Tag: 22. Juni 2026

Aufgabe 2

Entwickeln Sie anhand des ausgewählten Textes ein Lehr-/Lernarrangement, das sich in die Phasen avant-, pendant- und après la lecture gliedert.

a) Begründen Sie die Auswahl der einzelnen Aktivitäten sowie deren Zusammenhang. Stellen Sie stichwortartig die Unterrichtsstunde(n) vor, in die die Leseaktivitäten eingebettet sind (vgl. Kurzentwurf).
b) Entwickeln Sie dazu ein geeignetes Arbeitsblatt, das die Phasen widerspiegelt.
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Kurzentwurf hier: Tableau

Fach: Französisch

Klasse: 7. Klasse

Schule: GaußSchule II

Lernjahr: 2. Lernjahr

Datum: 15.06.2026

Titel Unterrichtsreihe: moi, et ma famille. Ein französisches Gedicht lesen, verstehen und produktiv weiterführen

Stundenthema: das Gedicht „Moi“ (1976) von Maurice Carême lesen, verstehen und auf der Grundlage seiner Struktur ein eigenes Gedicht verfassen und vortragen (lesen).

Kompetenzschwerpunkt: Lesen / Leseverstehen

Lernziele der Stunde:

Inhaltlich: die SuS lesen das Gedicht „Moi“ (1976) von Maurice Carême mehrfach in verschiedenen Leseformen, um ihre Leseflüssigkeit sowie eine angemessene Prosodie und Intonation zu trainieren. Gleichzeitig erschließen sie Inhalt und Aufbau des Gedichts, sodass sie anschließend nach diesem Modell ein eigenes Gedicht verfassen und dieses mit passender Intonation vorlesen können.

Sprachlich: die SuS reaktivieren bekannten Wortschatz aus den Themenfeldern famille, amis, goûts, loisirs und aliments, festigen die Verwendung des Verbs aimer in einfachen Satzstrukturen und trainieren durch das wiederholte laute Lesen ihre Aussprache, Intonation und Leseflüssigkeit.

Methodisch: Die SuS wenden Strategien des globalen und selektiven Lesens an, indem sie den Text zunächst im Rahmen von „Lire contre la montre“ global erfassen und sich einen ersten Überblick über den Inhalt verschaffen. Anschließend lesen sie das Gedicht ein zweites Mal (selektives Lesen) in einem ruhigeren Lesetempo, markieren gezielt sprachliche und inhaltliche Elemente und beantworten Fragen zum Textverständnis. Auf dieser Grundlage verfassen sie anschließend ein eigenes Gedicht nach dem vorgegebenen Muster und üben dessen Vortrag mithilfe der Aufnahmefunktion des iPads. Durch das wiederholte Hören der eigenen Aufnahme reflektieren sie ihre Aussprache, Intonation und Prosodie und verbessern ihren mündlichen Vortrag selbstständig.

Phasen:

  • Globales Lesen (Lire contre la montre),
  • Selektives Lesen (Markieren + Fragen beantworten),
  • Produktive Phase (eigenes Gedicht schreiben),
  • Prosodie/Aussprache (Aufnahme mit dem iPad + Selbstreflexion).

Die Lesensplanung orientiert sich an den Empfehlungen von Romig und Topf (vgl. Romig & Topf 2016: 36–38).

 

R2

R2
  • Welche Inhalte waren neu für Sie? Welche Inhalte haben Sie besonders interessiert/ überrascht?

Besonders interessant war für mich die bewusste Arbeit an Prosodie, Intonation und Leserhythmus. Als Muttersprachlerin spreche und lese ich Französisch ganz selbstverständlich und habe bisher kaum darüber nachgedacht, welche sprachlichen Merkmale eine natürliche Aussprache ausmachen. Erst durch die Beschäftigung mit diesem Thema wurde mir bewusst, dass diese Fähigkeiten im Fremdsprachenunterricht gezielt vermittelt und eingeübt werden müssen. Überrascht hat mich außerdem, wie wichtig wiederholte und unterschiedlich gestaltete Lesephasen sind, damit Schülerinnen und Schüler nicht nur den Text verstehen, sondern ihn auch zunehmend flüssig und mit einer natürlichen Intonation lesen können.

  • Welche in R1 formulierten Ziele in Hinblick auf Ihre eigene Professionalisierung als Fremdsprachenlehrkraft konnten erreicht werden und welche nicht? Warum (nicht)?

Die meisten Ziele aus meiner ersten Reflexion konnte ich erreichen. Ich habe mein Wissen über den Kompetenzbereich Leseverstehen deutlich erweitert und ein besseres Verständnis dafür entwickelt, welche Schwierigkeiten beim Lesen einer Fremdsprache auftreten können wenn man nicht Muttersprachler:in ist. Außerdem habe ich verschiedene didaktische Methoden kennengelernt, um die Leseflüssigkeit, das Textverständnis sowie die Prosodie gezielt zu fördern. Besonders interessant fand ich das wiederholte laute Lesen, das lire contre la montre sowie das Aufnehmen und Anhören der eigenen Stimme mit dem iPad. Diese Methoden ermöglichen es den SuS, ihre Aussprache, Intonation und ihren Leserhythmus bewusst zu trainieren und ihre eigenen Fortschritte wahrzunehmen.

Auch mein Ziel, den Zusammenhang zwischen Prosodie und Leseverstehen besser zu verstehen, konnte ich erreichen. Während der Planung und Durchführung meiner Unterrichtsstunde wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, SuS gezielt zu einer natürlichen Aussprache anzuleiten. Als Muttersprachlerin geschieht dies für mich intuitiv, doch im Fremdsprachenunterricht muss eine authentische Intonation und Prosodie bewusst aufgebaut und eingeübt werden.

  • Welche Entwicklungsziele setzen Sie sich mit Blick auf Ihre eigene Professionalisierung als Fremdsprachenlehrkraft?

Für meine weitere Professionalisierung als Fremdsprachenlehrkraft möchte ich mein Wissen im Bereich des Leseverstehens und insbesondere der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten weiter vertiefen. Das Thema Dyslexie interessiert mich schon seit vielen Jahren und ich möchte mich auch zukünftig intensiv damit beschäftigen. Da ich plane, meine Masterarbeit diesem Themenbereich zu widmen, hoffe ich, meine Kenntnisse weiter auszubauen und daraus konkrete Fördermöglichkeiten für den Fremdsprachenunterricht abzuleiten. Langfristig ist es mein Ziel, Lernende mit unterschiedlichen Voraussetzungen noch gezielter unterstützen zu können und einen möglichst inklusiven Französischunterricht zu gestalten.