Aufgabe 4
Reflektieren Sie Ihr Lehr-/Lernkonzept und dessen Durchführung und orientieren Sie sich dabei an dem Reflexionsmodell (Phasen 1-5).
1. Darstellen und Beschreiben
Insgesamt verlief die Unterrichtsstunde ruhig und erfolgreich. Zu Beginn reagierten einige SuS zunächst etwas zurückhaltend, als sie hörten, dass sie mit einem Gedicht arbeiten würden. Nachdem sie jedoch gesehen hatten, dass der Text kurz war und größtenteils bekannten Wortschatz enthielt, legte sich diese Unsicherheit schnell.
Die SuS arbeiteten insgesamt motiviert und konzentriert mit. Besonders positiv fiel auf, dass sie den bereits bekannten Wortschatz aus den Themenfeldern famille, amis, goûts, loisirs und aliments sicher anwenden konnten.
Am meisten Freude bereitete den SuS die abschließende Arbeitsphase mit dem iPad. Durch das Aufnehmen und wiederholte Anhören ihrer eigenen Stimme konnten sie selbstständig an ihrer Aussprache, Intonation und Prosodie arbeiten. Diese Phase wurde von den meisten SuS als motivierend und abwechslungsreich wahrgenommen.
2. Analysieren und Vergleichen
Die geplanten Unterrichtsphasen konnten wie vorgesehen durchgeführt werden. Die Lernziele wurden insgesamt erreicht: die SuS reaktivierten bekannten Wortschatz, festigten die Verwendung des Verbs aimer und arbeiteten an ihrer Aussprache sowie ihrer Intonation.
Größere Abweichungen von der Unterrichtsplanung ergaben sich nicht. Dies lag unter anderem daran, dass die Lerngruppe sehr diszipliniert arbeitet und mit klaren Arbeitsaufträgen vertraut ist.
Lediglich während der digitalen Arbeitsphase entstand ein höherer Geräuschpegel, da alle SuS ihre Texte gleichzeitig laut einübten. Um eine ruhige Arbeitsatmosphäre zu gewährleisten, arbeitete ein Teil der Lerngruppe im Nebenraum weiter. Dabei war es hilfreich, dass die anwesende Lehrkraft die dort arbeitenden SuS begleiten konnte. Diese organisatorische Anpassung diente ausschließlich der besseren Lernatmosphäre und stellte keine inhaltliche Abweichung von der Planung dar.
3. In Beziehung setzen
Die Rückmeldungen der SuS waren insgesamt sehr positiv. Mehrere SuS äußerten, dass sie es schade fänden, mich nach dem Praktikum nicht wiederzusehen. Einige verabschiedeten sich nach der Stunde sogar mit einer Umarmung. Dies zeigte mir, dass sie sich im Unterricht wohlgefühlt hatten und die gemeinsame Arbeit als positiv erlebt haben.
Auch die betreuende Lehrkraft bewertete die Unterrichtsstunde insgesamt positiv. Besonders die Arbeit mit den iPads entsprach ihrer eigenen Unterrichtspraxis und wurde daher als sinnvoll eingeschätzt.
Als Anregung gab sie mir mit, die Ausspracheübungen zukünftig noch spielerischer zu gestalten. Diese Rückmeldung deckt sich mit meiner eigenen Reflexion. Im Anschluss an mein Seminar an der Universität habe ich verschiedene Ideen kennengelernt, wie sich die Prosodie und Intonation noch motivierender trainieren lassen, beispielsweise durch das Vorlesen mit unterschiedlichen Emotionen oder kleinen Sprechspielen. Solche Elemente würde ich bei einer erneuten Durchführung ergänzen, um die Sprechfreude der SuS noch stärker zu fördern. (vgl. Keßler, Pia/ Jauch, Werner, 2011 : 2-9.)
- Schlussfolgern
Die Auseinandersetzung mit theoretischen Grundlagen war für die Planung und Reflexion meines Unterrichts eine große Unterstützung. Besonders die Inhalte der Seminare sowie der regelmäßige Austausch mit meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen haben meinen Blick auf den Fremdsprachenunterricht erweitert. Immer wieder wurden dort wissenschaftliche Konzepte und didaktische Ansätze vorgestellt, auf die ich allein nicht unbedingt gekommen wäre und die mir dabei geholfen haben, meine Unterrichtsentscheidungen fundierter zu begründen.
Darüber hinaus hat sich die Plattform meinUnterricht.de für mich als äußerst wertvolle Ressource erwiesen. Sie bietet zahlreiche praxisnahe Unterrichtsideen und verweist gleichzeitig auf fachdidaktische Grundlagen. Besonders hilfreich ist für mich, dass viele der dort vorgestellten Konzepte wissenschaftlich eingeordnet werden. Häufig hatte ich bereits intuitive Ideen für meinen Unterricht, konnte diese jedoch zunächst nicht fachlich begründen. Die theoretischen Texte helfen mir dabei, meine Überlegungen mit fachdidaktischen Konzepten zu verknüpfen und meine eigene Unterrichtspraxis bewusster zu reflektieren.
5. Planen
Bei einer erneuten Durchführung der Unterrichtseinheit würde ich insbesondere die Übungsphase zur Aussprache und Prosodie noch spielerischer gestalten. Die betreuende Lehrkraft gab mir nach der Stunde den Hinweis, dass sich gerade in diesem Bereich verschiedene Sprachspiele gut eignen würden. Diese Anregung halte ich für sehr sinnvoll.
Interessanterweise habe ich auch im letzten Seminar an der Universität zahlreiche neue Ideen kennengelernt, die sich gut in diese Unterrichtseinheit integrieren ließen. So könnten die SuS das Gedicht beispielsweise mit unterschiedlichen Emotionen – etwa traurig, fröhlich, wütend oder verliebt – vorlesen. (vgl. Keßler, Pia/ Jauch, Werner, 2011 : 2-9.) Da die Verse des Gedichts sehr kurz sind, eignet sich der Text besonders gut für solche Übungen. Auf diese Weise würden nicht nur Aussprache und Intonation trainiert, sondern auch die Leseflüssigkeit und der spielerische Umgang mit Sprache gefördert.
Darüber hinaus würde ich die digitale Übungsphase organisatorisch etwas anders gestalten. Da während der Audioaufnahmen viele SuS gleichzeitig laut übten, würde ich die Lerngruppe von Beginn an auf zwei Räume verteilen oder feste Aufnahmezeiten einplanen. Dadurch könnte eine ruhigere Arbeitsatmosphäre geschaffen werden, ohne den selbstständigen Charakter der Übungsphase einzuschränken.

