zu einem gewissen Grad die deutsche Kultur kennengelernt und Sprache und Denkweisen angenommen haben. Dies sollte nicht zu pauschalisierend gesehen werden und diese These müsste erst genauer untersucht werden, dass hier aber ein logischer Zusammenhang besteht lässt sich meiner Meinung nach nicht von der Hand weisen.

Auch die Strukturen neben der Aufteilung in Klassen oder auch der Schule, wie zum Beispiel die demokratische Wahl einer Klassensprecherin oder eines Klassensprechers oder der Fokus auf christliche Feiertage zeigen, dass durch die Entstehung und Formung der Schule in der deutschen Gesellschaft eine heterogene Schülerschaft ganz selbstverständlich an deutsche Strukturen und Werte gewöhnt wird.

Meine persönlichen Erfahrungen bestätigen dies, vor allem die Inhalte der Fächer waren sehr auf Deutschland als Zentrum ausgerichtet. Da außerdem meine Lehrerinnen und Lehrer zu einem großen Teil Deutsche ohne Migrationshintergrund waren und diese als Erwachsene Einflusspersonen für die Schülerinnen und Schüler darstellen und diese von ihnen auch fachferne Kompetenzen lernen, denke ich erlebt zu haben, dass auf diesem Wege auch unterbewusst deutsche Kultur, Werte und Denk- und Lebensweisen vermittelt wurden.

 

2. Was nehmen Sie aus dem öffentlichen Diskurs über ´Migration als Herausforderung für die Schule´ und über sog. ´Schüler mit Migrationshintergrund´ als Informationen wahr und inwiefern hat die Vorlesung für sie andere/neue Perspektiven dazu eröffnet?

Mir hat die Vorlesung über „Migration als Herausforderung“ und „Schüler mit Migrationshintergrund“ verschiedene Informationen und Denkanstöße verschafft. So denke ich, dass es einen größeren Diskurs darüber geben sollte wie nationalstaatlich der Unterricht an deutschen Schulen in Zukunft sein sollte. Denn auf der einen Seite ist es richtig, über deutsche Geschichte, deutsche Politik und deutsche Geographie zu lehren, andererseits ist es aber auf eine gewisse Art beschränkt, Methoden und Strukturen nur an deutscher Tradition auszurichten. So wäre es bspw. sehr informativ und lehrreich die Methodiken anderer Kulturen in Physik, Chemie, Biologie oder Mathematik kennenzulernen und zu reflektieren. Hier könnte meiner Meinung nach Veränderung entstehen, die den nationalstaatlichen Fokus um positive Aspekte ergänzen kann.

Zum Thema „Migration als Herausforderung für die Schule“ hat die Vorlesung meine Meinung bestätigt, dass Migration ein dauerhafter, verständlicher und definitiv zu akzeptierender Vorgang ist, welcher dafür sorgt, dass heterogene Klassen als Normalzustand gesehen werden sollten und demnach auch angepasst unterrichtet, gefördert und reagiert werden muss. So wurde meine Einstellung darin bestärkt, als dass Migration eine Herausforderung darstellt, diese aber keineswegs als negativ anzusehen ist, da Kinder, welche vor Krieg, Verfolgung, Hunger oder anderem mit ihren Familien zur Flucht und somit Aufgabe ihres bisherigen Lebens gezwungen wurden genau das selbe Recht auf gute Bildung haben, wie Kinder, die das Glück hatten in Deutschland geboren worden zu sein. Deshalb ist für mich persönlich klar, dass ich dieser Herausforderung positiv und engagiert gegenüber treten möchte und nicht als Opfer, welches sich durch diese Herausforderung zusätzlich belastet fühlt und somit in der Migration etwas schlechtes sieht.

Der Diskurs über „Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund“ hat mich daran erinnert, dass alle Menschen sehr verschieden voneinander sind. Obwohl ich selber keinen Migrationshintergrund habe, denke ich, dass ich selber auch möchte, das Dinge die ich anders gelernt habe oder anders sehe als andere nicht als etwas negatives oder als Unsinn wahrgenommen werden. So kann ich sagen, dass ich an mir selbst merke, dass ich möchte, dass mit Schülerinnen und Schülern verständnis- und respektvoll umgegangen wird und Unterschiede zur „deutschen Norm“ nicht negativ sind und behoben werden müssen, sondern dass jedes Individuum seine eigenen Erfahrungen, Talente, Interessen, Gewohnheiten und anderes mitbringt und dies etwas positives, etwas bereicherndes für unsere Gesellschaft darstellt. Ich wurde also durch die Vorlesung erinnert oder erneut darauf aufmerksam gemacht, dass ich später mein bestmögliches tun möchte um die Vielfalt der Schülerinnen und Schüler werzuschätzen und aufrecht zu erhalten und diese dazu zu ermuntern selbstbewusst mit ihren Eigenschaften umzugehen. Da dies für mich aber für wirklich alle Schüler gilt, denke ich dass „Schüler/Schülerin mit Migrationshintergrund“ eine Beschreibung darstellt die zwar in einer Hinsicht informierend ist, auf der anderen Seite sehe ich es aber so, dass durch diese Wortwahl jene Schüler in eine Schublade gesteckt werden, was meiner Meinung nach nicht sein muss. Viel mehr ist mir klar geworden, dass ich egal bei welchem Schüler oder bei welcher Schülerin auf die jeweiligen Eigenschaften eingehen möchte. Da ist meiner Meinung nach die Einordnung in eine Gruppe von Schülern „mit Migrationshintergrund“ nicht notwendig und auch nicht zielführend. Heterogenität ist in diesem Zusammenhang für mich auf wirklich ausnahmslos die gesamte Klasse bezogen und anzuwenden, nicht auf einen gewissen Teil.

Ich würde sagen, dass der Diskurs für mich persönlich nicht wirklich neue Perspektiven eröffnet hat, da ich mich bereits ausgiebig mit diesem Thema auseinandergesetzt habe (u.a. Unterricht in einer Klasse mit Deutschförderbedarf) und vor allem viel über die bekannte Flüchtlingsthematik nachgedacht habe. So haben sich meine Vorstellungen und Ansichten bereits früher gebildet, wurden aber durch diese Vorlesung erneut bekräftigt. So kann man also nicht wirklich davon sprechen, dass sich mir andere oder neue Perspektiven eröffnet haben, was ich allerdings als Bestätigung meiner eigenen Ansichten und Werte sehe.

 

3. Inwiefern kann das Beispiel von Betül (Interviewausschnitt aus einer qualitativen Studie) als Ausdruck von ´DoingCulture´ durch Lehrer*innenhandeln im Unterricht herangezogen werden?

„Doing Culture“ beschreibt für mich nach Folie 15 der Vorlesung die Tatsache, dass Kultur immer kontruiert ist. So wird in dem Interviewausschnitt beispielsweise von der Deutschlehrerin davon ausgegangen, dass die Schülerin Birgül aufgrund ihres Aussehens/ihres Namens/ihrer Art/ihrer Eltern oder anderem mit der türkischen Kultur aufgewachsen ist und diese verinnerlicht hat. Dabei wird übersehen, dass es keine klaren Grenzen von Kultur gibt. So wachsen nicht alle in Deutschland Lebenden mit derselben Art von Kultur auf, nicht alle in der Türkei Lebenden haben genau das selbe Verständnis von türkischer Kultur und genau so gilt dies auch für alle anderen Länder. Dasselbe gilt für die Schülerin im Beispiel. Sie hat nicht aufgrund ihrer Abstammung nur die türkische Kultur oder aufgrund ihres Wohnorts nur die deutsche Kultur kennengelernt. Vielmehr erwächst das eigene Verständnis der jeweiligen Kultur aus allen Erfahrungen die man selbst macht, aus dem eigenen Umfeld, aus der eigenen Vergangenheit. So ist es meiner Meinung nach rassistisch zu erwarten, dass eine Schülerin/ein Schüler Teil einer auf eigenen Vorstellung beruhenden Kultur ist, nur weil Aussehen, Name oder ähnliches dies vermuten lässt. Genau so könnte die Schülerin in einer Pflegefamilie aufgewachsen sein und noch nie mit der türkischen Kultur persönlich konfrontiert worden sein. Also hat die Lehrerin in diesem Fall die Schülerin auf einige Eigenschaften reduziert und voreilige Schlüsse gezogen, ob gerechtfertigt oder nicht ist egal. So hat die Lehrerin im Beispiel also ihre eigene Vorstellung von Kultur konstruiert und diese pauschalisierend mit der Schülerin verbunden, was meiner Meinung nach schnell passiert, aber aufgrund des Vorverurteilens vermieden werden muss. Auch die Konstruktion von Kultur ist meiner Meinung nach problembehaftet, da auch hier die Gefahr des Pauschalisierens und der Einordnung in einer bestimmte konstruierte Kultur, obwohl die Kultur jedes Individuums individuell ist, besteht.

Published in: on 10. April 2019 at 12:40 Comments (0)
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