Studieren in Norwegen

Rita ist seit fünf Semestern Studentin der Uni Bremen und studiert momentan an einer Partneruniversität in Norwegen. Hier berichtet sie von ihrer Entscheidung für ein Studium im Ausland und einigen ihrer bisherigen Erfahrungen damit.


Wieso hast Du dich für ein Auslandssemester entschieden?

Ich war schon mein Leben lang in Bremen und hab dann auch in Bremen studiert. Ich bin dann durch Infomails darauf aufmerksam geworden, dass man über die Uni auch ins Ausland kann und dafür auch eigentlich immer Förderung bekommt. Ich wollte eigentlich schon immer ins Ausland gehen. Deshalb hab ich mich drauf beworben und schon ein bisschen geguckt, was für mögliche Partner-Unis es gibt.

Warum hast Du explizit Norwegen als Ziel gewählt?

Ich bin ja jetzt sehr weit „ab vom Schuss“, etwas nördlich vom Polarkreis. Ich dachte eigentlich erst an England, aber da ich schon Erfahrungen mit England hatte und sehr gerne etwas ganz Extremes erleben wollte, sehr gerne den Winter und den Norden mag und über Norwegen noch gar nicht so viel wusste, dachte ich, das wäre eigentlich der perfekte Ort, um vielleicht was Neues zu sehen. Und zu sehen, wie auch Leute in so extremen Witterungszuständen klarkommen. Die dramatischen Landschaften haben mich schon immer angesprochen, wie die Berge im Norden und die wilde, hohe Natur – im Gegensatz zum Flachland. Das war schon echt ein Spektakel.

Inwiefern hat die Uni Bremen dich bei Deinem Auslandssemester unterstützt?

Die Uni Bremen hat mich komplett bei meinem Auslandssemester unterstützt. Natürlich muss man sich selbst auch organisieren und schauen, was man möchte und auch Deadlines einhalten. Aber wenn man eine Frage zu irgendetwas hatte, konnte man immer zu seiner / seinem eigenen Erasmus-Koordinator:in gehen und fragen. Auch die Partneruniversitäten sind super gut zu erreichen und falls es mal Probleme gibt, die Partneruni zu erreichen, dann kann man den Vertreter:innen in Bremen Bescheid sagen und die helfen einem da auch – gerade was Klausuren angeht.

Es gibt ja auch Verschiebungen im Semesterstart; in Norwegen geht das Semester im August los, das Herbstsemester, heißt es hier. Und da sind in Bremen ja noch Klausuren. Da helfen die einem so ein bisschen, Klausuren zu koordinieren und mit den Professoren zu gucken, wie man das alles planen kann oder wenn man noch eine Klausur hat, dass man vielleicht später fliegt.

Was hat Dich bisher am meisten an deinem Aufenthalt in Norwegen fasziniert?

Viele Leute sagen, ein Auslandsaufenthalt verändert einen und macht einen sehr selbstständig. Ich hatte, bevor ich losgefahren bin, sowieso schon das Gefühl, dass ich relativ selbstständig bin und gut alleine klarkomme, aber was mich wirklich fasziniert hat, ist, dass es etwas ganz Anderes ist, einen ganz neuen Ort kennenzulernen und es gibt dann so richtig die Möglichkeit, das Leben nochmal anders auszuprobieren.

Alles was man so normal findet, ist anders. Wenn man in den Supermarkt geht, ist alles anders. Es gibt einen Fokus auf andere Dinge. Man sieht einfach, dass es andere Lebensschwerpunkte gibt bei Menschen und das ist super interessant. Und auch, wie Leute lernen und wie Menschen zu gewissen Aspekten im Leben stehen.

Wenn man z.B. in Norwegen die Leute kennenlernt und ihnen zuhört, was sie so an ihrer Heimat lieben und was sie so an ihr Zuhause erinnert, macht es die Leute immer super glücklich. Das war voll faszinierend, weil man selber auch merkt, dass die Heimat quasi das Zuhause sein kann, aber man auch an anderen Orten zuhause sein kann.

Würdest Du nochmal ein Auslandssemester machen?

Ja, definitiv! Ich hab meinen Auslandsaufenthalt auch verlängert. Über Erasmus darf man zwei Semester machen. Also, würde ich sagen, ich hab das im Bachelor komplett ausgenutzt. Aber ich würde mich dadurch wahrscheinlich auch trauen, noch ein bisschen weiter weg zu kommen. Vielleicht werde ich im Master auch noch ein Auslandssemester machen über ein anderes Programm.

Welchen Rat kannst Du Studierenden auf den Weg geben, die mit dem Gedanken an ein Auslandssemester spielen?

Also, ich würde sagen, redet immer mit irgendwelchen Freunden oder Familienmitgliedern und lasst euch immer begeistern! Kurz vorm Auslandssemester hat eigentlich jeder Angst, weil man realisiert, dass man umziehen muss, weg ist für ein halbes Jahr, das es länger ist, als man gedacht hätte – aber dann auch kürzer ist, als man denkt. Und ich glaube, jeder, mit dem ich darüber gesprochen habe und der auch im Ausland gerade ist, hat gesagt, die haben kurz davor überlegt, abzusagen. Gerade meine Freunde haben mich voll unterstützt, das auch zu machen.

 

Vielen Dank an dieser Stelle an Rita für das tolle Interview und die atemberaubend schönen Landschaftsfotografien!


Infos zum Auslandssemester im Allgemeinen

Infos zum Auslandssemester über Erasmus 

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