Ein Sommer durch die Digitalkamera?
Diesen Sommer könnte man sie plötzlich überall wiedersehen, die kleinen silbernen Digitalkameras mit Blitz, klobige Camcorder, MP3-Player oder sogar alte Klapphandys. Denn während unser Alltag immer digitaler, schneller und vernetzter wird, scheint gleichzeitig ein Gegentrend (Analog Movement) zu entstehen, einer, der bewusst wieder zu älteren Geräten greift.
Statt perfekt bearbeiteter iPhone-Bilder tauchen auf Social Media plötzlich verpixelte Blitzfotos, verwackelte Aufnahmen und Videos mit Zeitstempel auf. Bilder, die eigentlich „schlecht“ sind, wirken auf einmal viel echter. Viel persönlicher. Das könnte ein Punkt sein warum dieser Trend sich aktuell sehr durchzusetzen scheint. Doch hinter diesem Trend steckt oft mehr als nur Ästhetik oder Nostalgie. Viele sehnen sich nach einem bewussteren Umgang mit Medien und Technik. Unser Alltag findet mittlerweile fast komplett über ein einziges Gerät statt: Nachrichten, Social Media, Musik, Kamera, Kalender, Uni… alles läuft über das Handy. Dadurch verschwimmen Grenzen zwischen Unterhaltung, Produktivität und ständigem Konsum immer mehr. Alte Geräte wirken dagegen entschleunigend. Wer mit einer Digitalkamera fotografiert, schaut die Bilder oft erst später an. Ein MP3-Player spielt einfach nur Musik, ohne nebenbei Benachrichtigungen einzublenden. Und ein Klapphandy reduziert Kommunikation wieder auf das Wesentliche.
Auch der Begriff „Social Media Detox“ taucht in diesem Zusammenhang immer häufiger auf. Da immer mehr Menschen versuchen bewusst, ihre Bildschirmzeit zu reduzieren oder sich zumindest kleine digitale Pausen zu schaffen. Manche löschen Apps zeitweise, andere ersetzen bestimmte Funktionen ihres Smartphones durch ältere Geräte. Interessant ist dabei aber auch der Widerspruch hinter disem Trend. Viele dieser „digital detox“-Momente landen am Ende trotzdem wieder auf Social Media. Das analoge wird selbst zur Ästhetik, alte Kameras werden nicht nur genutzt, um Erinnerungen festzuhalten, sondern auch, um genau dieses Gefühl von Nostalgie online zu zeigen.
Am Ende geht es Vielleicht also gar nicht darum, komplett auf unsere modernen Geräte zu verzichten, sondern eher darum, bewusster und reflektierter auszuwählen, wie wir sie nutzen wollen.
Was haltet Ihr von diesem Trend? Dient der Trend zur echten Entschleunigung oder doch nur für die Ästhetik?
Mehr zum Thema könnt ihr Hier noch nachlesen:
https://www.siegessaeule.de/magazin/was-steckt-hinter-dem-analogtrend-auf-social-media/
https://www.deutschlandfunkkultur.de/digital-detox-analog-offline-trend-real-life-buchclub-100.html





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