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Das Monster unter uns

Das unheimliche kann viele Formen und Gesichter annehmen. Manch einer mag vielleicht an Horrorfilme und die darin vorkommenden Wesen denken. Anderen graut es vor der Dunkelheit, engen Gassen und zucken bei jedem Geräusch zusammen. Wieder andere verfolgen mit Unwohlsein das aktuelle Zeitgeschehen und gruseln sich vor diversen politischen AkteurInnen und fragen sich, ob es ok wäre, wenn man den einen oder anderen als Monster hinzuzählt.

Aus der Pop-Kultur kennt man die ikonischen Monster wie Vampire, Zombies und Werwölfe. Die Twilight-Saga hat, wie in der Vorlesung zum Thema Uncanny (Anthropologie des Unheimlichen) erwähnt, zu einem neuen Vampir-Image geführt. Kaltblütige Blutsauger, welche mit brutalen Methoden versuchen an das Blut ihrer Opfer zu kommen, wandeln sich im Twilight-Universum zu glitzernden Softies. Ich bediene mich hier bewusst einem überspitzten Klischee, da ich die Filme und Bücher nie gesehen/gelesen habe. Und ganz ehrlich spricht mich der Plot auch nicht an, womit ich gut und gerne darauf verzichten kann. Gleiches gilt auch für Vampir-Serien wie Vampire Diaries, wobei ich da die ersten beiden Folgen gesehen habe und ganz klar sagen kann, dass mir die Art und Weise der Serie nicht gefällt. Dennoch habe ich als Kind gerne den kleinen Vampir gelesen und den dazu gehörigen Film mehr als einmal gesehen. Im späteren Verlauf habe ich die Filmreihe Hotel Transsilvanien sehr geliebt, was vor allem an den Charakteren liegt. Ich kann mich auch noch gut an die Szene aus Spongebob erinnern, in der die ikonische Figur des Draculas einen Lichtschalter betätigt. Als Kind hatte ich danach eine Zeitlang schlecht geträumt, heute als Erwachsene kann ich darüber schmunzeln.

Katastrophen bzw. Endzeit-Szenarien, die häufig in Form von Zombie-Apokalypsen daherkommen, werden seit Jahren immer wieder produziert. Neben Filmen/Serien und Büchern, eignet sich solch ein Setting auch für Videospiele. Das bekannte Vater-Tochter-Gespann in der Serie The Last of Us wurde in der gleichnamigen Videospielreihe erstmals berühmt und konnte die Herzen vieler SpielerInnen erobern. Die Serie ist definitiv etwas, was ich mir bei Gelegenheit auch mal anschauen werde, gerade da ich das Let’s Play (Videos, in denen andere sich dabei aufnehmen, wie sie ein Spiel spielen und dabei kommentieren) zu dem zweiten Spieleteil gerne verfolgt habe. Dennoch konnte ich bis auf eine Ausnahme, sonstigen dystopischen Endzeit-Szenarien nichts abgewinnen. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich meiner Meinung nach Serien und Filme mit dem Thema stark ähneln und wenig innovative Ideen entwickelt werden. Dazu kommt, dass mich das Drama innerhalb der Gruppen, welche sich da mehr oder weniger freiwillig zusammenschließen, stört. Die einzige Serie, welche Zombies beinhaltet und ich wirklich gut finde, ist iZombie. Ja, Zombies entstehen auch hier durch einen Virus (eine andere Ursache ist wahrscheinlich auch nicht möglich), aber die Hauptprotagonistin bringt mit ihrer Fähigkeit einen interessanten Twist. Dazu kommt, dass die Serie in den Bereich der Genre Dramedy und Krimi fällt, was mir persönlich am besten gefällt. An und für sich habe ich nichts gegen düstere und bedrückende Inhalte in Filmen und Serien. Sonst würde ich auch keine Polizei- und Kriminalserien schauen. Was für mich da den Unterschied macht ist die Tatsache, dass die Teams zusammenarbeiten und kein künstlich aufgebauschtes Drama hinzugefügt wird.

 

— Marie

Einfache Tomatensuppe mit Grilled Cheese-Rezept

Der Januar fordert mal wieder seinen Tribut. Draußen ist es kalt und die meisten Student*innen stecken mitten im Klausurenstress. Also höchste Zeit für ein Gericht, das nicht nur den Körper, sondern auch das Gemüt erwärmt. In diesem (jetzt schon zweiten Rezept) will ich euch deshalb mein Lieblings comfort food für den Winter und einen absoluten Klassiker vorstellen: Tomatensuppe mit Grilled Cheese.

 

Geschichte hinter dem Klassiker:

Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts war Tomatensuppe durch die Einfuhr von Tomaten aus Südamerika ein Gericht, welches in verschiedenen europäischen Küchen kursierte. Von traditionellen Rezepten wie der toskanischen Pappa al Pomodoro bis hin zur spanischen Gazpacho, welche kalt gegessen wird, finden sich unterschiedlichste Variationen.

Bis die Tomatensuppe mit dem in den 1920er salonfähig gemachten Käsesandwich kombiniert wurde, dauert es jedoch noch bis zum zweiten Weltkrieg. Aus der Notwendigkeit ein günstiges und nahrhaftes Essen aus wenigen Zutaten zu kochen, wurde die Kombination von Tomatensuppe und Grilled Cheese geboren.

Der endgültige Durchbruch in der breiten Masse kam in den 60ern mit dem Verkauf von Tomatensuppe in Konservendosen. Genauer gesagt mit Cambell`s condensed tomato soup. Der Erfolg ist dabei nicht nur durch das Produkt selbst zu begründen – tatsächlich wurde die Konserve schon zu Ende des 19. Jahrhunderts verkauft – sondern viel mehr damit, dass Andy Walhall eine ganze Reihe an Siebdrucken der Tomatensuppe des amerikanischen Herstellers widmete. Die Suppe aus der Dose wurde somit zum Kultprodukt. Im Zuge der Werbekampanien wurde sogar explizit das Grilled Cheese als perfekte Beilage beworben.

Ein neuer Meilenstein in der Geschichte wurde 2024 gelegt, als ich in unserer WG Tomatensuppe mit Grilled Cheese für mich entdeckte. Meine Mitbewohner*innen hatten beides kurz nach meinem Einzug zubereitet, worauf ich innerhalb der nächsten Woche ca. an die 313 Grilled Cheese aß.

Über das Gericht lässt sich wohl noch sehr lange reden. Im Gegensatz dazu sollte das Rezept selbst eher kurz ausfallen. Also legen wir los!

 

Zutaten (für 1-2 Personen):

Tomatensuppe:

  • Dose gehackte Tomaten (mit Basilikum oder Knoblauch)
  • 1 Zwiebel
  • 150ml Gemüsebrühe
  • Sahne und Crème Fraîche
  • Salz, Pfeffer, Knoblauchpulver, Oregano
  • Frische Basilikumblätter (optional)

 

Grilled Cheese:

  • Toast oder frisches Sauerteigbrot
  • Gouda
  • Margarine oder Butter

 

Zubereitung:

Zunächst muss gesagt sein, dass es durchaus aufwendigere und vielleicht auch bessere Weisen gibt Tomatensuppe zu machen. Dieses einfache und schnelle Rezept sollte jedoch genügen, um ins Tomaten-Suppen-Game einzusteigen.

Als erstes schneidet ihr eine Zwiebel in grobe Würfel und schwitzt diese auf mittlerer Hitze an, bis diese glasig sind. Anschließend gebt ihr die gehackten Tomaten, Gemüsebrühe und Oregano dazu und lasst alles für ein paar Minuten aufkochen. Dann kommt die Sahne dazu, um der Suppe ihre Cremigkeit zu geben. Als vegane Alternative schlage ich Toast vor (Ich habe es selbst noch nie probiert aber gehört, dass das einen ähnlichen Effekt geben soll). Nun wird alles mit einem Stabmixer fein püriert. Zu guter Letzt schmeckt ihr mit Salz und Pfeffer und frischem Basilikum ab und nehmt als Topping Crème Fraîche.

Für das Grilled Cheese beschmiert ihr die äußeren Hälften des Brotes mit Margarine oder Butter und legt eine Scheibe Gouda in die Mitte. Das Brot grillt ihr dann auf beiden Seiten an,  bis diese goldbraun sind.

Und schon ist alles fertig, GuAp!

Gruppenarbeit

Im Rahmen der Vorlesung Ethnologie 1 hat man die Möglichkeit jede Woche aufs Neue einen Einblick in die unterschiedlichsten Themengebiete zu bekommen. Themen wie Körper, Sound und auch Wasser konnten so auf individuelle Art und Weise erschlossen werden. Zusammen mit meiner Gruppe habe ich mich an das Thema Wasser gewagt.

Zu Beginn haben wir mittels Brainstormings versucht einen Zugang zu finden. Schnell ist uns bewusst geworden, wie komplex Wasser sein kann und auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, war umso schwieriger. Aggregatszustände, Bräuche und die Frage danach, wem gehört überhaupt Wasser, sind nur ein paar Punkte auf unserer Liste gewesen. Wir sind dann auf zwei Kernaspekte gekommen: Wasserechte und Wasser als Gefahr. Unsere Gruppe bestand, wie viele weitere, aus 5 Personen, was mich auch direkt zu den Herausforderungen bringt. Dadurch, dass wir so viele waren, wurde es natürlich kompliziert alle gleichzeitig zusammen zu bekommen. Es hat oft genug funktioniert, um gemeinsam eine großartige Präsentation zu erstellen, aber es war für mich dennoch schwierig darauf zu warten, dass sich jedes Gruppenmitglied zu einzelnen Fragen und Anmerkungen meldet. Beim Bearbeiten haben wir festgestellt, dass beide Themen zusammen doch etwas viel sind. Doch wir konnten uns glücklicherweise schnell auf eins einigen: Wasserrechte. Meine erste Recherche hat mich direkt zu einem Überblick der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) geführt, wo unter anderem Abkommen der Vereinigten Nationen (auch bekannt als UN) vorkamen. Von diesem Punkt aus habe ich mich dann mit den verschiedenen Konventionen zu Nichtschifffahrtlicher Nutzung und dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen befasst. Erstaunlicherweise hatte ich keine großen Probleme mich mit trockenen Gesetzestexten auseinanderzusetzen, was vielleicht daran liegt, dass ich mir das freiwillig ausgesucht und damit einen ersten Zugang hergestellt habe, losgelöst von irgendwelchen Zwängen oder Verantwortungen anderen gegenüber. Ich hatte dann auch den Aspekt Gesetze als mögliche Idee mit eingebracht und bin bis zum Schluss dabeigeblieben, an diesem Bereich mitzuarbeiten und dann vorzustellen.

Der allgemeine Aufhänger unserer Präsentation war das Mittelmeer. Dazu haben wir einerseits Rechte und Pflichten auf dem Wasser herausgestellt (lokal, wie auch auf internationaler Ebene) und andererseits eine direkte Verknüpfung zu realen Geschehnissen hergestellt. Als eine kulturwissenschaftliche Praxis konnten wir auch auf die Biografie eines jungen Menschen zugreifen, der über eine der bekannten Fluchtrouten des Mittelmeeres nach Deutschland kam. Dies hat uns geholfen anhand der Erlebnisse dieses Menschen, die Strapazen einer solchen Reise nachvollziehen zu können. Großer Dank gilt da dem jungen Menschen, der sich dazu bereit erklärt und Mut gezeigt hat, über seine Erfahrungen zu sprechen. Und vor allem an die Kommilitonin, die es ermöglicht hat, in Form eines kleinen Interviews diese Eindrücke mit uns zu teilen.

Was mich am meisten schockiert und emotional mitgenommen hat, war die Tatsache, dass jegliche Behörden ankommende Boote, wenn sie überhaupt vorher auf dem Wasser aufgefallen sind, nur darauf überprüft haben, ob potenziell „gefährliche Personen“ darauf sind. Dass da eine Vielzahl an Personen sind, die sich seit Tagen auf einer gefährlichen Reise befinden und dementsprechend körperlich und geistig am Ende ihrer Kräfte sind, keine Rettung erfahren, finde ich mehr als verwerflich. Migration ist ein sehr großes und vor allem wichtiges Thema, was meines Erachtens viel mehr Aufmerksamkeit benötigt, als das, was man in einer Präsentation abbilden kann.

Hier der Link zur Seite der bpb:

https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/wasser-2021/328630/wasser-und-sicherheit/

— Marie

Die Angst Fehler zu machen – Ein Erfahrungsbericht

Es ist der 29.12. um 15:55 Uhr. Seit gut 3 Stunden versuche ich irgendwie einen neuen Blogbeitrag zu verfassen, aber nichts will mir so wirklich gelingen. Das beginnt schon damit, dass mir zunächst nichts einfällt, worüber ich gerne schreiben würde und selbst wenn ich das Gefühl habe, etwas Passendes gefunden zu haben, verwerfe ich das Thema aus verschiedensten Gründen.

Erst wollte ich mich an eine Buchempfehlung wagen, doch das schien mir zu umfangreich. Auch wenn mir der Schreibstil des Autors und die Rezeption des Romans sehr gefallen hat, gab es einfach zu viele Stellen, welche einer umfassenden Reflexion und Kritik bedurft hätten. Als Zweites kam mir in den Kopf, ich könnte über mentale Gesundheit schreiben und dafür eine Auswahl an Tipps formulieren. Das war mir allerdings wiederum ein bisschen zu persönlich und die Tipps, die mir einfielen, waren zu plakativ und einfach nichts Neues.

Das ich mir Dinge vornehme nur um sie dann doch nicht anzufangen oder fertigzubringen ist für mich nicht gerade außergewöhnlich. Vor allem kreativ-künstlerische Projekte verhungern schon auf halber Strecke bei der Planung. Seit 2 Jahren würde ich gerne mal wieder malen, Häkeln lernen oder nehme mir vor Musik zu produzieren.  Außer einem kleinen Schlüsselanhänger, gehäkelt aus lila Wolle und bestehend aus vier Maschenreihen, ist dabei allerdings noch nicht viel bei rumgekommen. Die Gründe dafür sind bestimmt vielfältig, aber einer scheint für mich auf jeden Fall der ausschlaggebende zu sein – Perfektionismus.

Das Streben nach Fehlerlosigkeit und somit nach Perfektion ist keineswegs eine Überzeugung, die ich teile. Wohl eher ist es ein Denkfehler der, selbst wenn ich ihn erkenne, nie so ganz verschwinden will. Dabei liegt doch auf der Hand, dass man in etwas nur besser werden kann, wenn man bereit ist Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Die Angst vor Fehlern ist also die Hürde, die es zu überwinden gilt. Wie? – Das weiß ich auch nicht so genau.

Naja, irgendwie doch – meistens ist für mich „Mut“ das allgemeine Mittel gegen Angst. Der Mut Fehler zu machen und Kritik anzunehmen, der Mut die eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu kommunizieren oder der Mut anzufangen und einen Blogbeitrag zu schreiben, der jetzt irgendwie doch ganz schön plakativ UND persönlich geworden ist, obwohl ich eigentlich beides vermeiden wollte. Aber immerhin ist es ein Blogbeitrag. Mit dem verhält es ähnlich, wie mit der Kunst, denn schlechte Kunst ist immer noch besser als keine Kunst (Ich glaube irgendeine schlaue Person hat das mal gesagt, aber ich bin mir nicht ganz sicher)

Vielleicht soll das alles auch nur eine Erinnerung an mich selbst sein, denn den Mut anzufangen hatte ich schon öfters. Vor 1,5 Jahren habe ich angefangen, mich als DJ zu versuchen und mittlerweile bin ich – glaube ich zumindest – ganz gut und freue mich jedes Mal, wenn ich gefragt werde, ob ich auf dieser oder jener Feier auflegen will. Auch lese ich wieder mehr und es macht mir zurzeit so viel Spaß wie nie zuvor. Und mit dem Blogbeitrag hat es jetzt ebenfalls funktioniert – einfach nur weil ich angefangen habe.

Mittlerweile ist es 17:28 und der Text soll sein Ende finden. Also nun gut mit meinem pseudo-philosophischen und persönlichen Nonsens. Falls ihr soweit überhaupt gelesen habt, würde mich zum Schluss interessieren, ob ihr ähnliche Erfahrungen habt, die ihr teilen möchtet. Seid ihr auch perfektionistisch veranlagt oder habt auch Probleme Ideen für Blogbeiträge zu entwickeln? Was hilft euch und habt ihr eventuell praktische Tipps? Schreibt eure Gedanken gerne unter diesen Beitrag, es würde mich sehr freuen!

Sonntags-Exkursion

Auf den Spuren der Vergangenheit

Durch Seminare und Vorlesungen erhält man Einblicke in verschiedenste Themen, die einen selbst, aber vor allem die Gesellschaft und unsere Lebenswirklichkeit betreffen. Diesen Beitrag möchte ich einer Exkursion widmen, welche im Rahmen des Seminars „Kulturen vergleichen – USA / Deutschland“, stattfand.

Hierzu ein kleiner Auszug:

Heute am 10.11.24 waren wir mit einer kleinen Gruppe im Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven. Jedes Gruppenmitglied hat im Voraus die Karte von einem Auswanderer oder einer Auswanderin ausgeteilt bekommen und konnte die individuelle Geschichte nachverfolgen. Die Geschichten sind Erlebnisse realexistierender Personen. Das Auswandererhaus hat ihre Ausstellung in zwei Abschnitte aufgeteilt: Auswanderung und Einwanderung. Unsere Reise in die Vergangenheit startete im Jahr 1888. Zahlreiche Menschen haben sich in Hamburg, Rotterdam und Bremerhaven damals auf den Weg in eine neue Welt gemacht. Insgesamt sind sieben Millionen Menschen während des 19. Und 20. Jahrhunderts ausgewandert. Ausgangspunkt war die Kaje in Bremerhaven, welche Auswandernde nach New York brachte. Passagiere der ersten und zweiten Klasse wurden ohne großangelegte Überprüfung ziehen lassen. Anders war es in der dritten Klasse: Bevor es von Bord ging, wurde in der Auswanderungsstation Ellis Island die Eignung der jeweiligen Person geprüft. Bei Bestehen konnte man hinaus in die neue Welt. Alle anderen wurden ohne Erhebung zusätzlicher Kosten mit dem nächsten Schiff wieder zu ihrem Startpunkt zurückgeführt.

In der Ausstellung konnten wir uns die nachgebauten Kabinen der Schiffe anschauen. Es gab auch einen Speisesaal, in den man sich zu den dort platzierten Puppen reinsetzen und den Geschichten lauschen konnte. Auch Geschäfte wie einen Supermarkt, eine Schneiderstube sowie einer Bar konnten sich angeschaut werden. Am Ende der Ausstellung hatte man die Möglichkeit an Computern das Archiv nach Vorfahren zu recherchieren, welche nach Amerika ausgewandert sind, sofern dies dokumentarisch erfasst wurde. Leider gingen mit der Zeit Aufnahmen und mögliche Nachweise verloren oder wurden damals erst gar nicht erstellt. Zu meiner Überraschung lassen sich diverse Eintragungen zu meinem Nachnamen finden. Doch auf eine tiefergehende Nachforschung habe ich verzichtet, um die ohne hin schon wenigen Plätze nicht länger als nötig in Anspruch zu nehmen.

Ich war bereits vor ein paar Jahren im Auswandererhaus gewesen und hatte den groben Aufbau noch vor Augen. Nichtsdestotrotz ist es immer wieder spannend sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, da man bei jedem Durchgang noch weitere Informationen erfahren kann. Durch hohen Andrang an manchen Stationen ist es schwerer, sich direkt beim ersten Mal alles in Ruhe anschauen zu können. Aber man kann jederzeit zu den einzelnen Räumen zurückgehen und sich genauer umschauen. Jeder Abschnitt ist mit Liebe zum Detail gestaltet worden, sodass man in eine andere Zeit eintauchen kann. Dabei kann man gut und gerne einen halben Tag verbringen und man hat trotzdem noch das Bedürfnis sich weiter umzuschauen.

Man braucht für einen Besuch im Auswandererhaus keine geschichtlichen Vorkenntnisse, da man Stück für Stück an das Thema innerhalb des Aufenthaltes herangeführt wird. Zudem kann man sich von einem Guide durchführen und Erklärungen geben lassen. Auch wenn sich das stellenweise vielleicht, wie eine Werbung liest, kann ich jedem und jeder nur ans Herz legen sich die Ausstellung mal anzuschauen.

 

— Marie

Shakshuka-Rezept

Sich als Student*in gesund zu ernähren ist manchmal gar nicht so leicht – zumindest für mich. Vor allem morgens, wenn ich keine Zeit habe oder abends, wenn ich ohne Energie zuhause ankomme, greife ich meistens auf Toast oder auf TK-Pizza zurück. Da ich mir jedoch vorgenommen habe mich dieses Semester gesünder zu ernähren, habe ich mich in letzter Zeit auf die Suche nach Gerichten gemacht, die nicht nur leicht und schnell zu machen sind, sondern auch gesund und lecker. Dabei hat sich vor allem eines dieser Gerichte bewährt, welches genau diesen Ansprüchen gerecht wird und was ich heute mit euch teilen will – Shakshuka.

 

Ein kleiner Exkurs zum Thema „Shakshuka“:

Auch Schakschuka, Shakshoka oder Shakshouka geschrieben, bedeutet es aus dem Arabischen übersetzt so viel wie „Mischung“. Obwohl die eindeutige Herkunft nicht bekannt ist, wird es der nordafrikanischen und levantinischen Küche zugeordnet. Neben abgewandelten Formen wie dem türkischen Menemen, gibt es auch für Shakshuka verschiedene Varianten der Zubereitung. Es lädt deshalb auch dazu ein mit Zutaten zu experimentieren oder den Kühlschrank auszumisten (beides geht wohl Hand in Hand). Wie ich mein Shakshuka meistens mache, will ich euch nun beschreiben.

 

Zutaten (für 1 Person):

  • ½ Dosen gehackte Tomaten
  • ½ Zwiebel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • ½ Paprika
  • Tomatenmark
  • 2 Eier
  • Feta oder Hirtenkäse (optional)
  • Koriander (frisch, getrocknet oder tiefgefroren)

 

Zubereitung:

Als erstes würfelt ihr Zwiebeln, Paprika und Knoblauch. Ich brate zunächst nur die Zwiebeln und die Paprika auf mittlerer Hitze in einer Pfanne an (beides kann ruhig ein wenig Farbe bekommen) und gebe den Knoblauch ein bisschen später dazu, damit dieser nicht anbrennt. Wenn die Zwiebeln anfangen glasig zu werden, gebt ihr ca. 2 TL Tomatenmark dazu, vermischt das Ganze und wartet bis sich das Öl von dem Rest trennt und die Aromen sich entfalten. Anschließend fügt ihr gehackte Tomate aus der Dose hinzu und stellt die Temperatur etwas höher. Ihr könnt auch frische Tomaten nehmen, aber so geht es schneller. Meistens gebe ich noch einen Schluck Wasser dazu, da oft viel Wasser beim Aufkochen entweicht.

Bei den Gewürzen seid ihr relativ frei. Ich würze mit Salz, schwarzem oder weißem Pfeffer, Kreuzkümmel, Koriander- und Paprikapulver. Nachdem alles vermengt ist und eine Weile durchziehen konnte, macht ihr mit einem Löffel kleine Kuhlen und gebt die Eier in diese. Passt dabei darauf auf, dass das Eigelb in Takt bleibt. Jetzt den Deckel auf die Pfanne, Herd auf niedrigste Stufe stellen und warten bis das Ei anfängt zu stocken. Die Schwierigkeit besteht darin, dass das Ei durch ist, aber das Eigelb noch schön flüssig. Zum Schluss könnt ihr als Topping Koriander und den Feta benutzen. Ich esse mein Shakshuka direkt aus der Pfanne mit Brot o.Ä. (ich empfehle Simit).

Guten Appetit!

Willkommen

Herzlich willkommen!

In diesem Blog werden Max, Leona, Rekin und ich (Marie) Einblicke aus unserem Studienalltag mit Euch teilen. Das können Beiträge zur O-Woche sein, zu Kursinhalten oder was einen sonst so als Studi beschäftigt.

Für mich persönlich ist es ein neuer Start in die Kulturwissenschaft, aber an der Uni Bremen bin ich schon seit Oktober 2022 unterwegs. Für Neulinge kann es herausfordernd sein, sich auf dem Campus zurecht zu finden. Gebäude, wie das GW2, werden gerne mit Hogwarts aus dem Harry Potter Universum verglichen, was die Raumfindung anbelangt. In Teilen würde ich dem zustimmen, muss aber gestehen, dass ich bisher immer Glück hatte und die Räume leicht zu erreichen waren. Wenn auch Geschichten von verschollenen Studierenden existieren, welche bis heute verzweifelt auf der Suche nach ihrem Kurs durch die Türme geistern. Mit am traurigsten ist man vermutlich, wenn man herausfindet, dass es in der Keksdose, wie man anhand des Namens vielleicht vermuten mag, keine Kekse gibt. Dafür kann man sich jede Woche zum Campuskino dort Snacks kaufen. Alternativ bietet sich auch immer ein Abstecher in die Mensa an oder man probiert sich durch das Sortiment der Cafeteria.

Traditionell werden zu jeder O-Woche Aktivitäten durch die jeweiligen Stugen (Studienausschuss der jeweiligen Studiengänge) organisiert. Hauptsächlich um den Erstis den Einstieg in den Studienalltag zu erleichtern und Kontakte zu knüpfen. Ein gemeinsames Frühstück, eine Campus-Rallye, Stadttouren und diverse weitere Sit-Ins standen auf dem Plan. Gerade am Anfang ist es hilfreich einen Crashkurs in Programme wie Stud.ip und Pabo zu bekommen. Wenn man da erst einmal den Bogen heraushat, ist der komplizierteste Teil schon geschafft. Zudem kann es nicht schaden zu wissen, wie man zu den wichtigsten Knotenpunkten am Campus kommt. Die Bibliothek und Mensa werden da von dem einen oder anderen wahrscheinlich zu einem zweiten Zuhause werden. Wobei ich an dieser Stelle gestehen muss, dass ich in meinen zwei Jahren an der Uni, wenn es hochkommt, zwei Mal in der Mensa war. Von der Bibliothek kenne ich zumindest die Lobby. Da fällt mir ein, dass ich meine Bibliothekskarte bei Gelegenheit reaktivieren muss, die ich dieses Mal bestimmt nutzen werde. Ganz bestimmt. P.S: ich habe noch niemanden in all der Zeit das Wort „Abbibben“ sagen hören, auch wenn das als prominentes Wort hervorgehoben wird.

Was ich nur jedem und jeder mitgeben kann ist folgendes: Stresst euch nicht. Wenn man 12 oder 13 Jahre lang in der Schule war, zwischendurch mal was anderes außer Klassenräumen gesehen hat, muss man sich zuerst in die neuen offenen Strukturen einfinden. Das ist normal und nimmt einem auch keiner krumm. Während man in der Schule noch eine Rückfallebene in Form von LehrerInnen hatte, ist man im Studium komplett auf sich gestellt. Aber keine Panik: ProfessorInnen, DozentInnen und andere Studis helfen bei Fragen gerne weiter. Schließlich hat jeder einmal klein angefangen und stand vor genau dem gleichen Wirrwarr. Oftmals steigen die Dozenten selbst nicht durch die ganzen Einstellungen durch und fragen nach Hilfe. Also macht euch nicht verrückt, denn den großen Sprung ins Ungewisse habt ihr schon geschafft.

— Marie

Urlaub im Wohnzimmer

29.09.2024

Es ist 11Uhr, alle Sachen sind gepackt und ich sitze im Transporter von meinem Vater. Das Ziel – Bremen. Erst vier Tage zuvor habe ich meine mündliche Prüfung an der TU Braunschweig abgelegt und fahre nun, mit einem abgeschlossenen Bachelor in Grundschullehramt in der Tasche, in eine neue Stadt, um einen neuen Studiengang zu beginnen. Allerdings führt mein Weg nicht, wie bei vielen anderen Neuankömmlingen, in eine WG oder in eine neue Wohnung, sondern zu Freunden in der Bahnhofsvorstadt. Da das WG-Zimmer, welches ich in den kommenden Tagen noch beziehen werde, noch nicht frei ist und ich nicht wusste wohin, haben mir die Beiden angeboten, dass ich doch in das noch nicht eingerichtete Wohnzimmer ziehen könnte, was quasi meine Rettung war.

Um ungefähr 13 Uhr kommen wir an. Ich werde herzlich begrüßt und wir tragen meine Sachen (zum Glück nicht viel, weil ich vorher ausgemistet habe) in die kleine Wohnung im dritten Stock. Ich lege meine Matratze in eine Ecke und den Rest der Kartons und Möbel stelle ich an die Wand. Nach einem Spaziergang an der Weser entlang und einem gemütlichen Abendbrot mit meinen neuen Mitbewohnern auf Zeit, endet auch schon der erste Tag. Meine Freunde gehen ins Bett und auch ich lege mich zum Schlafen in das zwar relativ leere, aber doch recht gemütliche Zimmer. Fühlt sich fast ein bisschen wie Urlaub an.

 

07.10 – 10.10 (Orientierungswoche)

Ich mache es kurz: Die Orientierungswoche war schön, aber anstrengend! Von Begrüßungsfrühstück, Campus-Ralley bis zur klassischen Kneipentour war alles dabei und ständig sieht man sowohl bekannte als auch neue Gesichter. Wahrscheinlich geht es dabei Vielen wie mir. Zwar ist alles ein bisschen überfordernd und die soziale Batterie kommt an ihre Grenzen, aber die vielen Eindrücke bewirken auch, dass ich auf neue Ideen komme und Motivation für meinen nächsten Lebensabschnitt schöpfen kann. Und auch wenn ich am Abend fertig bin, warten da noch meine beiden Freunde auf mich, die zur gleichen Zeit an der Orientierungswoche  in ihrem jeweiligen Studiengang teilnehmen. Abends tauschen wir uns aus, sprechen über unsere Erfahrungen und wen wir so alles kennengelernt haben. Außerdem kochen wir gemeinsam, gehen spazieren, treffen gemeinsame Freunde oder gucken Serien auf meinem Bett im Wohnzimmer. Die Beiden helfen mir allgemein sehr, in der neuen Stadt Fuß zu fassen und mich hier wohlzufühlen, wofür ich ihnen sehr dankbar bin.

 

14.10.

Heute ist der letzte Tag, an dem ich bei den Beiden übernachte. Morgen ziehe ich in die WG, in welcher ich auf unbestimmte Zeit auch bleiben werde. Ich freue mich natürlich, mein eigenes Zimmer zu haben, aber ein bisschen komisch fühlt es sich schon an. In den zwei Wochen haben wir uns doch sehr aneinander gewöhnt. Aber jeder Urlaub endet einmal, auch wenn das Hotel ein Wohnzimmer ist. An dieser Stelle würde ich gern nochmal Danke dafür sagen, dass ihr mich bei euch aufgenommen habt und zu einem tollen Start in Bremen verholfen habt. Danke für alles Danny und Lilli <3

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