Kategorie: Reflexion

R2

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  • Welche Inhalte waren neu für Sie? Welche Inhalte haben Sie besonders interessiert/ überrascht?

Besonders interessant war für mich die bewusste Arbeit an Prosodie, Intonation und Leserhythmus. Als Muttersprachlerin spreche und lese ich Französisch ganz selbstverständlich und habe bisher kaum darüber nachgedacht, welche sprachlichen Merkmale eine natürliche Aussprache ausmachen. Erst durch die Beschäftigung mit diesem Thema wurde mir bewusst, dass diese Fähigkeiten im Fremdsprachenunterricht gezielt vermittelt und eingeübt werden müssen. Überrascht hat mich außerdem, wie wichtig wiederholte und unterschiedlich gestaltete Lesephasen sind, damit Schülerinnen und Schüler nicht nur den Text verstehen, sondern ihn auch zunehmend flüssig und mit einer natürlichen Intonation lesen können.

  • Welche in R1 formulierten Ziele in Hinblick auf Ihre eigene Professionalisierung als Fremdsprachenlehrkraft konnten erreicht werden und welche nicht? Warum (nicht)?

Die meisten Ziele aus meiner ersten Reflexion konnte ich erreichen. Ich habe mein Wissen über den Kompetenzbereich Leseverstehen deutlich erweitert und ein besseres Verständnis dafür entwickelt, welche Schwierigkeiten beim Lesen einer Fremdsprache auftreten können wenn man nicht Muttersprachler:in ist. Außerdem habe ich verschiedene didaktische Methoden kennengelernt, um die Leseflüssigkeit, das Textverständnis sowie die Prosodie gezielt zu fördern. Besonders interessant fand ich das wiederholte laute Lesen, das lire contre la montre sowie das Aufnehmen und Anhören der eigenen Stimme mit dem iPad. Diese Methoden ermöglichen es den SuS, ihre Aussprache, Intonation und ihren Leserhythmus bewusst zu trainieren und ihre eigenen Fortschritte wahrzunehmen.

Auch mein Ziel, den Zusammenhang zwischen Prosodie und Leseverstehen besser zu verstehen, konnte ich erreichen. Während der Planung und Durchführung meiner Unterrichtsstunde wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, SuS gezielt zu einer natürlichen Aussprache anzuleiten. Als Muttersprachlerin geschieht dies für mich intuitiv, doch im Fremdsprachenunterricht muss eine authentische Intonation und Prosodie bewusst aufgebaut und eingeübt werden.

  • Welche Entwicklungsziele setzen Sie sich mit Blick auf Ihre eigene Professionalisierung als Fremdsprachenlehrkraft?

Für meine weitere Professionalisierung als Fremdsprachenlehrkraft möchte ich mein Wissen im Bereich des Leseverstehens und insbesondere der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten weiter vertiefen. Das Thema Dyslexie interessiert mich schon seit vielen Jahren und ich möchte mich auch zukünftig intensiv damit beschäftigen. Da ich plane, meine Masterarbeit diesem Themenbereich zu widmen, hoffe ich, meine Kenntnisse weiter auszubauen und daraus konkrete Fördermöglichkeiten für den Fremdsprachenunterricht abzuleiten. Langfristig ist es mein Ziel, Lernende mit unterschiedlichen Voraussetzungen noch gezielter unterstützen zu können und einen möglichst inklusiven Französischunterricht zu gestalten.

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  • Warum haben Sie sich für die Aufgabe entschieden?
  • Können Sie auf Vorwissen bzw. Vorerfahrungen aus Ihrer eigenen Lern-/Lehrbiografie zurückgreifen? Inwiefern? Erläutern Sie kurz.
  • Welche Ziele verbinden Sie mit der Aufgabenbearbeitung in Hinblick auf Ihre eigene Professionalisierung als Fremdsprachenlehrkraft?

Ich habe mich für diese Aufgabe entschieden, weil ich mich mit dem Thema Leseverstehen bisher noch nicht intensiv beschäftigt habe. Normalerweise hätte ich den Kompetenzbereich Sprechen gewählt, da ich mich dort sicherer fühle. Dieses Mal wollte ich jedoch bewusst ein Thema auswählen, das mir weniger vertraut ist, um mein Wissen zu erweitern. Außerdem interessiert mich, wie SuS Texte in einer Fremdsprache verstehen und welche Schwierigkeiten dabei auftreten können.

Auf eigene Lern- und Lehrerfahrungen kann ich teilweise zurückgreifen. Da ich in Frankreich aufgewachsen bin und dort lesen gelernt habe, habe ich einen anderen Zugang zur französischen Sprache als viele Lernende im Fremdsprachenunterricht. Ich musste die französische Schriftsprache nicht als Fremdsprache erwerben, sondern habe sie von Anfang an in ihrem natürlichen sprachlichen Umfeld gelernt. Gerade deshalb interessiert es mich, besser zu verstehen, wie Lernende Französisch als Fremdsprache lesen und welche Herausforderungen dabei entstehen können. In meiner eigenen Lernbiografie habe ich außerdem festgestellt, dass das Leseverstehen in einer Fremdsprache oft schwierig sein kann. Besonders die komplexen Phonem-Graphem-Korrespondenzen im Französischen können Lernende vor Herausforderungen stellen. (vgl. Seymour et al., 2003 in Bongini 2025 : 8 et Bongini 2026 :
12). Auch in meiner bisherigen Lehrpraxis habe ich beobachtet, dass viele Lernende Probleme beim Leseverstehen haben. Darüber hinaus interessiere ich mich seit vielen Jahren für das Thema Dyslexie und beschäftige mich auch außerhalb des Studiums damit.

Mit der Bearbeitung dieser Aufgabe verfolge ich das Ziel, mein Wissen über das Leseverstehen im Fremdsprachenunterricht zu vertiefen. Ich möchte besser verstehen, warum das Lesen im Französischen für Lernende oft kompliziert ist (vgl. Stark 2023: online), und geeignete didaktische Strategien kennenlernen, um sie gezielt zu unterstützen. Besonders interessieren mich Möglichkeiten der Differenzierung sowie Fördermaßnahmen für SuS mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten. Darüber hinaus interessiert mich der Zusammenhang zwischen Leseverstehen und Prosodie. Ich finde, dass man beim lauten Lesen oft erkennen kann, ob ein Text wirklich verstanden wurde. Deshalb möchte ich mehr darüber lernen, wie die Lernende eine angemessene Intonation, Betonung und einen natürlichen Leserhythmus entwickeln können.