Glossar/Abkürzungsverzeichnis
AStA
Allgemeiner Studierendenausschuss (früher: Studentenausschuss). Wird aus dem Studierendenparlament gewählt und fungiert als „Regierung“ der Studierendenschaft. Hier geht’s zum Bremer AStA.
Bremer Hochschulgesetz (BHG)
Der Bremer Senat beschloss im Dezember 1976 den Entwurf des Bremer Hochschulgesetz (BHG), welches die Beziehungen zwischen Universität und Staat verbindlich regelte und löste damit die vorläufige Universitätsverfassung (VUV) ab. Ein Grund für die Notwendigkeit des Bremer Hochschulgesetzes war die Drittelparität, welche in der VUV ursprünglich verankert, nach dem HRG aber nicht mehr rechtens war (Gräfing: 111 – 119).
Bremer Modell
Das Bremer Modell bezeichnet die Reformambitionen der Bremer Universitätgründung in der Hochschullandschaft, in Abgrenzung an das bis dahin dominierende Hochschulmodell der Ordinarienuniversität. Konstitutiv für den Reformanspruch sind die drittelparitätischen Mitbestimmungsrechte und das mit dem gestellten Anspruch Wissenschaft im Dienst der arbeitenden Bevölkerung verbundene Projektstudium.
DKP/KPD
Deutsche Kommunistische Partei. Nachfolgerin der 1956 verbotenen Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).
Drittelparität
Jede der Statusgruppen stand bis zur Ratifizierung des Bremischen Hochschulgesetzes vom 20.12. 1976 ein Drittel der Stimmen in den Gremien zu (Vorläufige Universitätsverfassung vom 27.05.1972, Gräfing 111-112). Diese Stimmverteilung wird auch Drittelparität genannt.
Hochschulrahmengesetz (HRG)
Das Hochschulrahmengesetz (HRG) wurde 1976 vom Bundestag verabschiedet mit unter anderem dem Ziel der „Schaffung eines leistungs- und wandlungsfähigen Hochschulsystems“ (Gräfing: 111), welches auch die Einheitlichkeit des Hochschulwesens in der BRD garantieren sollte. Für die Universität Bremen bedeutete das unter anderem einen Verlust an Kompetenzen bezüglich der Selbstverwaltung, weshalb es von Seiten der Uni als zu starker staatlicher Eingriff kritisiert wurde. Kritikpunkte waren die Einschchränkung der Drittelparität, die „ungenügende Absicherung der verfaßten Studentenschaft“ und die „verbindliche Einführung eines Ordnungsrechts“ (Gräfing: 111 – 119).
K-Gruppen
Verschiedene Gruppen, die dem Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW) nahestanden.
KBW
Kommunistischer Bund Westdeutschlands.
KSB
Kommunistischer Studentenbund.
KSO/KSV
Die Kommunistische Studentenorganisation (KSO) nannte sich später zum Kommunistischen Studentenverband (KSV) um und sympathisierte mit der kommunistischen Partei Chinas unter der Führung des Diktators Mao Zedong.
MSB Spartakus
Marxistischer Studentenbund Spartakus, der mit dem Staatssozialismus der DDR sympathisierte.
Ordinarienuniversität/Ordinarius
Die Ordinarienuniuversität bezeichnet ein hierarchisch geordnetes Universitätsmodell, in dem den Hochschullehrer*innen mehr Stimmenrechte zukommen, als allen anderen Hochschulmitgliedern. Der*Die mit mehr Rechten ausgestatte Hochschullehrer*in wurde als Ordinarius bezeichnet.
Projektstudium
Neben Seminaren mussten die Studierenden Projekte abschließen. Die sich über mehrere Semester laufenden von Hochschullehrer*innen begleitende Projekte bestanden aus schwerpunkorientierten Themen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit vorraussetzte. Die Themen wurden nach Praxisnähe und an gesellschaftlichen Problemen orientiert ausgewählt.
Rote Liste – KSB
Wahlliste für den AStA aus Mitgliedern der Hochschulgruppe Kommunistischer Studentenbund (KSB) und Sympathisierende Kandidat*innen.
SF
Sozialistische Fraktion, die sich zu beginn der Bremer Uni von dem Sozialdemokratuschen Hochschulbund abspaltete.
SHB
Sozialdemokratischer Hochschulbund, der als SPD nahe galt und der nachgesagt wurde, mit dem Staatssozialismus der DDR zu sympathisieren.
Statusgruppen
Die Mitglieder der Universität werden in drei verschiedene sogannente Statusgruppen aufgeteilt. Zur Gründung der Universität waren dies Hochschullehrer*innen, Studierende und Mitarbeitende (damals: im generischen Maskulin). Die einzelnen Statusgruppen schicken Repräsentant*innen in die Gremien der Universität.
Literatur
Gräfing, Birte (2012): Tradition Reform. Die Universität Bremen 1971 – 2001. Bremen: Donat Verlag.
Von der Vring, Thomas (1975): Hochschulreform in Bremen. Köln: Europäische Verlagsanstalt.