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  1. Nennen Sie Beispiele aus Ihrer eigenen Schulzeit und/oder weiteren schulischen Erfahrungen, in denen Mehrsprachigkeit eine Rolle spielte. Reflektieren Sie die Situation.

Während meines Praktikums hatte ich die Situation, in der eine DaZ Schülerin ihr iPad nutzen durfte, um einen Übersetzer zu benutzen, um Begrifflichkeiten, die z. B. in einer Aufgabenstellung für sie unverständlich waren, ins Russische zu übersetzen. Man hat gemerkt, dass es ihr geholfen hat die Aufgaben überhaupt zu verstehen, um dann ihre Kraft in das Lösen der Aufgabe zu stecken. Dies entspricht auch dem Konzept des ‘Translanguaging’, was bedeutet, dass mehrsprachige Menschen mehrere Sprachen gleichzeitig und flexibel nutzen, um zu kommunizieren und zu lernen (vgl. Garcia et al., 2015).

Ich hatte auch den Fall, wo sich Kinder mit der selben selbem Erstsprache gegenseitig durch das Nutzen ihrer gemeinsamen Sprache geholfen haben, um z.B. Fachbegriffe oder generell ungekannte Begriffe zu verstehen. Dies entspricht ebenfalls dem Prinzip des Translanguaging (vgl. Garcia et al., 2015) und ich finde, dass das flexible Nutzen anderer Sprachen nicht gestoppt werden sollte, sondern als gute Möglichkeit zur Unterstützung und Förderung gesehen werden sollte.

  1. Begründen Sie, ob Sie der Aussage zustimmen würden: „Das Fach Deutsch als Zweitsprache sollte alle Kinder einer Regelklasse berücksichtigen, die neben Deutsch noch eine andere Sprache sprechen“ (vgl. z.B. Riehl; Schröder 2022).

Ich stimme dieser Aussage grundsätzlich zu und bin der Meinung, dass ein guter DaZ Unterricht nicht nur für die Kinder geeignet ist, die kaum bis gar kein Deutsch sprechen, sondern auch für alle anderen Kinder, die neben Deutsch noch eine andere Sprache sprechen. Grund dafür ist, dass letztere oft zwar die Alltagssprache beherrschen, diese sich aber noch im Prozess befinden die Bildungssprache zu lernen. Laut dem Sprachwissenschaftler James Cummins lernen mehrsprachige Kinder die Alltagssprache ungefähr innerhalb von zwei Jahren, während das Erlernen der Bildungssprache ca. 5 bis 7 Jahre dauert (vgl. Cummins, 2008). Entsprechend brauchen nicht nur neu zugewanderte Kinder Unterstützung.

  1. Schule gilt als „versprachlichte Institution“ (Ehlich/Rehbein 1986). Entwerfen Sie zwei Unterrichtsszenarien, in denen neuzugewanderte Schüler*innen hierdurch keinen Nachteil haben.

Eine Möglichkeit ist, dass der Unterricht vielfältiger gestaltet wird, indem er mehrere Sinne gleichzeitig anregt und gleichzeitig beim Verstehen unterstützt. So  können z. B. Fachbegriffe wie ‘das Experimentieren’ zusätzlich nochmal erklärt oder mit Hilfe von Bildern veranschaulicht werden.

Das Selbe gilt auch für andere Aufgaben, die mit Hilfe verschiedener Medien auch unterschiedliche Kinder erreichen. Durch Erklärvideos, Tonaufnahmen, Bildern oder auch einfache Markierungen der Schlüsselwörter im Text kann sicherlich vielen geholfen werden und es gibt allen Kindern die Chance die Aufgaben zu verstehen und mit der eigentlichen Bearbeitung der Aufgabe zu beginnen.

 

Literatur:

Cummins, Jim. (2008). BICS and CALP: Empirical and theoretical status of the distinction. 10.1007/978-0-387-30424-3_36. 

Garcia, O. & Wei, L. (2015).T ranslanguaging: Language, Bilingualism and Education Palgrave Language & Linguistics Collection Education (R0) . Springer.

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