RV03 – „Enter“-Projekt zur Förderung von Sprache im Mathe-Unterricht

1. Heterogenität ist ein alltäglicher Aspekt in der heutigen Grundschulzeit und sollte bzw. wird daher als selbstverständlich angesehen. Auch ist dies verstärkt im Matheunterricht zu finden. Dabei treffen die Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Voraussetzungen aufeinander, wie eben auch der Sprache. Einige von ihnen können verschiedene mathematische Zusammenhänge schon bereits gut versprachlichen, wobei andere Schüler*innen beim Verstehen der Fragestellung scheitern oder die nötigen Fachbegriffe fehlen. Aus diesem Grund finde ich das „Enter“-Projekt besonders spannend und interessant, da es die Mathematik direkt mit der Sprache verknüpft.

Das dialogische Arbeiten ist für mich ein wichtiger und elementarer Punkt dabei, da die Kinder sich direkt im Dialog miteinander austauschen und sind so zum eigenen Formulieren aufgefordert. Stellen nun die Lehrkräfte offene Fragen und wiederholen die Aussagen und Antworten der Kinder oder ergänzen diese mit z.B. fehlenden Fachbegriffen, sind die Kinder nicht nur passiv, sondern aktiv im Geschehen mit eingebunden. Es hilft auch den Lehrkräften, da diese die Denkweisen der Schüler*innen mitbekommen und wenn nötig mit ihnen zusammen ergänzen können. Die Sprache kann so als Werkzeug genutzt werden, wie beim Erklären von Lösungen oder warum die Lösung richtig ist. (Böning & Thöne, 2017; S. 27)

Auch das Scaffolding ist bedeutend. Es beinhaltet Satzanfänge, Wortschatz und (versprachlichte) Visualisierungen. Vielen Kindern helfen solche Dinge (z.B. in Form von kleinen Helfer-Karten), um sich mathematisch Fachsprachlich korrekt ausdrücken zu können. Wenn bsp. Der Begriff Differenz eingeführt wird, kann so ein oder verschiedene Satzmuster mit einer Bild helfen. (Leuders & Prediger, 2016; S. 18)

Die Gesprächskultur aus dem „Enter“-Projekt ist auf jeden Fall auf die Grundschule zu übertragen. Es lernt sie, sich strukturiert auszudrücken, aber gleichzeitig anderen folgend zuhören zu können. Regelmäßige Gespräche tragen dazu bei, die Lösungen nachzuvollziehen und zu verstehen und generell zu besprechen.

 

2.Die Sprache beansprucht in der Mathematik einen Kernpunkt. Deutlich für mich werden speziell die Kommunikation und Kognition der Sprache.

  • Kommuniakton:

Die Sprache ist hier lediglich zu Verständigung untereinander da. Da Schüler*innen oftmals die Aufgabe sprachlich strukturieren, hilft ihnen das beim Ordnen und Verstehen von den mathematischen Zusammenhängen der jeweiligen Aufgaben.

  • Kognition:

Wenn man die Dinge, die man gerade rechnet, laut ausspricht, dann kann dieses das Denken und Verständnis unterstützen. Z.B. „Ich rechne erst die Einer und dann die Zehner und addiere sie zum Schluss zusammen.“ Vor allem können die leistungsschwächeren Schüler*innen von dieser Art einen Vorteil für sich gewinnen. (Leuders & Prediger, 2016; S. 21)

 

Um dies zu unterstützen und weitere Fachbegriffe in das versprachlichte mit einzubringen, wie Differenz und Summe wäre unter anderem die Hundertertafel. Die Kinder lernen durch die Gespräche auch die mathematische Bedeutung der Tafel und die Beziehung der Zahlen in ihr und nicht nur die Zahlen selbst.

 

 

3.Interessante Fragen für spätere Praktika:

Wenn die Kinder in PA, so im Dialog oder in GA miteinander sprechen, in wie weit sprechen sie dann über Mathe und wie nutzen sie ihr Wissen wie Fachbegriffe?

Wie nutzt die Lehrkraft sprachliche Mittel im Unterricht und welche (kontextbezogen)?

 

 

Böning, D. & Thöne, B. (2027): Integrierte Förderung von Mathematik und Sprache in Kita und Familie. In: Schuler, S., Streit, C. & Wittmann, G. (Hrgs.): Perspektiven mathematischer Bildung im Übergang vom Kindergarten zur Grundschule. Wiesbaden: Springer, S. 27-40

Böning, D., Hering, J., London, M. Nührenbörger, M. & Thöne, B. (2017): Erzähl mal Mathe! Mathematiklernen im Kindergartenalltag und am Schulanfang. Seelze: Klett Kallmeyer

Leuders, T. & Prediger, S. (2026): Flexible differenzieren und fokussiert fördern im Mathematikunterricht. Berlin: Cornelsen Scriptor

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