Kategorie: Aufgaben

Aufgabe 2

Entwickeln Sie anhand des ausgewählten Textes ein Lehr-/Lernarrangement, das sich in die Phasen avant-, pendant- und après la lecture gliedert.

a) Begründen Sie die Auswahl der einzelnen Aktivitäten sowie deren Zusammenhang. Stellen Sie stichwortartig die Unterrichtsstunde(n) vor, in die die Leseaktivitäten eingebettet sind (vgl. Kurzentwurf).
b) Entwickeln Sie dazu ein geeignetes Arbeitsblatt, das die Phasen widerspiegelt.
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Kurzentwurf hier: Tableau

Fach: Französisch

Klasse: 7. Klasse

Schule: GaußSchule II

Lernjahr: 2. Lernjahr

Datum: 15.06.2026

Titel Unterrichtsreihe: moi, et ma famille. Ein französisches Gedicht lesen, verstehen und produktiv weiterführen

Stundenthema: das Gedicht „Moi“ (1976) von Maurice Carême lesen, verstehen und auf der Grundlage seiner Struktur ein eigenes Gedicht verfassen und vortragen (lesen).

Kompetenzschwerpunkt: Lesen / Leseverstehen

Lernziele der Stunde:

Inhaltlich: die SuS lesen das Gedicht „Moi“ (1976) von Maurice Carême mehrfach in verschiedenen Leseformen, um ihre Leseflüssigkeit sowie eine angemessene Prosodie und Intonation zu trainieren. Gleichzeitig erschließen sie Inhalt und Aufbau des Gedichts, sodass sie anschließend nach diesem Modell ein eigenes Gedicht verfassen und dieses mit passender Intonation vorlesen können.

Sprachlich: die SuS reaktivieren bekannten Wortschatz aus den Themenfeldern famille, amis, goûts, loisirs und aliments, festigen die Verwendung des Verbs aimer in einfachen Satzstrukturen und trainieren durch das wiederholte laute Lesen ihre Aussprache, Intonation und Leseflüssigkeit.

Methodisch: Die SuS wenden Strategien des globalen und selektiven Lesens an, indem sie den Text zunächst im Rahmen von „Lire contre la montre“ global erfassen und sich einen ersten Überblick über den Inhalt verschaffen. Anschließend lesen sie das Gedicht ein zweites Mal (selektives Lesen) in einem ruhigeren Lesetempo, markieren gezielt sprachliche und inhaltliche Elemente und beantworten Fragen zum Textverständnis. Auf dieser Grundlage verfassen sie anschließend ein eigenes Gedicht nach dem vorgegebenen Muster und üben dessen Vortrag mithilfe der Aufnahmefunktion des iPads. Durch das wiederholte Hören der eigenen Aufnahme reflektieren sie ihre Aussprache, Intonation und Prosodie und verbessern ihren mündlichen Vortrag selbstständig.

Phasen:

  • Globales Lesen (Lire contre la montre),
  • Selektives Lesen (Markieren + Fragen beantworten),
  • Produktive Phase (eigenes Gedicht schreiben),
  • Prosodie/Aussprache (Aufnahme mit dem iPad + Selbstreflexion).

Die Lesensplanung orientiert sich an den Empfehlungen von Romig und Topf (vgl. Romig & Topf 2016: 36–38).

 

Aufgabe 1

Das Leseverstehen sollte durch eine große Bandbreite an Textsorten geschult werden, z.B. durch literarische Texte, Tabellen, öffentliche Anzeigen, Poesie, (Film-)Poster etc. Gerade die Vielfalt an Textsorten sowie die Authentizität dieser Texte tragen zur Förderung des Leseverstehens im Fremdsprachenunterricht bei. Um die verschiedenen Lesestile (s. Theoretischer Hintergrund) zu schulen, bieten sich insbesondere informative Sachtexte an.
Wählen Sie einen authentischen informativen Sachtext in der Zielsprache aus, der sich zur Förderung der Lesekompetenz Ihrer Lerngruppe eignet, und begründen Sie kurz die Auswahl.
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Aus didaktischer Sicht eignet sich das Gedicht „Moi“ (1976) von Maurice Carême besonders gut zur Förderung der Lesekompetenz im Französischunterricht. In der Lesedidaktik wird betont, dass authentische Texte Lernenden ermöglichen, ihr Vorwissen zu aktivieren und unterschiedliche Lesestrategien zu entwickeln. Eine gezielte Vorbereitung vor dem Lesen unterstützt das Textverständnis, da die Schülerinnen und Schüler Verbindungen zwischen ihren eigenen Erfahrungen und dem Inhalt des Textes herstellen können (vgl. Romig & Topf 2016: 36–38).

Im Fall dieses Gedichts ist jedoch eine kleine Vorbereitung erforderlich. Eine einfache Reaktivierung des Vorwissens ist aber genügt. Das Themenfeld Familie und Freunde wurde bereits in Klasse 6 behandelt und im Laufe der 7. Klasse erneut aufgegriffen. Die SuS verfügen daher bereits über den notwendigen Wortschatz, um den Text zu verstehen. Darüber hinaus ist ihnen die Konjugation des Verbs aimer vertraut, da diese in den vergangenen beiden Schuljahren im Zusammenhang mit Vorlieben, Hobbys und Essgewohnheiten behandelt wurde. Diese Themenbereiche sind zudem im Curriculum des Landes Bremen vorgesehen. Die Aktivierung bereits vorhandener Kenntnisse erleichtert den Lernenden den Zugang zum Text und unterstützt die Bedeutungserschließung (vgl. Romig & Topf 2016: 36–38).

Das Gedicht entspricht außerdem den Vorgaben des Bildungsplans Bremen für die Oberschule I. Es lässt sich dem Kompetenzbereich Lesen zuordnen und gehört zur Kategorie der fiktionalen Texte, zu der laut Bildungsplan unter anderem Märchen, Sagen, Fabeln, Erzählungen, Jugendbücher, szenische Texte, Liedtexte und Gedichte zählen. Die SuS begegnen somit einer Textsorte, die ausdrücklich im Lehrplan vorgesehen ist.

Auch hinsichtlich der Anforderungen im Bereich Leseverstehen eignet sich das Gedicht besonders gut. Laut Bildungsplan sollen die SuS Kernaussagen einfacher Texte verstehen können, die bekannte Wörter und Strukturen enthalten, sowie Mitteilungen in einfacher Sprache zu vertrauten Alltagssituationen erfassen. Diese Anforderungen werden durch das Gedicht erfüllt. Der Wortschatz ist weitgehend bekannt, die Satzstrukturen sind einfach und wiederholen sich, und das Thema ist eng mit der Lebenswelt der Lernenden verbunden. Dadurch können die SuS den Textinhalt verstehen, ohne jedes einzelne Wort übersetzen zu müssen.

Darüber hinaus eignet sich das Gedicht besonders für das globale Lesen. Aufgrund seiner Kürze und seiner wiederkehrenden Strukturen können die Lernenden schnell die wesentlichen Informationen erfassen und die Beziehungen zwischen den genannten Personen erkennen. Ziel des globalen Lesens ist es, sich auf die zentralen Informationen eines Textes zu konzentrieren, anstatt Wort für Wort zu übersetzen. Dadurch wird eine effiziente und erfolgreiche Texterschließung gefördert (vgl. Romig & Topf 2016: 38–39).

Die repetitive Struktur des Gedichts unterstützt nicht nur das Leseverstehen, sondern auch die Entwicklung der Vorlesekompetenz. Die SuS können die Wiederholungen nutzen, um prosodische Merkmale wie Rhythmus, Intonation und Pausensetzung einzuüben. Dies fördert eine flüssigere und sinnstiftende Lektüre. Gerade bei Gedichten trägt die Arbeit an der Prosodie dazu bei, Inhalt und Form miteinander zu verbinden. (vgl. Mische 2018: 16).

Schließlich leistet das Gedicht einen Beitrag zur Vielfalt der im Unterricht behandelten Textsorten. Die Begegnung mit unterschiedlichen Textformen ermöglicht es den SuS, verschiedene Lesestrategien anzuwenden und ihre Lesekompetenz weiterzuentwickeln. Das Gedicht „Moi“ stellt somit einen authentischen, motivierenden und sprachlich zugänglichen Text dar, der sich sehr gut für eine 7. Klasse eignet und die Vorgaben des Bildungsplans Bremen im Bereich Lesen erfüllt. (vgl. Romig & Topf 2016: 36)