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Durchgefallen! Was nun?

Wir alle kennen die Situation, viele von uns machen sie zu dieser Zeit im Semester durch: Ein Pling! vom Handy verleitet zum Blick auf den Bildschirm. „Die Noten sind da“ lautet da Schwarz auf Weiß eine Nachricht aus dem Gruppenchat und schon sackt das Herz in die Hose, während sich der Puls mit einem Mal erhöht. Hektisch wird PABO geöffnet und mit zittrigen Fingern werden Anmeldedaten eingegeben. Vertippt. Verdammt! Angstschweiß von der Stirn wischen. Nochmal probieren. Die Seite braucht gefühlte Äonen, um zu laden, doch dann starrt man auf das Ergebnis, und… – spürt die tiefe Enttäuschung gemischt mit einer Prise Panik in sich aufsteigen, denn die größte Befürchtung ist eingetreten: 5,0. Durchgefallen.

Doch was sich zuerst wie Versagen auf voller Strecke anfühlt, ist tatsächlich nur halb so schlimm und passiert darüber hinaus den meisten von uns mindestens einmal, wenn nicht mehrmals im Laufe des Studiums. Während ein solches Ergebnis für viele erfahrenere Studis meist keine große Sache mehr ist, trifft es, insbesondere wenn es nach langen Tagen und Nächten des Lernens erfolgt, viele Studis beim ersten Mal wie ein Schlag und nachdem der Schock verdaut ist, stellt sich die Frage: Was jetzt?

Zunächst einmal zur Beruhigung: Ein Fehlversuch, also die 5,0, die so zermürbend auf der PABO-Seite thront, ist nur ein vorübergehender Eintrag; mit dem erfolgreichen Bestehen der Prüfung wird die Note korrigiert und in eure Abschlussnote fließt die 5,0 nicht mit ein.

Dazu, wie ihr nach einem Fehlversuch weiter vorgehen wollt, stehen euch verschiedene Optionen offen.

Insgesamt gilt für alle Bachelor- und Masterstudiengänge, dass Studierende eine Prüfung innerhalb einer Zeitspanne von fünf Semestern bestehen müssen. Das heißt, nach einer verhauenen Prüfung habt ihr noch vier weitere Semester Zeit, diese zu wiederholen. Grundsätzlich muss in jedem Semester die Möglichkeit einer Wiederholung angeboten werden, ihr habt also insgesamt mindestens fünf Versuche, eine Prüfung zu bestehen. „Mindestens“, da manche Dozierende auch mehrere Versuche pro Semester anbieten. Wie viele dieser ihr wahrnehmt, ist euch freigestellt – nur die Zeitspanne von insgesamt fünf Semestern ist ausschlaggebend. In der Regel liegt der nächste Prüfungstermin allerdings ohnehin im nächsten Semester. Ihr müsst euch jedoch auch hierfür erneut bei PABO anmelden und es liegt an euch, eure Dozierenden auf die Nachprüfung anzusprechen und etwaige Termine oder Fragen zu klären.
Die einzige Ausnahme bilden die Abschlussarbeiten, für diese gibt es generell nur zwei Versuche.

(Achtung: Für Jura-Studierende gelten bezüglich der Prüfungsversuche aufgrund der Abschlussform des Staatsexamens eigene Regelungen! Die könnt ihr hier nachlesen.)

Ihr habt also grundsätzlich die Möglichkeit, es direkt im nächsten Semester noch einmal zu versuchen (was in der Regel die klügste Variante ist, da das Gelernte dann noch wesentlich präsenter ist) oder auch erst im übernächsten oder über-übernächsten oder gar über-über-übernächsten – letzterer Fall ist aber absolut nicht empfehlenswert, da ihr dann, solltet ihr erneut durchfallen, endgültig nicht bestanden habt und damit exmatrikuliert werdet. Es ist also ratsam, insbesondere im Falle von Klausuren oder mündlichen Prüfungen, wirklich jeden Versuch wahrzunehmen, den man benötigt. In einigen Fällen kann es jedoch durchaus auch sinnvoll sein, einen Fehlversuch „einzuplanen“. Damit ist zum Beispiel gemeint, wenn du eigentlich für eine Prüfung angemeldet bist, vor der Klausur jedoch das Gefühl hast, nicht ausreichend gelernt zu haben und möglicherweise nur knapp und mit einer für dich unbefriedigenden Note bestehen würdest, oder du für eine wirklich gute Leistung in deiner Hausarbeit mehr Zeit benötigst. Denn wie bereits erwähnt: Eine 5,0 fließt nicht in die Abschlussnote mit ein, eine 4,0 aber eben schon. Dann kannst du der Klausur fernbleiben oder deine Hausarbeit schlichtweg nicht bis zum vorgegebenen Fristende einreichen. Auch ein solches Versäumnis gilt als Fehlversuch. In beiden Fällen solltest du aber aus Respekt deine Prüfer*innen darüber in Kenntnis setzen, sodass sie entsprechend planen können. Die allermeisten Dozierenden haben vollstes Verständnis für dein Bedürfnis, deine bestmögliche Leistung zu erbringen und werden kein Problem damit haben, dass du erst im nächsten Semester deine Prüfung ablegst. Wie gesagt – es ist absolut keine Seltenheit.

Es wurde hoffentlich deutlich: Ein Fehlversuch ist kein Weltuntergang und sicher kein Beweis für Faulheit oder Unfähigkeit im Studium (für alle, die sich gerne mal als Impostor an der Uni fühlen, haben wir hier einen aktuellen Artikel zu dem Thema). Wer dennoch einen extremen Leistungsdruck oder belastende Versagensängste verspürt, dem stehen die Türen der psychologischen Beratungsstelle der Uni Bremen offen.

Also, liebe Studis, wenn die Prüfungsphase sich wie derzeit dem Ende neigt und nach und nach die Prüfungsergebnisse eintrudeln – ruhig Blut. Manchmal läuft es nicht, wie geplant, aber das ist in Ordnung. Tief durchatmen und nochmal versuchen. Es wird alles gut und ihr seid mit eurer 5,0 alles andere als allein.

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