RV03 Sprachförderung als Schlüssel zum Lernen
1) Aus meiner Sicht lassen sich zentrale Elemente des Förderkonzepts „Entdecken und Erzählen“ gut auf den schulischen Kontext übertragen. Besonders wichtig erscheint mir das dialogische Sprechen, da Kinder dabei ihre Gedanken ausdrücken und gemeinsam Wissen aufbauen können. Auch im Unterricht, etwa in Mathegesprächen, sehe ich darin großes Potenzial für aktives Lernen. Zudem halte ich sprachliches Scaffolding für sehr bedeutsam, da Lehrkräfte durch das Aufgreifen und Erweitern von Schüleräußerungen sprachliche Strukturen gezielt fördern können. Ebenso überzeugt mich die enge Verbindung von Sprache und Fachinhalten, weil fachliches Lernen stark von sprachlichen Fähigkeiten abhängt. Insgesamt wird für mich deutlich, dass frühe Sprachförderung eine wichtige Grundlage für Bildungserfolg darstellt, insbesondere im Hinblick auf bestehende Bildungsungleichheiten (vgl. Ramseger & Wagener 2008, S. 13–14).
2) Für mich wird im Mathematikunterricht besonders deutlich, wie vielfältig die Funktionen von Sprache sind. Einerseits dient sie der Kommunikation, wenn Schüler:innen ihre Lösungswege erklären und sich gegenseitig austauschen. Andererseits sehe ich Sprache auch als wichtiges Denkwerkzeug, da sie hilft, mathematische Probleme zu strukturieren und Lösungswege nachzuvollziehen, etwa beim lauten Mitdenken. Darüber hinaus spielt Sprache als Lerngegenstand eine Rolle, wenn fachliche Begriffe wie „Differenz“ gezielt eingeführt und verwendet werden. Besonders relevant erscheint mir außerdem die Bedeutung von Sprache für das Verstehen von Aufgabenstellungen, vor allem bei Textaufgaben. Hier wird mir deutlich, dass sprachliche Kompetenzen eng mit dem Lernerfolg verknüpft sind und bereits in der Grundschule Leistungsunterschiede sichtbar werden (vgl. Klemm 2008, S. 18–19).
3)
1. Wie unterstützt die Lehrkraft sprachlich schwächere Schüler:innen konkret beim Formulieren mathematischer Aussagen (z. B. durch Nachfragen, Modellierungen oder Satzstarter)?
2. Welche Gelegenheiten erhalten Schüler:innen, selbstständig über mathematische Inhalte zu sprechen (z. B. durch Erklären, Begründen oder Diskutieren)?
Ich halte diese Fragen für besonders relevant, da sprachliche Fähigkeiten einen großen Einfluss auf den Lernerfolg haben und Unterschiede in der Förderung zur Verstärkung von Bildungsungleichheiten beitragen können (vgl. Klemm 2008, S. 19–20).
Literatur:
Böning, D. (2026): Integrierte (Früh-)Förderung von Sprache und Mathematik. In: Ringvorlesung „Umgang mit Heterogenität“.
Klemm, K. (2008): Vierzig Jahre Chancenungleichheit in der Grundschule – keine Hoffnung auf Abhilfe in Sicht? In: Ramseger, J. & Wagener, M. (Hrsg.): Chancenungleichheit in der Grundschule. Ursachen und Wege aus der Krise. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 17–24.
Ramseger, J. & Wagener, M. (Hrsg.) (2008): Chancenungleichheit in der Grundschule. Ursachen und Wege aus der Krise. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.