Umgang mit Heterogenität

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Archive for Mai, 2020

Meint Inklusion wirklich alle?

In der vergangenen Vorlesung wurde den Studierenden die Thematik der pädagogischen Inklusion an Schulinstitutionen vorgestellt. Zentral war in dieser Vorlesung die Leitfrage, ob Inklusion wirklich alle meine. Im Folgenden wird diese Leitfrage anhand der darauf aufbauenden Fragen zum Ende dieses Beitrages beantwortet.

  1. Die Begriffe Exklusion, Separation/Segregation, Integration und Inklusion (optimiert und überwunden) stellen sich für mich als zentral theoretische Aspekte der Vorlesung heraus. Die Zentralität dieser Begrifflichkeiten lässt sich so begründen, dass durch das Definieren dieser Begriffe, das Inklusionsverständnis sowie das Modell der Inklusion klarer und systematischer wirkt. Diesbezüglich fand ich separat den Aspekt des Inklusionsverständnisses, äußerst wichtig und zentral, da bei falscher Auffassung von Inklusion, Exklusion herbeigeführt werden kann, beispielsweise die sogenannte inkludierende Exklusion.
  2. a) Persönliche Erfahrungen mit Inklusion habe ich in meiner Schulzeit nicht gemacht, bedauerlicherweise kann ich leider keine spezifischen Einordnungen betätigen. b) Meine Ansicht zur Inklusion ist allerdings eher kritisch. Ich persönlich vertrete eher das Modell der Separation/Segregation. Das ganze würde ich gerne näher im Folgenden erläutern. Jeder Mensch hat das Recht auf Gleichberechtigung, Selbstentfaltung und Bildung, doch mich beschäftigt die Frage, inwiefern das mit dem Modell der Inklusion dies ermöglichen kann. Menschlich betrachtet ist das Modell der Inklusion hervorragend, die SuS kümmern und helfen sich gegenseitig, sie lernen Werte für das Leben,  jedoch sollte man als Lehrer*in den Fokus des Leistungsstandes nicht aus den Augen verlieren. Es ist nochmal etwas anderes, ob nur körperlich eingeschränkte SuS inkludiert sind oder auch geistig eingeschränkte SuS inkludiert werden müssen. Auch wenn das System der Inklusion unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung fällt, ist es meiner Ansicht nach eine versteckte Sparmaßnahme des Staates, um diese Kinder nicht mehr extern fördern zu müssen. Viel mehr nimmt man ihnen die Chance, sich selbst in vollem Ausmaß zu entfalten. Die sonderförderbedürftigen SuS könnten Schwierigkeiten mit dem Lerntempo entwickeln. Und auch, wenn diese sich gegenseitig unterstützten, würden viele dadurch abgelenkt werden. Der Lernstoff könnte die sonderförderbedürftigen SuS überfordern und überlasten, hingegen würden sich die durchschnittlichen bzw. leistungsstarken SuS sich mit der Zeit langweilen und nicht mehr anstrengen. Aus Lehrer*innenperspektive wäre das ziemlich fatal, denn es ist schwierig die Mitte zu finden, wenn die Leistungsniveaus sich voneinander durchaus bemerkbar unterscheiden. Des Weiteren ist nicht jede Person dazu geeignet, dazu gehören viele Nerven und sehr viel Geduld. Ich würde es bevorzugen, wenn den sonderförderbedürftigen SuS ein differenziertes Schulsystem gewährt werden würde, in der sie die nötige Betreuung und Hilfe angeboten bekommen, in den Pausen oder im kreativen Unterricht wie Kunst, Musik, ggf. Sport etc. jedoch mit anderen Klassen in Berührung kämen. Das aktuelle System der Inklusion ist meiner Meinung nach, nicht für alle geeignet.
  3. Sind die SuS mit dem System der Inklusion überfordert oder beeinflusst es sie doch gar nicht so sehr?

Mathematische Leistungsunterschiede – empirische Befunde und Konsequenzen für den Mathematikunterricht

zu 1. Unsere Gesellschaft besteht aus Individuen, die allesamt verschiedene Fähigkeiten mit den unterschiedlichsten Stärken und Schwächen aufweisen. Diese Ausgangsposition der Heterogenität ist also nicht unbedingt als schlecht zu betrachten, denn sie sorgte dafür, dass bspw. die verschiedensten Wirtschaftsbereiche ausgeschöpft und diese bis auf den kleinsten Bereich spezialisiert wurden. Wirft man auf einen Blick auf die Optionen des Konsumverbrauchs, so haben wir das den Menschen zu verdanken, die Lücken gefüllt haben, wo andere nicht die Fähigkeiten dazu hatten.

Eine Lehrkraft sollte sich diesbezüglich also keine Sorgen machen, wenn sich gewisse Leistungsunterschiede im Mathematikunterricht bemerkbar machen. Es ist durchaus normal, dass SuS in einigen Fächern gut und in anderen weniger gut sind, ebenso dass sie an manchen Fächern interessiert sind und in anderen eher weniger.

Nichtsdestotrotz sollte man als LuL die betroffenen SuS im Auge behalten. Sollten die geringsten Anforderungen nicht mal mehr erfüllt werden, liegt es in der Verantwortung der Lehrkraft, schulpolitische Maßnahmen zu ergreifen. Hierbei sollte man sich auf die notwendige Allgemeinbildung stützen, die jede/r SuS im späteren Alltag benötigt (bspw. Prozentrechnung).

Die Umstellung auf das zweigliedrige Schulsystem hat sich bei der PISA-Studie nachweislich als gut erwiesen. Hierbei ist auf das Leistungsniveau vor und nach der Umstellung hinzuweisen. Vor der Umstellung standen viele SuS auf der untersten Kompetenzstufe. Nach der Umstellung hingegen ist ein Aufstieg des Leistungsniveaus nachzuweisen.

zu 2. Das Spielen im Mathematikunterricht kann durchaus profitabel für alle Beteiligten sein. LuL haben die Möglichkeit, die SuS spielerisch „mit ans Boot“ zu holen und das Interesse für das Fach erheblich zu steigern. Des Weiteren erweitert man den eigenen Horizont der didaktischen Methodik, die man eventuell auch fächerübergreifend anwenden kann. Durch Teambildungen der SuS würde man außerdem das Gemeinschaftsgefühl der Klasse fördern und diese zudem dazu animieren, mehr für das Fach zu tun.

Aus der Sicht der SuS ist es definitv vorteilhaft, eine spielerische Stunde eingelegt zu bekommen. Neben der Abwechslung vom Frontalunterricht, haben diese die Möglichkeit sich selbst einzubringen und womöglich auch Verknüpfungen herzustellen.

Hierzu ein Beispiel: häufig war uns unsere Mathelehrerin einen Ball zu und fragte uns ab. Durch dieses Spiel haben wir, wenn wir in den Pausen mit dem Ball gespielt haben, häufig Matheaufgaben assoziert und uns einen Spaß daraus gemacht – was wir nicht wussten war, dass wir im Unterbewusstsein eigentlich schon viel gelernt hatten.

Dadurch steigt die Chance für die SuS, ein Erfolgserlebnis zu durchleben und weiterhin motiviert zu bleiben.

zu 3. Wie gehen die SuS vor? Gehen sie nach Logik, achten sie auf die Schnelligkeit oder setzen sie auf Zufall?

Sind die SuS bei der Thematik oder doch eher abgelenkt?

zu 4. Zum einen könnte man auf die Reflexion zurückkommen und das Spiel rekapitulieren. Durch die Wiederholung der Ergebnisse, haben die SuS die Möglichkeit, über das Geschehen nachzudenken und zu reflektieren. Der anschließende Diskurs, wie die SuS sich dabei verhalten haben, welche Methoden sie angewandt haben etc., sorgt für eine Vertiefung der bereits erlernten Fähigkeiten.

Zum anderen könnte man durch das Verknüpfen des Spiels zu alltäglichen Angelegenheiten die SuS dazu bringen, Erlerntes zu reaktivieren.

 

Sind andere Gesellschaften und Kulturen plausible Lerngegenstände im Fachsprachenunterricht?

 

1. Liebe Kolleg*innen,

zu Beginn möchte ich mich bei Ihnen für die Vorstellung der Fremdsprachen bedanken. Bedauerlicherweise fiel mir auf, dass Sie sich stark an Stereotypen orientiert haben und das eigentlich möglichst vermieden werden sollte.

Viel mehr müssten Sie den SuS einen breiteren Blick auf die Länder der Fremdsprachen, die Sie vertreten, ermöglichen. Der kritische Umgang mit Stereotypen ist nicht nur für uns LuL wichtig, auch die SuS müssen einen neutralen Blick auf die Dinge werfen können, um wissenschaftlich und eigensinnig argumentieren und Gedanken entwickeln zu können. Des Weiteren ist hierbei auch die Entwicklung der SuS an erster Stelle. Mithilfe des FS-Unterrichts sollen die SuS interkulturelle Kompetenzen entwickeln, d.h. einen erfolgreichen Umgang mit anderen Kulturen. Es ist durchaus maßgebend, dass die SuS Empathie und Verständnis anderen Kulturen gegenüber entwickeln.

Hierbei möchte ich Sie auf Byrams Modell der interkulturellen kommunikativen Kompetenz, welches besagt, dass grade diese Kompetenzen bedeutsam für den FS-Unterricht sind, hinweisen. Mithilfe der grundlegenden Diskurskompetenzen, an denen sich das Modell orientiert, können Sie den SuS mehr auf den Weg geben. Gerade durch den Diskurs, sind auch die SuS gezwungen, sich kritisch mit dem Material auseinanderzusetzen.

Zukünftig möchte ich, dass wir als Kollegium diese Stereotypen vermeiden und auch unseren eigenen Horizont erweitern. Damit sich niemand ausgegrenzt fühlt und die SuS die soeben genannten Kompetenzen erlangen können.

2. Meine damalige Französisch-Lehrerin liebte Frankreich über alles. Drum hatten wir ziemlich Glück, dass wir so eine leidenschaftliche Lehrerin hatten, die uns nahezu alles über Frankreich näher brachte. Einerseits lehrte sie uns mit didaktischen Methoden die Sprache und andererseits lehrte sie uns mit ihrer Art Dinge, die weitaus über die Vorgaben hinausgingen. Beispielsweise über das alltägliche Leben, die Küche, über die verschiedensten Käse- , Wein-und Baguettesorten, die Mentalität der Franzos*innen, etc..

Hierbei lag der Fokus definitiv auf interkulturellen Kompetenzen, d.h. die Fähigkeit zu erlangen, mit Individuen anderer Kulturen erfolgreich zu agieren. Sie arbeitete kaum mit Stereotypen, viel mehr mit eigenen Erfahrungen und guten Quellen. Auch lud sie oft Menschen ein, die einen Bezug zu Frankreich hatten und wir somit einen weiten Blick darauf werfen konnten und sogar Empathie zur Sprache entwickelten.

3. Bspw. Deutsch/Religion:

Inwiefern beeinflusst Corona die religiösen Feste bzw. die religiösen Institutionen? Beispielsweise Ostern, Pessach, Ramadan, etc.. Wähle ein freies Beispiel und erläutere die Folgen in einem Essay.

4. In Kooperation mit „internationalen Projektwochen“, die manche Schulen vertreten, könnte man die SuS in Gruppen einteilen und sie über die verschiedenen vertretenen Kulturen in der Schule, wahlweise auch außerhalb, gemeinsam recherchieren und referieren lassen. Weiter bestünde die Möglichkeit, den SuS künstlerischen Freiraum zu bieten. Mit der Erlaubnis der Erziehungsberechtigten und einem zuzumutendem Alter, könnten sie Filme drehen, Plakate malen, Fotoalben von ihren Lieblingsorten gestalten und jeweils kleine Passagen dazu erklären. Auch Aufsätze oder geographische Daten könnten hierbei hinzugefügt werden.

Aus eigener Erfahrung kann ich behaupten, dass es die Motivation steigert, wenn man die Möglichkeit hat, über das eigene Herkunftsland zu berichten und die Mitschüler*innen darüber zu informieren und aufzuklären. Noch viel mehr gefiel es mir, wenn meine SuS über ihre Herkunftsländer sprachen und mein Horizont damit erweitert wurde. Das bringt Abwechslung in den sonst ziemlich stofflich-einfältigen Unterricht rein. (Hier Bezug auf das nationale Orientierungssystem).