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RV07 – Die kognitiven Dimensionen von Lernerfolg

1. Erläutern Sie den Einfluss von Intelligenz und Vorwissen auf den Lernerfolg. In welchem Verhältnis stehen diese beiden Heterogenitätsdimensionen? Und was muss man tun, um ihren jeweiligen Einfluss empirisch zu untersuchen?

 Die beiden kognitiven Dimensionen Intelligenz und Vorwissen sind die beiden entscheidenden Faktoren für den Lernerfolg. Wichtig dabei ist, dass sie trotz ihrer unterschiedlichen Wirkungsgrade, nicht bzw. nur sehr beschränkt ohne einander funktionieren können. Sie sind eher in gegenseitiger Wechselwirkung zu verstehen und eng miteinander verknüpft. Bei Betrachtung der Studien sowohl von Schneider, Körkel & Weinert als auch von Weinert und Stefanek wird deutlich, dass das (Vor-)Wissen nicht einfach durch Intelligenz ersetz werden kann. Hier wird aufgezeigt, dass für den schulischen Lernerfolg das Vorwissen von größerer Bedeutung ist als die reine Intelligenz. Für die empirische Untersuchung und Belegung der Dimensionen Intelligenz und Vorwissen und dessen Verhältnis in Bezug auf den Lernerfolg sollten Faktoren wie die Betrachtung der Beschulungsdauer in Verbindung (und nicht nur ausschließlich) mit dem biologischen Alter, sowie des stetigen in Verbindungsetzen mit der Umwelt des Kindes, beachtet werden.

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2. (Wie) sind Sie bisher mit dem (heterogenen) Vorwissen Ihrer SuS umgegangen? Und: Welche (evtl. negativen) Erfahrungen haben Sie schon mit mangelnder Kenntnis oder falschen Annahmen über den (Vor)Wissensstand Ihrer SuS gemacht?

Im Laufe meiner ersten beiden Praktika habe ich einige Einblicke in die kognitiven Dimensionen Intelligenz | Vorwissen bei den Schüler*innen erhalten. Bei der Dimension Intelligenz es für mich in den recht kurzen Abschnitten schwieriger festzustellen war wie intelligent ein Kind ist bzw. wie ausgeprägt diese Dimension ist. Häufig sind es Momentaufnehmen aus denen man keine finalen Schlüsse ziehen kann. Allerdings ist mir aufgefallen, dass gerade in diesem Bereich immer mal wieder eine Stigmatisierung stattgefunden hat. Sei es aus meiner Sicht oder aus der der anderen Lehrkräfte.

Das Vorwissen der Schüler*innen ließ sich für mich subjektiv eindeutiger feststellen und sorgte dennoch immer wieder für Überraschungen, wie das folgende Beispiel verdeutlicht:

Bei einem Mindmap mit den Schülern einer 4. Klasse einer Brennpunktschule zum Thema „Sehenswürdigkeiten in Bremen“, sammelte ich die Vorschläge der Schüler*innen an der Tafel. Erwartungsgemäß wurden auch kulturelle Sehenswürdigkeiten genannt, aber eben auch viele Begriffe wie die Eisdiele in der Nähe oder Einkaufsmöglichkeiten. Ein Schüler der als leistungsschwach, mit großen Aufmerksamkeitsproblemen, nannte mit voller Begeisterung die Bremer Kunsthalle und konnte sie auch den anderen Schüler*innen vorstellen.

Hier wurde mir deutlich, wie schnell ich mich selber in falschen Annahmen bewege und wie unabhängig das Vorwissen in Verbindung mit der Einbeziehung der Umwelt von der Intelligenz sein kann.

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3. Einige Befunde der heutigen Sitzung waren für Sie möglicherweise überraschend. Oder Sie sehen einige der Forschungsergebnisse kritisch in Bezug auf Schule und Unterricht. Welche Forschungsfragen ergeben sich daraus (z.B. für Ihr nächstes Praktikum)? Und wie können Sie diese Fragen beantworten?

Die für mich entscheidenden Aussagen der Vorlesung sind, dass die Schule als ein enorm wichtiger Faktor in der Ausbildung und Verzahnung der beiden Dimensionen Intelligenz und Vorwissen ist, dass die Umwelt des Schülers ein stets zu beachtender und nicht zu unterschätzender Faktor ist und dass sich Schüler in den beiden Dimensionen unterscheiden und es somit an den Lehrkräften und an einem guten Unterricht ist, diese Unterscheide zu erkennen, anzuerkennen und zu beeinflussen.

Für mich persönlich bedeutet das, dass ich mich noch offener in den neuen Situationen bewegen möchte, ohne dabei zu voreilig zu handeln und mich festzulegen und mich mehr damit zu befassen, wie ich die beiden Dimensionen in Verbindung mit der Betrachtung der Umwelt in Erfahrung bringen kann.

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