Qualitäts- und Quantitätsprobleme der Integration

Menschen mit und ohne Behinderungen sollen durch die so genannte „Inklusion“ gemeinsam aufwachsen und zur Schule gehen, gemeinsam arbeiten und leben. In der Realität treten aber viele Probleme auf. Hinz differenziert diese in Qualitäts- und Quantitätsprobleme der Integration. Das Qualitätsproblem besteht darin, dass „nebeneinander“ statt „miteinander“ gelernt wird. Die Schüler befinden sich zwar in derselben Schule, doch werden unterschiedlich gefordert und sind nicht in das soziale Miteinander eingebunden. Unter dem Quantitätsproblem meint er die zunehmende Anzahl der Schüler mit besonderem Bedarf.

Hinz versucht auch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Begriffe „Integration“ und „Inklusion“ in den Blick zu nehmen und deutet darauf hin dass die Bedeutung dieser Begriffe immer öfter verwechselt wird. Integration ist das Einbeziehen von Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung von vielem ausgeschlossen sind, die Forderung nach Inklusion braucht eine Gesellschaft, in der niemand integriert werden muss, weil niemand ausgeschlossen wurde.

Noch immer werden die Menschen mit Behinderungen ausgegrenzt und oft diskriminiert, aber nicht weil die Gesellschaft es absichtlich macht. Meiner Meinung nach fehlen uns die Erfahrungen im Umgang mit geistlich oder körperlich behinderten Menschen. Die Lehrerinnen und Lehrer können einfach überfordert sein, weil sie nicht die spezielle Qualifikation dafür besitzen. Die Idee der Inklusion an sich finde ich gut, aber es ist sehr schwierig eine richtige Lösung zu finden, ohne dass man in die Gefahr gerät, das allgemeine Niveau der Ausbildung zu vernachlässigen.

Ein Gedanke zu „Qualitäts- und Quantitätsprobleme der Integration“

  1. Hey Oleksandra,

    ich habe Qualitäts- und Quantitätsproblem ganz ähnlich verstanden wie du. Das Qualitätsproblem meint die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Schüler, die kein Zugehörigkeitsgefühl erzeugt, sondern eher einen gegenteiligen Effekt mit sich bringt. Es kann schnell dazu kommen, dass sich behinderte SuS sogar ausgeschlossen fühlen.
    Beim Quantitätsproblem würde ich noch hinzufügen wollen, dass nicht nur der Förderbedarf ansteigt, sondern auch die entsprechend benötigten Ressourcen für eine erfolgreiche Inklusion immer weniger werden.

    Bei deiner persönlichen Meinung gebe ich dir Recht. Eine Schule in der alle Kinder zusammen leben und arbeiten ist sehr wünschenswert, jedoch ist die Umsetzung dessen sehr problematisch. Hauptkritikpunkt an der Inklusion meinerseits ist tatsächlich das langsamere Unterrichtstempo, welches bei begabten Schülern schnell zu Langeweile und Unterforderung führt.
    Ich bin sehr gespannt, wie sich die Situation um dieses Thema in den nächsten Jahren entwickeln wird. Für uns als angehende Lehrkräfte hat dies großen Einfluss auf unser späteres Berufsleben.

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