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Sind „andere“ Gesellschaften und Kulturen plausible Lerngegenstände im Fremdsprachenunterricht?

1. Aufgabe:

Stereotypen „haften“ an uns. Sie sind die Vorurteile, die wir in uns tragen, wenn wir an andere Kulturen und Gesellschaften denken. Denken wir an Spanien, assoziieren wir damit Urlaub auf Mallorca, den Stierkampf, die Siesta und noch vieles mehr. Diese Vorurteile sind starr und lassen sich nur schwer durchbrechen. Das Problem ist, wir nehmen damit eine Generalisierung der Gesellschaft vor – die wir im Gegenzug auch an unserer Gesellschaft nicht möchten. Leider gibt es auch im Fremdsprachenunterricht vor allem in Lehrbüchern einen großen Anteil an Stereotypen. Quelle: http://goldaspanish.weebly.com/uploads/4/7/0/9/4709551/__1756223.jpg (letzter Zugriff: 05. Mai 2020, 13:25 Uhr)

Das Bild stellt ein Cover von einem Spanischlehrbuch da – schon auf dem Cover wird mit Sterotypen geworben. Das Fallbeispiel betreffend würde ich den Fremdsprachenlehrer darauf hinweisen, dass es richtig und wichtig ist die Schüler mit Stereotypen der jeweiligen Fremdsprachen zu konfrontieren und sich mit diesen auseinander zu setzen – so können die Schüler selbst lernen, dass Vorurteile und Wahrheit meist weit auseinander liegen. Jedoch für die Fremdsprache mit Stereotypen auf einem Elternabend zu „werben“ ist nicht richtig – die Fremdsprachenlehrer sollten sich eher auf das Modell von Byram stützen und den Eltern anhand dieses Modells erklären, wie sie den Unterricht gestalten wollen, damit die Schüler am Ende als Sprecher über interkulturelle, kommunikative Kompetenzen verfügen. Sie sollten den Eltern erläutern, dass das Interesse der Lehrperson darin besteht, die Schüler auch außerhalb des Klassenraums zum Lernen dieser Sprache zu motivieren – auch wenn das Erlernen einer Fremdsprache mit Mühen und Zeit verbunden ist und gerade zu Beginn vor allem viel Fleiß erfordert. 

 

Aufgabe 2:

In meiner 2. Fremdsprache haben wir uns relativ ausführlich mit der Kultur in Frankreich beschäftigt. Dies haben wir unter anderem in Form von Schülervorträgen gemacht. Dadurch, dass mir dieses Wissen durch Vorträge meiner Mitschüler vermittelt wurde, ist auch noch relativ viel Wissen vorhanden, da gerade Mitschüler wissen, wie sie Präsentationen spannend gestalten und die Klasse ganz anders zuhört und dabei ist. Wir haben uns außerdem auch mit Vorurteilen und Klischées auseinandergesetzt und diese widerlegt. Unsere Französischlehrerin hat uns auch immer über aktuelle Feste oder Bräuche zu der jeweiligen Jahreszeit bzw. des jeweiligen Monats informiert oder wir haben typische Rezepte ausprobiert – z.B. den Dreikönigskuchen (La Galette des Rois). Wir hatten auch im Rahmen unseres Französischunterrichtes eine Sprachreise, inder wir die französische Kultur „direkt“ erleben konnten. 

In meiner ersten Fremdsprache haben wir leider nicht soviel zur Kultur behandelt. Es gab einen Schüleraustausch in der 7. Klasse – allerdings waren meist 3-4 Jugendliche in einer Gastfamilie und deshalb war der kulturelle Austausch nicht wirklich gewinnbringend. 

Die Zielsetzung für die Behandlung von kulturellen Bestandteilen im Fremdsprachenunterricht ist definitiv der Aufbau eines Verständnisses für „fremde“ und „andere“ Kulturen, Sichtweisen und Traditionen. Durch die Beschäftigung in der Schule soll dem Schüler eine Transkulturalität vermittelt werden, mit der er dann auch im Alltag anderen Kulturen respektvoll gegenübertritt. Deshalb finde ich eine Beschäftigung mit Vorurteilen und Stereotypen besonders wichtig – die Schüler sollen daraus lernen, dass sie andere Kulturen nicht vorverurteilen und Stereotypen auf alle Menschen der Kultur anwenden – denn nicht alle Spanier*innnen gehen zum Stierkampf und tanzen Flamenco. Die Schüler erhalten durch den Fremdsprachenunterricht einen Einblick in eine andere Kultur und können einen Kulturvergleich ziehen. 

 

3. Aufgabe

Fächerkombination: Germanistik / Geschichte:

Das Corona-Virus ist nicht der erste Erreger, der die Menschen beunruhigt: Immer wieder treten neuartige Krankheiten auf, die uns verunsichern Wir fragen uns: Sind wir in Gefahr? Was können wir tun? Solche Fragen haben sich Menschen schon im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit im Angesicht (unbekannter) Krankheiten gestellt. Aber es war nicht immer nur die berüchtigte Pest, die die Menschen in Angst und Schrecken versetzt hat. Krankheiten, die uns heute dank des medizinischen Fortschritts nicht mehr viel anhaben können, sind für die damaligen Zeitgenossen eine Bedrohung gewesen. Umso mehr, als dass sie nicht wussten, was die Ursache war.

  •  Untersuchen Sie, wie die Menschen früher mit solchen Krankheiten umgegangen sind (wählen Sie sich dazu eine Krankheit aus) und welche Maßnahmen sie ergriffen haben. Vergleichen Sie diese anschließend mit den Maßnahmen, die gegen das Corona Virus ergriffen worden sind.

 

4. Aufgabe:

Ich finde den Einstieg über Stereotypen meist sehr passend. Anhand von Vorurteilen lassen sich Kulturen und Gesellschaften bestmöglich untersuchen – es gibt bereits Anhaltspunkte, an denen man die verschiedenen Kulturen und Gellschaften untersucht und am Ende meist einen neuen Erkenntnisgewinn stehen hat. In einer Klasse sind meist verschiedene Kulturen vertreten und die Kinder und Jugendlichen könnten erläutern, mit welchen Vorurteilen sie meist konfrontiert werden und was der Wahrheitsgehalt daran ist bzw. wie ihre Kultur und Gesellschaft aufgebaut ist – so erleben die Schüler auch an direkten Fallbeispielen, wie es sich anfühlt mit Vorurteilen konfrontiert zu werden (schließlich existieren zu allen Kulturen und Gesellschaften Vorurteile) und sie lernen tolerant und offen gegenüber anderen Sicht- und Denkweisen zu werden. So kann man zum Beispiel in den Spanischunterricht einsteigen, indem man die Schüler nach typischen Stereotypen fragt und anschließend sich thematisch mit diesen auseinandersetzt. So könnte man die Geschichte und Tradition des Stierkampfs erläutern, aber auch auf aktuelle Positionen und Debatten eingehen und die Schüler am Ende ein Urteil darüber fällen lassen, ob es wirklich „typisch spanisch“ ist oder nur aus der Geschichte Spaniens entstanden ist. 

 

0 Antworten auf „Sind „andere“ Gesellschaften und Kulturen plausible Lerngegenstände im Fremdsprachenunterricht?“

Guten Tag Henriette,
Um deinen Beitrag zu kommentieren, übernehme ich die Struktur der Aufgaben und teile so meinen Kommentar ein.
Aufgabe 1: Dass Stereotypen oft lange im Gedächtnis bleiben, hast du gut erfasst. Ich stimme dir in der Tatsache zu, dass diese, sobald sie erstmal verankert sind, schwierig loszuwerden sind. Deshalb halte ich es für besonders wichtig schon in der Schulzeit anzusetzen und die Problematik der Vorurteile damit einzudämmen. Da auch ich eine Sensibilisierung der Schüler gegenüber derartigen Pauschalisierungen und Stereotypen für wichtig halte, hätte ich den Kollegen ebenfalls kritisch darauf hingewiesen, die Eltern mit einem professionelleren Einstieg in das Thema zu leiten. Deinen Ansatz, den Eltern das Modell zu zeigen, finde ich ebenfalls interessant.
Aufgabe 2: Ich habe ähnliche Erfahrungen im Französischunterricht erlebt wie du, allerdings war dies nur meine dritte Fremdsprache. Meine zweite war Latein und auch hier haben wir sehr viel kulturelles dazu gelernt. Auch wenn Latein als tote Sprache gilt, haben wir bei unserer Studienreise nach Rom sehr viel über die Vergangenheit und die damalige Kultur gelernt. Für mich ist es unumstritten, dass Kultur Teil des Fremdsprachenunterrichts sein sollte, daher stimme ich dir in deiner Ausführung über die Zielsetzung zu.
Aufgabe 3: Deine Einleitung in die Frage und die Fragestellung an sich halte ich für sehr spannend und gut gelungen. Ich studiere Anglistik und Mathematik und würde daher eher an einen statistischen Ansatz denken du die Schüler eine Wachstumskurve oder ähnliches analysieren lassen. Eventuell kann dies auch mit dem englischsprachigen Raum verknüpft werden, indem die zu untersuchenden Daten aus einem englischsprachigen Land stammen.
Aufgabe 4: Ob der ideale Einstieg in das Lehren einer Kultur die Stereotypen sind, wage ich allerdings zu bezweifeln. Ein anderer Ansatz wäre die Kultur zu erfassen wie sie ist und eventuell anschließend in den Kontrast mit den Stereotypen zu bringen. Auf diese Weise wären die Stereotypen nicht der erste Eindruck und würde so weniger die Norm darstellen als einfach eine andere fälschlich stark vereinfachte Sicht auf die Kultur.
Allgemein finde ich deinen Beitrag gut gelungen und hoffe dass ich mit meinem Kommentar noch Ergänzungen beisteuern konnte.
Liebe Grüße,
Bahar Kurt

Liebe Henriette,
vor erst möchte ich dich für deine Mühe sehr loben!

Ich stimme dir zu, dass Stereotypen sehr lange im Gedächtnis bleiben. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Stereotypen einen falschen Eindruck auf die Kultur und das jeweilige Land schaffen. Einmal gebildete Stereotype bleiben lange im Gedächtnis und sind schwer wieder los zu werden. Als Lehrkraft sollte man den Schüler*innen vermitteln, dass sie die Stereotype und Vorurteile eher kritisch betrachten sollen. Ich betrachte ebenfalls den Ansatz, auf einem Elternabend mit Stereotypen zu werben für nicht richtig und würde auch eher zum Modell von Byram verweisen. Das Modell verdeutlicht die Entwicklung einer „Interkulturellen kommunikativen Kompetenz“ als ein Ziel des Fremdsprachenunterrichts.

Deine persönliche Darstellung und Erfahrung aus dem Französischunterricht finde ich sehr spannend, denn offensichtlich hat deine Lehrkraft euch einen sehr guten Einblick in die Kultur und Sprache vermittelt. Ich stimme dir bei deiner Zielsetzung zu, denn ich empfinde es als sehr wichtig den Schüler*innen einen guten Einblick in die Kultur, sowie in die neue Sprache zu vermitteln.

Dein Einstieg in die dritte Aufgabenstellung ist dir sehr gut gelungen, ebenso deine Fragestellung. Deine Fragestellung stellt eine gute Verknüpfung deiner beiden Fächer dar. Du hast die Fragestellung gut ausformuliert mit wichtigen Details und einer näheren Erläuterung.

Ich finde es ist sehr gut die Schüler*innen zu einem kulturellen Austausch zu bringen. So können sie sich untereinander sehr gut austauschen und gegebenenfalls Gemeinsamkeit und Unterschiede der verschiedenen Kulturen herausfiltern. Schüler*innen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist können den Unterricht weit voran bringen.

Im Großen und Ganzen ist dir dein Blogbeitrag sehr gelungen!
Bleib gesund.
Jenny Zech

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